Peter »Brownz« Braunschmid: Fotodesign, Photoshop-Kunst, Pop Art und KI aus Österreich. Homebase: BrownzArt.com, Workshops, Video-Trainings und Coaching.
Die wichtigsten Neuerungen von Imagenomic Portraiture 5 sind KI-gestützte Masken für Haut, Haare und Augen, eine stärker bildabhängig arbeitende Hautglättung, Uniformity für konsistentere Resultate sowie Fill Light für Schattenpartien. Der Fortschritt liegt damit vor allem in weniger manueller Vorarbeit und besser kontrollierbaren Automatiken – nicht in einem völlig neuen Retuscheprinzip.
KI-Masken und gezieltere Hautglättung
Portraiture 5 analysiert das Foto und bietet laut Imagenomic KI-Masken für Haare, Augen und Skin Smoothing. Dadurch lassen sich Bereiche, die bei einer Hautretusche nicht einfach mitgeglättet werden sollen, schneller trennen. Auch das Skin Smoothing wird bildabhängig angewendet: Die Software soll dort stärker eingreifen, wo Glättung benötigt wird. Für die Praxis heißt das trotzdem: Ergebnis bei 100 Prozent kontrollieren. Automatische Hautretusche kann Zeit sparen, ersetzt aber keine Beurteilung von Poren, Übergängen und feinen Details.
Uniformity und Fill Light
Uniformity beschreibt Imagenomic als Funktion für konsistente Ergebnisse innerhalb eines Bildes und über Bildserien hinweg. Das ist besonders bei größeren Portrait-, Beauty- oder Hochzeitsserien interessant. Es sollte jedoch nicht mit einem vollständigen Color-Matching-System verwechselt werden. Fill Light hellt dagegen Schattenbereiche auf, ohne die Gesamtbelichtung des Bildes anzuheben. Gerade bei Gesichtern kann das helfen, dunkle Partien schneller lesbar zu machen.
Kompatibilität und aktueller Stand
Stand September 2026 führt Imagenomic Portraiture 5 für Photoshop, Lightroom Classic und Affinity. Als aktuelle Systembasis nennt der Hersteller Windows 11 beziehungsweise macOS 15 oder neuer. Auf der Downloadseite wird für Photoshop Build 4501 geführt; für Lightroom Classic erscheint je nach Plattform Build 4501 beziehungsweise 4501u1.
Fazit
Portraiture 5 ist vor allem eine Weiterentwicklung des bekannten Workflows: bessere automatische Maskierung, gezielteres Skin Smoothing, konsistentere Verarbeitung und ein zusätzliches Werkzeug für Schattenpartien. Wer Portraiture als Assistenten und nicht als Ein-Klick-Endergebnis verwendet, bekommt damit einen schnelleren, aber weiterhin kontrollierbaren Baustein für die Portraitretusche.
Transparenzhinweis: Dieser Fachartikel wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und redaktionell ausgearbeitet. Technische Angaben und Versionsinformationen wurden am 7. September 2026 anhand der offiziellen Produkt- und Downloadinformationen von Imagenomic geprüft. Die redaktionelle Einordnung wurde für BROWNZ.art formuliert.
Weiterlernen mit BROWNZ: Wenn du solche Werkzeuge gezielt in deinen eigenen Bildern einsetzen möchtest, findest du hier den nächsten Schritt: Photoshop lernen mit BROWNZ – mit Videotrainings, Archiv und persönlichem Coaching.
Beauty-Retusche in Photoshop: In diesem Workshop lernst du, mit Gradationskurven, Ebenenmasken und gezielter Hautkorrektur natürliche Porträts zu gestalten.
Nach genauer Analyse des Instagram-Reels von @retouchlikeme
Workshop-Artikel für den Brownz Art WordPress-Blog
Peter „Brownz“ Braunschmid | Juli 2026
„Eine gute Beauty-Retusche löscht keinen Menschen. Sie räumt das Bild auf, führt das Licht und lässt die Person trotzdem in Ruhe.“
Beauty-Retusche: Worum es hier wirklich geht
Das Reel ist nur rund 35 Sekunden lang. Genau das macht es für Anfänger gleichzeitig spannend und gefährlich: Man sieht viele schnelle Handgriffe, aber kaum eine Erklärung. Wenn man nur nachklickt, weiß man am Ende zwar, wo die Gradationskurven wohnen, aber nicht, warum man sie überhaupt braucht.
Ich habe mir den Ablauf deshalb Bild für Bild angesehen und daraus einen nachvollziehbaren Workflow gebaut. Das ist keine behauptete Eins-zu-eins-Transkription jedes Mausklicks. Wo der Arbeitsschritt im Video eindeutig erkennbar ist, sage ich das. Wo das Reel etwas überspringt, ergänze ich die fachlich saubere Photoshop-Praxis. Genau so wird aus einem schnellen Social-Media-Clip ein echter Workshop.
DAS ZIEL Natürlichere, ruhigere Haut und eine bessere Lichtführung – ohne Poren wegzubügeln, ohne Muttermale pauschal zu entfernen und ohne aus einem Gesicht ein fremdes Gesicht zu machen.
Der analysierte Clip
Quelle:Instagram-Reel von @retouchlikeme. Im Clip wird ein hochauflösendes Porträt in Adobe Photoshop bearbeitet. Sichtbar sind unter anderem Gradationskurven, schwarze Ebenenmasken, Lasso-Auswahlen, Pinselarbeit, die Funktion „Farbbereich“, eine Maskenkante mit etwa 7,2 Pixeln Weiche Kante sowie am Ende eine Farbton/Sättigung-Ebene.
Was du in diesem Workshop lernst
wie du eine saubere, reversible Ebenenstruktur anlegst
wie du mit Kurven und Masken Licht modellierst, statt Haut weichzuzeichnen
wie du lokale Hautunruhe reduzierst, ohne Textur zu vernichten
wie Lasso, Farbbereich und weiche Maskenkanten zusammenspielen
wie du Farbe und Sättigung zum Schluss kontrollierst
wie du dein Ergebnis realistisch prüfst und sauber exportierst
Inhaltsübersicht
01–03 | Vorbereitung, Ebenenaufbau und lokale Tonwertkorrektur
04–06 | Haut-Cleanup, Gesicht modellieren und Masken verfeinern
07–09 | Farbe, Qualitätskontrolle und Export
Praxis | Startwerte, Fehlerdiagnose und 20-Minuten-Übung
Was im Reel tatsächlich passiert
Bevor wir Photoshop öffnen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Ablauf. Das Reel lebt vom Tempo, der Workflow selbst aber von Kontrolle.
Im Clip eindeutig sichtbar
Was das fachlich bedeutet
Kurven-Einstellungsebenen mit Masken
Helligkeit und Kontrast werden nicht direkt in die Pixel gerechnet, sondern kontrollierbar über Einstellungsebenen gesteuert.
Schwarze Masken und weiße Pinselstriche
Die Korrektur ist zuerst versteckt und wird nur dort eingeblendet, wo sie gebraucht wird.
Lasso-Auswahl um Schulter, Oberkörper und Kleidung
Große Bildbereiche werden vor der Pinselarbeit begrenzt. So landet die Korrektur nicht versehentlich im Hintergrund.
Kleine, lokale Pinselarbeit an Gesicht und Armen
Statt eines globalen Weichzeichners wird punktuell an Tonwerten und Unregelmäßigkeiten gearbeitet.
„Color Range / Farbbereich“ und Maskeneigenschaften
Auswahlen werden nach Helligkeit oder Farbe verfeinert und anschließend weich in das Bild eingeblendet.
Hue/Saturation / Farbton-Sättigung
Die Farbstimmung wird am Ende kontrolliert – nicht zu Beginn als Tarnlack über unfertige Retusche gegossen.
Vorher-nachher-Vergleich
Das Ergebnis bleibt bewusst subtil. Muttermale und charakteristische Merkmale werden nicht einfach wegradiert.
WICHTIG Das Reel zeigt keine klassische, offen erkennbare Frequenztrennung. Es zeigt vor allem lokale Kurvenarbeit, Maskierung und kleinteilige Korrektur. Wer hier automatisch „Frequenztrennung“ hineinliest, erfindet einen Arbeitsschritt, der im Clip nicht sauber belegt ist.
Mein Grundsatz dazu
Beauty-Retusche ist für mich keine digitale Schönheitsoperation. Ein Pickel, ein Sensorfleck oder eine temporäre Rötung darf weg. Ein Muttermal, eine Narbe oder eine charakteristische Falte ist etwas anderes. Wenn du solche Merkmale entfernst, solltest du wissen, warum – und bei einer Auftragsarbeit im Idealfall mit dem Model oder Kunden abgestimmt haben.
Das Bild im Reel funktioniert gerade deshalb, weil die Person am Ende noch dieselbe Person ist. Die Haut ist ruhiger, das Licht klarer, die Farbe kontrollierter. Mehr muss gute Retusche oft gar nicht tun.
Was du brauchst
Adobe Photoshop in einer aktuellen Desktop-Version
ein hochauflösendes RAW-, TIFF- oder PSD-Ausgangsbild
eine Maus funktioniert – ein Grafiktablett macht feine Pinselarbeit aber deutlich angenehmer
einen farblich vernünftigen Monitor und möglichst neutrales Umgebungslicht
Zeit. Hektik ist bei Beauty-Retusche ungefähr so hilfreich wie Sandpapier beim Lippenstift.
01 Das Ausgangsbild vorbereiten
Im Reel startet die eigentliche Photoshop-Arbeit bereits mit einem geöffneten, hochauflösenden Bild. Die RAW-Entwicklung ist nicht zu sehen. Für einen vollständigen Workflow gehört sie trotzdem davor.
RAW-Entwicklung: weniger ist mehr
Öffne das RAW in Camera Raw oder entwickle es in Lightroom beziehungsweise Capture One.
Stelle Weißabgleich und Belichtung so ein, dass Hauttöne glaubwürdig wirken und keine wichtigen Lichter ausfressen.
Reduziere extreme globale Klarheit oder Textur. Beides macht Hautprobleme oft künstlich lauter.
Öffne das Bild möglichst als 16-Bit-Datei in Photoshop. Das gibt dir bei Kurven und Farbkorrekturen mehr Spielraum.
GUTER STARTWERT Textur und Klarheit zunächst bei 0 lassen. Erst beurteilen, was das Bild wirklich braucht. Ein Regler ist kein Auftrag, ihn bis zum Anschlag zu schieben.
Datei und Sicherheit
Speichere sofort als PSD oder PSB, wenn die Datei sehr groß wird.
Lass die Hintergrundebene unangetastet oder dupliziere sie mit Strg/Cmd + J.
Benenne Ebenen. „Kurven 17 Kopie final final“ ist keine Ebenenstruktur, sondern ein Hilferuf.
02 Die Ebenenstruktur anlegen
Der Clip arbeitet klar non-destruktiv: Korrekturen liegen auf Einstellungsebenen und Masken. Das ist der Kern des gesamten Workshops.
Gruppe
Empfohlene Ebenen
01 CLEANUP
Leere Ebene „Haut-Cleanup“; optional separate Ebene für Haare und Staub
02 LIGHT
Kurven „Aufhellen“, Kurven „Abdunkeln“, lokale Kurven für Körper/Kleidung
03 COLOR
Farbton/Sättigung, Selektive Farbkorrektur oder Farbbalance
Klicke unten im Ebenenbedienfeld auf das halb gefüllte Kreis-Symbol und wähle „Gradationskurven“. Alternativ gehst du über Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven. Adobe beschreibt die Kurve als Zuordnung von Eingangs- zu Ausgangstonwerten: links unten liegen die Schatten, rechts oben die Lichter. [1]
Klicke anschließend auf die weiße Maskenminiatur und drücke Strg/Cmd + I. Die Maske wird schwarz und die Korrektur ist komplett verborgen. Mit einem weißen Pinsel malst du sie später gezielt ein.
MASKENLOGIK Weiß zeigt. Schwarz versteckt. Grau zeigt teilweise. Wenn du dir nur einen Satz über Ebenenmasken merkst, dann diesen.
03 Große Bereiche mit Lasso, Kurve und Maske formen
Am Anfang des Reels wird der Bereich um Schulter, Oberkörper und Kleidung mit dem Lasso begrenzt. Danach wirkt eine kräftige Kurve nur innerhalb dieser Auswahl beziehungsweise Maske. Genau das bauen wir nach.
So gehst du vor
Wähle das Lasso-Werkzeug mit L.
Ziehe eine grobe Auswahl um den Bereich, den du bearbeiten willst. Halte etwas Abstand zu harten Kanten wie Trägern, Armen und dem Hintergrund.
Lege eine Gradationskurven-Einstellungsebene an. Photoshop übernimmt die Auswahl automatisch als Maske.
Ziehe die Kurve in den Mitteltönen vorsichtig nach oben, wenn du aufhellen willst, oder nach unten, wenn du abdunkeln willst.
Klicke die Maske an und öffne Eigenschaften > Weiche Kante. Im Reel ist kurz ein Wert von ungefähr 7,2 Pixeln sichtbar. Bei einem Bild um 4450 × 5935 Pixel ist das ein plausibler, zurückhaltender Wert.
Male mit einem weichen weißen beziehungsweise schwarzen Pinsel nach, bis die Korrektur sauber sitzt.
Startwerte für ein hochauflösendes Porträt
Parameter
Startwert
Warum
Pinsel-Härte
0–15 %
Weiche Übergänge bei Licht- und Hautkorrekturen
Pinsel-Deckkraft
10–30 %
Der Clip zeigt ebenfalls zurückhaltende, aufbaubare Pinselarbeit
Fluss
3–10 %
Mehrere Striche bauen den Effekt kontrolliert auf
Masken-Weiche Kante
5–15 px bei ca. 24 MP
Verhindert harte Lasso-Ränder; immer an Auflösung und Motiv anpassen
NICHT BLIND KOPIEREN Pixelwerte sind auflösungsabhängig. 7 Pixel auf einem 6000-Pixel-Bild wirken anders als 7 Pixel auf einer kleinen Webdatei. Beurteile die Kante im Bild, nicht die Zahl im Feld.
Warum eine Kurve und keine globale Belichtung?
Mit der Kurve kannst du gezielt die Mitteltöne formen und Lichter oder Schatten mit zusätzlichen Punkten stabilisieren. Für Beauty-Retusche ist das oft präziser als ein globaler Belichtungsregler. Außerdem bleibt die Korrektur jederzeit editierbar.
04 Lokales Dodge & Burn mit zwei Kurven
Im Gesicht zeigt das Reel mehrere Kurvenebenen mit schwarzen Masken und sehr kleine Pinselstriche. Das ist die logische Grundlage für lokales Dodge & Burn: helle Flecken etwas abdunkeln, dunkle Flecken etwas aufhellen – nicht die Hautstruktur weichzeichnen.
Die zwei Kurven
Lege eine Kurve „DODGE – aufhellen“ an. Hebe einen Punkt in den Mitteltönen leicht an. Maske invertieren: Strg/Cmd + I.
Lege eine Kurve „BURN – abdunkeln“ an. Ziehe einen Punkt in den Mitteltönen leicht nach unten. Maske ebenfalls invertieren.
Gruppiere beide Ebenen in „D&B LOCAL“.
Male mit einem kleinen, weichen weißen Pinsel auf der jeweils passenden Maske.
Wo du malst
Dodge: kleine dunkle Flecken, unruhige Schatten unter den Augen, abrupte dunkle Übergänge auf Wange und Arm
Burn: kleine helle Flecken, glänzende Stellen, zu helle Poreninseln oder harte Lichtpunkte
Nicht pauschal: komplette Augenringe, Nasenform, Gesichtskontur oder Muttermale – das sind eigene Entscheidungen, keine automatische Putzliste
Arbeite bei 100 Prozent Ansicht. Zoome für die Orientierung regelmäßig auf 25 bis 50 Prozent zurück. Wenn die Retusche nur bei 300 Prozent großartig aussieht, aber normal betrachtet fleckig wird, war sie nicht großartig.
05 Temporäre Hautunreinheiten sauber entfernen
In mehreren Sequenzen wird sehr nah an Gesicht und Arm gearbeitet. Der Clip zeigt den Werkzeugnamen nicht in jeder Sekunde eindeutig. Für kleine, temporäre Hautstellen ist eine leere Cleanup-Ebene mit Reparaturpinsel oder Bereichsreparaturpinsel die saubere Ergänzung.
Leere Ebene statt Pixelmassaker
Lege oberhalb der Basis eine neue leere Ebene an und nenne sie „Haut-Cleanup“.
Wähle den Reparaturpinsel oder Bereichsreparaturpinsel mit J.
Aktiviere in der Optionsleiste „Aktuelle und darunter“ beziehungsweise eine passende Sampling-Einstellung.
Stelle den Pinsel nur wenig größer als die zu korrigierende Stelle ein.
Beim Reparaturpinsel: Alt/Option-Klick auf eine saubere Stelle mit ähnlicher Textur und Beleuchtung, dann kurz über die Störung malen. Adobe beschreibt genau dieses manuelle Setzen der Quelle. [2]
MEINE REGEL Ein Klick pro Problem. Keine langen, großflächigen Striche über ganze Wangen. Der Reparaturpinsel soll Textur reparieren, nicht eine neue Gummischicht verlegen.
Was bleibt, was darf weg?
Meist entfernen
Nur bewusst verändern
Meist erhalten
Pickel, Staub, Sensorflecken
Augenringe, Falten, Narben
Muttermale und Sommersprossen
einzelne abstehende Härchen
Gesichtsform, Nase, Lippen
natürliche Porenstruktur
temporäre Rötungen
Hautfarbe und Körperform
charakteristische Merkmale
06 Farbbereich und Masken sauber verfeinern
Im Reel wird über das Ebenen- beziehungsweise Maskenmenü „Color Range / Farbbereich“ aufgerufen. Kurz danach sieht man Maskeneigenschaften und eine weicher eingestellte Kante. Das ist sinnvoll, wenn eine Korrektur nur bestimmte Hauttöne oder Helligkeitsbereiche treffen soll.
Variante A: Hautfarbbereich auswählen
Gehe zu Auswahl > Farbbereich.
Klicke mit der Pipette in einen repräsentativen Hautbereich.
Erweitere die Auswahl mit der Plus-Pipette, ohne Lippen, Augen, Haare und Hintergrund unkontrolliert mitzunehmen.
Regle die Toleranz beziehungsweise Fuzziness so, dass die Vorschau einen brauchbaren, aber nicht perfekten Ausgangspunkt zeigt.
Bestätige und verwende die Auswahl als Maske einer Kurven- oder Farbton/Sättigung-Ebene.
Variante B: Auswahl manuell nachmalen
Der Clip kombiniert automatische beziehungsweise vorhandene Auswahlen mit Handarbeit. Das ist meistens die bessere Lösung. Automatik baut die Grundform, der Pinsel erledigt die Wahrheit an Haaransätzen, Augen, Lippen und Kleidungsrändern.
Maske kontrollieren
Alt/Option-Klick auf die Maskenminiatur: Maske allein anzeigen
Shift-Klick auf die Maske: Maske vorübergehend deaktivieren
X: Vorder- und Hintergrundfarbe tauschen
D: Schwarz und Weiß als Standardfarben setzen
Strg/Cmd + I: aktive Maske umkehren
KANTENPROBLEM Wenn du einen hellen oder dunklen Saum an Schulter, Kinn oder Haaransatz siehst, liegt es fast immer an einer zu harten, zu groben oder falsch positionierten Maske – nicht daran, dass du noch eine weitere Effekt-Ebene brauchst.
07 Farbe und Sättigung zum Schluss kontrollieren
Gegen Ende des Reels erscheint eine Farbton/Sättigung-Einstellungsebene. Das ist die richtige Reihenfolge: zuerst Licht und Hautunruhe aufräumen, dann Farbe fein abstimmen.
So gehst du vor
Lege eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung an.
Wähle im Dropdown nicht automatisch „Standard“, sondern bei Bedarf gezielt Rot- oder Gelbtöne.
Reduziere Sättigung nur leicht. Starte mit etwa −3 bis −10 und beurteiliere Lippen, Wangen und Ohren gemeinsam.
Wenn nur einzelne Hautstellen betroffen sind, invertiere die Maske und male die Korrektur lokal ein.
Prüfe danach das gesamte Bild. Haut darf ruhig sein, aber nicht grau und tot.
Farbunterschiede statt Einheitsbrei
Gesicht, Hals, Schulter, Arm und Hand haben durch Durchblutung, Licht und Umgebung nie exakt dieselbe Farbe. Das Ziel ist nicht, alles auf einen einzigen Beige-Ton zu normieren. Das Ziel ist, störende Sprünge zu beruhigen und glaubwürdige Unterschiede zu erhalten.
08 Vorher und Nachher richtig prüfen
Das Reel zeigt am Ende mehrere Vorher-nachher-Ansichten. Dieser Vergleich ist kein Marketing-Gag, sondern deine wichtigste Qualitätskontrolle.
Die Fünf-Sekunden-Prüfung
Schalte alle Retusche-Gruppen gemeinsam aus.
Warte kurz und schalte sie wieder ein.
Achte nicht zuerst auf einzelne Poren, sondern auf Gesicht, Blick, Licht und Körperform.
Wenn das Model beim Einschalten plötzlich wie eine andere Person aussieht, bist du zu weit gegangen.
Gewöhnungseffekt durchbrechen; neue Fehler fallen schneller auf
Kleine Vorschau
Prüfen, ob Gesicht und Blick noch glaubwürdig wirken
WARNSIGNAL Wenn du den Effekt ständig stärker machen musst, um ihn überhaupt noch zu sehen, mach zehn Minuten Pause. Deine Augen haben sich angepasst. Photoshop nicht.
09 Speichern und exportieren
Behalte immer eine vollständig editierbare PSD- oder PSB-Datei. Für den Blog oder Social Media exportierst du eine eigene Kopie.
Zweck
Empfehlung
Master
PSD/PSB, Ebenen erhalten, 16 Bit wenn möglich, eingebettetes Farbprofil
WordPress
JPEG, sRGB, lange Kante meist 2000–3000 px, Qualität 80–90 %
Instagram
sRGB, JPEG, passend zum gewünschten Seitenverhältnis; nicht mehrfach neu komprimieren
Druck
Auflösung und Profil mit Labor oder Druckerei abstimmen; nicht blind in CMYK konvertieren
Vor dem Export
Kontrolliere Hauttöne auf einem neutralen Hintergrund.
Suche nach harten Maskenkanten und wiederholten Reparaturmustern.
Prüfe Lippen, Augen, Haaransatz, Finger und Übergänge zwischen Gesicht und Hals.
Speichere den Master, bevor du die Datei verkleinerst.
Beauty-Retusche: Die praktische Kurzfassung
Wenn du den gesamten Workshop auf einen funktionierenden Ablauf reduzieren willst, nimm diese Reihenfolge:
01 RAW sauber entwickeln und als 16-Bit-Datei öffnen.
02 PSD speichern, Gruppen und leere Cleanup-Ebene anlegen.
03 Temporäre Störungen klein und non-destruktiv reparieren.
04 Große Lichtbereiche mit Lasso, Kurve und weicher Maske formen.
05 Lokale Helligkeitsflecken mit Dodge-&-Burn-Kurven ausgleichen.
06 Masken über Farbbereich und Handarbeit verfeinern.
07 Rötungen und Sättigung erst am Ende kontrollieren.
08 Vorher-nachher in mehreren Zoomstufen prüfen.
09 Master speichern und eine eigene Webkopie exportieren.
Startwerte auf einen Blick
Werkzeug/Funktion
Solider Startwert
Danach beurteilen
Dodge & Burn Pinsel
Härte 0–10 %, Fluss 3–8 %
Wird der Übergang ruhiger, ohne flach zu werden?
Cleanup-Pinsel
Nur wenig größer als der Fehler
Bleibt die Textur zufällig und natürlich?
Kurvenkorrektur
Kleine Änderung in den Mitteltönen
Bleiben Lichter und Schatten glaubwürdig?
Masken-Weiche Kante
5–15 px bei ca. 24 MP
Keine Säume, kein sichtbarer Lasso-Rand
Farbton/Sättigung
−3 bis −10 in problematischen Farben
Haut nicht grau oder leblos
Die wichtigsten Shortcuts
Shortcut
Funktion
B
Pinsel
J
Reparaturwerkzeuge
L
Lasso
D
Vorder-/Hintergrundfarbe auf Schwarz/Weiß zurücksetzen
X
Vorder- und Hintergrundfarbe tauschen
Strg/Cmd + I
Maske invertieren
Strg/Cmd + 1
100-Prozent-Ansicht
Strg/Cmd + 0
Bild in Fenster einpassen
Typische Fehler – und wie du sie reparierst
Problem
Wahrscheinliche Ursache
Lösung
Plastikhaut
Zu viel Weichzeichnung, zu große Reparaturflächen
Weichzeichner reduzieren; Textur aus dem Original erhalten; Cleanup neu und kleiner aufbauen
Fleckige Wange
Dodge & Burn mit zu hoher Deckkraft oder zu kleinem Pinsel
Fluss senken; in 25–50 % prüfen; größere Übergänge mit größerem weichen Pinsel verbinden
Farbton/Sättigung reduzieren oder Maskendeckkraft senken
Poren wiederholen sich
Reparaturquelle zu oft identisch
Quellpunkt häufiger wechseln; kürzere Striche
Gesicht wirkt fremd
Konturen und charakteristische Schatten zu stark verändert
Korrekturen gruppenweise zurücknehmen; mit Vorher vergleichen
Datei wird chaotisch
Keine Gruppen, keine Namen, direkte Pixelkorrektur
Vier-Gruppen-Struktur verwenden und Ebenen beim Erstellen benennen
20-Minuten-Übung für Einsteiger
Nimm ein einziges Porträt und begrenze dich bewusst. Nicht alles auf einmal. Das trainiert das Auge besser als drei Stunden Regler-Roulette.
Zeit
Aufgabe
0–3 Min.
Bild analysieren: Was ist temporär? Was ist charakteristisch? Wo ist das Licht unruhig?
3–7 Min.
Maximal zehn kleine Störungen auf einer leeren Ebene reparieren
7–14 Min.
Zwei Kurven für Dodge & Burn anlegen und nur fünf klar erkennbare Tonwertflecken ausgleichen
14–17 Min.
Eine lokale Rötung mit Farbton/Sättigung und Maske beruhigen
17–20 Min.
Vorher-nachher in 100 %, 50 % und kleiner Ansicht prüfen; stärkste Korrektur um 20 % zurücknehmen
DER BESTE ANFÄNGERTRICK Mach am Ende fast jede wichtige Korrektur ein kleines Stück schwächer. Gute Retusche darf sichtbar besser sein, ohne sichtbar bearbeitet auszusehen.
Meine Schlussfolgerung zum Reel
Der Clip verkauft natürlich auch einen Retusche-Kurs. Das ist völlig legitim. Handwerklich interessant ist aber etwas anderes: Die sichtbare Bearbeitung ist kleinräumig, maskiert und reversibel. Es wird nicht einfach ein Hautfilter über das ganze Bild gezogen. Stattdessen werden Tonwerte geführt, lokale Störungen kontrolliert und Farben am Ende fein abgestimmt.
Genau diese Haltung würde ich Anfängern mitgeben: Nicht fragen, wie du Haut möglichst schnell glatt bekommst. Frag, welche Stelle im Bild wirklich stört – und welches kleinstmögliche Werkzeug sie sauber korrigiert. Das Ergebnis wird natürlicher, die Datei bleibt beherrschbar und das Model erkennt sich danach noch im Spiegel. Eigentlich keine schlechte Sache.
Quellen und weiterführende Links
Die technischen Grundlagen wurden mit der aktuellen Adobe-Dokumentation abgeglichen. Die Links sind anklickbar.
Die im Reel sichtbaren Schritte wurden anhand der Benutzeroberfläche und der Bildfolge analysiert. Da das Video stark beschleunigt ist und nicht jeden Parameter einblendet, sind einzelne Startwerte und Zwischenschritte als fachlich begründete Workshop-Empfehlung ergänzt. Sie werden im Text nicht als wortwörtliche Vorgabe des Reel-Erstellers ausgegeben.
Transparenzhinweis gemäß EU AI Act
TRANSPARENZ Dieser Workshop-Artikel wurde von Brownz Art inhaltlich beauftragt und redaktionell verantwortet. Die Recherche, Strukturierung und Ausformulierung wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Grundlage waren das verlinkte öffentlich zugängliche Instagram-Reel, die darin sichtbaren Bearbeitungsschritte sowie die verlinkte offizielle Adobe-Dokumentation. Haltung, Auswahl, redaktionelle Einordnung und finale Freigabe liegen bei Peter „Brownz“ Braunschmid.
Portraiture von Imagenomic: einsteigerfreundlicher Fachartikel mit Faktencheck, Workflow und Tipps zur Hautretusche
Autor
BROWNZ / Brownz Art
Format
Blogbeitrag / Fachartikel / Praxis-Faktencheck
Stand der Recherche
14. Juni 2026
Schwerpunkt
Portraiture Photo, Photo Suite, Noiseware, Realgrain, Video Suite
Hinweis
Preise, Builds und Host-Kompatibilität können sich jederzeit ändern. Für Kauf und Installation immer die offizielle Imagenomic-Seite verwenden.
Moin. Worum geht es hier eigentlich?
Portraiture von Imagenomic ist eines dieser Plug-ins, die man in der Portraitretusche sehr schnell lieben oder sehr schnell missbrauchen kann. Es kann Haut sauberer machen, Arbeit sparen und Serienjobs beschleunigen. Es kann aber auch jedes Gesicht in eine Wachspuppe verwandeln, wenn man es ohne Hirn benutzt. Und genau da beginnt der Unterschied zwischen Werkzeug und Unfug.
Dieser Beitrag ist ein Einsteiger-Testbericht mit Faktencheck. Kein Laborbenchmark mit Stoppuhr und Testchart, sondern ein praxisnaher Blick auf den aktuellen Imagenomic-Stand: Was gibt es gerade, was kann Portraiture, was steckt in Photo Suite, Noiseware und Realgrain, und wie setzt man das Ganze ein, ohne dem Gesicht die Seele wegzubügeln.
Kurz gesagt: Portraiture ist nicht dafür da, aus einem schlechten Portrait ein gutes Portrait zu machen. Es ist dafür da, bei einem guten Portrait die Retusche schneller, sauberer und kontrollierter zu machen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Brownz-Kurzfazit Portraiture ist ein starkes Werkzeug für Hautretusche. Aber es braucht Kontrolle. Der Regler ist keine Moralinstanz. Du bist die Moralinstanz.
Der aktuelle Stand: Was bietet Imagenomic 2026?
Imagenomic führt aktuell mehrere Linien: Portraiture für Foto, Noiseware, Realgrain, die Photo Suite als Gesamtpaket und eine Video-Schiene mit Portraiture/Noiseware für Bewegtbild. Auf der offiziellen Download-Seite wird die neue Photo Suite für Adobe Photoshop 2025+, Adobe Lightroom Classic und Affinity gelistet, inklusive Portraiture, Noiseware und Realgrain, Build 3055u1. [2][3]
Wichtig: Für ältere Einzel-Plug-ins tauchen auf den offiziellen Imagenomic-Seiten weiterhin separate Build-Angaben auf. Portraiture Photo wird auf der Produktseite mit Build 4501 für Photoshop und Build 4501u1 für Lightroom Classic angegeben. Die Download-Seite für ältere Versionen listet Portraiture 4 für macOS 13+ mit Build 4500 bzw. 4500u1. Gleichzeitig meldet ein offizieller Imagenomic-Update-Check für einen älteren Photoshop-Build, dass Build 4602 verfügbar sei. Das ist kein Grund für Panik, aber ein Grund für sauberes Arbeiten: Immer direkt über den offiziellen Account/Downloadbereich installieren, nicht über irgendwelche Download-Spelunken. [1][2][14]
Produkt
Zweck
Kernfunktionen
Hosts
Mein Hinweis
Photo Suite
Gesamtpaket
Portraiture, Noiseware, Realgrain
Photoshop 2025+, Lightroom Classic, Affinity
Offiziell als aktuelle Suite mit Build 3055u1 gelistet.
Portraiture Photo
Hautretusche
Skin smoothing, AI masking, Uniformity, Fill Light
Photoshop, Lightroom Classic
Produktseite: Build 4501/4501u1; Update-Check nennt für Photoshop auch Build 4602.
Noiseware Photo
Rauschreduzierung
Detail protection, low-light enhancement, Presets
Photoshop / Lightroom laut Produktseite
Einzelkauf laut Pricing: Photoshop. In der Suite für mehrere Hosts.
Realgrain Photo
Look, Film, Tonung
B&W, toning, film looks, InspireFX
Photoshop / Lightroom laut Produktseite
Einzelkauf laut Pricing: Photoshop. Als kreatives Finish interessant.
Video Suite
Retusche / Denoise für Video
Portraiture, Noiseware
Premiere Pro 2025+, After Effects 2025+, DaVinci Resolve 19+, Final Cut Pro 11+
Führt Portraiture ins Bewegtbild. AI-Face-Tracking laut Produktseite.
Preis-Faktencheck: Was kostet der Spaß?
Die offizielle Pricing-Seite zeigte bei meiner Recherche die Photo Suite für 129,95 US-Dollar pro Jahr oder 299,95 US-Dollar als Einmalkauf. Portraiture für Photoshop bzw. Lightroom Classic wurde dort mit 199,95 US-Dollar angezeigt, jeweils mit durchgestrichenem höherem Vergleichspreis. Noiseware und Realgrain wurden mit je 99,95 US-Dollar gelistet. Preise sind Momentaufnahmen. Heute gekauft, morgen Aktion, übermorgen wieder anders. Also: vor dem Kauf immer direkt bei Imagenomic schauen. [4]
Portraiture: Was macht das Plug-in eigentlich?
Portraiture ist im Kern ein Skin-Retouching-Plug-in. Es analysiert Portraits, glättet Haut, hilft bei Masken und versucht, wichtige Details zu erhalten. Laut Imagenomic bringt Portraiture neue AI-Masking-Funktionen für Haar, Augen und Skin Smoothing, dazu Skin Smoothing, Uniformity und Fill Light. Das klingt alles sehr modern, ist aber im Kern immer noch die gleiche Grundfrage: Wie bekomme ich Haut ruhiger, ohne daraus Plastik zu machen? [1]
Und da ist Portraiture nach wie vor interessant. Gerade für Portraitserien, Beauty-Sets, People-Shootings, Bewerbungsbilder, Fashion-Editorials oder auch syntografisch weiterverarbeitete Portraits kann es Zeit sparen. Aber nur, wenn man es als Teil eines Workflows benutzt. Nicht als Endstation.
Was ich an Portraiture gut finde
Es ist schnell. Für Serienjobs ist das kein kleines Detail, sondern bares Geld und weniger Nervenabrieb.
Es arbeitet gezielter als ein normaler Weichzeichner. Hautretusche ohne saubere Maske ist meistens Murks.
Es kann Haut beruhigen und trotzdem Textur übrig lassen, wenn man es dosiert einsetzt.
Es eignet sich gut für Einsteiger, weil man nicht sofort Frequenztrennung, Dodge & Burn und Masken-Feuerwerk beherrschen muss.
Es lässt sich gut in Photoshop-Workflows integrieren, besonders wenn man mit Ebenen, Smartobjekten und Masken arbeitet.
Was ich kritisch sehe
Die Gefahr ist brutal einfach: zu viel Smoothing. Dann sieht jedes Gesicht aus wie ein Handyfilter mit Diplom.
AI-Masking ist gut, aber nicht unfehlbar. Haare, Augenbrauen, Tattoos, Lippen, Schmuck und Kleidung müssen kontrolliert werden.
Wer schlechte Lichtführung, falschen Weißabgleich oder kaputte Hautfarben hat, repariert das nicht magisch mit Portraiture.
Die Produkt- und Build-Logik auf den offiziellen Seiten ist nicht komplett selbsterklärend. Photo Suite, Einzel-Plug-ins, alte Builds, neue Builds – da muss man kurz hinsehen.
Für absolute High-End-Retusche ersetzt es kein sauberes Dodge & Burn. Es ist Beschleuniger, nicht Meisterbrief.
Meine klare Regel Portraiture nie auf 100 Prozent Vertrauen stellen. Immer auf eigener Ebene, immer mit Maske, immer mit Vorher/Nachher-Blick. Haut darf besser aussehen. Sie darf aber nicht nach Plastikfolie klingen.
Der richtige Workflow in Photoshop
Wenn du Portraiture in Photoshop verwendest, dann bitte nicht einfach Bild auf, Filter drauf, speichern, fertig. Das ist die Abkürzung in die Geschmacksnotaufnahme. Der bessere Weg ist simpel, sauber und auch für Einsteiger machbar.
RAW sauber entwickeln: Weißabgleich, Belichtung, Kontrast, grobe Hautfarben. Erst das Fundament, dann die Tapete.
Grundretusche machen: Pickel, Fussel, grobe Störungen, Hautunreinheiten, die wirklich weg sollen. Das lieber klassisch mit Healing Brush, Remove Tool oder Stempel.
Ebene duplizieren oder Smartobjekt verwenden: Portraiture soll rückbaubar bleiben. Immer.
Portraiture moderat anwenden: nicht mit maximalem Smoothing starten. Lieber weniger und später lokal nacharbeiten.
Deckkraft der Ebene reduzieren: oft ist 40 bis 70 Prozent viel besser als 100 Prozent.
Danach manuell finishen: Dodge & Burn, lokale Kontraste, Farbstimmung, Schärfe, finaler Look.
Meine Startwerte für Einsteiger
Es gibt keine heiligen Zahlen, weil jedes Foto anders ist. Aber als Startpunkt würde ich so denken:
Smoothing eher niedrig bis mittel starten. Wenn du den Effekt sofort siehst, ist er wahrscheinlich schon zu stark.
Details erhalten. Poren dürfen bleiben. Kleine Unregelmäßigkeiten dürfen bleiben. Menschen haben Haut, keine Renderoberfläche.
Fill Light sparsam einsetzen. Das kann Schatten retten, aber auch sehr schnell flach machen.
Maskenansicht verwenden und harte Kanten suchen. Gerade bei Haaren und Tattoos.
Vorher/Nachher nicht nur bei 100 Prozent Zoom prüfen, sondern auch in Gesamtansicht. Ein Portrait muss als Bild funktionieren, nicht nur als Pixel-Labor.
Portraiture in Lightroom Classic
Portraiture gibt es auch für Lightroom Classic. Das ist praktisch, wenn man Serien schneller bearbeiten will und nicht jedes Bild einzeln in Photoshop öffnen möchte. Trotzdem gilt: Lightroom ist für mich eher der Serien- und Grundentwicklungsplatz. Photoshop bleibt der Ort für feine Retusche, echte Maskenkontrolle und finale Bildarbeit. [1][2][8]
Der sinnvollste Lightroom-Ablauf: zuerst RAW sauber entwickeln, dann Portraiture auf ausgewählte Bilder anwenden, danach die Ergebnisse kontrollieren. Bei kritischen Bildern, Beauty-Arbeiten oder allem, was verkauft, gedruckt oder größer gezeigt wird: ab nach Photoshop. Nicht weil Lightroom schlecht ist. Sondern weil Haut, Augen und Details Kontrolle brauchen.
Noiseware: Das unterschätzte Vorher-Werkzeug
Noiseware ist Imagenomics Rauschreduzierung. Laut Produktseite geht es um Detail Protection, Low-Light Enhancement, neue Performance und fein abgestimmte Presets. Das klingt trocken, ist aber wichtig: Rauschen und Hautretusche beißen sich gern. Wenn du stark verrauschte Haut glättest, kann das Ergebnis matschig werden. Wenn du zu stark entrauschst, stirbt die Textur. Also: Noiseware vorsichtig und meist vor der finalen Hautretusche einsetzen. [5]
Bei hohen ISO-Werten zuerst Rauschen in den Griff bekommen, dann Haut retuschieren.
Noiseware nicht über Augen, Haare, Stoffstruktur und Schmuck matschen lassen. Maskieren hilft.
Rauschreduzierung lieber etwas zu schwach als zu stark. Schärfe kann man retten. Totgebügelte Details kommen selten glaubwürdig zurück.
Bei Fine-Art- oder Synthography-Bildern kann ein Rest Korn sogar gut sein. Nicht jedes Korn ist ein Fehler.
Realgrain: Das Finish, nicht die Rettung
Realgrain ist das Look-Werkzeug der Familie: Schwarzweiß, Tonung, Film- und Farbeffekte. Die offizielle Produktseite spricht von B&W, Toning, Film und InspireFX für kreative Variationen. Das kann spannend sein, besonders wenn ein Bild zu sauber oder digital wirkt. Aber auch hier: Realgrain ist Finish. Nicht Tarnfarbe für schlechte Retusche. [6]
Ich würde Realgrain am Ende einsetzen. Nach Hautretusche, nach Farblook, nach Kontrastarbeit. Erst dann entscheidet man, ob das Bild Korn, Tonung oder einen filmischeren Charakter braucht. Gerade bei Portraits kann ein feines Korn helfen, die Haut wieder glaubwürdiger zu machen, wenn sie vorher zu glatt wurde. Das ist kein Freibrief. Das ist Pflaster, nicht Chirurgie.
Photo Suite: Wahrscheinlich die sinnvollere Wahl für neue Workflows
Wenn man heute neu einsteigt, wirkt die Photo Suite für mich logischer als nur ein einzelnes Plug-in. Auf der Download-Seite wird sie für Photoshop 2025+, Lightroom Classic und Affinity gelistet und enthält Portraiture, Noiseware und Realgrain. Genau diese Kombination ergibt im Alltag Sinn: Rauschen kontrollieren, Haut bearbeiten, Look fertigstellen. [2][3]
Der Preis ist natürlich eine Frage. Wenn jemand nur alle paar Wochen ein Portrait macht, ist das vielleicht zu viel. Wer aber Serien, Models, Workshops, Bewerbungen, Beauty, Syntografie-Ausgangsmaterial oder viele Social-Media-Bilder bearbeitet, spart damit Zeit. Und Zeit ist kein Bonus. Zeit ist Material.
Portraiture Video und Video Suite
Interessant ist auch die Video-Schiene. Imagenomic bietet Portraiture Video für Premiere Pro, After Effects, Final Cut Pro und DaVinci Resolve an. Die Video-Seite nennt AI-Technologie, die Gesichter über Frames verfolgt, sowie Shine Removal und Fill Light. Die Download-Seite listet die neue Video Suite für Premiere Pro 2025+, After Effects 2025+, DaVinci Resolve 19+ und Final Cut Pro 11+ mit Portraiture und Noiseware, Build 3051u1. [7][2]
Für Fotografen ist das vielleicht Nebenschauplatz. Für alle, die Reels, Musikvideos, Making-ofs, KI-Video, Fashion-Clips oder Workshop-Material machen, ist das aber nicht uninteressant. Hautretusche in Video ist nämlich normalerweise eine kleine Strafarbeit mit Renderzeit und Fluchanteil. Wenn das sauber trackt und nicht flackert, ist das ein ernstes Werkzeug.
Installation, Testversion und Lizenz
Imagenomic bietet offizielle Installationsanleitungen für Windows und Mac. Wichtig ist banal, aber wichtig: Photoshop vor der Installation schließen. Der Installer erkennt kompatible Host-Anwendungen meistens automatisch; falls nicht, kann man unter Windows den Host manuell hinzufügen. Auf Mac weist Imagenomic darauf hin, nach der Installation neu zu starten. Für Trials gibt es laut Supportseite einen 15-Tage-Testschlüssel, der per E-Mail kommt. Eine gekaufte Lizenz kann laut Imagenomic auf bis zu zwei eigenen Systemen genutzt werden. [10][11][12][13]
Wichtiger Praxis-Hinweis Keine gecrackten Installer, keine dubiosen Downloadseiten, keine Torrent-Versionen. Gerade Photoshop-Plug-ins sitzen tief im System. Wenn du dir da Müll installierst, hast du mehr Probleme als Hautporen.
Tipps und Tricks für bessere Ergebnisse
1. Nie global vertrauen: Portraiture soll Haut bearbeiten, nicht das ganze Bild weichspülen. Augen, Haare, Tattoos, Lippen, Kleidung und Hintergrund kontrollieren.
2. Deckkraft ist dein Freund: Eine zu starke Portraiture-Ebene wirkt oft schlimm. Deckkraft runter und lokal maskieren. Das ist meistens der Unterschied zwischen sauber und peinlich.
3. Vorher heilen, nachher formen: Grobe Störungen vorher mit klassischen Werkzeugen entfernen. Danach Portraiture. Danach Dodge & Burn oder lokale Kontrastarbeit.
4. Tattoos schützen: Bei Models mit Tattoos bitte nicht einfach Hautmaske drüber. Tattoos brauchen Kante, Pigment, Struktur. Sonst sehen sie gedruckt statt gestochen aus.
5. Kein Porenkrieg: Nicht jede Pore ist ein Feind. Haut darf leben. Kleine Textur ist gut. Komplett glatte Haut sieht schnell billig aus.
6. Batch nur mit Kontrolle: Presets für Serien sind super, aber Licht und Haut sind selten in jedem Bild identisch. Stichproben machen. Besonders bei Mischlicht.
7. Noiseware vor Portraiture testen: Bei High-ISO-Portraits zuerst Rauschen beruhigen, dann Haut. Aber nicht totentrauschen.
8. Realgrain am Ende: Wenn ein Bild zu digital wirkt, kann Realgrain als finales Korn/Filmfinish helfen. Nicht vorher, nicht als Ausrede.
9. Export für Web und Druck getrennt denken: Was auf Instagram gut aussieht, kann im Druck zu weich wirken. Für Print weniger Smoothing, mehr Textur, sauberere Schärfe.
10. Speichern mit Versionen: Eine Version ohne Plug-in-Effekt behalten. Immer. Der heutige Wow-Look kann morgen nach Filterunfall aussehen.
Meine Bewertung
Bereich
Bewertung
Kommentar
Einsteigerfreundlichkeit
Sehr gut
Man kommt schnell zu sichtbaren Ergebnissen. Genau deshalb braucht es Disziplin.
Qualität bei moderatem Einsatz
Gut bis sehr gut
Natürliche Ergebnisse sind möglich, wenn Masken und Deckkraft stimmen.
High-End-Retusche
Gut als Vorarbeit
Ersetzt kein manuelles Dodge & Burn und keine bewusste Hautarbeit.
Serienworkflow
Sehr stark
Hier liegt die eigentliche Kraft: schneller, konsistenter, weniger Handarbeit.
Preis/Leistung
Abhängig vom Einsatz
Für Vielbearbeiter sinnvoll, für Gelegenheitsnutzer eventuell zu teuer.
Photo Suite
Stimmiger als Einzelkauf
Die Kombination aus Portraiture, Noiseware und Realgrain passt zum echten Workflow.
Fazit: Für wen lohnt sich Portraiture?
Portraiture lohnt sich für alle, die regelmäßig Portraits retuschieren und schneller zu sauberen Ergebnissen kommen wollen: Fotografen, Studios, People-Shooter, Beauty/Fashion-Leute, Content-Produzenten und auch Syntografie-Workflows, bei denen echte Studiofotografie weitergedacht wird.
Es lohnt sich weniger für Leute, die glauben, ein Plug-in ersetzt Geschmack. Tut es nicht. Portraiture macht nicht automatisch gute Haut. Es macht Hautbearbeitung schneller. Den Unterschied muss man verstehen, sonst sieht man es dem Bild an. Sofort.
Mein Standpunkt: Imagenomic ist 2026 weiterhin relevant. Nicht weil es neu schreit, sondern weil die Werkzeuge im richtigen Workflow Sinn ergeben. Portraiture für Haut. Noiseware für saubere Basis. Realgrain für Charakter. Photo Suite als Paket für alle, die das ernsthaft nutzen. Und wie immer: Werkzeug kaufen ist leicht. Werkzeug beherrschen ist der Teil, wo es interessant wird.
Schlusssatz Hautretusche ist keine Hautvernichtung. Ein gutes Portrait darf besser aussehen als die Wirklichkeit. Es sollte nur nicht vergessen, dass es einmal ein Mensch war.
Faktencheck und Quellen
Alle folgenden Links wurden für diesen Beitrag geöffnet bzw. geprüft. Stand: 14. Juni 2026. Bei Software gilt trotzdem: vor Kauf, Download oder Installation immer direkt beim Hersteller nachsehen, weil Builds, Preise und Kompatibilität sich schnell ändern können.
Offizielle Imagenomic-Produktseiten zu Portraiture, Photo Suite, Noiseware, Realgrain und Portraiture Video: erreichbar.
Offizielle Download-, Pricing-, Tutorial-, Droplets/Actions- und Installationsseiten: erreichbar.
Hinweis: Die offiziellen Seiten zeigen nicht an jeder Stelle dieselbe Build-Logik. Deshalb wurden im Artikel die Unterschiede offen genannt statt glattgebügelt.
Nicht verwendet wurden dubiose Free-Download-, Crack-, Torrent- oder Mirror-Seiten. Die tauchen bei Suchmaschinen auf, sind für einen seriösen Fachartikel aber raus.