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Ich zahle seit Jahren monatlich an Adobe. Jeden Monat. Automatisch. Der Betrag wird abgebucht, ich arbeite weiter, und meistens denk ich nicht groß drüber nach.

Aber letztens hab ich mal nachgerechnet. Richtig nachgerechnet. Mit Taschenrechner und allem.

Und dann hab ich eine Weile auf die Zahl gestarrt.

Und dann hab ich angefangen, diesen Text zu schreiben.


Was ich bezahlt habe – und was ich dafür bekommen habe

Ich bin seit ungefähr 2013 im Creative-Cloud-Abo. Das sind, Stand heute, über zwölf Jahre. Der Preis hat sich in dieser Zeit mehrfach erhöht. Aber nehmen wir mal grob einen Durchschnitt von sagen wir sechzig Euro pro Monat – das ist noch konservativ geschätzt, weil ich zeitweise das komplette Paket hatte.

Sechzig Euro mal zwölf Monate mal zwölf Jahre.

Das sind 8.640 Euro.

Achtundsechszig Hundert Euro. Für Software. Die mir nicht gehört.

Wenn ich morgen kündige, habe ich nichts. Keine Dateien, die ich öffnen kann. Keine Programme, die laufen. Nichts. Ich könnte meine eigenen PSD-Dateien nicht mehr bearbeiten, weil das Programm, das sie erstellt hat, nicht mehr läuft.

Ich hab für über achteinhalb Tausend Euro eingekauft und besitze null Produkte.

Ist das fair? Oder wurden wir verarscht?


Wie das alles angefangen hat

Um das zu verstehen, muss man zurückgehen. Zu Adobe CS – Creative Suite. Einmalzahlung, Software gehört dir, fertig.

Photoshop CS6 hat damals etwa 999 Dollar gekostet. Einmal. Dann war es deins. Du konntest es zehn Jahre lang nutzen, ohne einen Cent mehr zu zahlen. Klar, du bekamst keine neuen Features. Aber was du hattest, hat funktioniert.

Ich hab noch Kollegen, die mit CS6 arbeiten. Heute. Im Jahr 2026. Das Programm hat keine neuen Features seit vierzehn Jahren – und es tut, was es tun soll.

Dann kam 2013. Adobe kündigt an: Keine Kaufversionen mehr. Nur noch Abo. Creative Cloud für alle.

Die Reaktion war, gelinde gesagt, nicht begeistert. Es gab Proteste, Petitionen, wütende Forenbeiträge. Adobe hat das alles ignoriert und es durchgezogen.

Warum? Weil sie konnten. Weil sie das Monopol hatten. Und weil sie wussten, dass wir letztendlich mitmachen würden.

Und wir haben mitgemacht. Alle.


Das Argument, das Adobe immer bringt

Adobe hat für das Abomodell immer dieselben Argumente gehabt.

Ihr bekommt ständig Updates. Ihr habt immer die neueste Version. Ihr zahlt nicht auf einmal viel, sondern in kleinen Häppchen. Ihr bekommt Cloud-Speicher dazu. Es ist fair und transparent.

Klingt gut. Stimmt auch teilweise.

Aber lass mich das mal auseinandernehmen.

Ständige Updates: Ja, es gibt Updates. Aber hand aufs Herz: Wie viele der Features, die Adobe in den letzten fünf Jahren rausgebracht hat, nutzt du wirklich? Ich hab mal nachgezählt. Von den neuen Funktionen der letzten drei Jahre nutze ich vielleicht fünf regelmäßig. Den Rest nicht. Nie. Ich zahle für Features, die ich nicht brauche, die für andere gemacht wurden.

Immer die neueste Version: Stimmt. Aber was wenn die neueste Version schlechter ist? Was wenn ein Update mein Workflow kaputt macht, meine Plugins nicht mehr kompatibel sind, Dinge sich verschieben, die ich nicht verschoben haben will? Mit dem Kaufmodell konnte ich entscheiden: Diese Version ist gut, ich bleib dabei. Mit dem Abo entscheide ich nicht mehr. Adobe entscheidet.

Kleine Häppchen: Das ist psychologischer Trick Nummer eins aus dem Marketing-Handbuch. Sixty Euro pro Monat fühlt sich weniger an als 720 Euro pro Jahr. Ist aber dasselbe. Und über zwölf Jahre ist es über achttausend Euro. Für Software, die mir nicht gehört.

Cloud-Speicher: Den nutze ich kaum. Ich hab meine eigene Backup-Lösung. Ich brauche Adobes Cloud nicht. Ich zahle trotzdem dafür.


Die Preiserhöhungen – die stille Enteignung

2013 hat Adobe Creative Cloud mit etwa dreißig Euro pro Monat für Einzelanwendungen gestartet. Photoshop und Lightroom zusammen waren lange für etwa dreizehn Euro zu haben – das Photography-Paket.

Das war fair. Das hab ich damals sogar verteidigt.

Aber dann kamen die Erhöhungen. Schritt für Schritt. Nicht dramatisch auf einmal, sondern so, dass man sich jedes Mal denkt: Okay, ist noch akzeptabel.

Das Photography-Paket kostet heute in Österreich und Deutschland deutlich mehr als früher. Das komplette Paket ist für viele Einzelselbstständige inzwischen ein echter Kostenblock im Budget.

Und was hat Adobe als Begründung geliefert? KI-Features. Firefly. Generative Fill. Neue Möglichkeiten.

Aber ich hab niemanden gefragt, ob ich diese KI-Features will. Ob ich bereit bin, mehr zu zahlen dafür. Ich wurde einfach vor vollendete Tatsachen gestellt: Das kostet jetzt mehr. Friss oder stirb.

Was wäre passiert, wenn ich gesagt hätte: Ich will die KI-Features nicht, ich zahl den alten Preis?

Nichts wäre passiert. Weil ich diese Option nicht habe.


Das Monopol-Problem

Und hier liegt der eigentliche Kern der Sache.

Adobe kann das alles machen, weil sie ein faktisches Monopol haben. Nicht juristisch im technischen Sinne, aber praktisch.

PSD ist der Standard. Jeder schickt PSDs. Jede Druckerei versteht PSDs. Jeder Kollege hat Photoshop. Jeder Kurs lehrt Photoshop. Jeder Workflow ist auf Photoshop ausgerichtet.

Wenn du aussteigst, steigst du nicht nur aus einem Programm aus. Du steigst aus einem Ökosystem aus. Aus Kompatibilität, aus Zusammenarbeit, aus Konventionen.

Das ist die eigentliche Falle. Nicht das Abo selbst, sondern die Tatsache, dass das Abo unausweichlich ist.

Ich kann mich beschweren so viel ich will. Adobe weiß: Ich bleibe. Weil meine Alternative ist, meinen gesamten Workflow umzubauen, alle Kollegen zu konvertieren, alle Kunden zu erklären, warum ich jetzt anders arbeite.

Das Monopol macht uns gefügig. Und Adobe weiß das.


Die Sache mit Firefly und dem KI-Training

Jetzt kommt der Teil, bei dem ich wirklich unruhig werde.

Adobe hat Firefly – seine KI – mit Bildern trainiert. Mit Bildern aus Adobe Stock, mit gemeinfreien Werken, mit Material, für das Rechte gesichert wurden, das war die offizielle Aussage.

Aber dann kamen die Berichte. Über Metadaten, über Opt-out-Verfahren, über die Frage, ob Adobes Nutzungsbedingungen ihnen erlauben, hochgeladene Dateien für das KI-Training zu verwenden.

Adobe hat mehrfach dementiert, User-Uploads für das Training zu nutzen. Aber die Nutzungsbedingungen haben viele von uns nicht gelesen. Weil sie fünfzig Seiten lang sind, in Juristendeutsch geschrieben, und weil Adobe weiß, dass niemand sie liest.

Die Frage, die sich mir stellt: Wenn mein kreatives Werk in der Adobe Cloud liegt, was passiert damit? Was darf Adobe damit machen? Was macht Adobe damit?

Ich weiß es nicht mit Sicherheit. Und das ist das Problem.

Vertrauen ist die Basis einer Geschäftsbeziehung. Und Adobe hat dieses Vertrauen in den letzten Jahren systematisch beschädigt.


Der Subscription-Trap im Detail

Lass mich erklären, wie der Trap wirklich funktioniert. Für alle, die das noch nicht so klar sehen.

Wenn du fünf Jahre lang in Photoshop arbeitest, baust du etwas auf. Voreinstellungen. Workflows. Aktionen. Brushsets. Plugins. Aber vor allem: Dateien. Tausende von PSD-Dateien, die deine Arbeit enthalten, dein Archiv, deine Geschichte.

Diese Dateien sind in einem Format, das dir gehört – theoretisch. Aber in der Praxis kannst du sie nur öffnen, wenn du Adobe zahlst.

Das ist wie wenn eine Bank sagt: Dein Geld gehört dir. Aber um dranzukommen, brauchst du unsere App. Und wenn du die App nicht mehr abonnierst, kommst du an dein Geld nicht mehr ran.

Technisch gesehen ist das ein Lock-in. Im Volksmund nennt man das eine Falle.

Und Adobe hat diese Falle sehr bewusst und sehr gezielt aufgebaut. Jedes Feature, das tiefere Integration schafft, jedes Cloud-abhängige Tool, jede Funktion, die Daten in Adobes Ökosystem hält – das ist kein Zufall. Das ist Strategie.


Die Antitrust-Klage und was sie bedeutet

2023 hat das US-Justizministerium Adobe verklagt. Nicht wegen dem Abo-Modell direkt, sondern wegen der geplanten Übernahme von Figma.

Adobe wollte Figma kaufen – den wichtigsten Konkurrenten im Design-Bereich, vor allem für UI/UX-Design. Für zwanzig Milliarden Dollar. Der Deal wurde von den Regulatoren blockiert.

Die Begründung: Adobe würde damit ein Monopol in einem wichtigen Kreativbereich zementieren.

Das ist ein Gericht, das offiziell bestätigt hat: Adobe hat eine marktdominierende Stellung und versucht, Konkurrenz aufzukaufen, statt sie zu bekämpfen.

Das sagt alles.

Nicht über ein Unternehmen, das seine Produkte verbessern will. Sondern über eines, das seinen Graben tiefer machen will. Das Kontrolle ausweiten will. Das sichergehen will, dass wir keine Alternativen haben.


Was Adobe wirklich verkauft

Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich glaube: Adobe verkauft nicht Software.

Adobe verkauft Abhängigkeit.

Das klingt hart. Aber überleg mal.

Das Ziel einer guten Software wäre: Dir das beste Werkzeug geben, das dir hilft. Wenn irgendwann eine andere Software besser ist, gehst du dahin.

Das Ziel von Adobes Strategie ist: Sicherstellen, dass du nirgendwo hingehen kannst. Dass der Wechsel so teuer, so schmerzhaft, so kompliziert ist, dass du bleibst, egal was.

Dafür werden Dateiformate proprietär gehalten. Dafür werden Integrationen so tief gebaut, dass man sie nicht einfach rauszieht. Dafür werden Preise schrittweise erhöht, nie auf einmal.

Das ist kein Produkt. Das ist ein Käfig. Ein sehr komfortabler, sehr gut designter Käfig. Mit hübschen Icons und guten Filtern.

Aber ein Käfig.


Bin ich trotzdem noch drin? Ja. Warum?

Hier muss ich ehrlich sein. Nach allem, was ich gerade geschrieben habe.

Ich zahle immer noch. Jeden Monat.

Warum?

Weil ich feststecke. Weil mein Workflow auf Adobe aufgebaut ist. Weil meine Kunden PSDs erwarten. Weil meine Plugins für Photoshop gemacht sind. Weil Capture One zwar besser für RAW ist, aber ich für alles andere Photoshop brauche. Weil ich nicht drei Monate meines Lebens damit verbringen will, umzulernen.

Das ist genau das, was Adobe bezweckt hat.

Ich weiß, dass ich in einem Käfig sitze. Ich seh die Gitterstäbe. Und ich sitze trotzdem drin.

Das ist vielleicht das Frustrierendste an der ganzen Sache. Nicht dass Adobe uns verarscht hat. Sondern dass wir es wissen und trotzdem mitmachen.


Was sich ändern könnte

Ich wäre kein ehrlicher Kommentator, wenn ich nur klagen würde, ohne zu sagen, was ich mir anders wünsche.

Eine faire Kaufoption. Nicht für jeden User, nicht für alle Features. Aber für die, die eine stabile Version kaufen wollen und nicht jede neue KI-Funktion brauchen. Adobe hat das abgeschafft. Sie sollten es zurückbringen.

Echte Transparenz bei den Nutzungsbedingungen. Was passiert mit meinen Dateien? Was darf Adobe mit hochgeladenem Material machen? In einem Satz, nicht in fünfzig Seiten Juristendeutsch.

Offene Dateiformate. PSD sollte ein offener Standard sein. Kein proprietäres Format, das nur Adobe vollständig lesen kann. Das würde echten Wettbewerb ermöglichen.

Faire Preismodelle für verschiedene Märkte. Was für einen amerikanischen Großkonzern erschwinglich ist, ist für einen Freelancer in Wien oder Graz eine andere Rechnung. Das berücksichtigt Adobe nicht.


Das Fazit, das kein schönes Fazit ist

Wurden wir verarscht?

Ja. Teilweise.

Nicht in dem Sinn, dass Adobe nicht liefert, was es verspricht. Die Software ist gut. Photoshop ist immer noch das beste Bildbearbeitungsprogramm, das es gibt. Das lässt sich nicht wegdiskutieren.

Aber wir wurden verarscht in dem Sinn, dass uns eine Wahl genommen wurde. Dass ein Monopol ausgenutzt wurde. Dass Preise erhöht wurden, weil es keine echte Alternative gibt. Dass Abhängigkeit systematisch aufgebaut wurde.

Und wir haben mitgemacht. Weil wir keine Wahl hatten. Weil die Alternative – komplett aussteigen, alles neu lernen, alle Kunden neu erziehen – für die meisten von uns schlimmer ist als monatlich zu zahlen.

Das ist das eigentliche Geschäftsmodell von Adobe.

Nicht Photoshop verkaufen.

Sondern sicherstellen, dass du nicht aufhören kannst, dafür zu zahlen.


Eine letzte Sache

Ich hab vorhin Affinity Suite erwähnt. Und DaVinci Resolve. Und Capture One.

Das sind keine perfekten Alternativen. Das sind Alternativen. Die existieren, funktionieren, und verbessern sich ständig.

Je mehr von uns die nutzen – als Ergänzung, als Backup, als echte Alternative – desto mehr Druck entsteht auf Adobe.

Monopole leben davon, dass wir denken, wir haben keine Wahl.

Vielleicht haben wir mehr Wahl, als wir denken.

Vielleicht ist der erste Schritt, damit aufzuhören, so zu tun, als hätten wir keine.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – dieser hier aus einem Abend mit einem Taschenrechner und steigender Frustration. Wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Rechnung und die Wut sind zu hundert Prozent meine eigenen.



🥚 Die geheime Seite von Photoshop 2026

Der große Easter-Egg-Guide für Erwachsene (die nie erwachsen wurden)

Photoshop ist ein Hochleistungslabor für Bilder.
Aber unter der sterilen Oberfläche sitzt immer noch ein Nerd-Spielplatz.

Und genau dort wohnen die Easter Eggs.

Die meisten User kennen KI-Füllung, Firefly-Modelle, Referenzbilder, neue Körnungsebene — alles offiziell dokumentiert. Doch parallel dazu verstecken die Entwickler weiterhin kleine Spielereien im Programm. Das machen Software-Programmierer seit Jahrzehnten: kleine Signaturen, Witze oder versteckte Screens, die nichts produktiv lösen, aber zeigen:
Hier arbeiten Menschen. Keine Maschinen. (Designer in Action)

Dieser Artikel listet nur Dinge auf, die auch heute noch funktionieren (oder in der aktuellen Architektur weiterhin vorhanden sind, weil Adobe sie traditionell mitschleppt).
Keine Mythen, kein Reddit-Unsinn, kein „halt mal fünf Tasten und bete“.


🍌 Die Toolbar-Banane (funktioniert weiterhin)

Die berühmteste — und dümmste — Funktion von Photoshop.
Und genau deshalb perfekt.

Aktivieren

  1. Photoshop öffnen
  2. Bearbeiten → Symbolleiste…
  3. Jetzt: SHIFT gedrückt halten
  4. Während SHIFT gedrückt bleibt → auf „Fertig“ klicken

Boom.

Statt der drei Punkte unten in der Toolbar erscheint eine kleine Banane.

Das ist kein Meme — das ist offiziell seit CC vorhanden und wurde bis heute nie entfernt. (Creative Bloq)

Die Funktion ändert absolut nichts.
Sie existiert ausschließlich, damit du kurz lächelst während du 12 Stunden Haut retuschierst.


🐒 Layer Monkey (der Klassiker)

Photoshop hat Humor. Sehr trockenen Humor.

Aktivieren

  1. Dokument öffnen
  2. Fenster → Ebenenkompositionen
  3. Neue Komposition erstellen
  4. Namen ändern zu:
Layer Monkey 0

Das Panel verwandelt sich in „Layer Monkey!“ mit Affenkopf.

Ein offizielles Entwickler-Gimmick — und seit Jahren stabil vorhanden. (DOCMA)


☕🍞 Kaffee & Toast Interface

Du kannst Photoshop in Frühstück verwandeln.

Aktivieren

  1. Voreinstellungen → Benutzeroberfläche
  2. Jetzt gedrückt halten:
    SHIFT + ALT (Mac: SHIFT + OPTION)
  3. Auf Farbschema klicken

Die Theme-Swatches werden zu Toast-Icons.

Komplett sinnlos — komplett großartig. (DIY Photography)


🦁 Der geheime About-Screen

Der About-Dialog ist nie nur Credits.
Er ist eine Zeitkapsel.

Aktivieren

Beim Öffnen von:

Hilfe → Über Photoshop

STRG / CMD gedrückt halten.

Dann erscheint nicht der normale Screen, sondern ein alternativer Splashscreen mit internem Artwork oder Codename-Motiv.

Diese versteckten Screens gibt es seit frühen Versionen — jede Generation hat ihr eigenes Motiv. (ProVideo Coalition)

Funfact: Photoshop hatte intern Codenamen wie „Big Electric Cat“. (ProVideo Coalition)


🦋 Symmetry-Butterfly (halbes Easter Egg, halbes Feature)

Das ist der Grenzfall:
Eigentlich Feature — aber als Easter Egg geboren.

Aktivieren

  1. Voreinstellungen → Technologievorschau
  2. Paint Symmetry aktivieren

Dann erscheint ein kleiner Schmetterling im Toolbar.

Er begann als verstecktes Entwickler-Experiment. (DIY Photography)

Heute ist er fast seriös — aber innerlich bleibt er ein Nerd-Gag.


👻 Der Geist der Entwickler

Ein besonders nerdiger Klassiker:

Screenshot vom About-Screen → Tonwertkorrektur extrem ziehen → versteckte Details sichtbar.

In alten Versionen waren darin Entwickler-Referenzen versteckt — sogar Gesichter. (psd-tutorials.de)

Heute subtiler, aber Prinzip existiert weiterhin:
Grafiker hinterlassen Spuren. Immer.


Warum Adobe das nicht löscht

Softwarefirmen entfernen Bugs.
Sie entfernen aber selten Humor.

Easter Eggs erfüllen eine Rolle:

  • Signatur der Entwickler
  • Tradition aus der Pre-Internet-Zeit
  • Insiderbindung zwischen Usern
  • kleine Belohnung beim Entdecken

Und ehrlich:
Ein Programm, in dem Millionen Stunden Arbeit passieren, braucht gelegentlich eine Banane.


Was sich 2026 verändert hat

Photoshop wird immer mehr KI-Werkzeug.
Referenzbilder, generatives Füllen, konsistente Anpassungen — alles auf Effizienz gebaut.

Aber genau deshalb bleiben Easter Eggs erhalten.

Je ernster Software wird, desto wichtiger werden kleine menschliche Spuren.

Sie sind der Beweis:
Hier arbeiten nicht nur Algorithmen.


Fazit

Photoshop besteht aus zwei Ebenen:

  1. Offiziell: Präzisionswerkzeug für Industrie & Produktion
  2. Inoffiziell: Spielplatz für Menschen, die nachts Code schreiben

Die Banane, der Affe, der Toast — das sind keine Bugs.
Das sind Unterschriften.

Und jedes Mal, wenn du sie aktivierst, passiert etwas Seltenes:

Du arbeitest kurz nicht mit Software.
Du arbeitest mit Menschen.


Wenn du also das nächste Mal 400 Ebenen vor dir hast
und dein Gehirn zu JPEG wird —

drück SHIFT
klick Fertig
und iss eine virtuelle Banane.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens abends, wenn ich eigentlich was anderes machen sollte, aber stattdessen in Photoshop nach versteckten Bananen suche. Wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Neugier und die fragwürdige Verwendung meiner Freizeit sind komplett meine eigenen.



Ich weiß, Tastenkürzel klingt langweilig. Klingt nach Handbuch, nach Auswendiglernen, nach Dingen die man sich vornimmt und dann doch nie macht. Wie Zahnseide oder Sport am Morgen.

Aber ich sag dir was: Nichts – wirklich nichts – hat mein Arbeiten in Photoshop so verändert wie der Tag, an dem ich angefangen hab, Tastenkürzel zu benutzen. Nicht Filter, nicht Plugins, nicht KI-Funktionen. Tastenkürzel.

Weil jedes Mal, wenn du mit der Maus ins Menü fährst, auf Bearbeiten klickst, dann auf Transformieren, dann auf Skalieren – das sind vier Sekunden. Klingt nach nichts. Aber mach das hundertmal am Tag, und du hast dir sieben Minuten gestohlen. Mach das ein Jahr lang, und du hast Tage verloren. Für Klicken.

Also: Hier sind die Kürzel, die du kennen solltest. Nicht alle. Nicht die obskuren. Sondern die, die ich jeden Tag benutze, seit über zwanzig Jahren.

Kurze Anmerkung vorab: Auf dem Mac ist die Befehlstaste (Cmd ⌘) das, was auf dem PC die Strg-Taste (Ctrl) ist. Und die Wahltaste (Alt ⌥ auf dem Mac) entspricht der Alt-Taste auf dem PC. Wenn ich schreibe Cmd/Strg meine ich: Cmd auf dem Mac, Strg auf dem PC. Immer.


Die Überlebens-Kürzel – ohne die geht gar nichts

Das hier sind die Kürzel, die du als allererstes lernen solltest. Die brauchst du bei jedem Bild, egal was du machst.

Rückgängig machen

Cmd/Strg + Z

Das wichtigste Kürzel überhaupt. In Photoshop 2026 kannst du damit so oft zurückgehen, wie du willst. Einfach immer wieder drücken, und es geht Schritt für Schritt zurück. Früher ging das nur einmal, dann musste man ein anderes Kürzel nehmen. Das ist zum Glück vorbei.

Speichern

Cmd/Strg + S

Drück das alle paar Minuten. Gewöhn es dir an wie Atmen. Photoshop stürzt seltener ab als früher, aber es passiert immer noch. Und das Gefühl, eine Stunde Arbeit zu verlieren, weil man nicht gespeichert hat – das brauchst du genau einmal im Leben. Danach vergisst du es nie wieder.

Speichern unter

Cmd/Strg + Shift + S

Wenn du eine neue Version speichern willst, ohne die alte zu überschreiben.

Rückgängig bis zum letzten Speicherpunkt

F12

Das kennt fast niemand, aber es ist unglaublich praktisch. Wenn du dich komplett verrannt hast und zurück willst zum letzten gespeicherten Zustand – F12 und alles ist wieder wie vorher. Ohne zwanzigmal Cmd/Strg + Z drücken zu müssen.


Auswahl und Navigation – sich im Bild bewegen

Alles auswählen

Cmd/Strg + A

Wählt das komplette Bild aus. Brauchst du öfter als du denkst.

Auswahl aufheben

Cmd/Strg + D

Wenn die tanzenden Ameisen nerven und du die Auswahl loswerden willst.

Auswahl umkehren

Cmd/Strg + Shift + I

Du hast den Hintergrund ausgewählt, willst aber eigentlich das Objekt? Einmal drücken und die Auswahl dreht sich um. Simpel, aber spart ständig Zeit.

Ins Bild reinzoomen

Cmd/Strg + Plus

Aus dem Bild rauszoomen

Cmd/Strg + Minus

Ganzes Bild in den Bildschirm einpassen

Cmd/Strg + 0 (Null)

100% Ansicht

Cmd/Strg + 1

Zeigt dir das Bild in der tatsächlichen Pixelgröße. Wichtig, um Schärfe und Details wirklich beurteilen zu können.

Im Bild scrollen

Leertaste gedrückt halten und ziehen

Das ist kein klassisches Tastenkürzel, aber es ist unentbehrlich. Egal welches Werkzeug gerade aktiv ist – Leertaste halten und du kannst das Bild verschieben. Loslassen und du bist wieder beim vorherigen Werkzeug. Das benutze ich wahrscheinlich hundertmal am Tag.


Ebenen – das Herz von Photoshop

Neue leere Ebene

Cmd/Strg + Shift + N

Erstellt eine neue leere Ebene. Ein Dialogfenster fragt dich nach dem Namen. Wenn du das nicht brauchst und es schneller gehen soll:

Cmd/Strg + Shift + Alt + N (Mac: Cmd + Shift + Option + N)

Das erstellt die Ebene ohne nachzufragen.

Ebene duplizieren

Cmd/Strg + J

Eines meiner meistgenutzten Kürzel. Kopiert die aktuelle Ebene oder den ausgewählten Bereich auf eine neue Ebene. Brauchst du ständig für nicht-destruktives Arbeiten.

Ebenen zusammenfassen

Cmd/Strg + E

Fasst die ausgewählte Ebene mit der darunter zusammen.

Alle sichtbaren Ebenen auf eine neue Ebene stempeln

Cmd/Strg + Shift + Alt + E (Mac: Cmd + Shift + Option + E)

Das ist ein langes Kürzel, aber es ist Gold wert. Es nimmt alles, was du siehst, und packt es auf eine neue Ebene – ohne die bestehenden Ebenen zu verändern. Perfekt, wenn du den aktuellen Stand sichern willst, bevor du weiter experimentierst.

Ebene nach vorne / nach hinten verschieben

Cmd/Strg + ] (nach vorne)
Cmd/Strg + [ (nach hinten)


Werkzeuge – schnell wechseln

Statt mit der Maus in die Werkzeugleiste zu fahren, drückst du einfach einen Buchstaben. Hier die wichtigsten:

V – Verschieben-Werkzeug. Damit bewegst du Ebenen und Objekte.

B – Pinsel. Dein wichtigstes Malwerkzeug. Mehrfach drücken wechselt zwischen Pinsel, Buntstift und Mischpinsel.

E – Radiergummi. Wobei ich den fast nie benutze, weil Masken besser sind. Aber gut zu wissen.

M – Auswahlrechteck. Nochmal drücken wechselt zur Auswahlellipse.

L – Lasso. Nochmal drücken wechselt zwischen Lasso, Polygon-Lasso und magnetischem Lasso.

W – Zauberstab und Schnellauswahl. Zwischen beiden wechseln mit erneutem Drücken.

C – Freistellungswerkzeug. Zum Beschneiden des Bildes.

S – Kopierstempel. Zum Klonen von Bildbereichen.

J – Reparaturpinsel und Bereichsreparatur. Zwischen beiden wechseln mit erneutem Drücken.

G – Verlaufswerkzeug und Farbfüllwerkzeug.

T – Textwerkzeug.

P – Zeichenstift.

I – Pipette. Nimmt eine Farbe aus dem Bild auf.

O – Abwedler, Nachbelichter und Schwamm.

H – Handwerkzeug. Zum Verschieben der Ansicht. Wobei die Leertaste praktischer ist.

Z – Zoomwerkzeug.


Pinsel steuern – ohne die Maus

Wenn du viel mit dem Pinsel arbeitest, sind diese Kürzel unverzichtbar:

Pinselgröße ändern

Ö und # Taste (PC) bzw. [ und ] Taste

Auf dem PC: Die Tasten Ö (kleiner) und # (größer). Das ist bei deutscher Tastatur manchmal anders belegt. Am besten einfach ausprobieren.

Auf dem Mac mit deutscher Tastatur: Ö und Ä funktionieren oft. Alternativ die eckigen Klammern, falls du eine englische Tastaturbelegung nutzt.

Wenn das nicht funktioniert – und bei deutscher Tastatur ist das leider öfter der Fall – kannst du die Kürzel in Photoshop unter Bearbeiten, Tastaturbefehle, neu belegen. Mach das. Es lohnt sich.

Pinselgröße und Härte per Maus ändern

Alt + Rechtsklick und ziehen (PC)
Ctrl + Option + Klick und ziehen (Mac)

Links-rechts ändert die Größe, hoch-runter ändert die Härte. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber wenn du es einmal drauf hast, willst du es nie wieder anders machen.

Deckkraft des Pinsels ändern

Zifferntasten 1-9 und 0

1 = 10%, 2 = 20%, 5 = 50%, 0 = 100%. Schnell hintereinander zwei Zahlen tippen für genaue Werte: 3 und 5 schnell nacheinander = 35%.

Das funktioniert auch bei anderen Werkzeugen wie dem Kopierstempel oder dem Radiergummi. Und es funktioniert nur, wenn das entsprechende Werkzeug aktiv ist.


Transformieren – Größe, Drehung, Perspektive

Frei transformieren

Cmd/Strg + T

Damit kannst du eine Ebene skalieren, drehen, verzerren. Zieh an den Ecken für die Größe, beweg die Maus außerhalb der Ecken für Drehung.

Proportionen beibehalten

In Photoshop 2026 ist proportionales Skalieren beim freien Transformieren standardmäßig aktiv. Wenn du das nicht willst und frei verzerren möchtest, halte die Shift-Taste gedrückt.

Das ist übrigens genau andersrum als in älteren Versionen. Früher musstest du Shift halten, um proportional zu bleiben. Jetzt musst du Shift halten, um nicht proportional zu sein. Hat am Anfang viele Leute verwirrt, mich eingeschlossen.

Vom Mittelpunkt aus transformieren

Alt / Option gedrückt halten während du ziehst.


Farbe und Füllung

Vordergrund- und Hintergrundfarbe tauschen

X

Wechselt zwischen den beiden Farben. Extrem praktisch beim Maskenmalen, wo du ständig zwischen Schwarz und Weiß wechselst.

Farben auf Schwarz und Weiß zurücksetzen

D

Setzt Vordergrundfarbe auf Schwarz und Hintergrundfarbe auf Weiß. Brauchst du ständig bei der Maskenarbeit.

Mit Vordergrundfarbe füllen

Alt + Backspace (PC)
Option + Delete (Mac)

Mit Hintergrundfarbe füllen

Cmd/Strg + Backspace (PC)
Cmd + Delete (Mac)


Masken

Ebenenmaske hinzufügen

Kein Standard-Tastenkürzel, aber du kannst unten im Ebenenbedienfeld auf das Rechteck mit dem Kreis klicken. Geht schnell genug.

Maske umkehren

Cmd/Strg + I

Wenn du eine Maske aktiv hast, kehrt das Schwarz und Weiß um. Also alles, was sichtbar war, wird unsichtbar und umgekehrt. Funktioniert auch auf Bildern als Farben umkehren.

Maske anzeigen

Alt / Option + Klick auf die Masken-Miniatur

Zeigt dir die Maske als Schwarzweiß-Bild. Nochmal klicken und du siehst wieder das normale Bild. Unglaublich praktisch, um zu sehen, ob deine Maske sauber ist.


Kopieren, Einfügen, Ausschneiden

Kopieren

Cmd/Strg + C

Ausschneiden

Cmd/Strg + X

Einfügen

Cmd/Strg + V

Auf reduzierte Ebene kopieren

Cmd/Strg + Shift + C

Kopiert nicht nur die aktive Ebene, sondern alles Sichtbare. Als würdest du einen Screenshot machen. Extrem nützlich, wenn du einen bestimmten Bereich aus einem Bild mit vielen Ebenen kopieren willst.

In eine Auswahl einfügen

Cmd/Strg + Shift + V

Fügt das Kopierte so ein, dass es nur innerhalb einer bestehenden Auswahl sichtbar ist. Erstellt automatisch eine Maske.


Bildanpassungen – die schnellen Korrekturen

Tonwertkorrektur

Cmd/Strg + L

Gradationskurven

Cmd/Strg + M

Farbton / Sättigung

Cmd/Strg + U

Farbbalance

Cmd/Strg + B

Bildgröße ändern

Cmd/Strg + Alt + I (Mac: Cmd + Option + I)

Arbeitsfläche ändern

Cmd/Strg + Alt + C (Mac: Cmd + Option + C)

Kleiner Hinweis: Die direkten Anpassungen über diese Kürzel sind destruktiv – sie verändern die Pixel dauerhaft. Besser ist es meistens, Einstellungsebenen zu verwenden, die du jederzeit ändern oder löschen kannst. Aber für schnelle Korrekturen oder wenn du weißt, was du tust, sind diese Kürzel immer noch praktisch.


Filter

Letzten Filter wiederholen

Cmd/Strg + F

Wendet den letzten Filter nochmal an, mit denselben Einstellungen. Praktisch, wenn du den gleichen Effekt auf mehrere Ebenen anwenden willst.

Letzten Filter mit Dialogfenster wiederholen

Cmd/Strg + Alt + F (Mac: Cmd + Option + F)

Wie oben, aber das Einstellungsfenster öffnet sich nochmal und du kannst die Werte anpassen.


Die Geheimtipps – Kürzel die kaum jemand kennt

Alle Ebenen ausblenden außer einer

Alt / Option + Klick auf das Augensymbol der Ebene

Blendet alle anderen Ebenen aus. Nochmal klicken bringt alle zurück. Ich benutz das ständig, um zu sehen, was auf einer einzelnen Ebene liegt.

Letzte Auswahl wiederherstellen

Cmd/Strg + Shift + D

Du hast versehentlich die Auswahl aufgehoben? Dieses Kürzel bringt sie zurück. Hat mich schon hundertmal gerettet.

Auswahl weichzeichnen

Shift + F6

Öffnet das Dialogfenster für die weiche Auswahlkante. Brauchst du ständig, wenn Auswahlen natürlich aussehen sollen.

Hilfslinien ein- und ausblenden

Cmd/Strg + ;

Raster ein- und ausblenden

Cmd/Strg + ‚

Lineale ein- und ausblenden

Cmd/Strg + R


Wie du das alles lernst ohne verrückt zu werden

Jetzt hast du diese riesige Liste und denkst wahrscheinlich: Das lern ich nie.

Doch. Aber nicht auf einmal.

Mach es so wie ich es gemacht hab: Nimm dir pro Woche drei Kürzel vor. Nur drei. Schreib sie auf einen Zettel und kleb ihn an den Monitor. Und dann zwing dich, diese drei Kürzel zu benutzen, auch wenn es am Anfang langsamer geht als mit der Maus.

Nach einer Woche sitzen die. Dann nimmst du die nächsten drei. Nach zwei Monaten hast du die wichtigsten drin und merkst, dass du schneller arbeitest, ohne darüber nachzudenken.

Die Finger lernen schneller als der Kopf. Irgendwann drückst du Cmd+J, ohne zu überlegen. Es wird automatisch. Wie Autofahren.

Und fang mit den wichtigsten an: Cmd/Strg + Z, Cmd/Strg + S, Cmd/Strg + J, V für Verschieben, B für Pinsel, Leertaste zum Navigieren. Die sechs allein machen schon einen riesigen Unterschied.


Ein letzter Tipp

Du kannst in Photoshop unter Bearbeiten, Tastaturbefehle, alle Kürzel anpassen. Wenn dir ein Kürzel nicht passt oder nicht funktioniert – zum Beispiel weil die deutsche Tastatur anders belegt ist – dann änder es. Das ist dein Programm. Das muss sich nach dir richten, nicht umgekehrt.

Und wenn du gar nicht weiterkommst: In Photoshop 2026 kannst du die Suchfunktion öffnen mit Cmd/Strg + F (im Menü, nicht der Filter). Da tippst du einfach ein, was du machen willst, und Photoshop zeigt dir den Befehl und das Kürzel dazu. Das ist wie Google für Photoshop.

Probier es aus. Und in einem Monat schreibst du mir, dass du nicht verstehst, wie du jemals ohne Kürzel gearbeitet hast.

Geht allen so.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – eingesprochen, wenn mir ein Thema durch den Kopf geht. Wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Kürzel kenne ich auswendig, die benutze ich jeden Tag. Das Aufschreiben hat allerdings länger gedauert als gedacht, weil mir bei jedem Kürzel noch ein weiteres eingefallen ist, das unbedingt mit rein muss. Irgendwann muss man aufhören. Jetzt zum Beispiel.



Es gibt Updates, die sind kosmetisch. Und es gibt Updates, die sagen leise, aber bestimmt: Hier wächst etwas.
Das neue Inhaltsverzeichnis des Brownz Hub gehört zur zweiten Sorte.

Nicht, weil plötzlich alles anders ist. Sondern weil jetzt sichtbar wird, wie groß dieses Ding eigentlich gedacht ist.

Der Brownz Hub war nie als schneller Kurs geplant. Er war von Anfang an ein System. Ein Archiv. Ein Denkraum. Und mit dem aktuellen Update des Inhaltsverzeichnisses wird genau das klarer denn je.


Der Brownz Hub ist kein Produkt. Er ist ein Zustand.

Wer den Brownz Hub betritt, betritt keinen Onlinekurs mit Kapitel 1–7 und Abschlusszertifikat.
Man betritt einen Arbeitsraum, der sich ständig verändert.

Das Inhaltsverzeichnis ist dabei kein Inhaltsverzeichnis im klassischen Sinn. Es ist eher eine Landkarte:

  • Trainings
  • Daten
  • Extras
  • Werkzeuge
  • Experimente
  • Prozesse

Nicht linear. Nicht brav. Sondern so, wie kreative Arbeit nun mal wirklich funktioniert.


Was das neue Inhaltsverzeichnis zeigt

Mit dem aktuellen Update wird eines sehr deutlich:
Der Brownz Hub ist kein Sammelsurium, sondern kuratiert.

Die Inhalte sind nicht zufällig gewachsen, sondern folgen einer inneren Logik:

  • vom Sehen zum Verstehen
  • vom Tool zur Haltung
  • vom Effekt zur Bildidee

Das Inhaltsverzeichnis macht diese Struktur jetzt sichtbar.

Nicht als starre Ordnung, sondern als offenes System, das weiter wächst.


Trainings: Wissen ohne Filter

Die Trainings im Brownz Hub erklären nicht, welchen Button man drücken muss.
Sie erklären, warum man ihn überhaupt drückt – oder manchmal bewusst nicht.

Synthografie wird hier nicht als Trickkiste behandelt, sondern als Erweiterung fotografischen Denkens.

Licht, Tiefe, Komposition, Materialität, Wahrnehmung.

Keine Show. Kein Motivationsgeschrei. Sondern konzentrierte Arbeit am Bild.


Daten & Extras: Rohmaterial statt Hochglanz

Ein zentraler Punkt im neuen Inhaltsverzeichnis sind die Datenpakete.

Keine fertigen Looks zum Drüberlegen.
Sondern:

  • Rohdaten
  • Arbeitsmaterial
  • Bausteine

Dinge, mit denen man arbeiten muss.

Der Hub liefert nicht die Lösung – er liefert die Substanz.


Tools als Werkzeug, nicht als Krücke

Das Update zeigt auch sehr klar, wie mit Tools umgegangen wird:

Nicht als Abkürzung.
Nicht als Ersatz für Denken.

Sondern als Verstärker dessen, was du ohnehin schon sehen kannst.

Photoshop, KI, Daten, Presets – alles da. Aber nie im Mittelpunkt.
Der Mittelpunkt bleibt das Bild.


Dropbox statt Plattform-Gefängnis

Ein wichtiger Punkt, der im Inhaltsverzeichnis mitschwingt:
Der Brownz Hub ist kein Login‑Käfig.

Alle Inhalte kommen direkt per Dropbox.

Das bedeutet:

  • Du besitzt die Daten
  • Du arbeitest offline
  • Du bist unabhängig von Plattformen

Das Inhaltsverzeichnis wächst – dein Ordner wächst mit.


Für wen dieses Update wichtig ist

Dieses Update ist nicht für jeden relevant.

Es ist relevant für Menschen, die:

  • tiefer arbeiten wollen
  • verstehen wollen, was sie tun
  • keine Angst vor Rohmaterial haben
  • nicht auf der Suche nach Abkürzungen sind

Wenn du nur Effekte willst, bist du hier falsch.
Wenn du Bilder bauen willst, bist du hier richtig.


Der eigentliche Kern des Updates

Das neue Inhaltsverzeichnis zeigt vor allem eines:

Der Brownz Hub ist noch lange nicht fertig.

Und genau das ist seine größte Stärke.

Du kaufst kein abgeschlossenes Produkt.
Du steigst in einen Prozess ein.

Alles, was seit Start entstanden ist, ist enthalten.
Alles, was kommt, kommt automatisch dazu.


Bestellung & Zugang

Der Brownz Hub ist als Jahresabo konzipiert. Kein Abo-Dschungel, keine monatlichen Abbuchungen, kein Kleingedrucktes.

Laufzeit: Oktober 2025 bis Oktober 2026
Preis: 199 Euro

Der entscheidende Punkt:
Wer jetzt einsteigt, bekommt sofort Zugriff auf alle Inhalte, die seit Start bereits erschienen sind – ohne Wartezeit, ohne Einschränkung. Alles ist direkt verfügbar.

So bestellst du den Brownz Hub

Die Bestellung läuft bewusst persönlich und direkt.

Bezahlung: PayPal oder Überweisung

Nach deiner Bestellung erhältst du alle weiteren Infos zur Freischaltung sowie den Zugang zu deinem privaten Dropbox-Ordner.

Wichtig: Für den Brownz Hub benötigst du eine Dropbox mit ausreichend Speicherplatz. Die kostenlose Version reicht in der Regel nicht aus.


Zum Original-Beitrag

Wer den Ursprung, die Idee und die komplette Grundstruktur des Brownz Hub nachlesen möchte, findet den Originalartikel hier:


Fazit

Dieses Update ist kein Marketing-Trick.

Es ist eine Einladung.

Eine Einladung, anders zu arbeiten.
Langsamer. Tiefer. Ehrlicher.

Der Brownz Hub wächst.
Und mit ihm wächst dein Blick auf Bilder.

Wo Fotografie endet, beginnt Brownz Art.



Ich arbeite seit über zwanzig Jahren mit Photoshop. Jeden Tag. Manchmal liebe ich es, manchmal fluche ich, meistens irgendwas dazwischen. Und in all den Jahren habe ich so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann. Aber noch öfter habe ich anderen dabei zugeschaut, wie sie Fehler machen. Oder besser gesagt: wie sie Dinge glauben, die einfach nicht stimmen.

Das Verrückte ist – viele dieser Missverständnisse halten sich hartnäckig. Sie werden in Foren weitergegeben, in YouTube-Kommentaren behauptet, manchmal sogar in Kursen gelehrt. Und irgendwann glaubt man es einfach, weil man es so oft gehört hat.

Zeit, mal aufzuräumen.

Hier sind die zehn Sachen, die ich am häufigsten höre – und warum sie Quatsch sind. Oder zumindest nicht so einfach, wie alle tun.


1. „300 DPI muss sein, sonst ist das Bild schlecht“

Das ist wahrscheinlich das hartnäckigste Missverständnis überhaupt. Ich höre das ständig. „Hat das Bild 300 DPI?“ Als wäre das eine magische Zahl, die über Gut und Böse entscheidet.

Hier ist die Wahrheit: DPI allein sagt gar nichts.

DPI heißt Dots Per Inch. Das beschreibt, wie viele Punkte pro Zoll gedruckt werden. Aber das ist nur relevant in Kombination mit der tatsächlichen Pixelanzahl und der Druckgröße.

Ein Bild mit 300 DPI, das nur 500 Pixel breit ist, kannst du vielleicht vier Zentimeter breit drucken. Ein Bild mit 72 DPI, das aber 6000 Pixel breit ist, kannst du problemlos auf ein Poster ziehen.

Die Pixelanzahl zählt. Nicht die DPI-Zahl, die irgendwo in den Metadaten steht. Die kannst du in zwei Sekunden ändern, ohne dass sich am Bild irgendwas ändert. Einfach in Photoshop unter Bildgröße die Checkbox „Neu berechnen“ rausnehmen und eine andere Zahl eintippen. Fertig. Selbes Bild, andere DPI.

Ich hab mal einen Kunden gehabt, der mir ein Bild zurückgeschickt hat mit dem Kommentar „Das hat ja nur 72 DPI, das können wir nicht drucken“. Das Bild hatte 8000 mal 6000 Pixel. Hätte man auf eine Hauswand drucken können. Aber nein, die Zahl stimmte nicht.

Merke: Frag nach Pixeln, nicht nach DPI.


2. „Je mehr Ebenen, desto professioneller“

Ich hab Dateien gesehen mit 200 Ebenen. Alles penibel sortiert, gruppiert, benannt. Und das Ergebnis war mittelmäßig.

Ich hab auch Dateien gesehen mit fünf Ebenen. Und das Ergebnis war umwerfend.

Die Anzahl der Ebenen sagt nichts über die Qualität der Arbeit. Gar nichts.

Ja, Ebenen sind wichtig. Ja, nicht-destruktiv arbeiten ist meistens schlauer als alles auf eine Ebene zu brennen. Aber mehr ist nicht automatisch besser.

Manchmal ist die beste Lösung die einfachste. Manchmal reicht eine Einstellungsebene statt fünfzehn. Manchmal ist ein gezielter Pinselstrich effektiver als drei Ebenen mit Masken und Mischmodi.

Ich kenne Leute, die mehr Zeit mit dem Organisieren ihrer Ebenen verbringen als mit dem eigentlichen Bild. Das ist keine Professionalität. Das ist Prokrastination mit Struktur.

Arbeite so komplex wie nötig. Nicht so komplex wie möglich.


3. „Automatische Korrekturen sind was für Anfänger“

Diesen Snobismus höre ich vor allem von Leuten, die sich für besonders professionell halten. „Ich mach alles manuell, Auto-Funktionen sind Cheating.“

Blödsinn.

Die Auto-Funktionen in Photoshop sind nicht perfekt. Aber sie sind auch nicht dumm. Hinter Auto-Tonwertkorrektur oder Auto-Farbe stecken Algorithmen, die in vielen Fällen einen soliden Startpunkt liefern.

Ich benutze die ständig. Nicht als Endergebnis, aber als Ausgangspunkt. Klick auf Auto, gucken was passiert, und dann von da aus weiter. Manchmal spart mir das fünf Minuten Rumgeschraube an den Kurven.

Werkzeuge sind Werkzeuge. Es gibt keine Ehrenmedaille dafür, alles auf dem schwierigsten Weg zu machen. Wenn Auto-Tonwert in zwei Sekunden das macht, wofür ich sonst eine Minute gebraucht hätte – warum nicht?

Das Ergebnis zählt. Nicht der Weg dahin.


4. „RAW ist immer besser als JPEG“

Grundsätzlich stimmt das – RAW hat mehr Informationen, mehr Spielraum, mehr Reserven zum Korrigieren. Keine Frage.

Aber „immer“ ist ein großes Wort.

Wenn du ein Bild hast, das perfekt belichtet ist, die Farben stimmen, und du nur minimale Anpassungen machen willst – dann ist JPEG völlig okay. Du wirst keinen Unterschied sehen. Keinen.

RAW macht Sinn, wenn du Probleme retten musst. Wenn die Belichtung daneben ist, wenn du Schatten aufziehen willst, wenn der Weißabgleich komplett falsch war. Da zeigt RAW seine Stärke.

Aber ich hab Leute erlebt, die sich geweigert haben, ein JPEG zu bearbeiten. Als wäre das unter ihrer Würde. „Kann ich nicht machen, ist ja nur JPEG.“ Und dann haben sie das Projekt verloren, weil der Kunde keine RAW-Dateien hatte.

Arbeite mit dem, was du hast. RAW ist besser, wenn du die Wahl hast. Aber JPEG ist kein Müll. Es ist ein Format. Behandle es entsprechend.


5. „Schärfen macht unscharfe Bilder scharf“

Wenn ich für jeden Euro, den ich für diese Aussage gehört habe, einen Euro bekommen hätte… naja, du weißt schon.

Schärfen in Photoshop macht unscharfe Bilder nicht scharf. Es macht sie schärfer aussehend. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Was Schärfen wirklich tut: Es erhöht den Kontrast an Kanten. Dadurch wirken Übergänge knackiger. Das Auge interpretiert das als Schärfe.

Aber wenn ein Bild wirklich unscharf ist – Bewegungsunschärfe, Fokusfehler, verwackelt – dann kannst du schärfen so viel du willst. Es wird nicht scharf. Es wird nur körniger, kantiger, und irgendwann sieht es aus wie ein Alptraum.

Schärfen ist das Sahnehäubchen am Ende. Es holt das Letzte raus aus einem Bild, das schon gut ist. Es rettet kein Bild, das technisch daneben ist.

Ja, es gibt KI-Tools, die mittlerweile erstaunliche Dinge können. Topaz, die neuen Photoshop-Funktionen, diverses anderes Zeug. Manche davon sind beeindruckend. Aber auch die können keine Wunder vollbringen. Und sie kosten Zeit, Rechenleistung, und funktionieren nicht bei allem.

Lieber beim Fotografieren aufpassen als nachher verzweifelt schärfen.


6. „Der Kopierstempel und der Reparaturpinsel sind praktisch dasselbe“

Nein. Nein nein nein.

Das sind zwei komplett verschiedene Werkzeuge, die komplett verschiedene Dinge tun. Dass sie ähnlich aussehen und nebeneinander in der Werkzeugleiste liegen, heißt nicht, dass sie austauschbar sind.

Der Kopierstempel macht exakt das, was der Name sagt: Er kopiert. Du nimmst einen Bereich auf und stempelst ihn woanders hin. Eins zu eins. Was du aufnimmst, kommt raus. Helligkeit, Farbe, Textur – alles identisch.

Der Reparaturpinsel ist cleverer. Er kopiert die Textur, aber passt Helligkeit und Farbe an die Umgebung an. Das macht ihn fantastisch für Hautretusche, für Flecken entfernen, für alles, wo du nahtlose Übergänge brauchst.

Aber genau das macht ihn auch unbrauchbar für manche Situationen. Wenn du an einer Kante arbeitest, zieht er Farbe von der anderen Seite rein. Wenn du was Helles neben was Dunklem reparieren willst, macht er Matsch.

Wann was? Kopierstempel für Präzision und Kontrolle. Reparaturpinsel für nahtloses Verschmelzen. Bereichsreparatur für schnelle, einfache Korrekturen wo die Umgebung einheitlich ist.

Lern beide. Benutz beide. Aber verwechsle sie nicht.


7. „CMYK ist für Druck, RGB ist für Bildschirm – also muss ich für Druck immer in CMYK arbeiten“

Das klingt logisch. Ist es aber nicht. Zumindest nicht so einfach.

Ja, Drucker arbeiten mit CMYK. Cyan, Magenta, Yellow, Key (Schwarz). Und ja, Bildschirme arbeiten mit RGB. Das stimmt alles.

Aber daraus folgt nicht, dass du in Photoshop in CMYK arbeiten solltest.

Hier ist das Problem: CMYK hat einen kleineren Farbraum als RGB. Wenn du in CMYK arbeitest, stehen dir weniger Farben zur Verfügung. Manche Filter funktionieren nicht. Manche Einstellungsebenen fehlen. Du arbeitest mit angezogener Handbremse.

Die meisten Profis – und ich meine wirklich Profis, Leute die seit Jahrzehnten für Druckereien arbeiten – machen Folgendes: Sie arbeiten in RGB und konvertieren ganz am Ende zu CMYK. Oder sie liefern RGB und lassen die Druckerei konvertieren.

Warum? Weil moderne Druckereien das besser können als du. Die haben Farbprofile, die genau auf ihre Maschinen abgestimmt sind. Wenn du in irgendeinem generischen CMYK arbeitest, passt das wahrscheinlich eh nicht.

Ausnahme: Wenn die Druckerei dir ein spezifisches Profil gibt und sagt „Bitte so anliefern“ – dann mach das. Aber auch dann würde ich in RGB arbeiten und am Ende konvertieren.

Die Angst vor RGB beim Druck ist ein Relikt aus den 90ern. Lass sie los.


8. „Masken sind kompliziert“

Das höre ich so oft von Leuten, die seit Jahren mit Photoshop arbeiten. Sie benutzen den Radiergummi, machen Auswahlen und löschen Pixel, vermeiden Masken wie der Teufel das Weihwasser.

Und ich verstehe es irgendwie. Masken wirken erstmal abstrakt. Weiß zeigt, Schwarz versteckt, Grau ist irgendwas dazwischen. Das ist nicht intuitiv.

Aber hier ist die Sache: Masken sind das mächtigste Werkzeug in Photoshop. Kein Witz. Wenn du Masken verstehst, verstehst du Photoshop.

Und sie sind nicht kompliziert. Sie sind nur anders.

Eine Maske ist nichts anderes als ein Schwarzweißbild, das bestimmt, was man sieht und was nicht. Das war’s. Weißer Bereich: sichtbar. Schwarzer Bereich: unsichtbar. Grauer Bereich: halbtransparent.

Du malst mit Weiß, um Dinge zu zeigen. Du malst mit Schwarz, um Dinge zu verstecken. Du kannst jederzeit umentscheiden. Nichts ist endgültig. Nichts ist zerstört.

Das ist der Unterschied zum Radiergummi. Der Radiergummi löscht Pixel. Für immer. Weg. Wenn du morgen merkst, dass du zu viel wegradiert hast – Pech gehabt.

Mit einer Maske malst du einfach mit Weiß drüber, und es ist wieder da.

Nimm dir einen Nachmittag. Spiel mit Masken rum. Erstell eine, mal drauf rum, guck was passiert. Nach zwei Stunden wirst du dich fragen, warum du das nicht früher gemacht hast.


9. „Kurven und Tonwertkorrektur machen dasselbe“

Sie sehen ähnlich aus. Sie tun ähnliche Dinge. Aber sie sind nicht dasselbe.

Die Tonwertkorrektur hat drei Regler: Schwarzpunkt, Weißpunkt, Gamma. Damit kannst du den Kontrast anpassen und die Mitteltöne verschieben. Fertig. Das ist alles, was sie kann.

Die Gradationskurve kann das auch. Aber sie kann viel, viel mehr.

Mit Kurven kannst du jeden einzelnen Helligkeitswert separat beeinflussen. Du kannst sagen: Nur die ganz dunklen Töne sollen heller werden, aber die mitteldunklen bleiben wie sie sind. Du kannst S-Kurven bauen für Kontrast, du kannst einzelne Farbkanäle bearbeiten, du kannst Farbstiche korrigieren, du kannst Looks kreieren, die mit Tonwertkorrektur unmöglich wären.

Wenn Tonwertkorrektur ein Hammer ist, dann sind Kurven ein Schweizer Taschenmesser.

Mein Rat: Lern Kurven. Vergiss Tonwertkorrektur. Okay, das ist übertrieben – Tonwertkorrektur ist schneller für einfache Anpassungen. Aber wenn du nur eines von beiden richtig lernen willst, nimm Kurven. Das ist das Werkzeug, das alles kann.


10. „Mehr RAM heißt Photoshop läuft schneller“

Jein.

Ja, Photoshop braucht RAM. Ja, mit mehr RAM läuft es besser. Bis zu einem Punkt.

Aber irgendwann ist Schluss. Wenn du 32 Gigabyte RAM hast und normalerweise mit Dateien arbeitest, die vielleicht 500 Megabyte groß sind, bringt dir mehr RAM genau nichts. Photoshop wird nicht schneller, nur weil du 64 Gigabyte reinsteckst.

Was oft mehr bringt: Eine schnelle SSD. Ein aktueller Prozessor. Eine vernünftige Grafikkarte.

Photoshop ist ein komplexes Programm. Es nutzt RAM, ja. Aber es nutzt auch die CPU, die GPU, es schreibt temporäre Dateien auf die Festplatte. Der langsamste Teil ist der Flaschenhals.

Wenn du eine alte Festplatte hast, kann Photoshop noch so viel RAM bekommen – es wird auf die Festplatte warten müssen.

Wenn deine Grafikkarte uralt ist, werden alle Filter, die GPU-Beschleunigung nutzen, trotzdem langsam sein.

Bevor du RAM nachrüstest: Guck dir an, was wirklich bremst. Öffne den Task-Manager während du arbeitest. Schau, wo die Auslastung am höchsten ist. Dann investier da.


Bonus: „Man muss Photoshop von Grund auf lernen, bevor man damit arbeiten kann“

Das halte ich für den gefährlichsten Mythos von allen.

Nicht weil er komplett falsch wäre. Sondern weil er Leute davon abhält, überhaupt anzufangen.

Du musst nicht alles können, um mit Photoshop zu arbeiten. Du musst das können, was du gerade brauchst.

Ich kenne Fotografen, die seit Jahren mit Photoshop arbeiten und noch nie den Zeichenstift angefasst haben. Brauchen sie nicht. Ich kenne Designer, die keine Ahnung von Frequenztrennung haben. Brauchen sie nicht.

Das Programm ist riesig. Niemand – wirklich niemand – nutzt alles davon. Du pickst dir raus, was du brauchst. Du lernst das. Und wenn du was Neues brauchst, lernst du das dazu.

Wer darauf wartet, Photoshop „fertig gelernt“ zu haben, wartet für immer.

Fang an. Mach Fehler. Lern dabei. Das ist der einzige Weg.


Wie dieser Text entstanden ist

Kurz zur Transparenz, weil mir das wichtig ist: Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos. Ich quatsche meine Gedanken ins Handy, meistens wenn ich gerade über irgendwas stolpere, das mich aufregt. Diese Aufnahmen werden transkribiert und dann mit KI in eine lesbare Form gebracht.

Die Erfahrung, die Meinungen, die Beispiele – das ist alles meins. Zwanzig Jahre Photoshop, tausend Fehler, ein paar Sachen, die ich dabei gelernt habe. Die Struktur und der Feinschliff kommen mit Hilfe von Tools.

Finde ich legitim. Ist auch nur ein Werkzeug.



Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, sieht nur einen Teil von dem, was ich mache. Das ist keine Absicht. Das liegt einfach daran, wie diese Plattformen funktionieren.

Da gibt es Regeln. Manche stehen irgendwo geschrieben, die meisten nicht. Algorithmen entscheiden, was gezeigt wird und was nicht. Und sobald ein Bild zu dunkel ist, zu körperlich, zu direkt, zu irgendwas – verschwindet es. Wird ausgeblendet. Oder gleich gesperrt.

Das nervt. Aber so ist es halt.

Also zeige ich dort das, was durchgeht. Und den Rest zeige ich woanders.


DeviantArt

DeviantArt ist so ein Ort. Ich weiß, das klingt für manche wie 2005. Aber ehrlich gesagt ist mir das egal. Die Plattform funktioniert für das, was ich brauche.

Dort lade ich Sachen hoch, die ich auf Instagram nie posten würde. Nicht weil sie verboten wären im eigentlichen Sinn – sondern weil ich keine Lust habe, mich mit irgendwelchen automatischen Filtern rumzuschlagen oder morgens aufzuwachen und zu sehen, dass mein Account schon wieder eingeschränkt wurde.

Auf DeviantArt kann ich dunkler sein. Experimenteller. Direkter. Da liegen Arbeiten, die ich gemacht habe, ohne darüber nachzudenken, ob das jetzt „plattformtauglich“ ist. Hybride Sachen zwischen Fotografie und digitaler Kunst. Composings, die niemand bestellt hat. Bilder, die einfach raus mussten.

Das ist kein Schaufenster für mich. Eher ein Archiv. Ein Ort, wo die Sachen liegen, die sonst nirgends passen.

Hier: https://www.deviantart.com/brownzart


fotocommunity

Der andere Ort ist die fotocommunity. Da geht es mehr um Fotografie, aber nicht so wie man das vielleicht erwartet. Nicht diese „tolles Licht, schönes Model, perfekte Technik“-Nummer.

Eher das, was passiert, nachdem das Foto gemacht ist. Was ich damit anstelle. Wie ich es verbiege, verfremde, in eine Richtung schiebe, die mir was bedeutet.

Viele Bilder dort sind dunkel. Emotional. Manchmal unbequem. Das sind keine Arbeiten, die auf Likes optimiert sind. Die erzählen was. Ob das jedem gefällt, ist mir ehrlich gesagt nicht so wichtig.

Hier: https://www.fotocommunity.de/fotograf/der-brownz-brownzart-reloaded


Warum ich das hier überhaupt schreibe

Weil ich immer wieder Nachrichten bekomme von Leuten, die sagen: Ich mag deine Sachen, aber ich will mehr sehen. Und dann schick ich die auf DeviantArt oder fotocommunity, und die sind überrascht, was da noch alles ist.

Instagram zeigt halt nur einen Ausschnitt. Den Teil, der durchgeht. Der nicht aneckt. Der keine Probleme macht.

Wer wissen will, wie ich wirklich arbeite – was mich interessiert, wo ich hinwill, was mich umtreibt – der muss woanders schauen. Nicht zum Liken. Einfach zum Gucken.


BROWNZ
Synthografie · Fotografie · Bildwelten jenseits des Mainstreams


Wie dieser Text entstanden ist

Kurz noch, weil mir Transparenz wichtig ist: Meine Blogartikel entstehen meistens unterwegs. Ich spreche Gedanken ins Handy, wenn mir was einfällt. Sprachmemos, ziemlich chaotisch, mit allen Ähms und Abschweifungen. Das wird dann transkribiert und danach mit KI in Form gebracht.

Die Gedanken sind meine. Die Haltung ist meine. Das Aufräumen und Strukturieren mach ich mit Tools. Finde ich nicht schlimm. Ist auch nur ein Werkzeug, wie Photoshop oder eine Kamera.

Wollte ich nur gesagt haben.




Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Der erste Verkauf war Aufregung, Unglaube, dieses Gefühl von „Wirklich? Jemand will das haben?“

Der zweite ist stiller. Nicht weniger bedeutsam – vielleicht sogar mehr. Aber stiller.

Es ist das zweite Bild, das als Unique Fine Art Print verkauft wurde. Wieder ein Einzelstück. Wieder jemand, der gesagt hat: Das will ich, und ich will, dass es nur mir gehört.

Und irgendwie fühlt sich das nicht mehr wie Glück an. Es fühlt sich an wie – ja, wie Bestätigung. Als würde etwas funktionieren, von dem ich gehofft habe, dass es funktioniert, aber nie sicher war.


Was der zweite Verkauf anders macht

Beim ersten Mal dachte ich noch: Vielleicht Zufall. Vielleicht der richtige Mensch zur richtigen Zeit. Vielleicht einfach Glück gehabt.

Beim zweiten Mal kann ich mir das nicht mehr einreden. Da ist eine Linie. Da ist jemand, der nicht wusste, dass es den ersten Verkauf gab, und trotzdem auf dasselbe reagiert hat. Auf die Arbeit. Auf das, was dahintersteht.

Das Bild wurde nicht lauter beworben als andere. Ich habe keinen speziellen Push gemacht, keine Rabattaktion, nichts davon. Es stand einfach da, zwischen den anderen Arbeiten. Und jemand hat es gesehen.

Das ist vielleicht das Beste daran: Ich musste es nicht erklären. Es hat für sich selbst gesprochen.


Wie das Bild entstanden ist

Ich fange selten bei null an. Meistens gibt es ein Foto, eine Textur, irgendetwas, das mich anspringt. Bei diesem Bild war es eine Figur, die ich lange mit mir herumgetragen habe. Nicht im Kopf – buchstäblich in einem Ordner auf meinem Rechner, zwischen hundert anderen Fragmenten.

Irgendwann habe ich angefangen, drumherum zu bauen. Schicht für Schicht. Dunkelheit reingebracht, nicht weil Dunkelheit gerade trendy ist, sondern weil das Bild danach verlangt hat. Manchmal wissen Bilder besser als ich, was sie brauchen.

Die synthetischen Techniken kamen später. Nicht um das Bild zu verfremden – eher um es zu stabilisieren. Struktur reinzuarbeiten, die hält. Die nicht zusammenbricht, wenn man sie auf 80 mal 120 Zentimeter zieht.

Nicht jedes Bild verträgt Größe. Manche sehen auf dem Monitor fantastisch aus und fallen auseinander, sobald man sie druckt. Dieses hier nicht. Dieses hier wächst, je größer es wird.


Was das Bild zeigt

Eine Figur mit Flügeln. Das Gesicht verborgen, nicht aus Scham, sondern – ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll – aus Erschöpfung vielleicht. Oder Überforderung.

Die Flügel sind nicht erhaben. Sie sind schwer. Das ist kein Engel, der gleich davonfliegt. Das ist jemand, der das Gewicht von irgendwas trägt und nicht weiß, wie lange noch.

Regen im Bild. Aber kein dramatischer Regen, kein Actionfilm-Regen. Eher so ein Dauerzustand. Als würde es schon immer regnen und nie aufhören.

Ich mag Bilder, die nicht schreien. Die einfach da sind und warten, bis jemand hinschaut.


Der Mensch, der es gekauft hat

Ich werde nicht viel darüber sagen, weil es privat ist. Aber so viel: Es war wieder jemand aus dem kunstnahen Bereich. Jemand, der nicht impulsiv kauft, sondern hinschaut. Der nicht fragt „Was stellt das dar?“ sondern merkt, was es mit ihm macht.

Das ist der Unterschied, glaube ich. Manche Menschen kaufen Motive. Andere kaufen Haltung.

Wenn jemand zum zweiten Mal diese Art von Entscheidung trifft – jemand anderes, für ein anderes Bild – dann entsteht da etwas. Kein Markt, dafür ist es zu früh. Aber eine Art von Vertrauen. In den Prozess. In das, was ich mache.


Kein Höhepunkt

Ich will das hier nicht größer machen, als es ist. Zwei verkaufte Prints sind zwei verkaufte Prints. Das ist noch keine Karriere, kein Durchbruch, kein Beweis für irgendwas Monumentales.

Aber es ist ein Signal. Für mich jedenfalls.

Wenn Bilder anfangen, ihren Platz zu finden, ohne dass ich danebenstehen und erklären muss, was sie bedeuten – dann stimmt irgendwas. Dann trägt die Arbeit sich selbst.

Der erste Verkauf war aufregend. Der zweite ist ruhig. Fast nüchtern.

Und genau so soll es sich anfühlen, glaube ich. Nicht wie ein Feuerwerk. Eher wie ein Fundament, das langsam härter wird.

Mal sehen, was als Nächstes kommt.


Die Arbeiten gibt es weiterhin hier zu sehen: brownzart.com

Und wer mehr darüber lesen will, was hinter Brownz Art steckt: Mehr als Galerie – was du bei Brownz Art wirklich bekommst




Es gibt Werkzeuge, die benutzt man. Und es gibt Werkzeuge, die werden Teil von einem.

LucisArt ist für mich das zweite. Genauer gesagt: LucisArt 2.0 mit seinem Wyeth-Setting. Ein Plugin, das seit fast zwanzig Jahren nicht mehr verkauft wird, von einer Firma, die längst nicht mehr existiert, für eine Photoshop-Version, die offiziell Vergangenheit ist.

Und trotzdem – trotzdem – geht jedes einzelne meiner Bilder durch diesen Filter. Jedes. Ohne Ausnahme.

Nicht weil ich nostalgisch bin. Nicht weil ich Angst vor Neuem hätte. Sondern weil nichts, was ich in zwanzig Jahren ausprobiert habe, das gleiche Ergebnis liefert. Nichts.


Was war LucisArt überhaupt?

Für alle, die den Namen noch nie gehört haben: LucisArt war ein Photoshop-Plugin, das in den frühen 2000er Jahren entwickelt wurde. Die Technologie dahinter hieß Differential Hysteresis Processing – ein Begriff, der klingt, als hätte ihn jemand erfunden, um auf Konferenzen klug zu wirken.

Aber hinter dem komplizierten Namen steckte etwas Einfaches: Der Filter konnte lokale Kontraste verstärken, ohne dabei die üblichen Probleme zu verursachen.

Wenn du heute in Lightroom den Clarity-Regler hochziehst, bekommst du mehr Kontrast in den Mitteltönen. Das sieht erstmal knackiger aus, aber bei höheren Werten wird es schnell matschig, haloartig, künstlich. Die Kanten bekommen diese hässlichen hellen Säume, Hauttöne werden fleckig, und das ganze Bild sieht aus wie ein HDR-Unfall.

LucisArt hat das nicht gemacht. Es hat Details hervorgeholt – echte Details, nicht künstliche Kanten – und dabei die Integrität des Bildes bewahrt. Die Farben blieben sauber. Die Übergänge blieben natürlich. Und das Ergebnis sah nicht bearbeitet aus, sondern einfach besser. Präsenter. Lebendiger.

Als würde man eine Brille aufsetzen und plötzlich schärfer sehen – ohne dass die Welt anders aussieht.


Die Version 2.0: Der Sweet Spot

LucisArt gab es in verschiedenen Versionen. Die späteren hatten mehr Funktionen, mehr Regler, mehr Möglichkeiten. Aber Version 2.0 war der Sweet Spot.

Nicht zu kompliziert, nicht zu simpel. Eine Handvoll Presets, die alle einen eigenen Charakter hatten. Und eine Benutzeroberfläche, die so aussah, als hätte sie jemand in einer Nacht zusammengebaut – was sie wahrscheinlich auch hatte.

Aber das Entscheidende waren nicht die Regler. Das Entscheidende waren die Presets. Und eines davon hat mein Leben verändert.


Wyeth: Der Filter, der nach einem Maler benannt wurde

Andrew Wyeth. Falls du den Namen nicht kennst: Er war einer der bedeutendsten amerikanischen Maler des 20. Jahrhunderts. Bekannt für hyperrealistische Bilder, die trotzdem traumhaft wirkten. Für Landschaften, die so detailliert waren, dass man jeden Grashalm sehen konnte, aber gleichzeitig eine Melancholie ausstrahlten, die einem den Atem nahm.

Sein berühmtestes Bild, „Christina’s World“, zeigt eine Frau in einem Feld, die zu einem Haus in der Ferne kriecht. Man sieht jede Struktur im Gras, jede Falte im Kleid, jede Unebenheit im Boden. Aber es ist nicht einfach nur detailliert. Es ist lebendig. Es atmet.

Und genau das macht das Wyeth-Setting in LucisArt.

Wenn ich ein Bild durch diesen Filter jage, passiert etwas Magisches. Die Details treten hervor, aber nicht auf eine aggressive Art. Es ist eher, als würde das Bild aufwachen. Als würde es tiefer atmen. Texturen werden greifbar – Haut, Stoff, Holz, Stein – ohne dass sie überschärft oder künstlich wirken.

Der Effekt ist subtil genug, dass die meisten Leute nicht sagen können, was genau anders ist. Sie sagen nur: Das Bild hat etwas. Es zieht mich rein. Es fühlt sich echt an.

Das ist Wyeth. Das ist der Grund, warum ich diesen Filter liebe.


Warum ich dafür Photoshop CS3 benutze

Jetzt kommt der Teil, der manche Leute verwirrt. Ich habe Photoshop 2025. Ich habe Lightroom. Ich habe Capture One. Ich habe Affinity Photo. Ich habe alles, was modern und aktuell ist.

Aber für den finalen Schritt – für das Finish – starte ich Photoshop CS3.

Warum? Weil LucisArt 2.0 nur dort noch läuft und ich ne Installationsversion habe die auf WIN11 funktioniert.

Das Plugin ist 32-bit. Es wurde für Windows XP entwickelt. Es kennt keine 64-bit-Architektur, keine modernen Farbräume, keine GPU-Beschleunigung. Es ist ein Dinosaurier.

Aber dieser Dinosaurier macht etwas, das kein modernes Tool kann.

Also habe ich einen Workflow entwickelt. Ich bearbeite meine Bilder in der aktuellen Software – Farbkorrektur, Retusche, Composing, alles Moderne. Dann exportiere ich eine TIFF-Datei, öffne sie in CS3, lasse LucisArt mit dem Wyeth-Setting drüberlaufen, speichere, und importiere das Ergebnis zurück.

Das sind Extra-Schritte. Das ist umständlich. Das ist altmodisch.

Aber es ist es wert. Jedes einzelne Mal.


Was genau macht Wyeth mit einem Bild?

Lass mich versuchen, den Effekt zu beschreiben – auch wenn Worte hier an ihre Grenzen stoßen.

Stell dir ein Portrait vor. Gute Belichtung, scharfes Objektiv, ordentliche Nachbearbeitung. Es sieht gut aus. Professionell. Sauber.

Jetzt legst du Wyeth drüber.

Die Hauttextur wird sichtbar – nicht die Poren, nicht die Unreinheiten, sondern die Struktur. Die feinen Linien um die Augen, die Textur der Lippen, die Beschaffenheit der Augenbrauen. Alles tritt ein Stück hervor, ohne dass es nach Beauty-Retusche-Rückwärts aussieht.

Die Augen bekommen Tiefe. Die Iris scheint fast dreidimensional zu werden. Die Lichtreflexe werden präsenter.

Die Kleidung – falls im Bild – wird greifbar. Du siehst plötzlich, ob es Baumwolle ist oder Seide. Du siehst die Webstruktur, die Falten, die Art, wie der Stoff fällt.

Und das alles, ohne dass das Bild lauter wird. Ohne Halos. Ohne Artefakte. Ohne diesen typischen Überschärfungs-Look.

Es ist, als würde jemand einen Schleier vom Bild ziehen, von dem du gar nicht wusstest, dass er da war.


Landschaften: Wo Wyeth wirklich singt

So gut das Setting bei Portraits funktioniert – bei Landschaften wird es transzendent.

Gras. Bäume. Felsen. Wasser. Wolken. All diese Dinge, die in der Natur so unglaublich detailliert sind, aber in Fotos oft flach wirken – Wyeth bringt sie zurück.

Ich erinnere mich an ein Bild, das ich vor Jahren gemacht habe. Eine Wiese im Morgenlicht, Tau auf den Grashalmen, ein alter Baum im Hintergrund. Das Foto war okay. Technisch sauber, gut belichtet, ordentlich komponiert.

Dann Wyeth.

Plötzlich sah ich jeden einzelnen Grashalm. Nicht als Linie, sondern als dreidimensionales Objekt. Der Tau glitzerte. Die Rinde des Baumes hatte eine Tiefe, die vorher nicht da war. Das ganze Bild sah aus, als könnte ich hineinsteigen.

Das war der Moment, in dem ich wusste: Diesen Filter gebe ich nie wieder her.


Die Trauer um eine tote Software

LucisArt wurde irgendwann nicht mehr weiterentwickelt. Die Firma – ich glaube, sie hieß Image Content Technology oder so ähnlich – hat aufgehört zu existieren. Die Website verschwand. Der Support endete. Die Downloads wurden eingestellt.

Wer das Plugin nicht hatte, konnte es nicht mehr bekommen. Wer es hatte, konnte es nicht mehr aktualisieren.

Für mich war das wie der Tod eines Freundes. Nicht dramatisch, nicht plötzlich – eher ein langsames Verschwinden. Eines Tages merkst du, dass du die Nummer nicht mehr anrufen kannst.

Ich habe meine Installer-Dateien gehütet wie einen Schatz. Auf mehreren Festplatten gesichert. In die Cloud kopiert. Ausgedruckt – okay, das nicht, aber fast.

Und ich habe versucht, Ersatz zu finden. Jahrelang.


Alles, was ich stattdessen probiert habe

Clarity in Lightroom. Texture in Lightroom. Der High-Pass-Filter in Photoshop. Topaz Detail. Topaz Clarity. Nik Collection Detail Extractor. DxO ClearView. ON1 Detail. Luminar Structure. Capture One Clarity und Structure.

Ich habe sie alle getestet. Manche sind gut. Manche sind sehr gut. Aber keine ist Wyeth.

Es ist wie mit Essen. Du kannst hundert verschiedene Pizzen probieren, und manche sind fantastisch. Aber wenn du einmal diese eine Pizza hattest – in diesem einen Restaurant, an diesem einen Abend, mit dieser einen Kombination aus Teig und Käse und Tomaten – dann weißt du: Das ist der Standard. Alles andere ist nur ähnlich.

Wyeth ist diese Pizza.

Die modernen Tools kommen nah dran. Aber sie haben alle irgendetwas, das nicht stimmt. Entweder sind die Halos zu sichtbar, oder die Farben verschieben sich, oder der Effekt ist zu aggressiv, oder er ist zu subtil, oder er funktioniert nur bei bestimmten Bildern.

Wyeth funktioniert bei allem. Portraits, Landschaften, Architektur, Stillleben, abstrakte Kunst. Es macht alles besser. Immer. Ohne Ausnahme.


Der technische Aspekt: Differential Hysteresis Processing

Ich bin kein Mathematiker, aber ich habe versucht zu verstehen, was LucisArt technisch anders macht. Soweit ich es begreifen kann, geht es um Folgendes:

Normale Schärfungs- und Kontrast-Algorithmen arbeiten mit lokalen Pixeldifferenzen. Sie schauen sich an, wie unterschiedlich benachbarte Pixel sind, und verstärken diese Unterschiede. Das führt zu Kanten – und zu Halos, wenn man übertreibt.

LucisArt arbeitet anders. Es analysiert nicht nur lokale Differenzen, sondern auch, wie sich diese Differenzen über größere Bereiche verhalten. Es erkennt Strukturen statt nur Kanten. Und es verstärkt diese Strukturen, ohne die Kanten künstlich zu betonen.

Das Ergebnis ist eine Art Tiefe, die schwer zu erklären ist. Es ist nicht mehr Kontrast. Es ist nicht mehr Schärfe. Es ist mehr Präsenz.

Und das Wyeth-Preset hat genau die richtige Kalibrierung, um diese Präsenz zu maximieren, ohne sie zu übertreiben. Es ist der Sweet Spot des Sweet Spots.


Warum ich das hier schreibe

Eigentlich schreibe ich das aus Egoismus. Weil ich hoffe, dass irgendwo da draußen jemand sitzt, der LucisArt auch kennt. Der auch noch die alten Installer hat. Der versteht, wovon ich rede.

Weil es einsam sein kann, ein Werkzeug zu lieben, das niemand mehr kennt.

Aber ich schreibe es auch als Warnung. Oder als Mahnung. Oder als was auch immer.

Software verschwindet. Algorithmen sterben. Dinge, die heute unverzichtbar erscheinen, können morgen weg sein. Und wenn sie weg sind, sind sie wirklich weg.

Also: Sichert eure Werkzeuge. Speichert eure Installer. Bewahrt die Dinge auf, die euch wichtig sind. Nicht weil ihr nostalgisch seid, sondern weil manche Dinge unersetzbar sind.

LucisArt 2.0 mit dem Wyeth-Setting ist für mich unersetzbar.

Es ist der letzte Schritt in meinem Workflow. Der Moment, in dem ein Bild aufhört, ein Foto zu sein, und anfängt, ein Bild zu sein. Der Moment, in dem Technik zu Kunst wird.


Eine Liebe auf ewig

Ich weiß, das klingt übertrieben. Ein Filter. Eine Software. Eine Einstellung in einem Dropdown-Menü.

Aber wer kreativ arbeitet, weiß: Werkzeuge sind nicht neutral. Sie formen, wie wir sehen. Sie beeinflussen, was wir machen. Sie werden Teil unserer Handschrift.

Wyeth ist Teil meiner Handschrift.

Jedes Bild, das ich in den letzten fünfzehn Jahren veröffentlicht habe, trägt seinen Fingerabdruck. Diese Tiefe, diese Präsenz, diese Lebendigkeit – das ist nicht nur meine Bearbeitung. Das ist Wyeth.

Und solange Photoshop CS3 auf irgendeinem Computer dieser Welt noch läuft, werde ich diesen Filter benutzen.

Nicht aus Gewohnheit. Nicht aus Sturheit.

Sondern aus Liebe.

Eine Liebe auf ewig.



Letzte Woche ist etwas passiert, das mich unerwartet glücklich gemacht hat. Ich habe Windows 11 neu aufgesetzt, mehr aus Notwendigkeit als aus Lust. Und dann, aus einer Mischung aus Neugier und Nostalgie, habe ich etwas getan, was ich seit Jahren nicht mehr probiert hatte: Ich habe Photoshop CS3 installiert.

Nicht Photoshop 2025 mit seinen KI-Funktionen und monatlichen Abbuchungen. Sondern das gute alte CS3. Von 2007. Fast zwanzig Jahre alt.

Und es läuft. Einfach so. Keine Fehlermeldungen, keine Kompatibilitätswarnungen, keine Abstürze. Es startet in drei Sekunden, reagiert ohne Verzögerung, und fühlt sich an wie ein alter Freund, der nach langer Zeit wieder vor der Tür steht.

Aber das Beste kam danach. Ich habe meine alten Plugin-Ordner ausgegraben. Nik Collection. LucisArt. Die Xerox-Filter. Und dann, ganz unten in einem verstaubten Backup-Verzeichnis: Kai’s Power Tools.

Alles läuft. Alles. Auf einem Betriebssystem, das es noch gar nicht gab, als diese Programme geschrieben wurden.

Und plötzlich saß ich da, spielte mit Filtern, die ich seit Jahren nicht mehr benutzt hatte, und fragte mich: Warum habe ich das eigentlich aufgegeben?


Die Nik Collection: Als Filter noch Handschrift hatten

Wenn du heute von der Nik Collection hörst, denkst du wahrscheinlich an DxO, die aktuelle Version, die Presets und HDR-Verarbeitung. Die ist okay. Aber sie ist nicht das, was die Nik Collection mal war.

Die alten Nik-Filter – ich rede von Color Efex Pro 2 und 3, von Silver Efex in seiner ursprünglichen Form, von Dfine, als es noch eine Revolution war – hatten etwas, das schwer zu beschreiben ist. Sie hatten Charakter.

Nicht diesen generischen Look, den heute jeder Filter hat. Nicht diese Presets, die alle irgendwie gleich aussehen, egal ob sie „Vintage Summer“ oder „Moody Portrait“ heißen. Sondern echte, eigenständige Bildlooks.

Der Bleach Bypass in Color Efex Pro. Der sah nicht aus wie „etwas weniger Sättigung und mehr Kontrast“. Der sah aus wie ein Look, den jemand mit Absicht entwickelt hat. Mit einer Meinung. Mit einer ästhetischen Position.

Und die Bedienung. Diese Control Points, die man ins Bild setzen konnte. Man zog einen Punkt auf einen Bereich, stellte ein paar Regler ein, und der Filter wusste, welche Pixel dazugehörten und welche nicht. Das war 2007 Science Fiction. Heute macht das jede App mit KI, aber damals war das Magie.

Ich nutze diese Filter immer noch. Nicht für alles, aber für bestimmte Looks, die ich anders nicht hinbekomme. Das Korn in Silver Efex. Diese spezielle Art, wie Color Efex Hauttöne behandelt. Die Art, wie die alten Nik-Filter mit Farben umgehen, die am Rand der Sättigung sind.

Moderne Filter sind technisch besser. Aber sie haben keine Persönlichkeit mehr. Sie sind Werkzeuge. Die alten Nik-Filter waren Mitarbeiter.


LucisArt: Der vergessene König der Detailbetonung

LucisArt. Wenn du diesen Namen kennst, gehörst du zu einem kleinen Kreis von Leuten, die in den 2000ern ernsthaft mit digitaler Bildbearbeitung gearbeitet haben. Und wenn du den Namen nicht kennst – du hast etwas verpasst.

LucisArt war ein Plugin, das eine einzige Sache tat: Lokale Kontrastverstärkung. Aber es tat diese Sache so gut, dass nichts anderes auch nur in die Nähe kam.

Der Algorithmus basierte auf einer Technik namens Differential Hysteresis Processing. Das klingt kompliziert, und es war kompliziert. Aber das Ergebnis war einfach: Bilder mit einer Tiefe und Präsenz, die man mit normalen Mitteln nicht erreichen konnte.

Fotografen haben LucisArt für Landschaften verwendet, für Architektur, für alles, wo Struktur und Textur wichtig waren. Die Ergebnisse sahen aus, als würde das Bild aus dem Monitor springen. Nicht überschärft, nicht künstlich – einfach präsent.

Irgendwann hat die Firma aufgehört zu existieren. Das Plugin wurde nicht mehr aktualisiert. Es verschwand aus dem kollektiven Gedächtnis.

Aber es läuft noch. Auf meinem Rechner. Unter Windows 11. Und wenn ich ein Bild habe, das diesen speziellen Look braucht – dieses Heraustreten der Details, ohne dass es nach HDR-Desaster aussieht – dann starte ich CS3 und lade LucisArt.

Es gibt nichts Vergleichbares. Ich habe gesucht. Clarity in Lightroom kommt nicht ran. Die Textur-Regler auch nicht. Topaz Detail war mal ein Kandidat, aber auch das ist nicht dasselbe.

Manche Algorithmen sind einfach einzigartig. Und wenn die Firma, die sie entwickelt hat, nicht mehr existiert, dann sind sie weg. Es sei denn, man bewahrt sie auf.


Die Xerox-Filter: Vergessene Kunstwerke

Hier wird es richtig obskur. Die Xerox-Filter kennt fast niemand mehr. Sie wurden von Xerox entwickelt – ja, der Kopierer-Firma – und waren eine Sammlung von Effekten, die Bilder in verschiedene künstlerische Stile verwandeln konnten.

Das klingt nach dem, was heute jede App macht. Aber die Art, wie die Xerox-Filter das taten, war anders.

Der Colored Pencil-Filter. Der Watercolor-Filter. Der Chalk & Charcoal-Filter. Das waren keine einfachen Kantenfindungs-Algorithmen mit etwas Rauschen drüber. Das waren komplexe Berechnungen, die versuchten, echte Medien zu simulieren.

Das Ergebnis war nie fotorealistisch. Es sollte es auch nicht sein. Es war interpretativ. Der Filter traf Entscheidungen darüber, welche Linien wichtig waren und welche nicht. Welche Flächen zusammengehörten. Wo Akzente gesetzt werden sollten.

Heute würde man sagen: Da war eine Meinung drin.

Ich nutze diese Filter für Hintergründe, für abstrakte Elemente, für Dinge, die nicht nach Foto aussehen sollen, aber auch nicht nach billigem Filter. Es ist ein Zwischenreich, das moderne Tools selten treffen.


Kai’s Power Tools: Die Legende

Und dann ist da Kai’s Power Tools. KPT. Wenn du in den 1990ern mit Photoshop gearbeitet hast, kennst du diesen Namen. Wenn nicht, lass mich dir von einer Zeit erzählen, als Plugins noch Abenteuer waren.

Kai Krause war ein Designer und Programmierer, der in den 90ern eine Art Rockstar-Status in der Grafikszene hatte. Seine Plugins waren nicht einfach nur Werkzeuge. Sie waren Erlebnisse.

Die Benutzeroberfläche von KPT war… anders. Rund. Organisch. Voll mit verschachtelten Menüs und geheimen Ecken. Man musste sie erkunden wie ein Spiel. Es gab versteckte Funktionen, Easter Eggs, und eine Ästhetik, die aussah, als hätte jemand Tron mit einem Aquarium gekreuzt.

Aber hinter dieser verrückten Oberfläche steckten echte Innovationen.

KPT Fractal Explorer hat prozedurale Fraktale generiert, die man als Texturen verwenden konnte. In einer Zeit, als Photoshop selbst kaum prozedurale Inhalte kannte.

KPT Spheroid Designer hat Kugeln und organische Formen erstellt, mit Beleuchtung und Reflexionen, die man in Echtzeit anpassen konnte.

KPT Gradient Designer hat Farbverläufe auf ein Level gehoben, das Photoshop erst Jahre später erreicht hat. Mit Kurven, mit Zufallselementen, mit einer Kontrolle, die damals unerhört war.

KPT Goo war ein Verflüssigen-Werkzeug, bevor Photoshop eines hatte. Du konntest Bilder verziehen, strecken, wirbeln – in Echtzeit, mit dem Mauszeiger.

Und KPT Bryce – okay, das war technisch ein eigenständiges Programm, nicht nur ein Plugin – hat 3D-Landschaften generiert, die in den 90ern jedes zweite Science-Fiction-Buchcover zierten.

Kai Krause hat später die Firma verlassen, die Plugins wurden von verschiedenen Unternehmen weiterverkauft, irgendwann veraltet, irgendwann vergessen.

Aber sie laufen noch. Manche von ihnen. Unter CS3, unter Windows 11. Und wenn ich den KPT Gradient Designer starte und diese verrückte, organische Benutzeroberfläche vor mir sehe, fühle ich mich für einen Moment wieder wie 1997.

Das ist Nostalgie, klar. Aber es ist auch etwas anderes. Es ist die Erinnerung an eine Zeit, als Software noch Persönlichkeit haben durfte. Als Designer wie Kai Krause verrückte Ideen umsetzen konnten, ohne dass ein Produktmanager fragte, ob das A/B-getestet wurde.


Warum CS3 und nicht die aktuelle Version?

Die Frage kommt immer: Warum benutzt du nicht einfach das aktuelle Photoshop? Da funktionieren die alten Plugins zwar nicht, aber es gibt doch Alternativen?

Die kurze Antwort: Es gibt keine Alternativen. Nicht wirklich.

Die lange Antwort: Photoshop CS3 ist ein anderes Programm als Photoshop 2025. Nicht nur wegen der Plugins. Sondern wegen der Philosophie.

CS3 ist schnell. Lächerlich schnell auf moderner Hardware. Es startet in Sekunden, reagiert sofort auf jeden Klick, fühlt sich an wie eine Verlängerung meiner Hand.

CS3 ist fokussiert. Es hat nicht tausend Funktionen, von denen ich die Hälfte nie brauche. Es hat die Werkzeuge, die ich kenne, an den Stellen, an denen ich sie erwarte.

CS3 gehört mir. Keine Subscription, keine Internetverbindung nötig, keine Angst, dass morgen ein Update alles verändert. Es ist auf meiner Festplatte, es wird da bleiben, und es wird in zehn Jahren noch genauso funktionieren wie heute.

Und CS3 unterstützt meine Plugins. Die Filter, die ich seit fast zwanzig Jahren kenne. Die Workflows, die ich mir aufgebaut habe. Die Ergebnisse, die ich nur mit diesen spezifischen Werkzeugen erreiche.

Das moderne Photoshop ist mächtiger. Keine Frage. Die KI-Funktionen sind beeindruckend. Die neuen Auswahlwerkzeuge sind besser. Der Camera Raw Filter kann Dinge, die früher unmöglich waren.

Aber für bestimmte Arbeiten – für die Arbeiten, bei denen es auf einen spezifischen Look ankommt, auf eine bestimmte Ästhetik, auf das Gefühl einer Ära – ist CS3 mit seinen alten Plugins unersetzbar.


Das Glück des Funktionierens

Es gibt etwas Besonderes an dem Moment, wenn alte Software auf neuer Hardware läuft. Etwas, das schwer zu erklären ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

Es ist nicht nur praktisch. Es ist emotional.

Diese Programme wurden geschrieben, als Windows XP das aktuelle Betriebssystem war. Ihre Entwickler konnten sich nicht vorstellen, was zwanzig Jahre später mit Computern passieren würde. Und trotzdem läuft der Code. Sauber. Stabil. Als wäre nichts gewesen.

Das ist ein kleines Wunder der Abwärtskompatibilität. Microsoft hat viel Kritik eingesteckt über die Jahre, aber eines muss man sagen: Sie haben dafür gesorgt, dass alte Software weiterläuft. Nicht immer, nicht alles – aber erstaunlich viel.

Und wenn ich CS3 starte und der Splash-Screen erscheint, dieser blaue Federkreis, dann ist das nicht nur ein Programm, das lädt. Das ist ein Portal in eine andere Zeit.


Wer erinnert sich noch?

Manchmal frage ich mich, wie viele Leute da draußen noch ähnlich arbeiten. Die noch alte Photoshop-Versionen haben, versteckt auf Backup-Festplatten. Die noch Plugins besitzen, die seit zehn Jahren nicht mehr verkauft werden. Die wissen, was Alien Skin Eye Candy war, oder Auto FX DreamSuite, oder Flaming Pear.

Es muss sie geben. In Foren, in Discord-Servern, in Ecken des Internets, die ich nicht kenne. Leute, die verstanden haben, dass nicht alles Neue automatisch besser ist. Dass manchmal ein Werkzeug aus 2005 genau das richtige Werkzeug für 2025 ist.

Falls du einer dieser Leute bist: Du bist nicht allein.

Und falls du jünger bist und das alles nur vom Hörensagen kennst: Probier es aus. Such dir eine alte Photoshop-Version, such dir ein paar vergessene Plugins, und spiel damit. Nicht um produktiv zu sein, sondern um zu verstehen, wie Software mal war.

Du wirst vielleicht überrascht sein, was du findest.


Fazit: Die Vergangenheit ist nicht vorbei

Photoshop CS3 ist fast zwanzig Jahre alt. Die Nik-Filter, LucisArt, die Xerox-Plugins, Kai’s Power Tools – sie alle stammen aus einer Zeit, die sich anfühlt wie eine andere Epoche.

Aber sie sind nicht tot. Sie laufen noch. Sie produzieren noch Ergebnisse, die mit modernen Tools schwer zu erreichen sind. Sie haben noch etwas zu sagen.

Und ich bin froh, dass ich sie aufbewahrt habe. Diese verstaubten Installer, diese Seriennummern in Textdateien, diese Plugin-Ordner, die seit Jahren nicht mehr angefasst wurden.

Weil Werkzeuge nicht wertlos werden, nur weil sie alt sind. Weil Algorithmen nicht verschwinden, nur weil ihre Entwickler aufgehört haben. Weil Software – die richtige Software, gepflegt und bewahrt – ein Leben hat, das weit über ihren offiziellen Support hinausgeht.

CS3 läuft auf meinem Rechner. Neben Photoshop 2025, neben Affinity Photo, neben allem Modernen.

Und manchmal, wenn ich einen bestimmten Look brauche, wenn ich mich an eine bestimmte Ästhetik erinnere, wenn ich etwas will, das sich anfühlt wie früher – dann starte ich nicht das neue Programm.

Dann starte ich das alte.

Und es fühlt sich richtig an.



Photoshop ist wie ein neues Auto. Du steigst ein, es funktioniert – aber der Sitz passt nicht, die Spiegel stehen falsch, und das Navi redet zu viel. Technisch fährt es. Aber bequem? Effizient? Nein.

Genauso ist es mit Photoshop. Die Standardeinstellungen sind okay für den Anfang. Aber wenn du ernsthaft damit arbeiten willst – ob für Fotografie, Design oder digitale Kunst – dann solltest du ein paar Schrauben drehen, bevor du richtig loslegst.

Ich arbeite seit über fünfzehn Jahren mit Photoshop. Und jedes Mal, wenn ich es auf einem neuen Rechner installiere, mache ich als erstes diese zehn Einstellungen. Nicht weil ich pingelig bin, sondern weil sie mir Zeit sparen, Abstürze verhindern und das Arbeiten einfach angenehmer machen.

Hier sind sie – ohne Fachchinesisch, mit praktischen Erklärungen.


1. Arbeitsspeicher richtig zuweisen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Leistung

Photoshop ist hungrig. Es will RAM, und zwar viel davon. In den Standardeinstellungen bekommt es oft nur 70 Prozent deines verfügbaren Arbeitsspeichers. Das klingt fair, kann aber zum Problem werden, wenn du mit großen Dateien arbeitest.

Meine Empfehlung: Wenn du während der Arbeit hauptsächlich Photoshop nutzt und nicht nebenbei zehn andere Programme laufen hast, schieb den Regler ruhig auf 80 bis 85 Prozent. Photoshop wird spürbar flüssiger, besonders bei Dateien mit vielen Ebenen oder hoher Auflösung.

Aber Vorsicht: Wenn du gleichzeitig Lightroom, einen Browser und Spotify offen hast, lass etwas Puffer. Sonst wird dein ganzes System träge.


2. Arbeitsvolumen auf eine schnelle Festplatte legen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Arbeitsvolumen

Das Arbeitsvolumen ist der Ort, an dem Photoshop temporäre Daten ablegt, wenn der RAM voll ist. Standardmäßig ist das oft die Systemfestplatte – also dieselbe, auf der Windows oder macOS läuft.

Das ist keine gute Idee.

Wenn du eine zweite Festplatte hast, idealerweise eine SSD, dann leg das Arbeitsvolumen dorthin. Photoshop wird schneller, und du vermeidest Konflikte mit dem Betriebssystem. Falls du nur eine Festplatte hast, ist das okay – aber dann achte darauf, dass genug freier Speicher vorhanden ist. Mindestens 50 Gigabyte, besser mehr.


3. Verlaufsprotokoll-Zustände erhöhen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Leistung

Standardmäßig speichert Photoshop die letzten 50 Arbeitsschritte. Das klingt viel, ist es aber nicht. Wenn du viel mit Pinsel arbeitest oder experimentierst, sind 50 Schritte schneller weg, als du denkst.

Ich stelle das auf 100 bis 150. Mehr geht auch, aber dann steigt der RAM-Verbrauch deutlich. Für die meisten Arbeiten ist 100 ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und Performance.

Der Vorteil: Du kannst weiter zurückgehen, wenn etwas schiefläuft. Und glaub mir – irgendwas läuft immer schief.


4. Automatisches Speichern aktivieren und Intervall anpassen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Dateihandhabung

Photoshop hat eine automatische Speicherfunktion. Aber in der Standardeinstellung ist das Intervall oft zu lang – manchmal 30 Minuten oder mehr. Das bedeutet: Wenn das Programm abstürzt, verlierst du eine halbe Stunde Arbeit.

Stell das Intervall auf 5 bis 10 Minuten. Ja, das bedeutet, dass Photoshop öfter kurz pausiert, um zu speichern. Aber dieser Moment ist nichts im Vergleich zu dem Gefühl, wenn du merkst, dass deine letzte Sicherung von vor einer Stunde ist.

Kleiner Tipp: Das automatische Speichern ersetzt nicht das manuelle. Gewöhn dir trotzdem an, regelmäßig Strg+S (oder Cmd+S auf dem Mac) zu drücken. Alte Gewohnheiten sind manchmal die besten.


5. Farbeinstellungen überprüfen

Wo: Bearbeiten → Farbeinstellungen

Das ist einer der Punkte, die viele Leute ignorieren – und sich dann wundern, warum ihre Farben auf dem Bildschirm anders aussehen als im Druck oder im Web.

Für die meisten Arbeiten empfehle ich:

  • RGB-Arbeitsfarbraum: sRGB, wenn du hauptsächlich für Bildschirme arbeitest (Web, Social Media). Adobe RGB, wenn du auch für Druck arbeitest und einen kalibrierten Monitor hast.
  • CMYK-Arbeitsfarbraum: Lass das auf der Standardeinstellung, es sei denn, deine Druckerei gibt dir ein spezifisches Profil.
  • Farbmanagement-Richtlinien: Stell sie auf „Eingebettete Profile beibehalten“ und aktiviere die Warnungen bei Profilabweichungen.

Klingt kompliziert, ist aber wichtig. Farben sind Vertrauenssache. Wenn du nicht weißt, in welchem Farbraum du arbeitest, arbeitest du blind.


6. Standardeinheit auf Pixel setzen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Einheiten und Lineale

Photoshop zeigt Maße manchmal in Zentimetern oder Zoll an. Das ist verwirrend, wenn du eigentlich in Pixeln denkst – was bei digitaler Arbeit fast immer der Fall ist.

Stell die Einheiten für Lineale auf Pixel. Bei Schrift kannst du auf Punkt lassen, das ist Standard. Aber für alles andere: Pixel machen das Leben einfacher.


7. GPU-Beschleunigung aktivieren und prüfen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Leistung

Moderne Grafikkarten können Photoshop massiv beschleunigen – bei Zoom, Drehen, Filtern und vielen anderen Funktionen. Aber manchmal erkennt Photoshop die Grafikkarte nicht richtig, oder die Beschleunigung ist deaktiviert.

Schau in den Leistungseinstellungen nach, ob deine GPU erkannt wird und ob „Grafikprozessor verwenden“ aktiviert ist. Wenn ja, klick auf „Erweiterte Einstellungen“ und stell den Modus auf „Erweitert“ – das nutzt die volle Power deiner Karte.

Falls Photoshop Probleme macht (Grafikfehler, Abstürze), kannst du den Modus auf „Normal“ oder „Einfach“ zurücksetzen. Aber versuch erstmal die volle Stufe.


8. Benutzeroberfläche anpassen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Benutzeroberfläche

Hier geht es nicht um Schönheit, sondern um Augen. Die Standardoberfläche von Photoshop ist ziemlich dunkel. Manche lieben das, andere finden es anstrengend.

Du kannst zwischen vier Helligkeitsstufen wählen. Ich persönlich arbeite mit der zweithellsten Stufe – dunkel genug, um nicht vom Bild abzulenken, aber hell genug, um die Werkzeuge gut zu erkennen.

Außerdem: Stell die Schriftgröße der Benutzeroberfläche auf „Mittel“ oder „Groß“, wenn du auf einem hochauflösenden Monitor arbeitest. Sonst brauchst du irgendwann eine Lupe für die Menüs.


9. Interpolationsmethode für Bildgrößenänderung festlegen

Wo: Bearbeiten → Voreinstellungen → Allgemein

Wenn du Bilder verkleinerst oder vergrößerst, muss Photoshop neue Pixel berechnen. Wie es das macht, hängt von der Interpolationsmethode ab.

Die Standardeinstellung „Bikubisch automatisch“ ist meistens in Ordnung. Aber wenn du weißt, was du tust, kannst du hier feiner steuern:

  • Bikubisch glatter: Besser für Vergrößerungen
  • Bikubisch schärfer: Besser für Verkleinerungen
  • Details erhalten 2.0: Für extreme Vergrößerungen mit KI-Unterstützung (neu in den letzten Versionen)

Für den Alltag lass es auf „Automatisch“. Aber gut zu wissen, dass du hier Kontrolle hast.


10. Eigenen Arbeitsbereich einrichten und speichern

Wo: Fenster → Arbeitsbereich → Neuer Arbeitsbereich

Das ist keine Einstellung im klassischen Sinn, aber vielleicht die wichtigste Sache auf dieser Liste.

Photoshop hat verschiedene vorgefertigte Arbeitsbereiche – für Fotografie, Design, 3D und so weiter. Aber keiner davon passt wirklich zu deiner Art zu arbeiten. Die Panels stehen falsch, manche fehlen, andere sind im Weg.

Nimm dir zehn Minuten Zeit und richte dir einen eigenen Arbeitsbereich ein:

  • Welche Panels brauchst du wirklich? (Ebenen, Eigenschaften, Farbe, vielleicht Protokoll)
  • Wo sollen sie stehen?
  • Was kann weg?

Wenn du fertig bist, speichere den Arbeitsbereich unter einem eigenen Namen. So kannst du ihn jederzeit wiederherstellen, wenn Photoshop mal durcheinander kommt – was es gelegentlich tut.


Bonus-Tipp: Einstellungsordner manuell sichern

Wenn du all diese Einstellungen gemacht hast, lohnt es sich, den Einstellungsordner von Photoshop manuell zu sichern. Leider gibt es keine eingebaute Export-Funktion für die Voreinstellungen – du musst den Ordner selbst kopieren.

So findest du ihn:

  • Windows: C:\Users[Dein Benutzername]\AppData\Roaming\Adobe\Adobe Photoshop 2025\Adobe Photoshop 2025 Settings
  • Mac: ~/Library/Preferences/Adobe Photoshop 2025 Settings

Kopiere diesen Ordner auf eine externe Festplatte oder in die Cloud. Falls du Photoshop neu installieren musst oder auf einen anderen Rechner wechselst, kannst du den Ordner einfach wieder an die gleiche Stelle kopieren – und alle deine Einstellungen sind zurück.

Ja, das ist umständlicher als ein einfacher Klick auf „Exportieren“. Aber es funktioniert, und es spart dir im Ernstfall viel Zeit.


Fazit: Einmal einrichten, lange profitieren

Diese zehn Einstellungen dauern vielleicht zwanzig Minuten. Aber sie machen einen echten Unterschied – nicht nur in der Performance, sondern auch im Gefühl. Photoshop fühlt sich danach weniger wie ein Fremdkörper an und mehr wie ein Werkzeug, das zu dir passt.

Und das ist letztlich der Punkt: Gute Werkzeuge verschwinden in der Hand. Du denkst nicht mehr über sie nach, du arbeitest einfach. Wenn Photoshop ständig ruckelt, abstürzt oder dich mit merkwürdigen Farbproblemen nervt, dann arbeitet es gegen dich. Nach diesen Einstellungen arbeitet es mit dir.

Probier es aus. Und wenn du Fragen hast oder andere Tipps kennst, die hier fehlen – schreib mir. Ich lerne auch nach fünfzehn Jahren noch dazu.