Peter »Brownz« Braunschmid: Fotodesign, Photoshop-Kunst, Pop Art und KI aus Österreich. Homebase: BrownzArt.com, Workshops, Video-Trainings und Coaching.
Boris FX Optics 2026.5 erweitert das Effekt- und Retuschepaket vor allem bei KI-Maskierung, Farbsteuerung und kreativen Fotoeffekten. Die aktuelle Version bringt überarbeitete Machine-Learning-Funktionen, neue Filter und zusätzliche Möglichkeiten für Fotografen und Photoshop-Anwender.
Was ist neu in Boris FX Optics 2026.5?
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft Face ML. Die automatische Gesichtserkennung kann nun zusätzliche Bereiche wie Nase und Hals präziser segmentieren. Das erleichtert lokale Korrekturen, ohne Masken jedes Mal komplett von Hand aufbauen zu müssen.
Neu ist außerdem der Color Mixer. Damit lassen sich einzelne Farbbereiche gezielter verändern und miteinander abstimmen. Boris FX liefert dafür 16 Presets als Ausgangspunkt mit.
Auch bei den kreativen Effekten wurde nachgelegt. S_FilmBurn simuliert analoge Filmverbrennungen und Lichtlecks, während S_Grunge strukturierte, bewusst unperfekte Oberflächen erzeugt. Particle Illusion wurde ebenfalls erweitert und bietet mehr Möglichkeiten für Partikel, Licht- und Atmosphäreneffekte.
Zusätzlich sind neue Borders hinzugekommen. Auch das auf Machine Learning basierende UpRes ML wurde in Version 2026.5 überarbeitet.
Optics 2026.5 enthält aktuell 187 Filter, darunter 89 Sapphire-Effekte. Das Spektrum reicht von Licht- und Lens-Effekten über Filmlooks bis zu Retusche, Farbe, Maskierung und Compositing.
Optics lässt sich unter anderem mit Photoshop nutzen. Auch Workflows mit Capture One, Affinity Photo, Apple Photos und Lightroom Classic werden unterstützt.
Wer mehrere Photoshop-Erweiterungen miteinander vergleichen möchte, findet dazu auf brownz.art auch meinen Überblick:
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde redaktionell mit Unterstützung von KI recherchiert und formuliert. Fakten, Produktangaben und technische Informationen wurden anhand der verfügbaren Herstellerinformationen überprüft.
Photoshop-Plugins: Topliste, Neuerscheinungen, Geheimtipps, Preise und Faktencheck
Recherche- und Preisstand: 27. Juli 2026
Photoshop kann sehr viel. Aber Photoshop kann nicht alles gleich gut, gleich schnell und gleich bequem. Genau hier kommen Plugins, Panels und eigenständige Zusatzprogramme ins Spiel: Sie entrauschen RAW-Dateien besser, retten leichte Fehlfokussierung, automatisieren Retusche, erzeugen Filmlooks, bauen komplexe Masken, liefern tausende Texturen direkt in Photoshop oder ersetzen im Extremfall sogar einen großen Teil des gesamten Adobe-Workflows.
Diese Liste ist kein wahlloses Sammelsurium aus Affiliate-Hits und uralten Klassikern. Aufgenommen wurden Werkzeuge, die 2026 tatsächlich noch weiterentwickelt werden, eine nachvollziehbare Herstellerseite besitzen und in einem modernen Foto-, Retusche- oder Composing-Workflow einen echten Zweck erfüllen. Dazu kommen einige Geheimtipps, die nicht jeder am Schirm hat, aber verdammt clever sind.
Wichtig: Mit „aktueller deutscher Photoshop-Version“ ist Photoshop 2026, Version 27.0, gemeint. Bei Plugins ist die Sprache meist nicht das Hauptproblem. Entscheidend sind Plugin-Architektur, Betriebssystem, Prozessor, Grafikkarte und die vom Hersteller unterstützte Photoshop-Version.
Der Faktencheck: Was muss 2026 wirklich kompatibel sein?
Adobe unterscheidet heute grob zwischen modernen UXP-Plugins und älteren klassischen Plugins beziehungsweise Erweiterungen. UXP-Plugins werden über Photoshop unter „Plugins“ oder über den Creative-Cloud-Marktplatz verwaltet. Klassische Filter und externe Programme werden häufig weiterhin über eigene Installer eingebunden.
Photoshop 2026 v27.0 ist die aktuelle Desktop-Version. Ältere Systeme werden von Adobe schrittweise nicht mehr unterstützt.
Auf Apple-Silicon-Macs laufen moderne UXP-Plugins nativ. Manche alten Erweiterungen benötigen weiterhin Rosetta oder funktionieren gar nicht mehr.
Die deutsche Photoshop-Oberfläche verhindert ein technisch sauber gebautes Filter-Plugin normalerweise nicht. Das Plugin selbst kann trotzdem nur Englisch anbieten.
„Funktioniert mit Photoshop“ bedeutet nicht automatisch, dass Smartobjekte, 16-Bit-Dateien, CMYK, Stapelverarbeitung oder Aktionen unterstützt werden.
Cloud-KI und lokale KI sind nicht dasselbe. Bei vertraulichen Kundenbildern muss geprüft werden, ob die Datei den Rechner verlässt.
Meine Ampel: GRÜN = aktuelle Herstellerangabe und klarer Photoshop-Workflow. GELB = grundsätzlich nutzbar, aber mit Einschränkungen oder älterer Produktbasis. ROT = 2026 nicht mehr sinnvoll als Neukauf.
Photoshop-Plugins im schnellen Überblick
Werkzeug
Hauptnutzen
Modell
Preis beim Check
Kompatibilität
Urteil
Nik Collection 9
Farbe, Schwarzweiß, lokale Looks
Kauflizenz
179,99 US-$; Upgrade ab 99,99 US-$
GRÜN
Beste klassische Suite
ON1 Photo RAW 2026.4
RAW, Ebenen, Masken, Effekte
Kauflizenz
regulär 99,99 US-$; Aktion 49,99 US-$
GRÜN
Stärkste Adobe-Alternative
Retouch4me / Apex
KI-Retusche mit Ebenenkontrolle
Kauflizenz oder Cloud
Einzelplugin regulär ca. 145 US-$; Aktionen variieren
GRÜN
Top für Retusche
Topaz Photo
Entrauschen, Schärfen, Fokus, Upscaling
Abo
39 US-$/Monat
GRÜN
Technische Rettungsmaschine
Luminar Neo
KI-Looks, Relight, Himmel, schnelle Effekte
Kauflizenz
119-179 US-$ je Paket
GRÜN/GELB
Schnell und kreativ
Boris FX Optics 2026
Cinematic, Licht, Partikel, Film-VFX
Abo oder Kauf
9 US-$/Monat, 99 US-$/Jahr, 149 US-$ dauerhaft
GRÜN
Der Effekt-Geheimtipp
Infinite Tools
Color Grading, Retusche, Texturen
Kauflizenz
meist 189 € je großes Panel
GRÜN
High-End für Spezialisten
Imagenomic Suite
Haut, Rauschen, Filmkorn
Abo oder Kauf
129,95 US-$/Jahr oder 299,95 US-$ einmalig
GRÜN/GELB
Bewährter Klassiker
DxO PureRAW 6
RAW-Entrauschung und Objektivkorrektur
Kauflizenz
129,99 €
GRÜN
Beste RAW-Vorstufe
Exposure X7
Filmlooks, RAW, Organisation
Kauflizenz
129 US-$; Bundle 149 US-$
GELB
Starker Analog-Geheimtipp
ON1 Effects 2026
Filter, LUTs, Texturen, Maskierung
Kauflizenz
preisabhängig von Aktion/Bundle
GRÜN
Gute reine Effektlösung
Adobe Plugin Marketplace
UXP-Panels und Workflow-Erweiterungen
gemischt
kostenlos bis Premium
GRÜN
Erste sichere Suchstelle
1. Nik Collection 9
Der unverwüstliche Klassiker ist 2026 wieder richtig aktuell
Nik Collection ist seit Jahren eine der bekanntesten Plugin-Suiten überhaupt. Version 9 ist keine alte Legende mit neuem Etikett, sondern eine aktuelle Suite für Windows und macOS. Sie integriert sich in Photoshop, Affinity und DxO PhotoLab und kann teilweise auch eigenständig verwendet werden.
Das kann es besonders gut
Nik Silver Efex für sehr kontrollierte Schwarzweiß-Umsetzungen
Nik Color Efex für Farblooks, Kontrast und kreative Filter
Nik Viveza für lokale Farb- und Tonwertkorrekturen
Nik Analog Efex für Film-, Kamera- und Papierästhetik
Nik HDR Efex für HDR und strukturierte Einzelbildlooks
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Neu in Version 9 sind unter anderem KI-Masken und Tiefenmasken. Gerade diese Kombination mit der klassischen U-Point-Technik macht die Suite wieder relevanter, weil lokale Effekte schneller gesetzt werden können, ohne in Photoshop jede Maske von Hand zu pinseln.
Preis: 179,99 US-Dollar für eine neue Lizenz; Upgrade für berechtigte Besitzer ab 99,99 US-Dollar. 30 Tage Testversion ohne Zahlungsdaten.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN. Der Hersteller nennt Photoshop-Integration, Windows/macOS und eine deutsche Programmoberfläche. Für die neuen KI-Masken gelten deutlich höhere Hardwareanforderungen.
Mein Urteil: Für Schwarzweiß, Fine Art, Portrait, Landschaft und kreative Looks ist Nik weiterhin eine der sinnvollsten Komplettlösungen. Wer nur einen einzigen Filter braucht, kauft allerdings viel Ballast mit.
2. ON1 Photo RAW 2026.4
Das Zusatzprogramm, das Photoshop und Lightroom teilweise ersetzen kann
ON1 Photo RAW ist vermutlich genau das Programm, das mit „ON1 Photo“ gemeint ist. Es ist kein kleines Plugin, sondern ein kompletter RAW-Editor mit Bildverwaltung, Ebenen, Masken, Retusche, Effekten und KI-Werkzeugen. ON1 positioniert es ausdrücklich als Kaufsoftware ohne Pflichtabo.
Das kann es besonders gut
RAW-Entwicklung und Bildverwaltung
Ebenen und Masken ohne Wechsel zu Photoshop
Restore AI, Sky Swap und Portrait-Werkzeuge
integriertes Resize AI
hundert Presets, LUTs, Texturen und kreative Filter
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Die 2026-Version bringt smartere Motiv- und Hintergrundmasken, neue Maskenebenen sowie kreative Filter wie Motion, Depth Lighting, Split Field und Double Exposure. ON1 Effects 2026 ist zusätzlich als reine Effektlösung erhältlich.
Preis: Regulär 99,99 US-Dollar; beim Check als Sommeraktion für 49,99 US-Dollar. Eine Lizenz ist für zwei Computer vorgesehen.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN als eigenständiges Programm. ON1 bietet zusätzlich Plugin-Workflows für Adobe-Programme. Die deutsche Oberfläche und exakte Sprachabdeckung sollte vor dem Kauf über die Testversion geprüft werden.
Mein Urteil: Die stärkste Empfehlung für Menschen, die Adobe reduzieren oder ganz verlassen möchten. Nicht ganz so tief wie Photoshop beim Composing, aber für Fotografie erschreckend komplett.
Retouch4me automatisiert nicht einfach „Beauty“, sondern zerlegt professionelle Retusche in einzelne Aufgaben: Heal, Dodge & Burn, Mattifier, Skin Tone, Portrait Volumes, Stray Hairs, Fabric, Dust, Clean Backdrop und weitere Module. Die Plugins können Photoshop-Ebenen erzeugen und lassen sich dadurch wesentlich kontrollierter einsetzen als eine komplett geschlossene Ein-Klick-App.
Das kann es besonders gut
Hautunreinheiten entfernen, ohne die Hautstruktur völlig zu zerstören
Dodge & Burn auf einer editierbaren Ebene
Glanzstellen reduzieren
Hauttöne angleichen
Haare, Kleidung, Hintergrund und Staub bearbeiten
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Apex ist die neuere All-in-One-Variante: ein Plugin mit mehreren Werkzeugen, Echtzeitvorschau und Cloud-Verarbeitung. Neue Nutzer erhalten laut Hersteller 20 kostenlose Credits. Zusätzlich gibt es weiterhin dauerhafte Einzelplugin-Lizenzen.
Preis: Einzelplugins werden regulär häufig um 145 US-Dollar angeboten; beim Check lief eine 30-Prozent-Aktion. Cloud- und Bundlepreise ändern sich abhängig vom Umfang.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN. Windows und macOS werden unterstützt; viele Module laufen als Photoshop-Plugin und Standalone. Bei Cloud-Verarbeitung müssen Datenschutz und Einwilligung des Models beziehungsweise Kunden geklärt sein.
Mein Urteil: Für große Portraitserien ist Retouch4me ein massiver Zeitgewinn. Für ein einzelnes Fine-Art-Bild bleibt manuelles Dodge & Burn oft schöner. Automatik darf Arbeit abnehmen, aber nicht das Gesicht neu erfinden.
Topaz hat seine Produktwelt umgebaut. Das frühere Topaz Photo AI ist laut eigener Dokumentation eingestellt und bleibt als Legacy-App bestehen. Aktuell entwickelt der Anbieter Topaz Photo weiter. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil im Internet weiterhin massenhaft alte Photo-AI-Empfehlungen herumliegen.
Das kann es besonders gut
Rauschen reduzieren
leichte Bewegungs- und Fokusunschärfe verbessern
Super Focus und Dust & Scratch
Upscaling und Gesichtsrekonstruktion
Licht und Farbe automatisch balancieren
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Topaz Photo läuft eigenständig und über zwei Photoshop-Workflows: Filter oder „Datei > Automatisieren“. Der Automate-Weg ist für Skalierung und bestimmte Funktionen sinnvoller. Photoshop-Aktionen rund um Topaz werden vom Hersteller ausdrücklich nicht als stabiler Workflow unterstützt.
Preis: 39 US-Dollar pro Monat für Topaz Photo. Das gesamte Topaz-Studio-Paket kostet 34 US-Dollar monatlich bei jährlicher Abrechnung beziehungsweise 399 US-Dollar pro Jahr.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN für Photoshop CC. Photoshop CS-Versionen werden nicht unterstützt. Leistungsfähige Hardware ist praktisch Pflicht.
Mein Urteil: Wenn ein Bild technisch weich, verrauscht oder leicht daneben fokussiert ist, gehört Topaz zu den stärksten Werkzeugen. Bei gesunder Ausgangsqualität kann es aber auch Details erfinden und Gesichter plastifizieren. Regler runter, Augen auf.
Luminar Neo ist Standalone-App und Plugin für Photoshop sowie Lightroom Classic. Es richtet sich an Menschen, die schnell zu starken Ergebnissen kommen möchten: Relighting, Himmeltausch, Objektentfernung, Portraittools, Fokus-Stacking, HDR, Panorama, Rauschreduzierung und kreative Looks stecken in einer sehr zugänglichen Oberfläche.
Das kann es besonders gut
schnelle Stimmungs- und Lichtkorrekturen
Sky AI und Relight
Portrait- und Hautwerkzeuge
Presets, LUTs, Overlays und kreative Assets
Restaurierung und AI-Assistent
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Die 2026-Version enthält Funktionen aus dem Herbst-Upgrade 2025 und den Frühjahrsupdates 2026. Als Photoshop-Plugin sind GenErase, GenExpand und GenSwap jedoch nicht verfügbar; außerdem muss das Bild wegen Photoshop-Beschränkungen mit gleicher Pixelzahl zurückgegeben werden.
Preis: Unbefristete Desktop-Lizenz beim Check 119 US-Dollar, geräteübergreifend 159 US-Dollar, Max 179 US-Dollar. Generative Funktionen und automatische Upgrades können nach einem Jahr Zusatzkosten verursachen.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN bis GELB. Photoshop- und Lightroom-Plugins werden ausdrücklich angeboten. Einzelne Funktionen sind im Plugin-Modus eingeschränkt.
Mein Urteil: Luminar ist kein Ersatz für kontrollierte High-End-Retusche. Für schnelle Looks, Lichtstimmungen und kreative Variationen ist es aber brutal praktisch.
6. Boris FX Optics 2026
Hollywood-Effekte für Standbilder – und ein echter Geheimtipp
Boris FX kommt aus der Film- und VFX-Welt. Optics überträgt diese Denkweise auf Fotografie: Licht, Glows, Lens Flares, Partikel, Filmemulation, Diffusion, Masken und Effekte, die deutlich weniger nach klassischem Fotofilter aussehen als bei vielen Preset-Paketen.
Das kann es besonders gut
mehr als 187 Filter und tausende Presets
Sapphire-inspirierte Film- und Lichteffekte
Partikel, Rauch, Funken und atmosphärische Elemente
KI-Masken und Tiefenmasken
Standalone plus Plugins für mehrere Hostprogramme
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Optics 2026 bringt neue One-Click-KI-Werkzeuge, Gesichtsmasken, Tiefenkarten und neue Cinematic Looks. Im Juni 2026 wurde die Plugin-Unterstützung zusätzlich auf Apple Photos, Capture One und Affinity Photo erweitert.
Preis: 9 US-Dollar pro Monat, 99 US-Dollar pro Jahr oder 149 US-Dollar als dauerhafte Lizenz; Upgrade- und Supportplan 49 US-Dollar pro Jahr.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN. Photoshop, Lightroom, Capture One, Affinity Photo und Standalone werden aktuell genannt.
Mein Urteil: Für Composings, Fashion, Pop Art und cineastische Bildwelten ist Optics einer der spannendsten Geheimtipps dieser Liste. Wer nur natürliche Hochzeitsfarben will, braucht es wahrscheinlich nicht.
7. Infinite Tools
High-End-Panels für Menschen, die Photoshop wirklich benutzen
Infinite Tools richtet sich nicht an Einsteiger, die einen Fertigfilter suchen. Die Panels organisieren, beschleunigen oder erweitern professionelle Retusche und Farbgestaltung. Hinter dem Projekt stehen erfahrene Retuscheure; viele Werkzeuge sind moderne UXP-Plugins und vollständig Apple-Silicon-kompatibel.
Das kann es besonders gut
Infinite Color für zufällige und kontrollierte Color Grades
Infinite Retouch für eigene Retusche-Workflows
Infinite Skin für getrennte Ton- und Detailbearbeitung
Infinite Unify für ungleichmäßige Farben und Hauttöne
Infinite Texture mit über 70.000 kommerziell lizenzierten Dateien
Infinite Black & White, Curves, Radiance und Goethe
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Besonders spannend sind die neueren Werkzeuge Infinite Curves und Infinite Goethe. Goethe harmonisiert Bilder auf Basis von Farbwahrnehmung und Farbpsychologie statt nur technischer Pixelwerte. Das ist ungewöhnlich und genau deshalb ein echter Geheimtipp.
Preis: Die großen Panels kosten beim Check meist 189 Euro, Infinite Guide 39 Euro. Aktionen und Rabattwochen kommen regelmäßig vor.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN. Die aktuellen großen Panels werden als UXP, Windows, Mac und Apple Silicon ausgewiesen.
Mein Urteil: Nicht billig. Dafür sind es Werkzeuge, die einen bestehenden Profi-Workflow verbessern, statt ihn mit Plastikautomatik zu ersetzen.
8. Imagenomic Portraiture, Noiseware und Realgrain
Imagenomic ist seit Jahren in Beauty-, Portrait- und Studio-Workflows vertreten. Portraiture glättet und maskiert Haut, Noiseware entrauscht, Realgrain simuliert Filmkorn und analoge Charakteristik. Die Werkzeuge sind weniger modern inszeniert als manche KI-Neuheit, aber klar auf Produktion ausgerichtet.
Das kann es besonders gut
Portraiture für schnelle Hautretusche
Noiseware für Rauschreduktion
Realgrain für Filmkorn und analoge Anmutung
Photoshop-, Lightroom- und teilweise Affinity-Workflows
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Die aktuelle Portraiture-Generation wird als KI-gestützt beworben und kombiniert Glättung, Maskierung, Lichtverbesserung und Hautunreinheiten. Gleichzeitig zeigt die Downloadseite teilweise ältere Photoshop-Versionsangaben. Genau deshalb: Testversion zuerst, dann kaufen.
Preis: Photo Suite 129,95 US-Dollar pro Jahr oder 299,95 US-Dollar einmalig. Portraiture für Photoshop 199,95 US-Dollar, Noiseware und Realgrain je 99,95 US-Dollar.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN bis GELB. Der Shop nennt Photoshop, Lightroom Classic und Affinity; einzelne Downloadseiten führen teilweise begrenzte Hostversionen. Aktuelle Testversion im eigenen Photoshop 2026 prüfen.
Mein Urteil: Für schnelle Beauty-Produktion immer noch stark. Für natürliche High-End-Haut muss man sehr vorsichtig dosieren.
DxO PureRAW ist kein Kreativfilter, sondern eine technische RAW-Vorstufe. Es kombiniert Demosaicing, Entrauschung, Objektivkorrekturen und Schärfung auf Basis einer riesigen Kamera-Objektiv-Datenbank. Version 6.2 ist aktuell und kann in Lightroom sowie als Smart-Filter im Photoshop-Workflow eingesetzt werden.
Das kann es besonders gut
DeepPRIME-Entrauschung
optische Korrekturen aus Kamera-Objektiv-Modulen
Schärfung ohne klassische Überschärfungsoptik
DNG/TIFF-Ausgabe für den weiteren Adobe-Workflow
Photoshop-Smartfilter-Integration
Neu beziehungsweise 2026 relevant: PureRAW 6 beschleunigt den Export durch parallele Verarbeitung und unterstützt laut Hersteller mehr als 111.000 Kamera-Objektiv-Module. Die deutsche Sprache wird ausdrücklich angeboten.
Preis: 129,99 Euro für eine neue Lizenz; Upgrades für PureRAW 4 oder 5 ab 79,99 Euro.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN. Deutsch, Windows, macOS, Lightroom-Plugin und Photoshop-Smartfilter-Workflow sind dokumentiert.
Mein Urteil: Für hohe ISO, schwierige Objektive und maximale RAW-Qualität ist PureRAW oft sinnvoller als noch ein Effektplugin. Es verbessert die Basis, bevor die Kunst beginnt.
Exposure X7 ist RAW-Editor, Bildverwaltung und Plugin in einem. Seine große Stärke sind Filmlooks, Körnung, kreative Presets und ein sehr direkter Workflow. Im Bundle stecken zusätzlich Snap Art und Blow Up.
Das kann es besonders gut
große Film- und Analogbibliothek
nichtdestruktive RAW-Bearbeitung
Photoshop- und Lightroom-Plugin
Snap Art für malerische Medien
Blow Up für hochwertige Vergrößerung
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Exposure X7 ist funktional weiterhin erhältlich, wirkt aber 2026 im Vergleich zu den aggressiv weiterentwickelten KI-Konkurrenten älter. Genau deshalb bekommt es keine grüne, sondern eine gelbe Ampel: Es ist gut, aber kein offensichtlicher Zukunftssieger.
Preis: Exposure X7 129 US-Dollar, Bundle mit Snap Art und Blow Up 149 US-Dollar. Kein Abonnement erforderlich.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GELB. Photoshop- und Lightroom-Plugins werden angeboten; Produktgeneration X7 ist jedoch nicht neu. Vor dem Kauf aktuelle Host-Unterstützung testen.
Mein Urteil: Ein Geheimtipp für Fotografen, die analoge Looks mögen und kein Abo wollen. Für neue KI-Maskierung und moderne Retusche gibt es stärkere Kandidaten.
11. ON1 Effects 2026
Wenn man ON1-Looks will, aber nicht den ganzen RAW-Editor
ON1 Effects ist der kreative Effektteil aus Photo RAW als eigenständige Lösung. Enthalten sind hunderte Presets, Filter, LUTs, Texturen und Rahmen, die kombiniert, maskiert und gestapelt werden können.
Das kann es besonders gut
Vintage und Cinematic
Pop Art und grafische Looks
LUTs, Texturen und Rahmen
mehrere Filter in einem Stack
KI-Maskierung für Motiv und Hintergrund
Neu beziehungsweise 2026 relevant: 2026 kamen neue kreative Filter und intelligentere Maskierungsfunktionen hinzu. Damit ist Effects eine gute Lösung für Menschen, die Lightroom oder Photoshop behalten, aber ON1s Effektwelt dazunehmen möchten.
Preis: Der Preis wird häufig über Aktionen und Bundles variiert. Deshalb vor dem Kauf direkt auf der offiziellen Kaufseite prüfen; eine Testversion ist verfügbar.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN. Aktuelle 2026-Version und eigener Installer. Als Plugin und Standalone einsetzbar.
Mein Urteil: Guter Mittelweg zwischen Nik und Luminar. Weniger elegant als Nik, weniger KI-showig als Luminar, aber flexibel und kontrollierbar.
12. Adobe Plugin Marketplace
Nicht spektakulär, aber die sicherste erste Suchstelle
Der Creative-Cloud-Marktplatz ist die offizielle Verwaltungsstelle für moderne UXP-Plugins und viele Erweiterungen. Dort lassen sich kompatible Plugins installieren, aktualisieren und entfernen, ohne fremde Installer aus dubiosen ZIP-Dateien zu fischen.
Das kann es besonders gut
UXP-Panels für Workflow und Zusammenarbeit
kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen
einfachere Verwaltung über Creative Cloud
geringeres Risiko veralteter Installationspfade
Neu beziehungsweise 2026 relevant: Adobe aktualisierte die Plugin-Dokumentation im März und Juni 2026. Trotzdem gilt: Auch ein Marketplace-Plugin muss nicht automatisch perfekt gepflegt sein. Bewertungen, Update-Datum und unterstützte Photoshop-Version prüfen.
Preis: Je nach Plugin kostenlos, Einmalkauf oder Abo.
Kompatibilität mit aktuellem deutschen Photoshop: GRÜN als Installationsweg für aktuelle UXP-Plugins.
Mein Urteil: Bevor man irgendeine fremde Downloadseite besucht, lohnt sich zuerst die Suche im offiziellen Marketplace. Langweilig, aber vernünftig.
Was davon ist wirklich essenziell?
Nein, man braucht nicht zwölf Zusatzprogramme. Wer alles installiert, hat am Ende ein Photoshop-Menü wie eine überfüllte Ramschlade. Entscheidend ist, welche Lücke im eigenen Workflow tatsächlich existiert.
Für technische Bildqualität: DxO PureRAW 6 oder Topaz Photo. PureRAW ist stärker als sauberer RAW-Start, Topaz stärker bei problematischen fertigen Bildern, Fokus und Upscaling.
Für Portrait- und Beauty-Retusche: Retouch4me oder Infinite Tools. Retouch4me spart massiv Zeit, Infinite Tools bleibt näher am klassischen kontrollierten Photoshop-Workflow.
Für Schwarzweiß und Fine Art: Nik Collection 9, vor allem Silver Efex.
Kreative Farbwelten: Infinite Color, Nik Color Efex, ON1 Effects oder Exposure X7.
Für Composing, Pop Art und cineastische Effekte: Boris FX Optics 2026. Das ist der auffälligste Geheimtipp dieser Liste.
Als Adobe-Alternative: ON1 Photo RAW 2026.4. Luminar Neo ist einfacher und spektakulärer, ON1 ist als Gesamtsystem vollständiger.
Meine drei sinnvollen Pakete
Paket 1: Fotografisch sauber
DxO PureRAW 6
Photoshop und Camera Raw
Nik Collection 9
Damit sind RAW-Qualität, präzise Handarbeit, Farbe und Schwarzweiß abgedeckt. Kein Zirkus, aber ein sehr starkes System.
Paket 2: Portrait und Studio
Photoshop
Retouch4me Heal und Dodge & Burn oder Apex
Infinite Unify beziehungsweise Infinite Retouch
Topaz Photo nur für technische Problemfälle
Das ist die Produktionsmaschine für Portrait, Beauty, Fashion und größere Serien.
Paket 3: Brownz-Modus – kreativ und volle Kanne
Photoshop
Boris FX Optics 2026
Infinite Texture und Infinite Color
Nik Collection 9
Topaz Photo für finale technische Qualität
Damit lassen sich Composings, Pop Art, Fashion, Lichtwelten, Texturen und cineastische Bildlooks bauen, ohne dass alles nach demselben KI-Filter aussieht.
Der 90-Sekunden-Check vor jedem Plugin-Kauf
Ist ausdrücklich Photoshop 2026 beziehungsweise eine aktuelle CC-Version genannt?
Läuft es nativ auf Apple Silicon oder braucht es Rosetta?
Unterstützt es 16 Bit, Smartobjekte und den verwendeten Farbraum?
Ist es ein echtes Plugin, ein externer Editor oder nur ein Export-Workflow?
Werden Bilder lokal verarbeitet oder in eine Cloud hochgeladen?
Darf die Software kommerziell verwendet werden und gelten Umsatzgrenzen?
Ist der angezeigte Preis dauerhaft, ein Abo, ein Upgradeplan oder nur das erste Jahr?
Gibt es eine funktionierende Testversion ohne Kreditkarte?
Bleiben Ebenen und Masken editierbar oder kommt nur ein plattgerechnetes Ergebnis zurück?
Wird das Produkt tatsächlich noch weiterentwickelt?
Photoshop-Plugins installieren
Photoshop schließen, bevor ein klassischer Plugin-Installer gestartet wird.
Nach der Installation Photoshop öffnen und unter Plugins, Filter oder Datei > Automatisieren suchen.
Auf einem kopierten Bild und möglichst auf einem Smartobjekt testen.
Nach größeren Photoshop-Updates zuerst Hersteller-Updates installieren und erst dann produktiv arbeiten.
Alte und neue Versionen desselben Plugins nicht parallel behalten, wenn der Hersteller davor warnt.
Was ich 2026 nicht mehr neu kaufen würde
Plugins, deren letzte offizielle Photoshop-Unterstützung bei 2022, 2023 oder 2024 endet und die keine aktuelle Testversion bieten.
Anonyme „10.000 Filter“-Bundles ohne Hersteller, Lizenz und Updatehistorie.
Alte CEP-Panels, die auf Apple Silicon nur mit Rosetta laufen, sofern es eine aktuelle UXP-Alternative gibt.
Topaz Photo AI als vermeintlich aktuelles Produkt: Es ist laut Topaz Legacy und wird nicht mehr weiterentwickelt. Das neue Produkt heißt Topaz Photo.
Beauty-Plugins, die nur eine glatte Ebene zurückgeben und keinerlei Masken- oder Ebenenkontrolle erlauben.
Das ehrliche Fazit
Die besten Plugins sind nicht jene, die Photoshop mit möglichst viel Glitzer zukleistern. Es sind jene, die einen echten Engpass lösen: bessere RAW-Dateien, schnellere Retusche, kontrolliertere Farben, stärkere Masken oder Effekte, die man in Photoshop nur mit sehr viel Handarbeit bauen müsste.
2026 gehören Nik Collection 9, ON1 Photo RAW, Retouch4me, Topaz Photo, Luminar Neo und DxO PureRAW zu den sichtbarsten Lösungen. Die spannendsten Geheimtipps sind Boris FX Optics und die spezialisierten Infinite-Tools-Panels. Gerade dort entstehen Bildwelten, die nicht sofort nach Standardpreset und Ein-Klick-KI schreien.
Mein Rat ist simpel: Nicht kaufen, weil ein Vorher-nachher-Bild spektakulär aussieht. Testversion laden, drei eigene schwierige Bilder bearbeiten und prüfen, ob das Werkzeug nach dem ersten Wow-Effekt noch immer Zeit spart. Erst dann Geld ausgeben.
Für spezielle Haut- und Farbkorrekturen findest du weitere Werkzeuge in meinen Retusche-Geheimtipps. Wenn du lieber zuerst die Grundlagen sicher beherrschen möchtest, zeigt dir Photoshop für Faule einen klassischen Composing-Workflow.
Preise, Rabatte, Upgradebedingungen und Abomodelle können sich jederzeit ändern und werden teilweise standortabhängig angezeigt. Der Preisstand dieses Beitrags ist der 27. Juli 2026. Vor einem Kauf sind die offizielle Produktseite, Systemvoraussetzungen, Datenschutzbedingungen und Lizenzregeln erneut zu prüfen.
Für Recherche, Strukturierung und sprachliche Ausarbeitung dieses Beitrags wurde KI unterstützend eingesetzt. Die Auswahl der Quellen, der Faktencheck und die abschließende redaktionelle Bearbeitung erfolgten durch mich.
Weiterlernen mit BROWNZ: Wenn du solche Werkzeuge gezielt in deinen eigenen Bildern einsetzen möchtest, findest du hier den nächsten Schritt: Photoshop lernen mit BROWNZ – mit Videotrainings, Archiv und persönlichem Coaching.
Malerischer Look vom Foto zum digitalen Gemälde: Aufnahme, Lightroom, Camera Raw und Photoshop ohne Filter-Kitsch.
Kurzfassung Ein malerischer Look entsteht nicht durch einen einzigen Effekt. Er entsteht durch reduzierte Details, kontrolliertes Licht, klare Farbpalette, weiche Tonwertuebergaenge und gezielt erhaltene Schaerfe an den wichtigsten Stellen. Die Kunst ist nicht, alles weichzumatschen. Die Kunst ist, nur das Unwichtige verschwinden zu lassen.
Recherche- und Faktenstand: 7. Juni 2026. Quellen: Adobe-Hilfedokumente, DxO/Nik, Boris FX, ON1, Exposure sowie deutschsprachige Praxisquellen. Die vollstaendige Linksammlung steht am Ende des Dokuments.
Inhalt
1. Was ein malerischer Look wirklich ist
2. Faktencheck: Was die Werkzeuge können – und was nicht
3. Schon beim Fotografieren: das Bild malerisch anlegen
4. Lightroom und Camera Raw: der malerische RAW-Workflow
5. Malerischer Look in Photoshop: der saubere Aufbau
6. Plugins, Presets und Aktionen: was sich lohnt
7. Top-Secret-Tipps: kleine Hebel mit großer Wirkung
8. Fehlerdiagnose, Mini-Rezepte und Linksammlung
1. Was ein malerischer Look wirklich ist
Ein malerischer Look ist kein Foto, das unter einem Photoshop-Filter begraben wurde. Ein malerischer Look ist ein Foto, das sich wie gemalt anfühlt: ruhiger, weicher, dichter, bewusster. Die harten digitalen Kanten treten zurück. Die Farben wirken harmonischer. Schatten und Licht laufen nicht wie technische Messwerte durchs Bild, sondern wie Stimmung.
Der wichtigste Satz für Einsteiger: Malerisch bedeutet nicht unscharf. Malerisch bedeutet kontrolliert vereinfacht. Details bleiben dort, wo der Blick hin soll: Augen, Hände, Gesichtskante, Schmuck, Stoffstruktur, Hauptmotiv. Alles andere darf ruhiger werden.
Genau deshalb beginnt der Look nicht erst in Photoshop. Wer mit flachem Licht, chaotischem Hintergrund, knalligen Zufallsfarben und überharten Kanten fotografiert, zwingt Photoshop später zum Notdienst. Wer das Bild schon bei der Aufnahme wie ein Gemälde denkt, braucht später weniger Gewalt und bekommt ein besseres Ergebnis.
Merksatz Der malerische Look entsteht aus drei Entscheidungen: Was bleibt scharf? Was wird vereinfacht? Welche Farben dürfen die Stimmung tragen? Wenn diese drei Fragen beantwortet sind, ist der halbe Look bereits fertig.
2. Faktencheck: Was die Werkzeuge können – und was nicht
Die Recherche bestätigt: Die Adobe-Werkzeuge sind stark, aber sie ersetzen kein Bilddenken. Lightroom und Camera Raw liefern die technische Basis: RAW-Entwicklung, Tonwerte, Farbe, Masken, Struktur, Klarheit, Dunst entfernen, Körnung und Profilsteuerung. Photoshop liefert die eigentliche Bildplastik: Smartfilter, Ebenen, Masken, Mischpinsel, Ölfarbe, Texturen und selektives Nachmalen.
Camera Raw ist laut Adobe das Modul, mit dem Photoshop und Bridge Rohdaten verarbeiten; es unterstützt außerdem JPEG- und TIFF-Dateien. Für den malerischen Look ist RAW trotzdem die bessere Ausgangsbasis, weil mehr Tonwert- und Farbinformation vorhanden ist. JPEG geht auch, aber es ist wie Malen auf bereits lackiertem Holz: möglich, aber weniger frei. [7]
Lightroom Classic arbeitet im Entwicklungsmodul nicht-destruktiv. Masken werden nicht dauerhaft ins Originalbild eingebrannt, sondern als Bearbeitung gespeichert. Das ist ideal für den Painterly Look, weil du Hintergrund, Haut, Himmel, Kleidung und Licht getrennt behandeln kannst. [8]
Photoshop-Werkzeuge für das malerische Finish
Der Photoshop-Ölfarbenfilter existiert offiziell unter Filter > Stilisierungsfilter > Ölfarbe. Er kann Strichwirkung, Sauberkeit, Skalierung und Borstendetails steuern. Er ist aber kein Zauberstab. Auf voller Stärke sieht er schnell nach Kalenderdruck aus der Hölle aus. Auf kleiner Dosis und maskiert kann er dagegen sehr brauchbar sein. [1]
Der Mischpinsel ist unterschätzt. Adobe beschreibt ihn als Werkzeug mit Farbvorrat und Aufnehmer, das Farben von der Leinwand aufnehmen und mischen kann. Genau das macht ihn für ein malerisches Finish spannend: Du kannst störende Mikrodetails manuell beruhigen, ohne die ganze Datei mit Weichzeichner zu erschlagen. [3]
Smartfilter sind Pflicht, wenn du sauber arbeiten willst. Adobe weist darauf hin, dass Smartfilter ein- und ausgeblendet, nachträglich angepasst und mit Filtermasken selektiv eingesetzt werden können. Für Einsteiger heißt das: Erst Ebene in Smartobjekt konvertieren, dann Filter verwenden. So bleibt die Bearbeitung korrigierbar. [4]
Neural Filters können kreative Stilübertragungen und andere KI-gestützte Effekte anwenden. Adobe führt unter anderem Style Transfer als Neural Filter. Für einen professionellen malerischen Look taugt das eher als Ideengeber oder Grundtextur, nicht als fertiges Ergebnis. Wenn man es ungeprüft übernimmt, sieht es schnell nach App-Effekt aus. [5][6]
Die wichtigsten Werkzeuge im Faktencheck
Schritt
Worauf du achtest
Lightroom / Camera Raw
Beste Basis für Tonwerte, Farbe, Masken, Körnung, weiche Kontraste und Bildruhe.
Photoshop Smartfilter
Nicht-destruktiver Aufbau. Effekte bleiben editierbar und maskierbar.
Ölfarbe
Gut für leichte Strichstruktur. Schlecht, wenn zu stark und überall eingesetzt.
Mischpinsel
Stark für manuelles Glätten und Farbmischen. Braucht etwas Geduld, wirkt aber organischer.
Neural Filters
Gut für Experimente und Stilideen. Nicht blind als Endergebnis verwenden.
Plugins / Presets
Beschleunigen Looks, ersetzen aber keine saubere Maske und kein gutes Licht.
3. Schon beim Fotografieren: das Bild malerisch anlegen
Der größte Anfängerfehler lautet: „Das mache ich später in Photoshop.“ Ja, kann man. So wie man eine Suppenschüssel auch mit einer Kettensäge spülen kann. Möglich ist viel. Elegant ist etwas anderes.
Malerische Fotos brauchen vor allem Ordnung. Das Motiv sollte klar erkennbar sein, der Hintergrund nicht brüllen, das Licht nicht alles gleich flach ausleuchten. Gute Malerei lebt von Hierarchie: Hauptlicht, Nebenlicht, Schatten, Ruhezone, Blickführung. Genau so sollte auch das Foto gebaut werden.
3.1 Licht: weich, aber nicht tot
Weiches Licht hilft, weil harte Schatten und harte Hautstrukturen den digitalen Fotocharakter verstärken. Weiches Licht heißt aber nicht langweiliges Licht. Ideal ist großes, gerichtetes Licht: Fensterlicht, Softbox, bewölkter Himmel mit klarer Richtung, Diffusor oder indirektes Licht über eine helle Fläche.
Für Portraits funktionieren klassische Lichtmuster wie Rembrandt-Licht, Loop Light oder seitliches Fensterlicht besonders gut. Rembrandt-Licht gibt dem Gesicht Form, ohne es platt zu beleuchten. Low-Key-Setups mit reduziertem Umgebungslicht und dunklerem Hintergrund können sehr malerisch wirken, weil der Blick automatisch zum Licht wandert. [16][17]
Nimm Licht von der Seite oder leicht von vorne-seitlich, nicht direkt frontal wie Passfoto-Hölle.
Vermeide Mischlicht, wenn du Einsteiger bist: Tageslicht plus gelbe Lampe plus LED = Farbchaos.
Arbeite mit einem Reflektor, wenn Schatten zu hart werden. Ein weißes Tuch reicht oft.
Lass Schatten leben. Ein Gemälde ohne Schatten ist meistens nur Dekoration mit Puls.
3.2 Hintergrund: weniger Zeug, mehr Stimmung
Ein malerischer Look zerbricht oft nicht am Motiv, sondern am Hintergrund. Kabel, Steckdosen, harte Kanten, grelle Muster und unruhige Blätter erzeugen Mikrodetails. Photoshop kann sie reduzieren, aber besser ist: gar nicht erst fotografieren.
Suche Hintergründe mit großen Flächen: Stoff, Wand, Nebel, Wald in weiter Entfernung, Vorhang, Leinwand, dunkle Ecke, unscharfe Stadtlichter. Je weniger kleine Kontraste im Hintergrund liegen, desto leichter entsteht später eine gemäldeartige Fläche.
Top-Secret-Tipp: Hintergrund vor dem Auslösen testen Mach vor dem eigentlichen Foto ein Testbild ohne Motiv. Wenn dieses leere Bild bereits chaotisch wirkt, wird es mit Motiv nicht besser. Ein guter malerischer Hintergrund muss auch ohne Hauptmotiv eine ruhige Tonwertfläche ergeben.
3.3 Brennweite, Blende und Abstand
Längere Brennweiten und größere Abstände zum Hintergrund helfen, die Szene zu beruhigen. Bei Portraits sind 85 mm, 105 mm oder 135 mm Klassiker, weil sie den Hintergrund optisch zurücknehmen und das Gesicht angenehmer darstellen. Bei APS-C entsprechend etwas kürzer denken.
Eine offene Blende kann helfen, aber Vorsicht: Wenn nur eine Wimper scharf ist und das zweite Auge schon im Nebel verschwindet, wirkt es nicht malerisch, sondern technisch daneben. Für Portraits ist f/2 bis f/4 oft praxisnäher als komplett offen. Bei Stilllife oder Produktbildern darf es auch mehr Tiefenschärfe sein.
Portrait: Fokus auf das nähere Auge oder die wichtigste Gesichtsebene.
Stilllife: lieber etwas mehr Tiefenschärfe, dann später gezielt weichzeichnen.
Landschaft: nicht alles maximal schärfen. Malerische Landschaft lebt von atmosphärischer Tiefe.
Mode/Fashion: Stoffkanten und Gesicht behalten Detail, Hintergrund und Bodentextur werden ruhiger.
3.4 Farbpalette schon beim Shooting planen
Der malerische Look braucht Farbdisziplin. Drei starke Farben reichen oft. Haut, Kleidung, Hintergrund und Licht sollten miteinander sprechen. Nicht jeder Farbton muss eingeladen werden. Ein gutes Bild ist kein Kindergeburtstag der Sättigung.
Arbeite mit einer dominanten Farbe, einer Nebenfarbe und einem kleinen Akzent.
Vermeide Neonfarben, wenn du einen klassischen Fine-Art-Look willst.
Wähle Kleidung ohne winzige Muster, wenn der Look weich und malerisch werden soll.
Bei dunklen Looks: Braun, Ocker, Dunkelgrün, Weinrot, Anthrazit, gebrochenes Blau.
Fotografiere RAW. Nicht aus Snobismus, sondern weil du später Tonwerte und Farben sauberer ziehen kannst. Der malerische Look braucht weiche Übergänge. Ausgefressene Lichter und abgesoffene Schatten liefern keine Übergänge, sondern Löcher.
Belichte so, dass Haut und wichtige Lichter nicht ausbrennen. Lieber etwas vorsichtig als zu hell. Bei dunklen Fine-Art-Portraits darf das Bild ruhig tief sein, aber die wichtigen Hautstellen brauchen Zeichnung.
4. Lightroom und Camera Raw: der malerische RAW-Workflow
Lightroom und Camera Raw sind der Ort für die große Stimmung. Hier werden Tonwert, Farbe und Bildruhe angelegt. Photoshop ist danach eher die Werkstatt für gezielte Veredelung.
4.1 Die richtige Reihenfolge
1. Profil wählen: Neutral, Adobe Portrait, Camera Neutral oder ein passendes Kameraprofil. Nichts zu hartes am Anfang.
2. Weißabgleich setzen: erst neutralisieren, dann kreativ wärmer oder kühler machen.
3. Belichtung und Tonwerte stabilisieren: keine ausgefressenen Lichter, keine toten Schatten.
4. Kontrast über Kurven formen: weiche S-Kurve oder matte Schatten, nicht stumpf Kontrast +50.
5. Farben vereinfachen: HSL/Farbmischer und Color Grading nutzen.
7. Masken setzen: Motiv bleibt klarer, Hintergrund wird ruhiger.
8. Erst dann nach Photoshop weitergeben.
Die Gradationskurve ist dafür zentral. Adobe beschreibt sie als Werkzeug zur Tonwertsteuerung mit Punktkurve und parametrischer Kurve. Für den malerischen Look ist sie oft besser als der globale Kontrastregler, weil du Schatten, Mitteltöne und Lichter gezielter formen kannst. [9]
4.2 Startwerte für einen malerischen Lightroom-Look
Die folgenden Werte sind keine Religion. Sie sind ein Ausgangspunkt. Jedes Bild reagiert anders.
Startrezept: weich, edel, nicht matschig
Schritt
Worauf du achtest
Profil
Neutral, Adobe Portrait oder Kamera Neutral als ruhige Basis.
Belichtung
Nur so weit korrigieren, bis das Motiv sauber lesbar ist.
Lichter
-20 bis -60, wenn harte digitale Lichter stören.
Tiefen
+5 bis +35, aber nicht so weit, dass alles flach wird.
Weiß / Schwarz
Mit Alt/Option kontrollieren. Leichtes Clipping vermeiden oder bewusst minimal setzen.
Textur
-5 bis -30 auf Haut/Hintergrund; nicht pauschal auf Augen und wichtige Stoffdetails.
Klarheit
-5 bis -20 für Weichheit; lokal +5 bis +15 auf Augen, Schmuck, Stoffkante.
Dunst entfernen
-3 bis -12 für Atmosphäre; positive Werte nur gezielt, wenn Kontrast gebraucht wird.
Körnung
Leicht hinzufügen, damit glatte Flächen nicht digital-plastikhaft wirken.
Adobe führt Struktur, Klarheit, Dunst entfernen, Vignettierung und Körnung im Effekte-Bereich von Lightroom. Genau diese Regler sind stark für den malerischen Look, wenn sie dosiert und lokal angewendet werden. [11]
Top-Secret-Tipp: negative Klarheit nur dort, wo niemand hinschaut Reduziere Klarheit und Textur nicht global. Erstelle eine Maske für Hintergrund, Kleidungsschatten oder Umgebung und senke dort Struktur/Klarheit. Auf Augen, Lippen, Schmuck, wichtigen Kanten und Händen darf Detail bleiben. Dadurch wirkt das Bild gemalt, aber nicht weichgekocht.
4.3 Farben vereinfachen mit HSL und Farbmischer
Der Farbmischer beziehungsweise HSL ist eine der saubersten Methoden, ein Foto malerisch zu machen. Adobe beschreibt Farbton, Sättigung und Luminanz als getrennte Steuerung einzelner Farbbereiche. Praktisch heißt das: Du kannst störendes Grün dunkler und entsättigter machen, Orange/Haut kontrollieren und Blau in einen einheitlicheren Ton schieben. [10]
Grün oft leicht entsättigen und dunkler machen, wenn es nach Digital-Wald schreit.
Orange/Haut nie brutal verschieben. Kleine Bewegungen, immer mit Gesichtskontrolle.
Gelb in Richtung Orange kann bei Herbst-, Stoff- und Hautstimmungen helfen.
Blau und Aqua reduzieren, wenn Schatten plötzlich giftig oder billig wirken.
Luminanz ist oft edler als Sättigung: Farben wirken malerischer, wenn ihre Helligkeit stimmt.
4.4 Masken: der eigentliche Luxus
Lightroom Classic bietet laut Adobe automatische Masken für Motiv, Himmel, Hintergrund, Landschaft, Objekte oder Personen sowie manuelle Masken wie Pinsel, linearen Verlauf, radialen Verlauf und Bereichsmasken. Das ist perfekt für Einsteiger, weil du nicht sofort in Photoshop-Freisteller-Hölle absteigen musst. [8]
Masken-Rezept für Painterly Look
Schritt
Worauf du achtest
Motivmaske
Motiv leicht klarer halten: minimal mehr Belichtung, etwas mehr Präsenz, Augen scharf.
Lichtzentrum um Gesicht oder Hauptmotiv legen. Sehr subtil.
Luminanzbereich
Nur helle Bereiche wärmen oder nur dunkle Bereiche kühlen.
Farbbereich
Störfarbe isolieren: grelles Grün, Cyan-Schatten, zu rotes Kleid, gelbe Wand.
4.5 Körnung und Rauschen: digital raus, organisch rein
Ein häufiger Fehler: Erst digitales Rauschen behalten, dann künstliche Körnung drauflegen. Das ergibt zwei Texturen, die gegeneinander kämpfen. Besser: Rauschen kontrollieren, dann dezente Körnung als einheitliche Bildhaut hinzufügen.
Adobe dokumentiert Entrauschen/Enhance Details in Lightroom Classic; das kann besonders bei RAW-Dateien helfen, bevor die kreative Textur entsteht. [12]
Top-Secret-Tipp: Körnung als Klebstoff Nach Weichzeichnung, Ölfarbe oder Mischpinsel wirkt ein Bild oft zu glatt. Eine sehr feine Körnung am Ende verbindet Flächen wieder. Nicht als Retro-Effekt, sondern als Bildhaut. Körnung ist der leise Klebstoff zwischen Foto und Malerei.
5. Photoshop: der saubere Aufbau für den Painterly Look
Photoshop ist dort stark, wo Lightroom zu global wird. Hier kannst du Details trennen, Effekte maskieren, Texturen einbauen und per Hand malen. Der professionelle Weg ist nicht zerstörerisch: Smartobjekte, Smartfilter, Ebenenmasken, geringe Deckkraft, viele kleine Eingriffe statt ein großer Vorschlaghammer.
5.1 Grundaufbau der Datei
1. RAW aus Lightroom/Camera Raw als Smartobjekt in Photoshop öffnen.
2. Eine Arbeitskopie als Smartobjekt duplizieren. Nie direkt auf der Hintergrundebene herumfräsen.
3. Camera Raw Filter als Smartfilter verwenden, wenn du globale Stimmung später noch ändern willst.
4. Ölfarbe, Weichzeichnung, Körnung und Schärfung immer maskierbar halten.
5. Am Schluss eine finale Farb- und Kontrastkontrolle über Einstellungsebenen.
Smartfilter sind hier der Sicherheitsgurt. Du kannst den Effekt später ändern, ausblenden oder über die Smartfilter-Maske nur auf bestimmte Bildbereiche anwenden. [4]
5.2 Methode 1: Der sanfte Ölfarbe-Weg
Der Ölfarbenfilter ist der naheliegende Weg, aber er muss leise sein. Gute Ergebnisse entstehen meist nicht durch volle Stärke, sondern durch niedrige Werte, Masken und Kombination mit echter Bildstruktur.
Ölfarbe: brauchbare Startwerte
Schritt
Worauf du achtest
Stilisierung
Niedrig bis mittel. Zu hoch erzeugt Plastikstriche.
Sauberkeit
Mittel. Zu niedrig wirkt schmutzig, zu hoch künstlich.
Skalierung
Eher klein bis mittel, passend zur Bildgröße.
Borstendetails
Sehr vorsichtig. Zu viel erzeugt digitale Kratzspuren.
Beleuchtung
Oft reduzieren oder deaktivieren, wenn künstliche Relief-Lichter entstehen.
Maske
Effekt vom Gesicht, Augen, Mund und wichtigen Kanten teilweise zurücknehmen.
Wenn der Ölfarbenfilter ausgegraut ist, verweist Adobe auf Versions-/GPU-Themen und entsprechende Problemlösungen. In der Praxis: Photoshop aktualisieren, Grafiktreiber prüfen, Grafikprozessor in den Photoshop-Voreinstellungen aktivieren. [2]
5.3 Methode 2: Der Mischpinsel für organisches Finish
Der Mischpinsel ist der handwerklichere Weg. Du malst nicht komplett neu, sondern verschiebst und vermischst vorhandene Farbübergänge. Besonders stark ist das bei Haut, Stoff, Haarübergängen und Hintergründen.
Neue leere Ebene erstellen und „Alle Ebenen aufnehmen“ nutzen, falls passend.
Mit niedriger Stärke arbeiten. Lieber zehn kleine Striche als ein brutaler Wischer.
In Richtung der Form malen: Gesichtsrundung, Stofffall, Haarfluss, Muskel- oder Lichtform.
Augen, Nasenlöcher, Mundkante und Wimpern nicht vermalen. Die brauchen Halt.
Zwischendurch ausblenden: Wenn man den Effekt sofort erkennt, ist er oft zu stark.
Der Vorteil: Der Mischpinsel bewahrt die Logik des Bildes besser als ein globaler Filter. Er erzeugt keine perfekte Automatik, aber genau deshalb wirkt er weniger nach Preset.
5.4 Methode 3: Orton-Glow ohne Zuckerguss
Der Orton-Effekt ist ein klassischer Weg zu weicher, märchenhafter Lichtwirkung. Deutsche Praxisquellen beschreiben ihn als Glow/Softness-Look für mystische, malerische Stimmungen. [15]
1. Ebene duplizieren oder Smartobjekt nutzen.
2. Weichzeichnen: Gaußscher Weichzeichner, Radius abhängig von Bildgröße.
3. Mischmodus Weiches Licht, Ineinanderkopieren oder Negativ multiplizieren testen.
4. Deckkraft stark reduzieren. 8 bis 25 Prozent reichen oft.
5. Mit Maske nur auf Lichter, Hintergrund oder atmosphärische Bereiche anwenden.
6. Augen und harte Motivkanten ausmaskieren.
Top-Secret-Tipp: Orton nicht auf Schwarz anwenden Wenn dunkle Schatten durch Glow milchig werden, verliert das Bild Tiefe. Maskiere den Orton-Effekt aus den tiefsten Schatten aus. Lichter dürfen glühen, Schatten müssen Gewicht behalten.
5.5 Methode 4: Texturen wie Leinwand, Papier oder altes Firnis
Texturen können den malerischen Eindruck verstärken. Digital Photography School beschreibt für painterly Fine-Art-Effekte unter anderem den Einsatz von Texturen, etwa Leinwand, Stoff oder andere Oberflächen. Entscheidend ist: Textur darf das Bild nicht überkleben. Sie muss sich anfühlen, als wäre sie Teil des Materials. [18]
Textur über das Bild legen, Mischmodus Weiches Licht, Multiplizieren, Ineinanderkopieren oder Negativ multiplizieren testen.
Deckkraft niedrig halten: oft 5 bis 25 Prozent.
Textur über Luminanzmaske oder Ebenenmaske aus Haut und wichtigen Details reduzieren.
Textur vorher entsättigen, wenn sie unerwünschte Farbstiche erzeugt.
Skalierung prüfen: Eine zu große Leinwandstruktur wirkt wie Tapete, eine zu kleine wie Rauschen.
5.6 Detail-Splitting: das Profi-Prinzip
Der wichtigste Profi-Gedanke: Trenne Bildwirkung von Detailwirkung. Das Gesicht darf weich gemalt sein, aber Augen und Lippen müssen sitzen. Der Hintergrund darf fast verschwimmen, aber die Silhouette braucht eine kontrollierte Kante. Stoff darf flächiger werden, aber an wenigen Stellen braucht er echte Faser.
Plugins sind keine Abkürzung zur Kunst. Sie sind Abkürzungen zu Varianten. Gute Plugins geben dir schnell viele Looks; deine Aufgabe bleibt, den richtigen zu wählen, zu zähmen und zu maskieren.
6.1 Nik Collection / Nik Color Efex
Nik Collection 9 wird von DxO als Bildbearbeitungssuite für Windows und macOS beschrieben, integrierbar in Photoshop, Affinity und DxO PhotoLab oder als Standalone. Nik Color Efex bietet laut DxO kreative Farbbearbeitung, Color-Grading und viele Filter. Für den malerischen Look sind besonders Glow, Glamour-ähnliche Effekte, Tonal Contrast, Vignette, Cross Processing und kontrolliertes Color Grading interessant. [19][20]
Praxisregel: Nik nicht als Endeffekt verwenden. Filter anwenden, zurück in Photoshop, Deckkraft reduzieren, Maske setzen. Genau dort wird aus Plugin ein Werkzeug statt ein Kostüm.
6.2 DxO FilmPack
DxO FilmPack 8 ist laut Hersteller auf Analogfilmlooks, Farbkorrektur, kreative Effekte und Filmkorn ausgelegt. In den Guidelines werden Analogfilm, Cinema-Look, Designer Presets, Tonungseffekte und Rahmen genannt. Für malerische Looks ist FilmPack weniger „Gemälde“, aber stark für organische Farbe und Körnung. [21][22]
6.3 Boris FX Optics
Boris FX Optics ist ein Photoshop-/Lightroom-Plug-in und Standalone-Tool mit vielen Filtern, Presets, Licht-, Lens-Flare-, Glow-, Light-Leak- und cineastischen Effekten. Der Hersteller nennt mehr als 160 Filter und tausende Presets. Für painterly Looks ist Optics spannend, wenn Licht, Atmosphäre und Glows gebaut werden sollen. [23][24]
6.4 ON1 Effects
ON1 Effects 2026 wird als Effekt-Software/Plug-in mit mehr als 30 Filtern, Presets, LUTs, Texturen, Rahmen und AI-Masking beschrieben. Für Einsteiger kann das nützlich sein, weil mehrere Effekte schnell stapelbar sind. Gefahr: zu viel auf einmal. [25]
6.5 Exposure X7
Exposure bietet laut Hersteller viele Presets, realistische Filmsimulationen, moderne Looks, Masking und Layers. Die Exposure-Seite führt außerdem flexible Presets und kreative Looks an; ein eigener Blogartikel zeigt Methoden für painterly effects in Exposure. [26][27]
Plugin-Auswahl ohne Marketing-Nebel
Schritt
Worauf du achtest
Du willst Glow und Farbstimmung
Nik Color Efex oder Boris FX Optics testen.
Du willst Filmkorn und analoge Farbwelt
DxO FilmPack oder Exposure.
Du willst schnelle Effektstapel
ON1 Effects.
Du willst maximale Kontrolle
Photoshop Smartobjekte, Masken, Mischpinsel. Langsamer, aber besser steuerbar.
Du willst Einsteigerfreundlichkeit
Erst Preset verwenden, dann Effekt halbieren. Fast immer.
7. Top-Secret-Tipps: kleine Hebel mit großer Wirkung
Hier kommt das gute Zeug. Nicht geheim, weil es niemand kennt. Geheim, weil es fast niemand konsequent macht.
7.1 Der „Kanten zuerst“-Trick
Bevor du weichzeichnest, kontrolliere die wichtigen Kanten. Augenlinie, Gesichtskontur, Handkante, Silhouette, Produktkante. Wenn diese Kanten stehen, darf der Rest weicher werden. Wenn diese Kanten verschwinden, sieht das Bild nicht malerisch aus, sondern kaputt.
7.2 Malerisch durch Entsättigung, nicht durch Buntheit
Viele Anfänger drehen Sättigung hoch, weil „künstlerisch“. Das Ergebnis sieht nach Posterfilter aus. Klassisch malerische Bilder arbeiten oft mit reduzierter Palette und wenigen Akzenten. Senke globale Sättigung leicht und gib nur dem Hauptfarbakzent Leben zurück.
7.3 Die Schattenfarbe entscheidet den Stil
Nicht die Lichter machen den Look teuer. Die Schatten machen ihn teuer. Kühler Schatten + warme Lichter ergibt Kino/Fine Art. Warme Schatten + sanfte Lichter ergibt altes Ölbild. Grüne Schatten ergeben meistens Krankheit, außer du willst genau das.
7.4 „Malen mit Kurven“ statt Kontrastregler
Eine leichte matte Kurve in den Tiefen, etwas Druck in den unteren Mitteltönen und weiche Lichter wirken edler als globaler Kontrast. Der Kontrastregler ist die Brechstange. Die Kurve ist das Skalpell.
7.5 Rauschreduzierung als Stilmittel
Rauschreduzierung muss nicht nur technische Reparatur sein. Eine moderate Luminanz-Rauschreduzierung kann Mikrodetails beruhigen. Danach fügst du kontrollierte Körnung hinzu. Ergebnis: weniger Sensor-Schmutz, mehr Bildhaut.
7.6 Der „zwei Versionen“-Workflow
Entwickle eine scharfe Version und eine weiche Version. Lege beide in Photoshop übereinander. Die weiche Version bildet Stimmung und Malerei, die scharfe Version wird über Maske nur an Augen, Händen, Schmuck, Stoffkante und Hauptkontur sichtbar. Das ist simpel, aber brutal wirksam.
7.7 Haut nicht weichzeichnen – Licht weichzeichnen
Viele Beauty-Fehler entstehen, weil Haut glattgebügelt wird. Besser: Lichtübergänge beruhigen. Arbeite mit Dodge & Burn, Kurvenmasken und Mischpinsel entlang der Lichtformen. Haut bleibt menschlich, der Look wird trotzdem malerisch.
7.8 Textur aus den falschen Stellen entfernen
Leinwandtextur auf Haut sieht schnell aus wie Ausschlag mit Kulturförderung. Textur gehört stärker in Hintergrund, Kleidung und Schattenflächen. Auf Gesicht und Augen nur minimal oder gar nicht.
7.9 Der 50-Prozent-Test
Wenn ein Effekt gut aussieht, halbiere ihn. Wenn er dann immer noch gut aussieht, ist er wahrscheinlich richtig. Das gilt für Ölfarbe, Orton, Glow, Körnung, Vignette, Textur und Presets. Der Unterschied zwischen edel und peinlich liegt oft bei 20 Prozent Deckkraft.
8. Fehlerdiagnose, Mini-Rezepte und Linksammlung
8.1 Fehlerdiagnose
Wenn der Look nicht funktioniert
Schritt
Worauf du achtest
Bild wirkt matschig
Zu viel globale Weichzeichnung. Wichtige Kanten und Augen wieder herstellen.
Bild wirkt billig
Preset zu stark, Farben zu bunt, Glow zu offensichtlich. Deckkraft halbieren.
Haut sieht plastikhaft aus
Textur/Klarheit zu stark reduziert. Feine Hautstruktur zurückholen.
Hintergrund lenkt ab
HSL, Maske, negative Klarheit, Dunst/Weichheit lokal anwenden.
Körnung, Vignette, finale Kurve, Export-Schärfung.
8.4 Linksammlung und Quellen
Die Links wurden für diesen Fachartikel recherchiert und nach Relevanz ausgewählt. Bevorzugt wurden offizielle Adobe- und Herstellerquellen sowie deutschsprachige Praxisquellen, wo verfügbar.
Ein guter malerischer Look ist kein Effekt. Er ist eine Entscheidung. Du entscheidest, was wichtig ist, was leiser wird und welche Stimmung das Bild tragen soll. Lightroom und Camera Raw geben dir die große Farbbühne. Photoshop gibt dir den Pinsel. Plugins geben dir Varianten. Aber die Richtung kommt von dir.
Wenn du nur einen Satz mitnimmst: Halte die wichtigen Details scharf und mache den Rest poetischer. Genau dort beginnt das Bild, nicht mehr nur Foto zu sein.