
Was ist wirklich neu – und lohnt sich das Update für Photoshop-User, Fotografen und Bildbearbeiter?
Stand der Recherche: 12. Juni 2026
Blog-Fachartikel für Brownz Art
| Kurz gesagt: Nik Collection 9 ist kein kleines Kosmetik-Update. Die neuen KI-Masken, Tiefenmasken, das Color-Grading-Werkzeug und die Mischmodi sind reale, praktische Verbesserungen. Aber: Wer bereits Photoshop/Lightroom souverän nutzt und Nik nur gelegentlich für einen Look öffnet, sollte zuerst die 30-Tage-Testversion nutzen. Für Besitzer von Version 7 oder 8 ist das Upgrade deutlich interessanter als der Neukauf. |
Hinweis zur Einordnung: Anlass für diesen Blog-Fachartikel ist die heute bei diversen Usern eingelangte Newsletter-Mail zu Nik Collection 9. Öffentlich vorgestellt wurde Nik Collection 9 bereits am 21. April 2026. Ich habe keine glaubwürdige Quelle für eine separate neue Hauptversion am 12. Juni 2026 gefunden.
Inhalt
1. Executive Summary
2. Was ist tatsächlich neu?
3. Die neuen Funktionen im Praxiswert
4. Was ist Marketing, was ist Substanz?
5. Vergleich mit Photoshop und Lightroom
6. Performance, Systemanforderungen und Stolperfallen
7. Kaufberatung: kaufen, upgraden oder lassen?
8. Empfehlung für einen kreativen Photoshop-/Synthography-Workflow
9. Gesamturteil
10. Quellen und Faktencheck
1. Executive Summary
Die Nik Collection 9 ist die bisher deutlichste Modernisierung der DxO-Nik-Reihe seit Jahren. Der Kern ist nicht ein weiterer Stapel Presets, sondern eine neue Maskierungs- und Steuerungsebene: KI-Masken, Tiefenmasken, Masken-Overlays, ein übersichtlicheres Color-Grading in Color Efex, 18 Mischmodi in Color Efex und Analog Efex sowie mehrere neue, analog inspirierte Effekte. Die Herstellerangaben werden durch mehrere unabhängige Tests grundsätzlich bestätigt. Gleichzeitig zeigen die Quellen auch: Nicht jedes Plug-in profitiert gleich stark, und einige Funktionen wirken eher wie kreative Spezialwerkzeuge als wie tägliches Brot.
| Frage | Kurzantwort |
| Ist das Update real relevant? | Ja, vor allem wegen KI-Masken, Tiefenmasken, Color Grading und Mischmodi. Das ist mehr als nur Preset-Recycling. [Q1][Q2][Q4] |
| Ist es wirklich ‘neu seit heute’? | Nein, nach den gefundenen Quellen wurde Nik Collection 9 bereits am 21. April 2026 veröffentlicht bzw. vorgestellt. Die Mail vom 12. Juni wirkt wie ein späterer Promo-/Newsletter-Schub. [Q1][Q6][Q11] |
| Wer profitiert am meisten? | Fotografen und Bildbearbeiter, die schnell lokale Looks bauen, Schwarzweiß/Analog-Looks nutzen, Photoshop-Layerwork beschleunigen oder kreative Serienlooks entwickeln. |
| Wer kann es sich sparen? | Wer Nik selten nutzt, ohnehin alles sauber in Photoshop/Lightroom maskiert oder primär RAW-Entwicklung, Denoising und klassische Korrekturen braucht. |
| Upgrade oder Neukauf? | Upgrade von Nik 7/8: eher sinnvoll. Neukauf: nur nach Testversion. Der Preis liegt offiziell bei 169,99 Euro neu und ab 89,99 Euro Upgrade. [Q3] |
Bewertungsbasis: Herstellerseiten, Support-Artikel, User Guide, deutschsprachige Tests, internationale Reviews und Community-Funde aus Foren/Reddit. Der Text ist als Blog-Fachartikel mit Produkttest-Charakter angelegt, jedoch kein eigener Labortest mit installierter Software.
2. Was ist tatsächlich neu?
DxO nennt Nik Collection 9 selbst das größte Update in der Geschichte der Suite. Das ist Marketing, klar. Aber diesmal ist es nicht völlig aus der Luft gegriffen. Die wichtigsten Neuerungen sind in mehreren unabhängigen Quellen konsistent wiederzufinden: KI-Masken, Tiefenmasken, Color Grading in Color Efex, Halation/Lichthof, Chromatic Shift, Glass Effect, 18 Mischmodi, Masken-Overlays, Mouseover-Preset-Vorschau und besseres Kopieren/Einfügen lokaler Anpassungen. [Q1][Q2][Q4]
| Neuerung | Was sie macht | Praxiswert |
| KI-Masken | Motiv-/Objektauswahl per Klick oder Auswahlrahmen. Ziel: lokale Effekte schneller und genauer auf Bildteile begrenzen. | Hoch |
| Tiefenmasken | KI erzeugt eine Tiefenkarte, auch ohne echte Tiefendaten aus der Kamera. Damit lassen sich Vordergrund, Mittelgrund oder Hintergrund getrennt bearbeiten. | Hoch, besonders für Landschaft, Portrait-Umfeld, cineastische Tiefenführung |
| Color Grading in Color Efex | Ein Farbrad für Schatten, Mitteltöne, Lichter und globale Färbung. Die Bereiche lassen sich unabhängig oder gekoppelt steuern. | Hoch für Looks, Serien, Kunst, Mood |
| Mischmodi | 18 Blend Modes in Color Efex und Analog Efex. Macht Filter flexibler und näher an Photoshop-Logik. | Mittel bis hoch |
| Halation / Lichthof | Analog-filmartiges Leuchten heller Spitzlichter, mit steuerbarer Intensität, Radius, Farbe und Deckkraft. | Mittel bis hoch für Cinematic/Retro/Fine Art |
| Glass Effect | Texturierte Glasverzerrungen, eher Spezialeffekt als Alltagswerkzeug. | Nische |
| Chromatic Shift | Simulierter Farbversatz wie bei analogem Druck/Offset-Fehlern. | Nische, stark für Poster/Albumcover/Graphic Art |
| Workflow-Verbesserungen | Masken-Overlay, Mouseover-Preset-Vorschau, neue Palette für lokale Anpassungen, Kopieren/Einfügen lokaler Anpassungen. | Praktisch, wenn man viele Bilder bearbeitet |
3. Die neuen Funktionen im Praxiswert
3.1 KI-Masken: Die wahrscheinlich wichtigste Neuerung
Die KI-Masken sind der Teil, der im Alltag wirklich Zeit sparen kann. Das Prinzip: Filter oder Werkzeug anwenden, dann per Klick oder Rahmen den Bereich festlegen, auf den die Bearbeitung wirken soll. Das ist keine neue Idee im Gesamtmarkt – Adobe kann längst Motive, Himmel, Personen und Objekte erkennen –, aber für Nik ist es ein entscheidender Schritt. Bisher war die Nik-Stärke U Point: schnell, intuitiv, oft erstaunlich gut. Die Schwäche war aber immer: Bei komplexeren Motiven musste man kontrollieren, stapeln, feinjustieren. Die KI-Maske macht aus Nik eher ein modernes lokales Look-Werkzeug. [Q2][Q4][Q13][Q14]
Die unabhängigen Tests sehen darin überwiegend einen echten Fortschritt. SLR Lounge spricht stark positiv von der selektiven Kontrolle, Shotkit beschreibt die Objekt-/Bereichsauswahl als praktisch, und COMPUTER BILD nennt die neuen KI-Masken eine echte Verbesserung. [Q6][Q9][Q10]
Der Haken: Thomas Fitzgerald weist auf ein reales Workflow-Problem hin: Wenn die KI-Auswahl nicht in einem Durchgang perfekt sitzt, braucht man bessere Möglichkeiten, Masken zu kombinieren, zu invertieren oder gezielt zu korrigieren. Genau dort ist Photoshop/Lightroom reifer. Für grobe bis mittelfeine kreative Bearbeitungen ist die neue Maske stark. Für präzise Composings, Haare, komplexe Kanten und saubere Retusche bleibt Photoshop das Skalpell. [Q8][Q14]
3.2 Tiefenmasken: Stark, wenn das Bild räumlich gelesen werden kann
Tiefenmasken sind spannender, als sie im ersten Moment klingen. Nik analysiert das Bild und erzeugt eine virtuelle Tiefenkarte. Damit kann man etwa den Hintergrund kühler färben, den Vordergrund kontrastreicher machen oder Nebel/Halation nur in einer bestimmten Entfernung wirken lassen. Laut DxO funktionieren diese Tiefenmasken auch ohne eingebettete Tiefendaten der Kamera. [Q1][Q2]
Das ist besonders interessant für Landschaft, Fine Art, Fashion-Editorials, Fantasy-Composings, Straßenfotografie mit Tiefenstaffelung und cineastische Looks. Es ersetzt keine echte 3D-Maske, aber es bietet einen sehr schnellen Weg, Bildräume malerischer zu behandeln. Bei Bildern ohne klare räumliche Trennung – flache Studioaufnahmen, enge Portraits, komplexe Texturen – wird der Effekt naturgemäß weniger spektakulär sein.
3.3 Color Grading in Color Efex: Das unterschätzte Hauptwerkzeug
Das neue Color-Grading-Werkzeug in Nik Color Efex ist für kreative Bildbearbeiter fast wichtiger als die Effektfilter. Es erlaubt die Steuerung von Schatten, Mitteltönen, Spitzlichtern und globaler Farbgebung über ein gemeinsames Farbrad. Bereiche können einzeln oder gekoppelt bewegt werden. Das klingt technisch, ist aber in der Praxis genau das, was viele Bildserien brauchen: ein schneller, kontrollierter Mood, ohne sich in 20 Einstellungsebenen zu verlieren. [Q1][Q2][Q4]
Für Brownz-Art-ähnliche Workflows ist das relevant: Foto/Synthography/Composing zuerst sauber aufbauen, dann Color Efex als kontrollierten Look-Generator nutzen, danach in Photoshop final feinschleifen. Das ist besser als blind Presets zu stapeln. Der Punkt ist nicht: ‘Mach mir einen fertigen Look.’ Der Punkt ist: ‘Gib mir schneller eine Richtung, die ich kontrollieren kann.’
3.4 Mischmodi: Für Photoshop-Leute sofort verständlich
Die 18 Mischmodi in Color Efex und Analog Efex sind keine sexy Schlagzeile für Anfänger, aber für Photoshop-User sehr wichtig. Multiply, Screen, Overlay, Color und ähnliche Blend Modes sind seit Jahren ein Grundprinzip kreativer Bildbearbeitung. Dass sie nun direkt innerhalb von Nik-Filtern verfügbar sind, macht die Effektarbeit flexibler. Man muss weniger oft zurück in Photoshop, um einen Filter nachträglich über Ebenenmodus zu bändigen. [Q1][Q2][Q4]
Trotzdem gilt: Wer in Photoshop bereits sehr sauber mit Smartobjekten, Ebenen, Masken und Mischmodi arbeitet, gewinnt Komfort, aber keine völlig neue Welt. Wer Nik eher standalone oder aus Lightroom heraus nutzt, spürt den Gewinn stärker.
3.5 Halation, Chromatic Shift und Glass Effect: Kunstwerkzeuge, keine Pflichtwerkzeuge
Halation ist der stärkste der neuen Effektfilter. Dieser analoge Lichthof kann Nachtaufnahmen, Gegenlicht, Neon, Hautlichter, Fashion und Retro-Cinematic-Bilder schön anheben. Richtig eingesetzt wirkt das teuer. Falsch eingesetzt wirkt es schnell wie Filtersoße. [Q2][Q4][Q8]
Chromatic Shift und Glass Effect sind klar nischiger. Chromatic Shift simuliert verschobene Farbebenen wie bei Druck-/Offset-Fehlern. Das ist stark für Poster, Albumcover, Social-Header, Street-Pop-Art und bewusst grafische Arbeiten. Glass Effect erzeugt Verzerrungen wie durch strukturiertes Glas. Für klassische Fotografie braucht man das selten. Für Kunstserien, Mode, dunkle Editorials oder bewusst verfremdete Bildwelten kann es funktionieren. [Q2][Q4][Q8]
4. Was ist Marketing, was ist Substanz?
| Behauptung | Faktenlage | Gegencheck | Urteil |
| ‘Größtes Update ever’ | DxO nennt es so. | Mehrere Tests bestätigen, dass Version 9 deutlich größer ist als manche vorherige Version. | Marketing, aber mit realem Kern. [Q1][Q7][Q8][Q11] |
| KI-Masken sparen Zeit | Hersteller und Tests beschreiben schnellere lokale Auswahl. | Kritik: Masken-Kombination und Nachkorrektur noch nicht auf Photoshop-/Lightroom-Niveau. | Echt nützlich, aber nicht magisch. [Q6][Q8][Q10] |
| Tiefenmasken sind neu und stark | Offiziell bestätigt, mehrere Reviews demonstrieren Praxisfälle. | Wirkung hängt vom Motiv ab; flache Bilder profitieren weniger. | Substanziell. [Q1][Q2][Q10] |
| Neue Effekte erweitern Kreativität | Halation, Glass Effect, Chromatic Shift sind dokumentiert. | Nicht alle Effekte sind Alltagswerkzeuge; einige sind Speziallooks. | Für Kunst/Design wertvoller als für reine Fotokorrektur. [Q2][Q7][Q8] |
| Schnellerer Workflow | Mouseover-Vorschau, Copy/Paste lokaler Anpassungen, Overlays sind reale Änderungen. | Performance-Erfahrungen sind gemischt: einige Tests loben Geschwindigkeit, ein Beta-Test meldet langsames Silver Efex. | Wahrscheinlich besser, aber vor Kauf testen. [Q2][Q6][Q8][Q11] |
Wichtig: ‘Lebenslange Lizenz’ bedeutet hier nicht, dass alle kommenden Hauptversionen kostenlos sind. Der Shop spricht von Dauerlizenz ohne Abo, aber auch von Upgrade-Preisen für neue Versionen. Genau das ist der Punkt, über den manche Nutzer in Foren und Reddit seit Jahren schimpfen: Die Lizenz läuft weiter, aber große Versionssprünge kosten normalerweise wieder Geld. [Q3][Q17]
5. Vergleich mit Photoshop und Lightroom
Die zentrale Frage ist nicht, ob Nik Collection 9 Dinge kann, die Photoshop oder Lightroom absolut nicht können. Die ehrliche Antwort: Vieles lässt sich auch in Adobe nachbauen. Photoshop hat starke Auswahl- und Maskenwerkzeuge, Lightroom Classic besitzt KI-Masken für Motiv, Himmel, Hintergrund, Objekte und Personen. [Q13][Q14]
Der Unterschied liegt im Tempo und im Charakter. Nik ist kein Ersatz für Photoshop. Nik ist ein kreativer Beschleuniger. Es bündelt Looks, lokale Filterlogik, U Point, AI-Masken, Color Grading, Schwarzweiß-Umsetzung und analoge Effekte in einer Oberfläche, die schneller zu einem fertigen Bildgefühl führen kann. Photoshop bleibt die bessere Werkstatt für präzise Retusche, Composings, Ebenenarchitektur, Smartobjekte, saubere Maskenkorrektur und druckfertige Kontrolle.
| Aufgabe | Nik Collection 9 | Photoshop/Lightroom | Praxisurteil |
| Schneller Look | Sehr stark | Möglich, oft langsamer | Nik gewinnt. |
| Präzise Masken-Nachbearbeitung | Verbessert, aber begrenzt | Sehr stark | Adobe gewinnt. |
| Schwarzweiß | Silver Efex bleibt einer der Hauptgründe | Möglich, aber weniger spezialisiert | Nik gewinnt für Stil und Tempo. |
| Composing | Nur Ergänzung | Kernkompetenz | Photoshop gewinnt klar. |
| Serienlook/Fine Art | Stark, wenn kontrolliert eingesetzt | Stark, aber mehr Handarbeit | Unentschieden; Nik schneller. |
| RAW-Entwicklung/Archiv | Nicht der Zweck | Lightroom/PhotoLab/Capture One | Nik ist Ergänzung, kein Zentrum. |
6. Performance, Systemanforderungen und Stolperfallen
Die offiziellen Anforderungen sind nicht brutal, aber die neuen KI-Funktionen verlangen mehr Hardware als klassische Filter. Unter Windows nennt DxO mindestens 16 GB RAM, Windows 10 22H2 oder Windows 11 24H2 sowie für KI-/Tiefenmasken eine moderne GPU-Klasse wie NVIDIA RTX 2000-Serie, AMD Radeon RX 6000-Serie, Intel Arc oder Intel AI Boost. Empfohlen werden 32 GB RAM und stärkere GPUs wie RTX 4060 Ti bzw. RX 7700 XT. Unter macOS beginnt es bei Apple M1, empfohlen wird M2 Pro. [Q3][Q5]
COMPUTER BILD beschreibt die Suite im Praxistest als relativ genügsam und auf einem halbwegs aktuellen Laptop mit 16 GB RAM flüssig nutzbar; bei KI-Funktionen müsse man aber mit Berechnungszeit rechnen. Ahadesign lobt die Performance stark. Thomas Fitzgerald meldete in seinem Beta-Test dagegen langsames Verhalten in Silver Efex und wünschte sich bessere Optimierung. Das ist kein Widerspruch, sondern zeigt: Die Erfahrung hängt vom Host, System, GPU, Bildgröße und konkretem Plug-in ab. [Q6][Q8][Q11]
Ein nützlicher Punkt: Laut User Guide lassen sich neue Major-Versionen ab Nik Collection 6.3 neben älteren Major-Versionen installieren. Wer Nik 8 produktiv nutzt, kann Nik 9 daher testen, ohne die alte Hauptversion sofort zu verlieren. Kleine Updates innerhalb derselben Major-Version ersetzen dagegen die jeweilige Version. [Q5]
Vorsicht bei Affinity: Nik Collection 9 unterstützt Affinity Photo, aber der User Guide weist darauf hin, dass die HDR Efex Merge-Funktion und der Nik-Collection-Switch-to-Modus mit Affinity nicht kompatibel sind. Für reine Photoshop-User ist das weniger relevant, für Affinity-Workflows aber ein Punkt. [Q5]
7. Kaufberatung: kaufen, upgraden oder lassen?
7.1 Kaufen oder upgraden: ja, wenn …
- du Nik 7 oder 8 bereits regelmäßig nutzt und die Upgrade-Kosten von 89,99 Euro für dich tragbar sind;
- du oft lokale Looks brauchst und nicht jede Maske in Photoshop sauber von Hand bauen willst;
- du viel mit Schwarzweiß, Analoglook, Retro, Cinematic, Fine Art, Editorial oder Poster-Ästhetik arbeitest;
- du Serienlooks entwickeln willst, die schneller abrufbar sind als ein Stapel manuell gebauter Photoshop-Ebenen;
- du Photoshop nutzt, aber Nik als schnelle Look-Maschine zwischen Rohbearbeitung und finalem Feinschliff einsetzt.
7.2 Erst testen: ja, wenn …
- du mit Nik 8 zufrieden bist und die neuen Masken nur gelegentlich brauchen würdest;
- du Lightroom/Photoshop-AI-Masken bereits schnell und sauber beherrschst;
- du große Dateien, schwächere Hardware oder ältere GPUs nutzt;
- du vor allem klassische Fotokorrekturen machst und kreative Effekte selten einsetzt;
- du wissen willst, ob Silver Efex, Color Efex und Analog Efex auf deinem konkreten System wirklich flüssig laufen.
7.3 Eher lassen: ja, wenn …
- du Nik bisher kaum öffnest und nur wegen der Newsletter-Mail neugierig geworden bist;
- du hauptsächlich RAW-Entwicklung, Entrauschen, Schärfen und Archivverwaltung brauchst;
- du alle kreativen Looks ohnehin in Photoshop mit eigenen Aktionen, LUTs, Camera Raw, Ebenen und Masken baust;
- du kein Interesse an Analoglook, Halation, Glass/Chromatic-Shift-Ästhetik oder schneller Schwarzweiß-Umsetzung hast;
- du ein sehr altes System nutzt und keine Lust auf Plug-in- oder Aktivierungsärger hast.
| Nutzertyp | Empfehlung | Begründung | Dringlichkeit |
| Nik 7/8 Power-User | Upgrade wahrscheinlich sinnvoll | Neue Masken + Mischmodi + Color Grading greifen direkt in den täglichen Workflow. | Hoch |
| Photoshop-Composing-Profi | Testen, dann entscheiden | Nik kann Looks beschleunigen, ersetzt aber keine präzise Photoshop-Arbeit. | Mittel |
| Lightroom-only Fotograf | Nur wenn kreative Plug-ins fehlen | Nik arbeitet mit TIFF/JPEG-Kopien; Lightroom bleibt Verwaltungszentrum. | Mittel |
| Schwarzweiß-Fotograf | Sehr interessant | Silver Efex bleibt ein starker Grund, auch wenn nicht alle Neuerungen dort zentral sind. | Hoch |
| Gelegenheitsnutzer | Eher sparen | Der Nutzen kommt erst, wenn man Nik wirklich regelmäßig verwendet. | Niedrig |
| Kreativer Kunst-/Synthography-Workflow | Sehr interessant | Color Grading, Halation, Tiefenmasken und Mischmodi passen gut zu kontrollierter Bildstimmung. | Hoch |
8. Empfehlung für einen kreativen Photoshop-/Synthography-Workflow
Für einen ernsthaften kreativen Workflow sollte Nik Collection 9 nicht am Anfang stehen. Zuerst kommt das saubere Bild: Komposition, Haut, Licht, Tonwerte, störende Details, Kanten, Bildschnitt. Dann kann Nik als Stil- und Stimmungsmaschine sehr sinnvoll sein.
1. Ausgangsbild sauber vorbereiten: RAW/Grundbild in Lightroom, Camera Raw oder PhotoLab entwickeln. Keine extremen Looks, nur saubere Basis.
2. Photoshop-Datei strukturieren: Retusche, Composing, Korrekturen, saubere Ebenen. Wenn möglich Smartobjekte nutzen.
3. Nik gezielt einsetzen: Color Efex für Color Grading/Halation, Analog Efex für kontrollierte Textur/Chromatic Shift/Glass, Silver Efex für Schwarzweiß.
4. Neue Masken nutzen, aber kontrollieren: KI-Masken und Tiefenmasken als schneller Start, danach prüfen. Bei wichtigen Bildern nicht blind akzeptieren.
5. In Photoshop final bändigen: Effekt-Ebene maskieren, Deckkraft reduzieren, Mischmodus prüfen, Details retuschieren. Der Look soll dienen, nicht schreien.
6. Presets nur als Ausgangspunkt: Eigene Looks speichern, nicht auf Hersteller-Presets verlassen. Sonst sehen Bilder schnell nach Software-Demo aus.
9. Gesamturteil
| Kategorie | Wertung | Kommentar |
| Neuerungswert | 8/10 | Für Nik-Verhältnisse stark. KI-Masken, Tiefenmasken, Color Grading und Mischmodi sind echte Schritte. |
| Praxisnutzen | 7,5/10 | Hoch für kreative Workflows, geringer für reine Korrektur-/RAW-Nutzer. |
| Preis/Leistung Upgrade | 8/10 | 89,99 Euro für Nutzer von Version 7/8 ist fair, wenn Nik regelmäßig genutzt wird. |
| Preis/Leistung Neukauf | 7/10 | 169,99 Euro ist okay für Power-User, aber nicht billig. Testversion vorher Pflicht. |
| Technisches Risiko | 6,5/10 | Systemabhängig. KI/GPU-Anforderungen und einzelne Forum-/Review-Probleme ernst nehmen. |
| Künstlerischer Wert | 8,5/10 | Für Fine Art, Retro, Editorial, Pop-Art, Dark/Cinematic Looks sehr brauchbar. |
| Endurteil | 7,8/10 | Sehr gutes kreatives Update, aber kein Muss für jeden. |
Klare Empfehlung: Wenn du Nik bereits produktiv nutzt, ist Version 9 wahrscheinlich das stärkste Upgrade seit längerer Zeit. Wenn du Nik nur besitzt, weil es irgendwann im Angebot war und alle paar Monate einmal geöffnet wird, spar dir den Impulskauf und teste zuerst. Die neuen Funktionen sind gut, aber sie zahlen sich nur aus, wenn sie in deinen echten Workflow passen.
Für Brownz-Art-/Synthography-Workflows: Nik Collection 9 kann ein guter Look-Beschleuniger sein, besonders für kontrollierte Farbdramaturgie, analoges Leuchten, Tiefenstaffelung und schnelle lokale Effekte. Aber der finale Bildcharakter sollte weiter in Photoshop entschieden werden. Nik liefert Farbe und Stimmung; Photoshop liefert Kontrolle.
10. Quellen und Faktencheck
Quellenstand: 12. Juni 2026. Herstellerangaben wurden mit unabhängigen Tests, Fachseiten, Support-Dokumentation und Community-Funden gegengeprüft. Reddit- und Forenquellen wurden nur als Stimmungs-/Problemindikator verwendet, nicht als alleinige Faktenbasis.
Faktencheck-Notizen
- Die öffentliche Vorstellung von Nik Collection 9 liegt nach den gefundenen Quellen am 21. April 2026; mehrere Artikel und Tests stammen aus April/Mai 2026. Für den 12. Juni 2026 fand ich keine separate neue Hauptversion.
- Die Plug-in-Zuordnung laut DxO Support: Halation/Lichthof in Color Efex; Glass Effect und Chromatic Shift in Analog Efex; Mischmodi in Color Efex und Analog Efex. [Q4]
- Die offiziellen Preise in Deutschland: 169,99 Euro neue Lizenz, ab 89,99 Euro Upgrade für Besitzer von Nik Collection 7 oder 8. [Q3]
- Die 30-Tage-Testversion ist laut DxO ohne Kreditkartendaten verfügbar. [Q2]
- Nik Collection 9 ist eine Ergänzung zu Photoshop, Lightroom Classic, DxO PhotoLab, Photoshop Elements und Affinity Photo, aber kein vollständiger RAW-Workflow mit Bildverwaltung. [Q3][Q5]
- Community-/Forenfunde zeigen einzelne Installations-/Stabilitätsprobleme. Das belegt kein allgemeines Qualitätsproblem, ist aber ein Grund, vor dem Kauf auf dem eigenen System zu testen. [Q16]
Textfassung: recherchebasierte Bewertung, keine bezahlte Werbung, keine Affiliate-Empfehlung, kein Labortest mit Messwerten.
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