Der große Easter-Egg-Guide für Erwachsene (die nie erwachsen wurden)
Photoshop ist ein Hochleistungslabor für Bilder. Aber unter der sterilen Oberfläche sitzt immer noch ein Nerd-Spielplatz.
Und genau dort wohnen die Easter Eggs.
Die meisten User kennen KI-Füllung, Firefly-Modelle, Referenzbilder, neue Körnungsebene — alles offiziell dokumentiert. Doch parallel dazu verstecken die Entwickler weiterhin kleine Spielereien im Programm. Das machen Software-Programmierer seit Jahrzehnten: kleine Signaturen, Witze oder versteckte Screens, die nichts produktiv lösen, aber zeigen: Hier arbeiten Menschen. Keine Maschinen. (Designer in Action)
Dieser Artikel listet nur Dinge auf, die auch heute noch funktionieren (oder in der aktuellen Architektur weiterhin vorhanden sind, weil Adobe sie traditionell mitschleppt). Keine Mythen, kein Reddit-Unsinn, kein „halt mal fünf Tasten und bete“.
🍌 Die Toolbar-Banane (funktioniert weiterhin)
Die berühmteste — und dümmste — Funktion von Photoshop. Und genau deshalb perfekt.
Aktivieren
Photoshop öffnen
Bearbeiten → Symbolleiste…
Jetzt: SHIFT gedrückt halten
Während SHIFT gedrückt bleibt → auf „Fertig“ klicken
Boom.
Statt der drei Punkte unten in der Toolbar erscheint eine kleine Banane.
Das ist kein Meme — das ist offiziell seit CC vorhanden und wurde bis heute nie entfernt. (Creative Bloq)
Die Funktion ändert absolut nichts. Sie existiert ausschließlich, damit du kurz lächelst während du 12 Stunden Haut retuschierst.
🐒 Layer Monkey (der Klassiker)
Photoshop hat Humor. Sehr trockenen Humor.
Aktivieren
Dokument öffnen
Fenster → Ebenenkompositionen
Neue Komposition erstellen
Namen ändern zu:
Layer Monkey 0
Das Panel verwandelt sich in „Layer Monkey!“ mit Affenkopf.
Ein offizielles Entwickler-Gimmick — und seit Jahren stabil vorhanden. (DOCMA)
☕🍞 Kaffee & Toast Interface
Du kannst Photoshop in Frühstück verwandeln.
Aktivieren
Voreinstellungen → Benutzeroberfläche
Jetzt gedrückt halten: SHIFT + ALT (Mac: SHIFT + OPTION)
Das ist der Grenzfall: Eigentlich Feature — aber als Easter Egg geboren.
Aktivieren
Voreinstellungen → Technologievorschau
Paint Symmetry aktivieren
Dann erscheint ein kleiner Schmetterling im Toolbar.
Er begann als verstecktes Entwickler-Experiment. (DIY Photography)
Heute ist er fast seriös — aber innerlich bleibt er ein Nerd-Gag.
👻 Der Geist der Entwickler
Ein besonders nerdiger Klassiker:
Screenshot vom About-Screen → Tonwertkorrektur extrem ziehen → versteckte Details sichtbar.
In alten Versionen waren darin Entwickler-Referenzen versteckt — sogar Gesichter. (psd-tutorials.de)
Heute subtiler, aber Prinzip existiert weiterhin: Grafiker hinterlassen Spuren. Immer.
Warum Adobe das nicht löscht
Softwarefirmen entfernen Bugs. Sie entfernen aber selten Humor.
Easter Eggs erfüllen eine Rolle:
Signatur der Entwickler
Tradition aus der Pre-Internet-Zeit
Insiderbindung zwischen Usern
kleine Belohnung beim Entdecken
Und ehrlich: Ein Programm, in dem Millionen Stunden Arbeit passieren, braucht gelegentlich eine Banane.
Was sich 2026 verändert hat
Photoshop wird immer mehr KI-Werkzeug. Referenzbilder, generatives Füllen, konsistente Anpassungen — alles auf Effizienz gebaut.
Aber genau deshalb bleiben Easter Eggs erhalten.
Je ernster Software wird, desto wichtiger werden kleine menschliche Spuren.
Sie sind der Beweis: Hier arbeiten nicht nur Algorithmen.
Fazit
Photoshop besteht aus zwei Ebenen:
Offiziell: Präzisionswerkzeug für Industrie & Produktion
Inoffiziell: Spielplatz für Menschen, die nachts Code schreiben
Die Banane, der Affe, der Toast — das sind keine Bugs. Das sind Unterschriften.
Und jedes Mal, wenn du sie aktivierst, passiert etwas Seltenes:
Du arbeitest kurz nicht mit Software. Du arbeitest mit Menschen.
Wenn du also das nächste Mal 400 Ebenen vor dir hast und dein Gehirn zu JPEG wird —
drück SHIFT klick Fertig und iss eine virtuelle Banane.
Wie dieser Text entstanden ist
Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens abends, wenn ich eigentlich was anderes machen sollte, aber stattdessen in Photoshop nach versteckten Bananen suche. Wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Neugier und die fragwürdige Verwendung meiner Freizeit sind komplett meine eigenen.
Ich weiß, Tastenkürzel klingt langweilig. Klingt nach Handbuch, nach Auswendiglernen, nach Dingen die man sich vornimmt und dann doch nie macht. Wie Zahnseide oder Sport am Morgen.
Aber ich sag dir was: Nichts – wirklich nichts – hat mein Arbeiten in Photoshop so verändert wie der Tag, an dem ich angefangen hab, Tastenkürzel zu benutzen. Nicht Filter, nicht Plugins, nicht KI-Funktionen. Tastenkürzel.
Weil jedes Mal, wenn du mit der Maus ins Menü fährst, auf Bearbeiten klickst, dann auf Transformieren, dann auf Skalieren – das sind vier Sekunden. Klingt nach nichts. Aber mach das hundertmal am Tag, und du hast dir sieben Minuten gestohlen. Mach das ein Jahr lang, und du hast Tage verloren. Für Klicken.
Also: Hier sind die Kürzel, die du kennen solltest. Nicht alle. Nicht die obskuren. Sondern die, die ich jeden Tag benutze, seit über zwanzig Jahren.
Kurze Anmerkung vorab: Auf dem Mac ist die Befehlstaste (Cmd ⌘) das, was auf dem PC die Strg-Taste (Ctrl) ist. Und die Wahltaste (Alt ⌥ auf dem Mac) entspricht der Alt-Taste auf dem PC. Wenn ich schreibe Cmd/Strg meine ich: Cmd auf dem Mac, Strg auf dem PC. Immer.
Die Überlebens-Kürzel – ohne die geht gar nichts
Das hier sind die Kürzel, die du als allererstes lernen solltest. Die brauchst du bei jedem Bild, egal was du machst.
Rückgängig machen
Cmd/Strg + Z
Das wichtigste Kürzel überhaupt. In Photoshop 2026 kannst du damit so oft zurückgehen, wie du willst. Einfach immer wieder drücken, und es geht Schritt für Schritt zurück. Früher ging das nur einmal, dann musste man ein anderes Kürzel nehmen. Das ist zum Glück vorbei.
Speichern
Cmd/Strg + S
Drück das alle paar Minuten. Gewöhn es dir an wie Atmen. Photoshop stürzt seltener ab als früher, aber es passiert immer noch. Und das Gefühl, eine Stunde Arbeit zu verlieren, weil man nicht gespeichert hat – das brauchst du genau einmal im Leben. Danach vergisst du es nie wieder.
Speichern unter
Cmd/Strg + Shift + S
Wenn du eine neue Version speichern willst, ohne die alte zu überschreiben.
Rückgängig bis zum letzten Speicherpunkt
F12
Das kennt fast niemand, aber es ist unglaublich praktisch. Wenn du dich komplett verrannt hast und zurück willst zum letzten gespeicherten Zustand – F12 und alles ist wieder wie vorher. Ohne zwanzigmal Cmd/Strg + Z drücken zu müssen.
Auswahl und Navigation – sich im Bild bewegen
Alles auswählen
Cmd/Strg + A
Wählt das komplette Bild aus. Brauchst du öfter als du denkst.
Auswahl aufheben
Cmd/Strg + D
Wenn die tanzenden Ameisen nerven und du die Auswahl loswerden willst.
Auswahl umkehren
Cmd/Strg + Shift + I
Du hast den Hintergrund ausgewählt, willst aber eigentlich das Objekt? Einmal drücken und die Auswahl dreht sich um. Simpel, aber spart ständig Zeit.
Ins Bild reinzoomen
Cmd/Strg + Plus
Aus dem Bild rauszoomen
Cmd/Strg + Minus
Ganzes Bild in den Bildschirm einpassen
Cmd/Strg + 0 (Null)
100% Ansicht
Cmd/Strg + 1
Zeigt dir das Bild in der tatsächlichen Pixelgröße. Wichtig, um Schärfe und Details wirklich beurteilen zu können.
Im Bild scrollen
Leertaste gedrückt halten und ziehen
Das ist kein klassisches Tastenkürzel, aber es ist unentbehrlich. Egal welches Werkzeug gerade aktiv ist – Leertaste halten und du kannst das Bild verschieben. Loslassen und du bist wieder beim vorherigen Werkzeug. Das benutze ich wahrscheinlich hundertmal am Tag.
Ebenen – das Herz von Photoshop
Neue leere Ebene
Cmd/Strg + Shift + N
Erstellt eine neue leere Ebene. Ein Dialogfenster fragt dich nach dem Namen. Wenn du das nicht brauchst und es schneller gehen soll:
Cmd/Strg + Shift + Alt + N (Mac: Cmd + Shift + Option + N)
Das erstellt die Ebene ohne nachzufragen.
Ebene duplizieren
Cmd/Strg + J
Eines meiner meistgenutzten Kürzel. Kopiert die aktuelle Ebene oder den ausgewählten Bereich auf eine neue Ebene. Brauchst du ständig für nicht-destruktives Arbeiten.
Ebenen zusammenfassen
Cmd/Strg + E
Fasst die ausgewählte Ebene mit der darunter zusammen.
Alle sichtbaren Ebenen auf eine neue Ebene stempeln
Cmd/Strg + Shift + Alt + E (Mac: Cmd + Shift + Option + E)
Das ist ein langes Kürzel, aber es ist Gold wert. Es nimmt alles, was du siehst, und packt es auf eine neue Ebene – ohne die bestehenden Ebenen zu verändern. Perfekt, wenn du den aktuellen Stand sichern willst, bevor du weiter experimentierst.
Statt mit der Maus in die Werkzeugleiste zu fahren, drückst du einfach einen Buchstaben. Hier die wichtigsten:
V – Verschieben-Werkzeug. Damit bewegst du Ebenen und Objekte.
B – Pinsel. Dein wichtigstes Malwerkzeug. Mehrfach drücken wechselt zwischen Pinsel, Buntstift und Mischpinsel.
E – Radiergummi. Wobei ich den fast nie benutze, weil Masken besser sind. Aber gut zu wissen.
M – Auswahlrechteck. Nochmal drücken wechselt zur Auswahlellipse.
L – Lasso. Nochmal drücken wechselt zwischen Lasso, Polygon-Lasso und magnetischem Lasso.
W – Zauberstab und Schnellauswahl. Zwischen beiden wechseln mit erneutem Drücken.
C – Freistellungswerkzeug. Zum Beschneiden des Bildes.
S – Kopierstempel. Zum Klonen von Bildbereichen.
J – Reparaturpinsel und Bereichsreparatur. Zwischen beiden wechseln mit erneutem Drücken.
G – Verlaufswerkzeug und Farbfüllwerkzeug.
T – Textwerkzeug.
P – Zeichenstift.
I – Pipette. Nimmt eine Farbe aus dem Bild auf.
O – Abwedler, Nachbelichter und Schwamm.
H – Handwerkzeug. Zum Verschieben der Ansicht. Wobei die Leertaste praktischer ist.
Z – Zoomwerkzeug.
Pinsel steuern – ohne die Maus
Wenn du viel mit dem Pinsel arbeitest, sind diese Kürzel unverzichtbar:
Pinselgröße ändern
Ö und # Taste (PC) bzw. [ und ] Taste
Auf dem PC: Die Tasten Ö (kleiner) und # (größer). Das ist bei deutscher Tastatur manchmal anders belegt. Am besten einfach ausprobieren.
Auf dem Mac mit deutscher Tastatur: Ö und Ä funktionieren oft. Alternativ die eckigen Klammern, falls du eine englische Tastaturbelegung nutzt.
Wenn das nicht funktioniert – und bei deutscher Tastatur ist das leider öfter der Fall – kannst du die Kürzel in Photoshop unter Bearbeiten, Tastaturbefehle, neu belegen. Mach das. Es lohnt sich.
Pinselgröße und Härte per Maus ändern
Alt + Rechtsklick und ziehen (PC) Ctrl + Option + Klick und ziehen (Mac)
Links-rechts ändert die Größe, hoch-runter ändert die Härte. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber wenn du es einmal drauf hast, willst du es nie wieder anders machen.
Deckkraft des Pinsels ändern
Zifferntasten 1-9 und 0
1 = 10%, 2 = 20%, 5 = 50%, 0 = 100%. Schnell hintereinander zwei Zahlen tippen für genaue Werte: 3 und 5 schnell nacheinander = 35%.
Das funktioniert auch bei anderen Werkzeugen wie dem Kopierstempel oder dem Radiergummi. Und es funktioniert nur, wenn das entsprechende Werkzeug aktiv ist.
Transformieren – Größe, Drehung, Perspektive
Frei transformieren
Cmd/Strg + T
Damit kannst du eine Ebene skalieren, drehen, verzerren. Zieh an den Ecken für die Größe, beweg die Maus außerhalb der Ecken für Drehung.
Proportionen beibehalten
In Photoshop 2026 ist proportionales Skalieren beim freien Transformieren standardmäßig aktiv. Wenn du das nicht willst und frei verzerren möchtest, halte die Shift-Taste gedrückt.
Das ist übrigens genau andersrum als in älteren Versionen. Früher musstest du Shift halten, um proportional zu bleiben. Jetzt musst du Shift halten, um nicht proportional zu sein. Hat am Anfang viele Leute verwirrt, mich eingeschlossen.
Vom Mittelpunkt aus transformieren
Alt / Option gedrückt halten während du ziehst.
Farbe und Füllung
Vordergrund- und Hintergrundfarbe tauschen
X
Wechselt zwischen den beiden Farben. Extrem praktisch beim Maskenmalen, wo du ständig zwischen Schwarz und Weiß wechselst.
Farben auf Schwarz und Weiß zurücksetzen
D
Setzt Vordergrundfarbe auf Schwarz und Hintergrundfarbe auf Weiß. Brauchst du ständig bei der Maskenarbeit.
Mit Vordergrundfarbe füllen
Alt + Backspace (PC) Option + Delete (Mac)
Mit Hintergrundfarbe füllen
Cmd/Strg + Backspace (PC) Cmd + Delete (Mac)
Masken
Ebenenmaske hinzufügen
Kein Standard-Tastenkürzel, aber du kannst unten im Ebenenbedienfeld auf das Rechteck mit dem Kreis klicken. Geht schnell genug.
Maske umkehren
Cmd/Strg + I
Wenn du eine Maske aktiv hast, kehrt das Schwarz und Weiß um. Also alles, was sichtbar war, wird unsichtbar und umgekehrt. Funktioniert auch auf Bildern als Farben umkehren.
Maske anzeigen
Alt / Option + Klick auf die Masken-Miniatur
Zeigt dir die Maske als Schwarzweiß-Bild. Nochmal klicken und du siehst wieder das normale Bild. Unglaublich praktisch, um zu sehen, ob deine Maske sauber ist.
Kopieren, Einfügen, Ausschneiden
Kopieren
Cmd/Strg + C
Ausschneiden
Cmd/Strg + X
Einfügen
Cmd/Strg + V
Auf reduzierte Ebene kopieren
Cmd/Strg + Shift + C
Kopiert nicht nur die aktive Ebene, sondern alles Sichtbare. Als würdest du einen Screenshot machen. Extrem nützlich, wenn du einen bestimmten Bereich aus einem Bild mit vielen Ebenen kopieren willst.
In eine Auswahl einfügen
Cmd/Strg + Shift + V
Fügt das Kopierte so ein, dass es nur innerhalb einer bestehenden Auswahl sichtbar ist. Erstellt automatisch eine Maske.
Bildanpassungen – die schnellen Korrekturen
Tonwertkorrektur
Cmd/Strg + L
Gradationskurven
Cmd/Strg + M
Farbton / Sättigung
Cmd/Strg + U
Farbbalance
Cmd/Strg + B
Bildgröße ändern
Cmd/Strg + Alt + I (Mac: Cmd + Option + I)
Arbeitsfläche ändern
Cmd/Strg + Alt + C (Mac: Cmd + Option + C)
Kleiner Hinweis: Die direkten Anpassungen über diese Kürzel sind destruktiv – sie verändern die Pixel dauerhaft. Besser ist es meistens, Einstellungsebenen zu verwenden, die du jederzeit ändern oder löschen kannst. Aber für schnelle Korrekturen oder wenn du weißt, was du tust, sind diese Kürzel immer noch praktisch.
Filter
Letzten Filter wiederholen
Cmd/Strg + F
Wendet den letzten Filter nochmal an, mit denselben Einstellungen. Praktisch, wenn du den gleichen Effekt auf mehrere Ebenen anwenden willst.
Letzten Filter mit Dialogfenster wiederholen
Cmd/Strg + Alt + F (Mac: Cmd + Option + F)
Wie oben, aber das Einstellungsfenster öffnet sich nochmal und du kannst die Werte anpassen.
Die Geheimtipps – Kürzel die kaum jemand kennt
Alle Ebenen ausblenden außer einer
Alt / Option + Klick auf das Augensymbol der Ebene
Blendet alle anderen Ebenen aus. Nochmal klicken bringt alle zurück. Ich benutz das ständig, um zu sehen, was auf einer einzelnen Ebene liegt.
Letzte Auswahl wiederherstellen
Cmd/Strg + Shift + D
Du hast versehentlich die Auswahl aufgehoben? Dieses Kürzel bringt sie zurück. Hat mich schon hundertmal gerettet.
Auswahl weichzeichnen
Shift + F6
Öffnet das Dialogfenster für die weiche Auswahlkante. Brauchst du ständig, wenn Auswahlen natürlich aussehen sollen.
Hilfslinien ein- und ausblenden
Cmd/Strg + ;
Raster ein- und ausblenden
Cmd/Strg + ‚
Lineale ein- und ausblenden
Cmd/Strg + R
Wie du das alles lernst ohne verrückt zu werden
Jetzt hast du diese riesige Liste und denkst wahrscheinlich: Das lern ich nie.
Doch. Aber nicht auf einmal.
Mach es so wie ich es gemacht hab: Nimm dir pro Woche drei Kürzel vor. Nur drei. Schreib sie auf einen Zettel und kleb ihn an den Monitor. Und dann zwing dich, diese drei Kürzel zu benutzen, auch wenn es am Anfang langsamer geht als mit der Maus.
Nach einer Woche sitzen die. Dann nimmst du die nächsten drei. Nach zwei Monaten hast du die wichtigsten drin und merkst, dass du schneller arbeitest, ohne darüber nachzudenken.
Die Finger lernen schneller als der Kopf. Irgendwann drückst du Cmd+J, ohne zu überlegen. Es wird automatisch. Wie Autofahren.
Und fang mit den wichtigsten an: Cmd/Strg + Z, Cmd/Strg + S, Cmd/Strg + J, V für Verschieben, B für Pinsel, Leertaste zum Navigieren. Die sechs allein machen schon einen riesigen Unterschied.
Ein letzter Tipp
Du kannst in Photoshop unter Bearbeiten, Tastaturbefehle, alle Kürzel anpassen. Wenn dir ein Kürzel nicht passt oder nicht funktioniert – zum Beispiel weil die deutsche Tastatur anders belegt ist – dann änder es. Das ist dein Programm. Das muss sich nach dir richten, nicht umgekehrt.
Und wenn du gar nicht weiterkommst: In Photoshop 2026 kannst du die Suchfunktion öffnen mit Cmd/Strg + F (im Menü, nicht der Filter). Da tippst du einfach ein, was du machen willst, und Photoshop zeigt dir den Befehl und das Kürzel dazu. Das ist wie Google für Photoshop.
Probier es aus. Und in einem Monat schreibst du mir, dass du nicht verstehst, wie du jemals ohne Kürzel gearbeitet hast.
Geht allen so.
Wie dieser Text entstanden ist
Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – eingesprochen, wenn mir ein Thema durch den Kopf geht. Wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Kürzel kenne ich auswendig, die benutze ich jeden Tag. Das Aufschreiben hat allerdings länger gedauert als gedacht, weil mir bei jedem Kürzel noch ein weiteres eingefallen ist, das unbedingt mit rein muss. Irgendwann muss man aufhören. Jetzt zum Beispiel.
Ich sag dir was: Wenn jemand zu mir kommt und sagt „Ich kann Photoshop und Lightroom“, dann nick ich und denke mir – ja, schön. Das können viele. Das ist die Grundausstattung. Das ist wie ein Koch, der sagt, er hat ein Messer und einen Herd.
Die Frage ist: Was hast du sonst noch?
Weil Adobe allein reicht nicht. Nicht 2026, nicht wenn du wirklich professionell arbeiten willst. Nicht wenn du Aufträge annimmst, mit Kunden kommunizierst, Projekte managst, Sachen präsentierst und am Ende des Monats auch noch Geld verdienen willst.
Ich hab über zwanzig Jahre gebraucht, um das zu kapieren. Am Anfang dachte ich, es geht nur ums Bild. Um die Retusche, den Look, die Technik. Und klar, das ist wichtig. Aber irgendwann merkst du: Das Bild ist vielleicht dreißig Prozent deines Jobs. Der Rest ist alles drumherum.
Und für dieses Drumherum brauchst du Werkzeuge, die Adobe nicht abdeckt. Oder nicht gut genug abdeckt. Oder die einfach besser sind, weil sie genau dafür gebaut wurden.
Hier sind die fünf, auf die ich nicht mehr verzichten kann. Nicht die hippen, nicht die trendigen – die, die ich jeden Tag benutze und ohne die ich aufgeschmissen wäre.
1. Capture One
Ja, ich fang damit an. Und ja, ich weiß, Lightroom-Fans werden jetzt die Augen verdrehen.
Aber hör mir kurz zu.
Ich hab jahrelang in Lightroom gearbeitet. Und Lightroom ist gut. Für viele Sachen sogar super. Aber irgendwann bin ich an einen Punkt gekommen, wo ich gemerkt hab: Die Farben stimmen nicht so, wie ich sie haben will. Die Hauttöne, die Feinabstimmung, diese letzte Nuance – da fehlt mir was.
Dann hab ich Capture One ausprobiert. Und das war so ein Moment, wo du merkst: Ah, das geht also auch anders.
Die Farbwerkzeuge in Capture One sind auf einem anderen Level. Du kannst Farben so präzise steuern, dass du dich fragst, warum du vorher mit weniger zufrieden warst. Der Color Editor allein ist den Umstieg wert. Du klickst auf einen Farbton im Bild und kannst genau diesen Ton verschieben, ohne dass der Rest sich mitbewegt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber wenn du Hauttöne bearbeitest oder Produktfarben exakt treffen musst, ist das ein Gamechanger.
Die Tethered-Capture-Funktion ist auch besser als alles, was Lightroom bietet. Wenn du im Studio arbeitest und die Kamera direkt an den Rechner hängst, ist Capture One schneller, stabiler und zeigt dir das Ergebnis sofort in der Qualität, die du brauchst.
Und dann die Ebenen. Ja, Capture One hat Ebenen. Mit Masken. In einem RAW-Entwickler. Du kannst verschiedene Bearbeitungen auf verschiedene Bereiche legen, ohne das Bild jemals nach Photoshop schicken zu müssen. Für achtzig Prozent meiner Bilder reicht das komplett aus.
Kostet Geld, ja. Nicht wenig sogar. Aber wenn du professionell fotografierst – vor allem People, Fashion, Produkt – dann ist das eine Investition, die sich auszahlt. Weil du schneller bist, weil die Ergebnisse besser sind, und weil deine Kunden den Unterschied sehen, auch wenn sie nicht sagen können, was genau anders ist.
2. Affinity Suite (Photo, Designer, Publisher)
Die Affinity-Programme sind so ein Ding, das ich jedem empfehle, der mich fragt. Egal ob Fotograf, Designer, Illustrator oder irgendwas dazwischen.
Warum? Weil sie drei Sachen machen, die Adobe nicht macht: Sie kosten einmal Geld und dann nie wieder. Sie laufen ohne Internet. Und sie sind verdammt gut.
Affinity Photo ist keine Photoshop-Kopie. Es ist ein eigenständiges Programm, das vieles kann, was Photoshop kann, und manches sogar eleganter löst. Die HDR-Zusammenführung, das Stitching, die RAW-Entwicklung – alles solide. Nicht ganz auf Photoshop-Niveau bei den ganz speziellen Sachen, aber für neunzig Prozent der Arbeit mehr als ausreichend.
Affinity Designer ist mein Illustrator-Ersatz. Vektorgrafik, Logodesign, Layouts – alles drin. Und es kann nahtlos zwischen Vektor und Pixel wechseln, was in der Praxis unglaublich praktisch ist.
Affinity Publisher ist das InDesign-Pendant. Für Fotobücher, Portfolios, Drucksachen. Und es hat eine Funktion, die Adobe bis heute nicht hinbekommen hat: Du kannst die anderen Affinity-Programme direkt in Publisher einbetten. Also mitten in deinem Layout mal eben ein Bild bearbeiten oder ein Logo anpassen, ohne das Programm zu wechseln.
Der eigentliche Punkt ist aber ein anderer: Unabhängigkeit.
Adobe kann morgen die Preise erhöhen. Kann Features streichen. Kann das Abo-Modell ändern. Du bist denen ausgeliefert. Mit Affinity hast du ein Backup. Eine Alternative. Einen Plan B, der funktioniert.
Und als Kreativer solltest du immer einen Plan B haben. Immer.
3. DaVinci Resolve
Wenn du 2026 als Kreativer kein Video machst, lebst du hinter dem Mond.
Ich sag das nicht, um Fotografen zu ärgern. Ich sag das, weil es die Realität ist. Kunden wollen Bewegtbild. Social Media will Bewegtbild. Selbst wenn du reiner Fotograf bist – irgendwann kommt der Moment, wo jemand fragt: Kannst du auch ein kurzes Video machen?
Und dann willst du nicht dastehen und sagen: Nee, kann ich nicht.
DaVinci Resolve ist kostenlos. Ja, wirklich. Die Gratisversion reicht für alles, was du am Anfang brauchst, und für vieles darüber hinaus. Hollywood-Filme werden damit geschnitten. Das ist kein Spielzeug.
Was mich überzeugt hat: Die Farbkorrektur ist die beste, die es gibt. Punkt. Kein anderes Programm kommt da ran. Wenn du als Fotograf verstehst, wie Farbe funktioniert, wirst du dich in DaVinci sofort zu Hause fühlen. Die Logik ist ähnlich – nur halt in Bewegung.
Der Schnitt ist professionell. Die Audiobearbeitung mit Fairlight ist eingebaut. Du brauchst kein zweites Programm für Sound. Und seit ein paar Versionen gibt es auch Fusion für visuelle Effekte und Motion Graphics.
Die Lernkurve ist steil, das geb ich zu. Am Anfang sitzt du davor und denkst: Was zur Hölle. Es gibt tausend Buttons und du weißt nicht, wo du anfangen sollst.
Aber das war bei Photoshop auch so. Erinnerst du dich?
Fang klein an. Schneid ein paar Clips zusammen. Mach eine Farbkorrektur. Lern die Basics. Der Rest kommt mit der Zeit.
Und wenn du dann irgendwann einen Kunden hast, der auch ein Video will, sagst du: Klar, kein Problem. Statt: Dafür müssten wir jemand anderen beauftragen.
Das ist der Unterschied zwischen einem Kreativen und einem, der nur Fotos macht.
4. Notion
Jetzt kommt was, das auf den ersten Blick nicht nach Kreativ-Tool aussieht. Notion. Ein Organisationstool. Ein Notizbuch. Eine Datenbank. Alles gleichzeitig und nichts davon ganz genau.
Warum steht das auf einer Liste mit Programmen für Kreative?
Weil Organisation der Punkt ist, an dem die meisten Kreativen scheitern.
Nicht am Können. Nicht an der Technik. Nicht am Talent. An der Organisation.
Wer macht was bis wann? Wo liegt die Datei? Was hat der Kunde gesagt? Welche Rechnung ist offen? Wann war das Shooting? Welches Model hat welchen Vertrag unterschrieben? Wo sind die Releases?
Wenn du das alles im Kopf hast oder in irgendwelchen Zetteln und Mails verteilt, dann funktioniert das bei drei Projekten. Bei zehn nicht mehr. Bei zwanzig bist du erledigt.
Notion löst das. Nicht perfekt, aber besser als alles andere, was ich ausprobiert hab.
Ich hab da meine komplette Projektverwaltung drin. Jedes Shooting, jeder Kunde, jeder Auftrag. Mit Status, Deadlines, Notizen, Links zu den Dateien. Alles an einem Ort.
Ich hab da meine Content-Planung drin. Welcher Blogpost kommt wann? Welches Bild poste ich auf welcher Plattform? Was muss ich noch vorbereiten?
Ich hab da meine Finanzen drin. Nicht die Buchhaltung – dafür gibt es andere Tools – aber den Überblick. Was kommt rein, was geht raus, wer schuldet mir noch Geld.
Und das Beste: Ich kann das alles so bauen, wie es für mich funktioniert. Notion ist kein starres System. Es ist ein Baukasten. Du baust dir deine eigene Struktur, so wie du denkst und arbeitest.
Klar, man kann auch Trello nehmen. Oder Asana. Oder Evernote. Oder irgendwas anderes. Aber Notion hat für mich die beste Balance zwischen Flexibilität und Struktur.
Und es ist in der Basisversion kostenlos.
Kein Kreativer sollte ohne ein vernünftiges Organisationstool arbeiten. Das ist nicht sexy, das ist nicht aufregend, aber es ist der Unterschied zwischen Hobby und Beruf.
5. Blender
Jetzt hör ich schon die Einwände: Blender? Das 3D-Programm? Was soll ich als Fotograf mit 3D?
Mehr als du denkst.
Blender ist kostenlos. Komplett. Open Source. Und es ist mittlerweile so gut, dass Studios damit Filme machen. Das ist kein Anfänger-Spielzeug. Das ist ein vollwertiges 3D-Programm, das mit Cinema 4D und Maya mithalten kann.
Aber warum sollte ein Fotograf oder Designer das lernen?
Weil die Grenzen zwischen Fotografie, Design und 3D verschwimmen. Immer mehr. Jeden Tag ein bisschen mehr.
Produktvisualisierung. Mockups. Hintergründe, die es nicht gibt. Objekte, die du nicht fotografieren kannst, weil sie noch nicht existieren. Lichtszenarien durchspielen, bevor du ins Studio gehst. Szenen bauen, die in der Realität unmöglich wären.
Ich hab letztens ein Projekt gemacht, da brauchte der Kunde ein Produktbild. Das Produkt gab es aber noch nicht physisch. Früher hätte ich gesagt: Geht nicht, warten wir auf den Prototyp. Jetzt hab ich das Ding in Blender gebaut, beleuchtet, gerendert und der Kunde hatte sein Bild. In zwei Tagen statt in zwei Monaten.
Du musst kein Blender-Experte werden. Du musst nicht Pixar-Level erreichen. Aber die Basics verstehen – wie 3D-Raum funktioniert, wie Licht und Material zusammenspielen, wie man ein einfaches Objekt baut und rendert – das gibt dir Möglichkeiten, die andere Kreative nicht haben.
Und Möglichkeiten sind Aufträge. Und Aufträge sind Geld.
Außerdem: Blender hat eine der besten Communities im Netz. Tutorials ohne Ende, alles kostenlos, und die Leute sind hilfsbereit. Die Lernkurve ist brutal am Anfang, das stimmt. Aber die Community fängt dich auf.
Was auffällt: Es geht nicht nur um Bilder
Guck dir die Liste nochmal an.
Capture One – bessere Bilder. Affinity – Unabhängigkeit und Vielseitigkeit. DaVinci Resolve – Video. Notion – Organisation. Blender – 3D.
Nur eines davon ist ein reines Bildbearbeitungsprogramm. Der Rest ist drumherum. Und genau das ist der Punkt.
Erfolgreiche Kreative sind nicht die, die am besten retuschieren können. Es sind die, die das Gesamtpaket beherrschen. Die ein Projekt von Anfang bis Ende durchziehen können. Die nicht bei jeder Sache, die nicht Fotografie oder Bildbearbeitung ist, jemand anderen fragen müssen.
Je mehr du selbst kannst, desto wertvoller bist du. Nicht weil du alles allein machen sollst – Zusammenarbeit ist wichtig – sondern weil du verstehst, wie die einzelnen Teile zusammenhängen. Weil du mitreden kannst. Weil du Lösungen anbieten kannst, an die andere nicht denken.
Das ist der Unterschied.
Muss ich das alles sofort können?
Nein. Bitte nicht.
Nimm dir eins davon vor. Das, wo du den größten Bedarf siehst. Lern es. Nicht alles auf einmal, sondern die Basics. Bau darauf auf. Und wenn du dich sicher fühlst, nimm das nächste.
Ich hab Jahre gebraucht, bis ich all diese Programme halbwegs verstanden hab. Manche benutze ich jeden Tag, manche nur bei bestimmten Projekten. Aber zu wissen, dass ich sie habe und einsetzen kann – das gibt eine Sicherheit, die unbezahlbar ist.
Du musst nicht alles können. Aber du solltest mehr können als nur Adobe.
Wie dieser Text entstanden ist
Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens wenn mir gerade ein Thema durch den Kopf geht. Wird transkribiert und mit KI in Form gebracht. Die Erfahrungen und Empfehlungen sind meine eigenen, gesammelt über mehr als zwanzig Jahre im Kreativbereich. Das Aufräumen und Strukturieren mach ich mit Tools. Transparenz gehört dazu.
Kling v3 ist draußen und mein Feed explodiert. Überall Videos, die vor ein paar Monaten noch unmöglich gewesen wären. Leute, die vorher nie was mit Bewegtbild gemacht haben, posten plötzlich Clips, die aussehen wie aus einem Kinotrailer.
Das ist großartig. Wirklich. Aber ich seh auch die andere Seite. Die Frustration, wenn es nicht klappt. Die Verwirrung, weil Video-KI eben nicht funktioniert wie Bild-KI. Die Enttäuschung, wenn das Ergebnis zwar technisch beeindruckend ist, aber irgendwie… leblos wirkt.
Also dachte ich mir: Schreib mal auf, was du gelernt hast. Nicht als Anleitung für Kling speziell – die Technik ändert sich eh alle paar Monate – sondern als Grundlagen-Ding. Sachen, die du wissen solltest, bevor du anfängst. Fehler, die du nicht machen musst, weil ich sie schon gemacht hab.
Hier ist alles, was ich Einsteigern erzählen würde.
Vergiss erstmal alles, was du über Bild-KI weißt
Okay, nicht alles. Aber vieles.
Wenn du mit Midjourney oder Stable Diffusion gearbeitet hast, denkst du vielleicht: Video ist ja nur bewegtes Bild. Kann so anders nicht sein.
Doch. Ist es.
Bei Bildern geht es um einen Moment. Eine Komposition. Ein Gefühl, eingefroren in der Zeit. Du kannst stundenlang am Prompt feilen, verschiedene Seeds ausprobieren, am Ende wählst du das beste Bild aus und fertig.
Bei Video geht es um Bewegung. Um Zeit. Um das, was zwischen den Frames passiert. Und da wird es kompliziert.
Denn die KI muss nicht nur verstehen, wie etwas aussieht, sondern auch, wie es sich bewegt. Wie Stoff fällt. Wie Haare wehen. Wie ein Gesicht sich verzieht, wenn jemand lächelt. Das sind komplett andere Probleme.
Und deshalb funktionieren Prompts, die bei Bildern super klappen, bei Video oft gar nicht. Weil du jetzt nicht nur beschreibst, was zu sehen ist, sondern auch, was passiert.
Denk in Szenen, nicht in Bildern
Der größte Fehler, den ich am Anfang gemacht hab: Ich hab versucht, komplexe Bilder in Bewegung zu setzen.
Ein episches Fantasy-Bild mit zwanzig Details, Magie, Explosionen, fliegenden Objekten – und dann wundern, warum das Video aussieht wie ein Albtraum auf Drogen.
Video-KI kann noch nicht alles gleichzeitig. Je mehr du reinpackst, desto wahrscheinlicher geht irgendwas schief. Gesichter verformen sich. Objekte verschmelzen. Physik hört auf zu existieren.
Was funktioniert: Einfache Szenen mit klarer Handlung.
Eine Person, die langsam den Kopf dreht. Rauch, der aufsteigt. Wasser, das fließt. Blätter, die fallen. Kamerafahrt durch eine Landschaft.
Je simpler die Bewegung, desto besser das Ergebnis. Das klingt langweilig, aber es ist die Wahrheit. Die beeindruckendsten Clips, die ich gesehen hab, sind oft die einfachsten.
Komplexität kannst du später im Schnitt aufbauen. Aber das einzelne Video-KI-Segment sollte eine Sache gut machen, nicht zehn Sachen mittelmäßig.
Länge ist dein Feind
Noch so eine Lektion, die wehgetan hat.
Kling v3 und ähnliche Tools können mittlerweile längere Clips generieren. Zehn Sekunden, manchmal mehr. Und die Versuchung ist groß, das auch zu nutzen. Mehr ist besser, oder?
Nee.
Je länger der Clip, desto mehr Möglichkeiten hat die KI, Fehler zu machen. Am Anfang sieht alles super aus, und nach fünf Sekunden fängt plötzlich das Gesicht an zu mutieren. Oder die Physik macht Feierabend. Oder irgendwas Seltsames passiert, das du nicht beschreiben kannst, aber das definitiv falsch ist.
Mein Tipp: Generiere kürzere Clips. Drei bis fünf Sekunden. Die sind stabiler. Und wenn du längere Sequenzen brauchst, schneidest du mehrere kurze zusammen.
Das klingt nach mehr Arbeit, ist es auch. Aber das Ergebnis ist tausendmal besser, als einen langen Clip zu haben, der zur Hälfte unbrauchbar ist.
Kamera-Bewegungen verstehen
Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen.
Video-KI kann nicht nur Objekte bewegen, sondern auch die Kamera. Zoom, Pan, Tilt, Dolly – all das lässt sich steuern, je nachdem welches Tool du nutzt.
Aber hier passieren die meisten Anfängerfehler.
Zu viel Bewegung auf einmal. Zoom während die Kamera schwenkt während das Objekt sich bewegt. Das Ergebnis ist Chaos. Visuelles Erbrechen.
Oder das Gegenteil: Gar keine Kamerabewegung, und der Clip wirkt statisch wie eine Diashow.
Die Wahrheit liegt in der Mitte. Eine kontrollierte, langsame Bewegung pro Clip. Entweder die Kamera bewegt sich, oder das Motiv bewegt sich. Selten beides gleichzeitig.
Guck dir mal Filme an und achte drauf, wie wenig oft passiert. Wie langsam Kamerafahrten sind. Wie viel Ruhe in guten Szenen steckt. Das ist kein Zufall.
Sound ist die halbe Miete
Jetzt kommen wir zu dem Teil, den die meisten völlig ignorieren. Und genau deshalb sehen ihre Videos aus wie… KI-Demos.
Ein Video ohne Sound ist kein Video. Es ist ein bewegtes Bild. Der Ton macht den Unterschied zwischen „ganz nett“ und „wow“.
Und ich rede nicht nur von Musik. Ich rede von allem.
Atmosphäre. Umgebungsgeräusche. Wind. Schritte. Das Rascheln von Stoff. Das Knistern von Feuer. All diese kleinen Dinge, die dein Gehirn erwartet, auch wenn du nicht bewusst drauf achtest.
Wenn du ein Video von einem Wald hast und es ist komplett still – irgendwas fühlt sich falsch an. Dein Gehirn weiß, dass Wälder nicht still sind. Da sind Vögel, Wind, Blätter, irgendwas.
Also: Nimm dir Zeit für Sound. Mindestens genauso viel wie für das Video selbst.
Wo du Sounds herbekommst
Es gibt Tonnen von Ressourcen. Kostenlose und bezahlte.
Freesound.org ist ein Klassiker. Riesige Bibliothek, alles Creative Commons, du musst nur aufpassen wegen der verschiedenen Lizenzen.
Epidemic Sound und Artlist sind bezahlt, aber dafür professionelle Qualität und klare Lizenzen. Wenn du das kommerziell nutzen willst, lohnt sich das.
Für Ambient-Sounds und Atmosphären gibt es auch KI-Tools mittlerweile. ElevenLabs macht Sound Effects, Udio und Suno machen Musik. Die sind noch nicht perfekt, aber für Hintergrund-Zeug oft gut genug.
Mein Workflow: Ich leg erstmal das Video hin, dann such ich passende Atmosphäre, dann Soundeffekte für spezifische Momente, und ganz am Ende Musik – falls überhaupt nötig.
Musik – weniger ist mehr
Apropos Musik.
Die meisten Anfänger-Videos haben zu viel davon. Oder die falsche. Oder beides.
Musik ist nicht dazu da, Stille zu füllen. Musik ist dazu da, Emotion zu verstärken. Wenn die Musik nichts verstärkt, lenkt sie nur ab.
Und diese epischen Trailer-Tracks, die alle benutzen – die funktionieren nur, wenn das Video auch episch ist. Wenn du eine ruhige Szene hast mit sanfter Bewegung und drunterlegst Hans-Zimmer-Gedröhne, dann passt das nicht. Dann kämpft die Musik gegen das Bild.
Mein Tipp: Probier erstmal, wie das Video ohne Musik wirkt. Nur mit Soundeffekten und Atmosphäre. Oft ist das besser.
Und wenn du Musik brauchst, dann wähle sie bewusst. Nicht das erstbeste Epic-Ding, das du findest. Sondern was, das zum Tempo passt, zur Stimmung, zum Inhalt.
Das dauert. Das nervt manchmal. Aber es macht den Unterschied.
Schnitt ist, wo die Magie passiert
Hier ist ein Geheimnis, das die wenigsten kapieren: Die besten Video-KI-Arbeiten sind nicht die mit dem besten generierten Material. Es sind die mit dem besten Schnitt.
Du kannst mittelmäßige Clips nehmen und durch guten Schnitt was Großartiges draus machen. Und du kannst fantastische Clips durch schlechten Schnitt ruinieren.
Schnitt ist eine eigene Kunstform. Da könnte ich stundenlang drüber reden. Aber hier die Basics:
Rhythmus. Schnitte sollten einem Rhythmus folgen. Nicht zufällig, nicht wenn dir danach ist, sondern bewusst. Ob zur Musik oder zu einem inneren Beat – irgendwas sollte den Takt vorgeben.
Dauer. Nicht jeder Clip muss gleich lang sein. Manche Momente brauchen Zeit. Andere sind in einer Sekunde vorbei. Lern zu spüren, wann ein Clip lang genug war.
Kontinuität. Wenn du Clips zusammenschneidest, müssen sie zusammenpassen. Ähnliche Lichtstimmung, ähnliche Farbtemperatur, ähnliche Bewegungsrichtung. Sonst ruckelt es im Kopf des Zuschauers.
Übergänge. Nicht jeder Schnitt braucht einen Übergang. Harter Schnitt ist meistens besser als irgendeine Blende. Fade to Black geht manchmal. Dieser Star-Wars-Wipe aus den 70ern – bitte nicht.
Welche Software du brauchst
Für den Anfang brauchst du nicht viel.
DaVinci Resolve ist kostenlos und professionell. Damit schneiden Leute Hollywood-Filme. Die Lernkurve ist steil, aber es gibt tausend Tutorials.
CapCut ist einfacher und auch kostenlos. Gut für schnelle Sachen, vor allem wenn du für Social Media produzierst.
Premiere Pro und Final Cut sind die Klassiker, kosten aber Geld.
Für Audio-Bearbeitung ist Audacity kostenlos und tut was es soll. Für mehr Kontrolle gibt es Fairlight in DaVinci Resolve oder separate DAWs wie Reaper.
Was ich nicht empfehle: Alles auf dem Handy machen. Geht, ist aber limitiert. Sobald du ernsthafter arbeitest, willst du einen richtigen Bildschirm und vernünftige Software.
Der größte Fehler von allen
Weißt du, was ich am häufigsten sehe bei Leuten, die mit Video-KI anfangen?
Sie posten alles sofort.
Jeder generierte Clip wird geteilt. Jedes Experiment wird hochgeladen. Alles muss raus, sofort, guck mal was ich gemacht hab.
Ich versteh das. Es ist aufregend. Es fühlt sich an wie Magie. Man will es zeigen.
Aber dadurch sieht man halt auch den ganzen Müll. Die Clips, wo das Gesicht verrutscht. Die Experimente, die nicht funktioniert haben. Die Sachen, die technisch interessant sind, aber sonst nichts.
Mein Rat: Halte dich zurück. Sammle Material. Kuratiere.
Nicht alles, was du generierst, muss die Welt sehen. Such dir die besten Clips raus. Arbeite daran. Mach was draus. Und dann zeig das.
Ein gutes fertiges Video ist hundertmal mehr wert als zwanzig rohe Clips.
Geduld, Geduld, Geduld
Der letzte Punkt, und vielleicht der wichtigste.
Video-KI ist noch nicht da, wo Bild-KI ist. Die Kontrolle ist geringer. Die Ergebnisse sind unvorhersehbarer. Du wirst mehr Fehlversuche haben als Treffer.
Das ist normal. Das ist der Stand der Technik.
In einem Jahr wird das anders aussehen. In zwei Jahren wird es wahrscheinlich unglaublich sein. Aber jetzt, heute, ist es noch rau.
Also: Hab Geduld. Mit der Technik und mit dir selbst.
Lern die Grenzen kennen, statt gegen sie anzukämpfen. Arbeite mit dem, was funktioniert. Akzeptiere, dass nicht alles geht.
Und wenn was Tolles entsteht – und das wird es – dann genieß den Moment. Weil du weißt, wie viel Arbeit drinsteckt.
Fazit
Video-KI ist nicht Bild-KI plus Bewegung. Es ist ein eigenes Medium mit eigenen Regeln.
Denk in einfachen Szenen. Halte Clips kurz. Kontrolliere die Kamera. Nimm Sound ernst. Schnitt ist alles. Kuratiere, was du zeigst.
Und vor allem: Mach. Experimentiere. Scheitere. Lerne.
Das ist der einzige Weg.
Kling v3 ist ein Werkzeug. Ein verdammt gutes momentan. Aber das Werkzeug macht noch keinen Künstler. Das machst du selbst.
Also ran.
Wie dieser Text entstanden ist
Meine Blogartikel entstehen meistens, wenn ich Gedanken ins Handy quatsche. Sprachmemos, ziemlich chaotisch, alles durcheinander. Das wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Erfahrung und die Tipps sind meine. Die Struktur entsteht mit Tools. Finde ich fair so.
Es gibt Updates, die sind kosmetisch. Und es gibt Updates, die sagen leise, aber bestimmt: Hier wächst etwas. Das neue Inhaltsverzeichnis des Brownz Hub gehört zur zweiten Sorte.
Nicht, weil plötzlich alles anders ist. Sondern weil jetzt sichtbar wird, wie groß dieses Ding eigentlich gedacht ist.
Der Brownz Hub war nie als schneller Kurs geplant. Er war von Anfang an ein System. Ein Archiv. Ein Denkraum. Und mit dem aktuellen Update des Inhaltsverzeichnisses wird genau das klarer denn je.
Der Brownz Hub ist kein Produkt. Er ist ein Zustand.
Wer den Brownz Hub betritt, betritt keinen Onlinekurs mit Kapitel 1–7 und Abschlusszertifikat. Man betritt einen Arbeitsraum, der sich ständig verändert.
Das Inhaltsverzeichnis ist dabei kein Inhaltsverzeichnis im klassischen Sinn. Es ist eher eine Landkarte:
Trainings
Daten
Extras
Werkzeuge
Experimente
Prozesse
Nicht linear. Nicht brav. Sondern so, wie kreative Arbeit nun mal wirklich funktioniert.
Was das neue Inhaltsverzeichnis zeigt
Mit dem aktuellen Update wird eines sehr deutlich: Der Brownz Hub ist kein Sammelsurium, sondern kuratiert.
Die Inhalte sind nicht zufällig gewachsen, sondern folgen einer inneren Logik:
vom Sehen zum Verstehen
vom Tool zur Haltung
vom Effekt zur Bildidee
Das Inhaltsverzeichnis macht diese Struktur jetzt sichtbar.
Nicht als starre Ordnung, sondern als offenes System, das weiter wächst.
Trainings: Wissen ohne Filter
Die Trainings im Brownz Hub erklären nicht, welchen Button man drücken muss. Sie erklären, warum man ihn überhaupt drückt – oder manchmal bewusst nicht.
Synthografie wird hier nicht als Trickkiste behandelt, sondern als Erweiterung fotografischen Denkens.
Keine Show. Kein Motivationsgeschrei. Sondern konzentrierte Arbeit am Bild.
Daten & Extras: Rohmaterial statt Hochglanz
Ein zentraler Punkt im neuen Inhaltsverzeichnis sind die Datenpakete.
Keine fertigen Looks zum Drüberlegen. Sondern:
Rohdaten
Arbeitsmaterial
Bausteine
Dinge, mit denen man arbeiten muss.
Der Hub liefert nicht die Lösung – er liefert die Substanz.
Tools als Werkzeug, nicht als Krücke
Das Update zeigt auch sehr klar, wie mit Tools umgegangen wird:
Nicht als Abkürzung. Nicht als Ersatz für Denken.
Sondern als Verstärker dessen, was du ohnehin schon sehen kannst.
Photoshop, KI, Daten, Presets – alles da. Aber nie im Mittelpunkt. Der Mittelpunkt bleibt das Bild.
Dropbox statt Plattform-Gefängnis
Ein wichtiger Punkt, der im Inhaltsverzeichnis mitschwingt: Der Brownz Hub ist kein Login‑Käfig.
Alle Inhalte kommen direkt per Dropbox.
Das bedeutet:
Du besitzt die Daten
Du arbeitest offline
Du bist unabhängig von Plattformen
Das Inhaltsverzeichnis wächst – dein Ordner wächst mit.
Für wen dieses Update wichtig ist
Dieses Update ist nicht für jeden relevant.
Es ist relevant für Menschen, die:
tiefer arbeiten wollen
verstehen wollen, was sie tun
keine Angst vor Rohmaterial haben
nicht auf der Suche nach Abkürzungen sind
Wenn du nur Effekte willst, bist du hier falsch. Wenn du Bilder bauen willst, bist du hier richtig.
Der eigentliche Kern des Updates
Das neue Inhaltsverzeichnis zeigt vor allem eines:
Der Brownz Hub ist noch lange nicht fertig.
Und genau das ist seine größte Stärke.
Du kaufst kein abgeschlossenes Produkt. Du steigst in einen Prozess ein.
Alles, was seit Start entstanden ist, ist enthalten. Alles, was kommt, kommt automatisch dazu.
Bestellung & Zugang
Der Brownz Hub ist als Jahresabo konzipiert. Kein Abo-Dschungel, keine monatlichen Abbuchungen, kein Kleingedrucktes.
Laufzeit: Oktober 2025 bis Oktober 2026 Preis: 199 Euro
Der entscheidende Punkt: Wer jetzt einsteigt, bekommt sofort Zugriff auf alle Inhalte, die seit Start bereits erschienen sind – ohne Wartezeit, ohne Einschränkung. Alles ist direkt verfügbar.
So bestellst du den Brownz Hub
Die Bestellung läuft bewusst persönlich und direkt.
Ich arbeite seit über zwanzig Jahren mit Photoshop. Jeden Tag. Manchmal liebe ich es, manchmal fluche ich, meistens irgendwas dazwischen. Und in all den Jahren habe ich so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann. Aber noch öfter habe ich anderen dabei zugeschaut, wie sie Fehler machen. Oder besser gesagt: wie sie Dinge glauben, die einfach nicht stimmen.
Das Verrückte ist – viele dieser Missverständnisse halten sich hartnäckig. Sie werden in Foren weitergegeben, in YouTube-Kommentaren behauptet, manchmal sogar in Kursen gelehrt. Und irgendwann glaubt man es einfach, weil man es so oft gehört hat.
Zeit, mal aufzuräumen.
Hier sind die zehn Sachen, die ich am häufigsten höre – und warum sie Quatsch sind. Oder zumindest nicht so einfach, wie alle tun.
1. „300 DPI muss sein, sonst ist das Bild schlecht“
Das ist wahrscheinlich das hartnäckigste Missverständnis überhaupt. Ich höre das ständig. „Hat das Bild 300 DPI?“ Als wäre das eine magische Zahl, die über Gut und Böse entscheidet.
Hier ist die Wahrheit: DPI allein sagt gar nichts.
DPI heißt Dots Per Inch. Das beschreibt, wie viele Punkte pro Zoll gedruckt werden. Aber das ist nur relevant in Kombination mit der tatsächlichen Pixelanzahl und der Druckgröße.
Ein Bild mit 300 DPI, das nur 500 Pixel breit ist, kannst du vielleicht vier Zentimeter breit drucken. Ein Bild mit 72 DPI, das aber 6000 Pixel breit ist, kannst du problemlos auf ein Poster ziehen.
Die Pixelanzahl zählt. Nicht die DPI-Zahl, die irgendwo in den Metadaten steht. Die kannst du in zwei Sekunden ändern, ohne dass sich am Bild irgendwas ändert. Einfach in Photoshop unter Bildgröße die Checkbox „Neu berechnen“ rausnehmen und eine andere Zahl eintippen. Fertig. Selbes Bild, andere DPI.
Ich hab mal einen Kunden gehabt, der mir ein Bild zurückgeschickt hat mit dem Kommentar „Das hat ja nur 72 DPI, das können wir nicht drucken“. Das Bild hatte 8000 mal 6000 Pixel. Hätte man auf eine Hauswand drucken können. Aber nein, die Zahl stimmte nicht.
Merke: Frag nach Pixeln, nicht nach DPI.
2. „Je mehr Ebenen, desto professioneller“
Ich hab Dateien gesehen mit 200 Ebenen. Alles penibel sortiert, gruppiert, benannt. Und das Ergebnis war mittelmäßig.
Ich hab auch Dateien gesehen mit fünf Ebenen. Und das Ergebnis war umwerfend.
Die Anzahl der Ebenen sagt nichts über die Qualität der Arbeit. Gar nichts.
Ja, Ebenen sind wichtig. Ja, nicht-destruktiv arbeiten ist meistens schlauer als alles auf eine Ebene zu brennen. Aber mehr ist nicht automatisch besser.
Manchmal ist die beste Lösung die einfachste. Manchmal reicht eine Einstellungsebene statt fünfzehn. Manchmal ist ein gezielter Pinselstrich effektiver als drei Ebenen mit Masken und Mischmodi.
Ich kenne Leute, die mehr Zeit mit dem Organisieren ihrer Ebenen verbringen als mit dem eigentlichen Bild. Das ist keine Professionalität. Das ist Prokrastination mit Struktur.
Arbeite so komplex wie nötig. Nicht so komplex wie möglich.
3. „Automatische Korrekturen sind was für Anfänger“
Diesen Snobismus höre ich vor allem von Leuten, die sich für besonders professionell halten. „Ich mach alles manuell, Auto-Funktionen sind Cheating.“
Blödsinn.
Die Auto-Funktionen in Photoshop sind nicht perfekt. Aber sie sind auch nicht dumm. Hinter Auto-Tonwertkorrektur oder Auto-Farbe stecken Algorithmen, die in vielen Fällen einen soliden Startpunkt liefern.
Ich benutze die ständig. Nicht als Endergebnis, aber als Ausgangspunkt. Klick auf Auto, gucken was passiert, und dann von da aus weiter. Manchmal spart mir das fünf Minuten Rumgeschraube an den Kurven.
Werkzeuge sind Werkzeuge. Es gibt keine Ehrenmedaille dafür, alles auf dem schwierigsten Weg zu machen. Wenn Auto-Tonwert in zwei Sekunden das macht, wofür ich sonst eine Minute gebraucht hätte – warum nicht?
Das Ergebnis zählt. Nicht der Weg dahin.
4. „RAW ist immer besser als JPEG“
Grundsätzlich stimmt das – RAW hat mehr Informationen, mehr Spielraum, mehr Reserven zum Korrigieren. Keine Frage.
Aber „immer“ ist ein großes Wort.
Wenn du ein Bild hast, das perfekt belichtet ist, die Farben stimmen, und du nur minimale Anpassungen machen willst – dann ist JPEG völlig okay. Du wirst keinen Unterschied sehen. Keinen.
RAW macht Sinn, wenn du Probleme retten musst. Wenn die Belichtung daneben ist, wenn du Schatten aufziehen willst, wenn der Weißabgleich komplett falsch war. Da zeigt RAW seine Stärke.
Aber ich hab Leute erlebt, die sich geweigert haben, ein JPEG zu bearbeiten. Als wäre das unter ihrer Würde. „Kann ich nicht machen, ist ja nur JPEG.“ Und dann haben sie das Projekt verloren, weil der Kunde keine RAW-Dateien hatte.
Arbeite mit dem, was du hast. RAW ist besser, wenn du die Wahl hast. Aber JPEG ist kein Müll. Es ist ein Format. Behandle es entsprechend.
5. „Schärfen macht unscharfe Bilder scharf“
Wenn ich für jeden Euro, den ich für diese Aussage gehört habe, einen Euro bekommen hätte… naja, du weißt schon.
Schärfen in Photoshop macht unscharfe Bilder nicht scharf. Es macht sie schärfer aussehend. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Was Schärfen wirklich tut: Es erhöht den Kontrast an Kanten. Dadurch wirken Übergänge knackiger. Das Auge interpretiert das als Schärfe.
Aber wenn ein Bild wirklich unscharf ist – Bewegungsunschärfe, Fokusfehler, verwackelt – dann kannst du schärfen so viel du willst. Es wird nicht scharf. Es wird nur körniger, kantiger, und irgendwann sieht es aus wie ein Alptraum.
Schärfen ist das Sahnehäubchen am Ende. Es holt das Letzte raus aus einem Bild, das schon gut ist. Es rettet kein Bild, das technisch daneben ist.
Ja, es gibt KI-Tools, die mittlerweile erstaunliche Dinge können. Topaz, die neuen Photoshop-Funktionen, diverses anderes Zeug. Manche davon sind beeindruckend. Aber auch die können keine Wunder vollbringen. Und sie kosten Zeit, Rechenleistung, und funktionieren nicht bei allem.
Lieber beim Fotografieren aufpassen als nachher verzweifelt schärfen.
6. „Der Kopierstempel und der Reparaturpinsel sind praktisch dasselbe“
Nein. Nein nein nein.
Das sind zwei komplett verschiedene Werkzeuge, die komplett verschiedene Dinge tun. Dass sie ähnlich aussehen und nebeneinander in der Werkzeugleiste liegen, heißt nicht, dass sie austauschbar sind.
Der Kopierstempel macht exakt das, was der Name sagt: Er kopiert. Du nimmst einen Bereich auf und stempelst ihn woanders hin. Eins zu eins. Was du aufnimmst, kommt raus. Helligkeit, Farbe, Textur – alles identisch.
Der Reparaturpinsel ist cleverer. Er kopiert die Textur, aber passt Helligkeit und Farbe an die Umgebung an. Das macht ihn fantastisch für Hautretusche, für Flecken entfernen, für alles, wo du nahtlose Übergänge brauchst.
Aber genau das macht ihn auch unbrauchbar für manche Situationen. Wenn du an einer Kante arbeitest, zieht er Farbe von der anderen Seite rein. Wenn du was Helles neben was Dunklem reparieren willst, macht er Matsch.
Wann was? Kopierstempel für Präzision und Kontrolle. Reparaturpinsel für nahtloses Verschmelzen. Bereichsreparatur für schnelle, einfache Korrekturen wo die Umgebung einheitlich ist.
Lern beide. Benutz beide. Aber verwechsle sie nicht.
7. „CMYK ist für Druck, RGB ist für Bildschirm – also muss ich für Druck immer in CMYK arbeiten“
Das klingt logisch. Ist es aber nicht. Zumindest nicht so einfach.
Ja, Drucker arbeiten mit CMYK. Cyan, Magenta, Yellow, Key (Schwarz). Und ja, Bildschirme arbeiten mit RGB. Das stimmt alles.
Aber daraus folgt nicht, dass du in Photoshop in CMYK arbeiten solltest.
Hier ist das Problem: CMYK hat einen kleineren Farbraum als RGB. Wenn du in CMYK arbeitest, stehen dir weniger Farben zur Verfügung. Manche Filter funktionieren nicht. Manche Einstellungsebenen fehlen. Du arbeitest mit angezogener Handbremse.
Die meisten Profis – und ich meine wirklich Profis, Leute die seit Jahrzehnten für Druckereien arbeiten – machen Folgendes: Sie arbeiten in RGB und konvertieren ganz am Ende zu CMYK. Oder sie liefern RGB und lassen die Druckerei konvertieren.
Warum? Weil moderne Druckereien das besser können als du. Die haben Farbprofile, die genau auf ihre Maschinen abgestimmt sind. Wenn du in irgendeinem generischen CMYK arbeitest, passt das wahrscheinlich eh nicht.
Ausnahme: Wenn die Druckerei dir ein spezifisches Profil gibt und sagt „Bitte so anliefern“ – dann mach das. Aber auch dann würde ich in RGB arbeiten und am Ende konvertieren.
Die Angst vor RGB beim Druck ist ein Relikt aus den 90ern. Lass sie los.
8. „Masken sind kompliziert“
Das höre ich so oft von Leuten, die seit Jahren mit Photoshop arbeiten. Sie benutzen den Radiergummi, machen Auswahlen und löschen Pixel, vermeiden Masken wie der Teufel das Weihwasser.
Und ich verstehe es irgendwie. Masken wirken erstmal abstrakt. Weiß zeigt, Schwarz versteckt, Grau ist irgendwas dazwischen. Das ist nicht intuitiv.
Aber hier ist die Sache: Masken sind das mächtigste Werkzeug in Photoshop. Kein Witz. Wenn du Masken verstehst, verstehst du Photoshop.
Und sie sind nicht kompliziert. Sie sind nur anders.
Eine Maske ist nichts anderes als ein Schwarzweißbild, das bestimmt, was man sieht und was nicht. Das war’s. Weißer Bereich: sichtbar. Schwarzer Bereich: unsichtbar. Grauer Bereich: halbtransparent.
Du malst mit Weiß, um Dinge zu zeigen. Du malst mit Schwarz, um Dinge zu verstecken. Du kannst jederzeit umentscheiden. Nichts ist endgültig. Nichts ist zerstört.
Das ist der Unterschied zum Radiergummi. Der Radiergummi löscht Pixel. Für immer. Weg. Wenn du morgen merkst, dass du zu viel wegradiert hast – Pech gehabt.
Mit einer Maske malst du einfach mit Weiß drüber, und es ist wieder da.
Nimm dir einen Nachmittag. Spiel mit Masken rum. Erstell eine, mal drauf rum, guck was passiert. Nach zwei Stunden wirst du dich fragen, warum du das nicht früher gemacht hast.
9. „Kurven und Tonwertkorrektur machen dasselbe“
Sie sehen ähnlich aus. Sie tun ähnliche Dinge. Aber sie sind nicht dasselbe.
Die Tonwertkorrektur hat drei Regler: Schwarzpunkt, Weißpunkt, Gamma. Damit kannst du den Kontrast anpassen und die Mitteltöne verschieben. Fertig. Das ist alles, was sie kann.
Die Gradationskurve kann das auch. Aber sie kann viel, viel mehr.
Mit Kurven kannst du jeden einzelnen Helligkeitswert separat beeinflussen. Du kannst sagen: Nur die ganz dunklen Töne sollen heller werden, aber die mitteldunklen bleiben wie sie sind. Du kannst S-Kurven bauen für Kontrast, du kannst einzelne Farbkanäle bearbeiten, du kannst Farbstiche korrigieren, du kannst Looks kreieren, die mit Tonwertkorrektur unmöglich wären.
Wenn Tonwertkorrektur ein Hammer ist, dann sind Kurven ein Schweizer Taschenmesser.
Mein Rat: Lern Kurven. Vergiss Tonwertkorrektur. Okay, das ist übertrieben – Tonwertkorrektur ist schneller für einfache Anpassungen. Aber wenn du nur eines von beiden richtig lernen willst, nimm Kurven. Das ist das Werkzeug, das alles kann.
10. „Mehr RAM heißt Photoshop läuft schneller“
Jein.
Ja, Photoshop braucht RAM. Ja, mit mehr RAM läuft es besser. Bis zu einem Punkt.
Aber irgendwann ist Schluss. Wenn du 32 Gigabyte RAM hast und normalerweise mit Dateien arbeitest, die vielleicht 500 Megabyte groß sind, bringt dir mehr RAM genau nichts. Photoshop wird nicht schneller, nur weil du 64 Gigabyte reinsteckst.
Was oft mehr bringt: Eine schnelle SSD. Ein aktueller Prozessor. Eine vernünftige Grafikkarte.
Photoshop ist ein komplexes Programm. Es nutzt RAM, ja. Aber es nutzt auch die CPU, die GPU, es schreibt temporäre Dateien auf die Festplatte. Der langsamste Teil ist der Flaschenhals.
Wenn du eine alte Festplatte hast, kann Photoshop noch so viel RAM bekommen – es wird auf die Festplatte warten müssen.
Wenn deine Grafikkarte uralt ist, werden alle Filter, die GPU-Beschleunigung nutzen, trotzdem langsam sein.
Bevor du RAM nachrüstest: Guck dir an, was wirklich bremst. Öffne den Task-Manager während du arbeitest. Schau, wo die Auslastung am höchsten ist. Dann investier da.
Bonus: „Man muss Photoshop von Grund auf lernen, bevor man damit arbeiten kann“
Das halte ich für den gefährlichsten Mythos von allen.
Nicht weil er komplett falsch wäre. Sondern weil er Leute davon abhält, überhaupt anzufangen.
Du musst nicht alles können, um mit Photoshop zu arbeiten. Du musst das können, was du gerade brauchst.
Ich kenne Fotografen, die seit Jahren mit Photoshop arbeiten und noch nie den Zeichenstift angefasst haben. Brauchen sie nicht. Ich kenne Designer, die keine Ahnung von Frequenztrennung haben. Brauchen sie nicht.
Das Programm ist riesig. Niemand – wirklich niemand – nutzt alles davon. Du pickst dir raus, was du brauchst. Du lernst das. Und wenn du was Neues brauchst, lernst du das dazu.
Wer darauf wartet, Photoshop „fertig gelernt“ zu haben, wartet für immer.
Fang an. Mach Fehler. Lern dabei. Das ist der einzige Weg.
Wie dieser Text entstanden ist
Kurz zur Transparenz, weil mir das wichtig ist: Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos. Ich quatsche meine Gedanken ins Handy, meistens wenn ich gerade über irgendwas stolpere, das mich aufregt. Diese Aufnahmen werden transkribiert und dann mit KI in eine lesbare Form gebracht.
Die Erfahrung, die Meinungen, die Beispiele – das ist alles meins. Zwanzig Jahre Photoshop, tausend Fehler, ein paar Sachen, die ich dabei gelernt habe. Die Struktur und der Feinschliff kommen mit Hilfe von Tools.
Letzte Woche ist etwas passiert, das mich unerwartet glücklich gemacht hat. Ich habe Windows 11 neu aufgesetzt, mehr aus Notwendigkeit als aus Lust. Und dann, aus einer Mischung aus Neugier und Nostalgie, habe ich etwas getan, was ich seit Jahren nicht mehr probiert hatte: Ich habe Photoshop CS3 installiert.
Nicht Photoshop 2025 mit seinen KI-Funktionen und monatlichen Abbuchungen. Sondern das gute alte CS3. Von 2007. Fast zwanzig Jahre alt.
Und es läuft. Einfach so. Keine Fehlermeldungen, keine Kompatibilitätswarnungen, keine Abstürze. Es startet in drei Sekunden, reagiert ohne Verzögerung, und fühlt sich an wie ein alter Freund, der nach langer Zeit wieder vor der Tür steht.
Aber das Beste kam danach. Ich habe meine alten Plugin-Ordner ausgegraben. Nik Collection. LucisArt. Die Xerox-Filter. Und dann, ganz unten in einem verstaubten Backup-Verzeichnis: Kai’s Power Tools.
Alles läuft. Alles. Auf einem Betriebssystem, das es noch gar nicht gab, als diese Programme geschrieben wurden.
Und plötzlich saß ich da, spielte mit Filtern, die ich seit Jahren nicht mehr benutzt hatte, und fragte mich: Warum habe ich das eigentlich aufgegeben?
Die Nik Collection: Als Filter noch Handschrift hatten
Wenn du heute von der Nik Collection hörst, denkst du wahrscheinlich an DxO, die aktuelle Version, die Presets und HDR-Verarbeitung. Die ist okay. Aber sie ist nicht das, was die Nik Collection mal war.
Die alten Nik-Filter – ich rede von Color Efex Pro 2 und 3, von Silver Efex in seiner ursprünglichen Form, von Dfine, als es noch eine Revolution war – hatten etwas, das schwer zu beschreiben ist. Sie hatten Charakter.
Nicht diesen generischen Look, den heute jeder Filter hat. Nicht diese Presets, die alle irgendwie gleich aussehen, egal ob sie „Vintage Summer“ oder „Moody Portrait“ heißen. Sondern echte, eigenständige Bildlooks.
Der Bleach Bypass in Color Efex Pro. Der sah nicht aus wie „etwas weniger Sättigung und mehr Kontrast“. Der sah aus wie ein Look, den jemand mit Absicht entwickelt hat. Mit einer Meinung. Mit einer ästhetischen Position.
Und die Bedienung. Diese Control Points, die man ins Bild setzen konnte. Man zog einen Punkt auf einen Bereich, stellte ein paar Regler ein, und der Filter wusste, welche Pixel dazugehörten und welche nicht. Das war 2007 Science Fiction. Heute macht das jede App mit KI, aber damals war das Magie.
Ich nutze diese Filter immer noch. Nicht für alles, aber für bestimmte Looks, die ich anders nicht hinbekomme. Das Korn in Silver Efex. Diese spezielle Art, wie Color Efex Hauttöne behandelt. Die Art, wie die alten Nik-Filter mit Farben umgehen, die am Rand der Sättigung sind.
Moderne Filter sind technisch besser. Aber sie haben keine Persönlichkeit mehr. Sie sind Werkzeuge. Die alten Nik-Filter waren Mitarbeiter.
LucisArt: Der vergessene König der Detailbetonung
LucisArt. Wenn du diesen Namen kennst, gehörst du zu einem kleinen Kreis von Leuten, die in den 2000ern ernsthaft mit digitaler Bildbearbeitung gearbeitet haben. Und wenn du den Namen nicht kennst – du hast etwas verpasst.
LucisArt war ein Plugin, das eine einzige Sache tat: Lokale Kontrastverstärkung. Aber es tat diese Sache so gut, dass nichts anderes auch nur in die Nähe kam.
Der Algorithmus basierte auf einer Technik namens Differential Hysteresis Processing. Das klingt kompliziert, und es war kompliziert. Aber das Ergebnis war einfach: Bilder mit einer Tiefe und Präsenz, die man mit normalen Mitteln nicht erreichen konnte.
Fotografen haben LucisArt für Landschaften verwendet, für Architektur, für alles, wo Struktur und Textur wichtig waren. Die Ergebnisse sahen aus, als würde das Bild aus dem Monitor springen. Nicht überschärft, nicht künstlich – einfach präsent.
Irgendwann hat die Firma aufgehört zu existieren. Das Plugin wurde nicht mehr aktualisiert. Es verschwand aus dem kollektiven Gedächtnis.
Aber es läuft noch. Auf meinem Rechner. Unter Windows 11. Und wenn ich ein Bild habe, das diesen speziellen Look braucht – dieses Heraustreten der Details, ohne dass es nach HDR-Desaster aussieht – dann starte ich CS3 und lade LucisArt.
Es gibt nichts Vergleichbares. Ich habe gesucht. Clarity in Lightroom kommt nicht ran. Die Textur-Regler auch nicht. Topaz Detail war mal ein Kandidat, aber auch das ist nicht dasselbe.
Manche Algorithmen sind einfach einzigartig. Und wenn die Firma, die sie entwickelt hat, nicht mehr existiert, dann sind sie weg. Es sei denn, man bewahrt sie auf.
Die Xerox-Filter: Vergessene Kunstwerke
Hier wird es richtig obskur. Die Xerox-Filter kennt fast niemand mehr. Sie wurden von Xerox entwickelt – ja, der Kopierer-Firma – und waren eine Sammlung von Effekten, die Bilder in verschiedene künstlerische Stile verwandeln konnten.
Das klingt nach dem, was heute jede App macht. Aber die Art, wie die Xerox-Filter das taten, war anders.
Der Colored Pencil-Filter. Der Watercolor-Filter. Der Chalk & Charcoal-Filter. Das waren keine einfachen Kantenfindungs-Algorithmen mit etwas Rauschen drüber. Das waren komplexe Berechnungen, die versuchten, echte Medien zu simulieren.
Das Ergebnis war nie fotorealistisch. Es sollte es auch nicht sein. Es war interpretativ. Der Filter traf Entscheidungen darüber, welche Linien wichtig waren und welche nicht. Welche Flächen zusammengehörten. Wo Akzente gesetzt werden sollten.
Heute würde man sagen: Da war eine Meinung drin.
Ich nutze diese Filter für Hintergründe, für abstrakte Elemente, für Dinge, die nicht nach Foto aussehen sollen, aber auch nicht nach billigem Filter. Es ist ein Zwischenreich, das moderne Tools selten treffen.
Kai’s Power Tools: Die Legende
Und dann ist da Kai’s Power Tools. KPT. Wenn du in den 1990ern mit Photoshop gearbeitet hast, kennst du diesen Namen. Wenn nicht, lass mich dir von einer Zeit erzählen, als Plugins noch Abenteuer waren.
Kai Krause war ein Designer und Programmierer, der in den 90ern eine Art Rockstar-Status in der Grafikszene hatte. Seine Plugins waren nicht einfach nur Werkzeuge. Sie waren Erlebnisse.
Die Benutzeroberfläche von KPT war… anders. Rund. Organisch. Voll mit verschachtelten Menüs und geheimen Ecken. Man musste sie erkunden wie ein Spiel. Es gab versteckte Funktionen, Easter Eggs, und eine Ästhetik, die aussah, als hätte jemand Tron mit einem Aquarium gekreuzt.
Aber hinter dieser verrückten Oberfläche steckten echte Innovationen.
KPT Fractal Explorer hat prozedurale Fraktale generiert, die man als Texturen verwenden konnte. In einer Zeit, als Photoshop selbst kaum prozedurale Inhalte kannte.
KPT Spheroid Designer hat Kugeln und organische Formen erstellt, mit Beleuchtung und Reflexionen, die man in Echtzeit anpassen konnte.
KPT Gradient Designer hat Farbverläufe auf ein Level gehoben, das Photoshop erst Jahre später erreicht hat. Mit Kurven, mit Zufallselementen, mit einer Kontrolle, die damals unerhört war.
KPT Goo war ein Verflüssigen-Werkzeug, bevor Photoshop eines hatte. Du konntest Bilder verziehen, strecken, wirbeln – in Echtzeit, mit dem Mauszeiger.
Und KPT Bryce – okay, das war technisch ein eigenständiges Programm, nicht nur ein Plugin – hat 3D-Landschaften generiert, die in den 90ern jedes zweite Science-Fiction-Buchcover zierten.
Kai Krause hat später die Firma verlassen, die Plugins wurden von verschiedenen Unternehmen weiterverkauft, irgendwann veraltet, irgendwann vergessen.
Aber sie laufen noch. Manche von ihnen. Unter CS3, unter Windows 11. Und wenn ich den KPT Gradient Designer starte und diese verrückte, organische Benutzeroberfläche vor mir sehe, fühle ich mich für einen Moment wieder wie 1997.
Das ist Nostalgie, klar. Aber es ist auch etwas anderes. Es ist die Erinnerung an eine Zeit, als Software noch Persönlichkeit haben durfte. Als Designer wie Kai Krause verrückte Ideen umsetzen konnten, ohne dass ein Produktmanager fragte, ob das A/B-getestet wurde.
Warum CS3 und nicht die aktuelle Version?
Die Frage kommt immer: Warum benutzt du nicht einfach das aktuelle Photoshop? Da funktionieren die alten Plugins zwar nicht, aber es gibt doch Alternativen?
Die kurze Antwort: Es gibt keine Alternativen. Nicht wirklich.
Die lange Antwort: Photoshop CS3 ist ein anderes Programm als Photoshop 2025. Nicht nur wegen der Plugins. Sondern wegen der Philosophie.
CS3 ist schnell. Lächerlich schnell auf moderner Hardware. Es startet in Sekunden, reagiert sofort auf jeden Klick, fühlt sich an wie eine Verlängerung meiner Hand.
CS3 ist fokussiert. Es hat nicht tausend Funktionen, von denen ich die Hälfte nie brauche. Es hat die Werkzeuge, die ich kenne, an den Stellen, an denen ich sie erwarte.
CS3 gehört mir. Keine Subscription, keine Internetverbindung nötig, keine Angst, dass morgen ein Update alles verändert. Es ist auf meiner Festplatte, es wird da bleiben, und es wird in zehn Jahren noch genauso funktionieren wie heute.
Und CS3 unterstützt meine Plugins. Die Filter, die ich seit fast zwanzig Jahren kenne. Die Workflows, die ich mir aufgebaut habe. Die Ergebnisse, die ich nur mit diesen spezifischen Werkzeugen erreiche.
Das moderne Photoshop ist mächtiger. Keine Frage. Die KI-Funktionen sind beeindruckend. Die neuen Auswahlwerkzeuge sind besser. Der Camera Raw Filter kann Dinge, die früher unmöglich waren.
Aber für bestimmte Arbeiten – für die Arbeiten, bei denen es auf einen spezifischen Look ankommt, auf eine bestimmte Ästhetik, auf das Gefühl einer Ära – ist CS3 mit seinen alten Plugins unersetzbar.
Das Glück des Funktionierens
Es gibt etwas Besonderes an dem Moment, wenn alte Software auf neuer Hardware läuft. Etwas, das schwer zu erklären ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat.
Es ist nicht nur praktisch. Es ist emotional.
Diese Programme wurden geschrieben, als Windows XP das aktuelle Betriebssystem war. Ihre Entwickler konnten sich nicht vorstellen, was zwanzig Jahre später mit Computern passieren würde. Und trotzdem läuft der Code. Sauber. Stabil. Als wäre nichts gewesen.
Das ist ein kleines Wunder der Abwärtskompatibilität. Microsoft hat viel Kritik eingesteckt über die Jahre, aber eines muss man sagen: Sie haben dafür gesorgt, dass alte Software weiterläuft. Nicht immer, nicht alles – aber erstaunlich viel.
Und wenn ich CS3 starte und der Splash-Screen erscheint, dieser blaue Federkreis, dann ist das nicht nur ein Programm, das lädt. Das ist ein Portal in eine andere Zeit.
Wer erinnert sich noch?
Manchmal frage ich mich, wie viele Leute da draußen noch ähnlich arbeiten. Die noch alte Photoshop-Versionen haben, versteckt auf Backup-Festplatten. Die noch Plugins besitzen, die seit zehn Jahren nicht mehr verkauft werden. Die wissen, was Alien Skin Eye Candy war, oder Auto FX DreamSuite, oder Flaming Pear.
Es muss sie geben. In Foren, in Discord-Servern, in Ecken des Internets, die ich nicht kenne. Leute, die verstanden haben, dass nicht alles Neue automatisch besser ist. Dass manchmal ein Werkzeug aus 2005 genau das richtige Werkzeug für 2025 ist.
Falls du einer dieser Leute bist: Du bist nicht allein.
Und falls du jünger bist und das alles nur vom Hörensagen kennst: Probier es aus. Such dir eine alte Photoshop-Version, such dir ein paar vergessene Plugins, und spiel damit. Nicht um produktiv zu sein, sondern um zu verstehen, wie Software mal war.
Du wirst vielleicht überrascht sein, was du findest.
Fazit: Die Vergangenheit ist nicht vorbei
Photoshop CS3 ist fast zwanzig Jahre alt. Die Nik-Filter, LucisArt, die Xerox-Plugins, Kai’s Power Tools – sie alle stammen aus einer Zeit, die sich anfühlt wie eine andere Epoche.
Aber sie sind nicht tot. Sie laufen noch. Sie produzieren noch Ergebnisse, die mit modernen Tools schwer zu erreichen sind. Sie haben noch etwas zu sagen.
Und ich bin froh, dass ich sie aufbewahrt habe. Diese verstaubten Installer, diese Seriennummern in Textdateien, diese Plugin-Ordner, die seit Jahren nicht mehr angefasst wurden.
Weil Werkzeuge nicht wertlos werden, nur weil sie alt sind. Weil Algorithmen nicht verschwinden, nur weil ihre Entwickler aufgehört haben. Weil Software – die richtige Software, gepflegt und bewahrt – ein Leben hat, das weit über ihren offiziellen Support hinausgeht.
CS3 läuft auf meinem Rechner. Neben Photoshop 2025, neben Affinity Photo, neben allem Modernen.
Und manchmal, wenn ich einen bestimmten Look brauche, wenn ich mich an eine bestimmte Ästhetik erinnere, wenn ich etwas will, das sich anfühlt wie früher – dann starte ich nicht das neue Programm.
Nur am 24. und 25. Dezember 2025 bestellbar – Dein kreatives Weihnachtsgeschenk wartet!
Das gibt es nur jetzt: Drei komplette Video-Trainings zum Hammer-Preis!
Stopp. Lies das nochmal.
BROWNZ1 + BROWNZ2 + BROWNZ3
Drei vollständige Video-Trainings. Stundenlanger Content. Profi-Wissen aus erster Hand. Rohdaten zum Mitmachen.
Alles zusammen für nur 69 Euro.
Aber – und das ist wichtig – dieses Angebot gilt ausschließlich am 24. und 25. Dezember. Nicht vorher. Nicht nachher. Nur an diesen zwei Tagen.
Wenn du das hier am 26. liest: Sorry, zu spät. Hättest du mal schneller gescrollt.
Also: Aufgepasst, Kaffee geholt, weiterlesen.
Was steckt in diesem Bundle?
🎬 BROWNZ1: Faszinierende digitale Bilderwelten
Das erste Video-Training der BROWNZ-Reihe. Hier lernst du meine Welt kennen.
Was dich erwartet:
Meine kreative Philosophie – warum ich mache, was ich mache
Techniken, die ich über Jahre entwickelt und verfeinert habe
Einblicke in meine Arbeitsweise und meinen Workflow
Die Geschichten hinter meinen bekanntesten Werken
Inspiration, die dich selbst zum Erschaffen motiviert
Dieses Training ist der perfekte Einstieg. Es zeigt dir nicht nur Techniken, sondern auch das Mindset dahinter. Wie denkt ein digitaler Künstler? Wie findet man seinen Stil? Wie entwickelt man eine eigene visuelle Sprache?
🎬 BROWNZ2: Profirezepte für Kreative (inkl. Rohdaten & Extras!)
Jetzt wird es richtig praktisch. Keine Theorie mehr – hier geht’s ans Eingemachte.
Was dich erwartet:
Konkrete Profirezepte, die du sofort nachmachen kannst
Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die wirklich funktionieren
Original-Rohdaten zum Download – übe mit meinen echten Dateien!
Extras und Bonusmaterial für deinen Workflow
Techniken, die du in keinem anderen Kurs lernst
Das Besondere an BROWNZ2: Du bekommst nicht nur das Video. Du bekommst die Rohdaten dazu. Das heißt: Du kannst jeden Schritt, den ich zeige, 1:1 nachmachen. An denselben Dateien. Mit denselben Ausgangsbedingungen.
Kein „das funktioniert bei mir nicht, weil mein Bild anders ist“. Du hast MEIN Bild. Du machst MEINE Schritte. Du lernst MEINE Techniken.
🎬 BROWNZ3: Artbreeding – KI + Photoshop + Synthografie
Mein neuestes Werk. Die Zukunft der digitalen Bildgestaltung.
Was dich erwartet:
Artbreeding verstehen und anwenden – die Kunst des „Bild-Züchtens“
Synthografie als neue Kunstform – Fotografie + KI + Photoshop verschmolzen
Workflows mit Midjourney, Seedream, Leonardo.AI und weiteren KI-Tools
Wie du deine Fotografien als Basis nutzt und mit KI transformierst
Klassische Photoshop-Compositing-Techniken treffen auf generative KI
Du behältst die Kontrolle – nicht die KI bestimmt, sondern du
BROWNZ3 ist für alle, die verstehen wollen, wohin die kreative Reise geht. Die nicht Angst vor KI haben, sondern sie als mächtiges Werkzeug begreifen. Die ihre bestehenden Skills mit neuen Technologien verbinden wollen.
Hier lernst du meinen kompletten Synthografie-Workflow: Von der Fotografie über die KI-Transformation bis zur finalen Veredelung in Photoshop. Das volle Programm.
Drei komplette Video-Trainings. Stunden an professionellem Content. Rohdaten zum Üben. Extras und Bonusmaterial.
Für 69 Euro.
Das sind 23 Euro pro Training. Das ist weniger als ein Monat Netflix. Weniger als zwei Kinokarten mit Popcorn. Weniger als ein mittelmäßiges Restaurant-Essen.
Und du bekommst:
✅ Drei vollständige Video-Trainings
✅ Rohdaten zum Mitmachen und Üben
✅ Extras und Bonusmaterial
✅ Wissen aus Jahren professioneller Arbeit
✅ Techniken für klassische Bildbearbeitung UND moderne KI-Workflows
Das ist wichtig, damit deine Bestellung richtig zugeordnet wird.
📝 Schritt 3: Kurze Info in die Mail
Schreib kurz rein, dass du das Weihnachts-Bundle haben möchtest. Name nicht vergessen.
💳 Schritt 4: Bezahlung
Nach deiner Bestellung bekommst du eine Antwort-E-Mail mit allen Zahlungsinformationen.
PayPal wird akzeptiert – schnell, sicher, unkompliziert.
📥 Schritt 5: Download
Nach Zahlungseingang erhältst du Dropbox-Download-Links für alle drei Video-Trainings. Herunterladen, loslegen, lernen.
⏰ Wichtiger Hinweis zur Bearbeitungszeit
Ich bearbeite die Bestellungen morgens und abends.
Es ist Weihnachten. Ich sitze auch mal mit der Familie am Tisch, esse Kekse und trinke Punsch. Also bitte etwas Geduld mitbringen.
Wenn du am Vormittag bestellst und am Nachmittag noch keine Antwort hast: Keine Panik. Deine Bestellung ist angekommen. Du bekommst deine Download-Links. Versprochen.
Für wen ist dieses Bundle perfekt?
✅ Greif zu, wenn du:
Fotograf bist und deine Bildbearbeitung auf Profi-Niveau bringen willst
Digitalkünstler bist und neue Techniken lernen möchtest
Neugierig auf KI bist und verstehen willst, wie man sie kreativ nutzt
Synthografie und Artbreeding selbst ausprobieren willst
Konkrete Anleitungen mit Rohdaten zum Üben suchst
Von jemandem lernen willst, der seit Jahren professionell in diesem Bereich arbeitet
Dir selbst ein Weihnachtsgeschenk machen willst, das dich wirklich weiterbringt
❌ Nicht für dich, wenn du:
Denkst, YouTube-Tutorials reichen völlig aus
Kein Interesse an praktischem Lernen mit Rohdaten hast
KI grundsätzlich ablehnst und auch nicht verstehen willst
Ein physisches Produkt erwartest (es sind Downloads!)
Die Uhr tickt – Nur noch kurze Zeit!
Ich mache dieses Angebot nicht aus Langeweile. Ich mache es, weil Weihnachten ist. Weil ich der kreativen Community etwas zurückgeben möchte. Weil ich will, dass mehr Menschen Zugang zu professionellem Wissen haben.
Aber dieses Bundle zu diesem Preis gibt es nur am 24. und 25. Dezember.
Kein „ach, ich verlängere mal um einen Tag“. Kein „okay, für dich mache ich eine Ausnahme“. Wenn der 25. vorbei ist, ist die Aktion vorbei.
Zwei Tage. 69 Euro. Drei komplette Video-Trainings.
Ich wünsche dir wundervolle Feiertage mit deinen Liebsten.
Und wenn du dir selbst ein Geschenk machen willst, das dich kreativ aufs nächste Level bringt: Du weißt jetzt, was zu tun ist.
Auf ein kreatives, inspirierendes und bildgewaltiges 2026!
Peter „Brownz“ Braunschmid
P.S.: Falls du das hier am 26. Dezember oder später liest und dich ärgerst: Schreib mir trotzdem. Vielleicht findet sich eine Lösung. Versprechen kann ich aber nichts. Also: Wenn du das am 24. oder 25. liest – handle jetzt! 🎁
P.P.S.: Ja, 69 Euro für drei Video-Trainings mit Rohdaten ist verrückt günstig. Nein, das wird es nicht nochmal geben. Ja, das ist dein Zeichen, es zu tun. 😉
Fragen? Einfach eine E-Mail schicken. Ich antworte – morgens und abends. Versprochen.
Alles, was du über die neuesten OpenAI-Updates wissen musst
Einleitung: Ein neues Kapitel beginnt
Es ist passiert. Wieder einmal hat OpenAI die Messlatte höher gelegt – und wieder einmal fragen wir uns: Wie weit kann das noch gehen?
ChatGPT 5.2 ist da, und mit ihm eine Reihe von Verbesserungen, die das Arbeiten mit künstlicher Intelligenz auf ein neues Level heben. Aber das eigentliche Highlight für viele Kreative, Designer und Content Creator ist der neue „Bilder“-Reiter – eine überarbeitete, leistungsfähigere Bildgenerierung, die auf den multimodalen Fähigkeiten von GPT-4o aufbaut und diese konsequent weiterentwickelt.
Was bedeutet das für dich? Bessere Bilder, präzisere Umsetzung deiner Ideen, nahtlosere Integration von Text und Bild – und eine KI, die dich besser versteht als je zuvor.
In diesem Artikel erfährst du alles über ChatGPT 5.2: Was ist neu? Was hat sich verbessert? Wie funktioniert das neue Bildmodell? Und vor allem: Wie nutzt du das Ganze optimal für deine Projekte?
Schnall dich an. Es wird spannend.
Teil 1: Der Weg zu GPT-5.2 – Eine kurze Zeitreise
Von GPT-4 zu GPT-5: Der große Sprung
Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz zurückblicken, wie wir hierher gekommen sind.
GPT-4 war bereits beeindruckend. Besseres Reasoning, längerer Kontext, weniger Halluzinationen. Dann kam GPT-4o – das „o“ steht für „omni“ – und brachte echte Multimodalität: Die KI konnte plötzlich nicht nur Text verstehen, sondern auch Bilder analysieren, Audio verarbeiten und verschiedene Modalitäten nahtlos kombinieren.
GPT-5, das im Sommer 2025 für alle ChatGPT-Nutzer ausgerollt wurde, war der nächste Quantensprung. Dramatisch verbessertes Reasoning, längere Kontextfenster, schnellere Antworten und eine nochmals verfeinerte Multimodalität.
Und jetzt? GPT-5.2 verfeinert all das weiter. Es ist keine Revolution, sondern eine Evolution – aber eine, die sich in der täglichen Nutzung deutlich bemerkbar macht.
Die wichtigsten Meilensteine 2025
Zeitpunkt
Update
Kernverbesserung
März 2025
GPT-4o Bildupdate
Verbesserte Bildanalyse und -beschreibung
August 2025
GPT-5 Launch
Neues Basismodell für alle Nutzer
Herbst 2025
GPT-5.1
Reasoning-Verbesserungen, neue Modi
Ende 2025
GPT-5.2
Verfeinerte Multimodalität, neuer Bilder-Reiter
Teil 2: Was ist neu in ChatGPT 5.2?
Verbessertes Reasoning und Logik
Das Herzstück von GPT-5.2 ist ein nochmals verfeinertes Reasoning. Die KI denkt strukturierter, logischer und nachvollziehbarer.
Was das konkret bedeutet:
Komplexe Probleme werden Schritt für Schritt zerlegt
Weniger Widersprüche in längeren Antworten
Besseres Verständnis von Zusammenhängen
Präzisere Antworten auf mehrdeutige Fragen
Transparenterer Denkprozess (wenn du danach fragst)
Praktisches Beispiel: Wenn du eine komplexe Frage stellst – sagen wir, du planst ein Event und brauchst gleichzeitig Budgetberechnung, Zeitplanung und Lieferantenvorschläge – dann jongliert GPT-5.2 diese Anforderungen souveräner als seine Vorgänger. Die Antwort ist strukturierter, die Zusammenhänge klarer.
Neue Modi und Interaktionsmöglichkeiten
GPT-5.2 führt verfeinerte Interaktionsmodi ein, die dir mehr Kontrolle über die Art der Antworten geben.
Die wichtigsten Modi:
Standard-Modus Der ausbalancierte Allrounder. Für die meisten Aufgaben die richtige Wahl.
Reasoning-Modus Für komplexe Problemlösungen. Die KI zeigt explizit ihren Denkprozess und geht methodischer vor. Ideal für Analysen, Strategieentwicklung, technische Fragen.
Kreativ-Modus Mehr Freiheit, mehr Überraschungen, mehr Risiko. Für Brainstorming, kreatives Schreiben, unkonventionelle Ideen.
Präzisions-Modus Faktenorientiert und zurückhaltend. Die KI vermeidet Spekulationen und kennzeichnet Unsicherheiten deutlicher.
Erweitertes Kontextfenster
GPT-5.2 kann noch mehr Information gleichzeitig im Blick behalten. Das bedeutet:
Längere Dokumente können analysiert werden
Komplexere Projekte mit vielen Details funktionieren besser
Die KI „vergisst“ weniger im Verlauf eines langen Gesprächs
Referenzen auf frühere Teile der Konversation sind zuverlässiger
Schnellere Antwortzeiten
Die Infrastruktur wurde optimiert. Antworten kommen spürbar schneller, besonders bei komplexeren Anfragen. Das macht den Workflow flüssiger und die Nutzung angenehmer.
Teil 3: Der neue „Bilder“-Reiter – Das Highlight für Kreative
Was ist der Bilder-Reiter?
Der „Bilder“-Reiter in ChatGPT ist die zentrale Anlaufstelle für alles, was mit visuellen Inhalten zu tun hat. Er bündelt Funktionen, die vorher verstreut oder umständlicher zugänglich waren, in einer übersichtlichen Oberfläche.
Die Kernfunktionen:
Bilder generieren – Erstelle neue Bilder aus Textbeschreibungen
Bilder hochladen und analysieren – Lass die KI Bilder verstehen und beschreiben
Bilder als Kontext nutzen – Referenziere Bilder für bessere, kontextbezogene Antworten
Bilder bearbeiten – Ändere bestehende Bilder durch Textanweisungen
Bilder variieren – Erstelle Variationen basierend auf Vorlagen
Bildgenerierung: Was hat sich verbessert?
Das Bildmodell in GPT-5.2 baut auf den multimodalen Fähigkeiten von GPT-4o auf, geht aber deutlich weiter.
Die wichtigsten Verbesserungen:
Bessere Prompt-Treue Das ewige Problem von KI-Bildgeneratoren: Du beschreibst etwas präzise, und das Ergebnis ignoriert die Hälfte. GPT-5.2 versteht deine Anweisungen besser und setzt sie genauer um. Wenn du sagst „drei rote Äpfel links neben einer blauen Vase“, dann bekommst du drei rote Äpfel links neben einer blauen Vase. Meistens jedenfalls.
Text in Bildern Eines der hartnäckigsten Probleme der KI-Bildgenerierung: Text, der im Bild erscheinen soll. GPT-5.2 macht hier deutliche Fortschritte. Kurze Texte, Headlines, Logos – sie sind jetzt häufiger korrekt und lesbar. Nicht perfekt, aber viel besser als früher.
Verbesserte Anatomie Die berüchtigten „KI-Hände“ mit sechs oder sieben Fingern? Deutlich seltener. Das Modell hat ein besseres Verständnis von menschlicher Anatomie, natürlichen Posen und physikalisch korrekten Proportionen entwickelt.
Stilkonsistenz Wenn du einen bestimmten Stil anforderst – Aquarell, Ölgemälde, Anime, Fotorealismus – dann bleibt das Modell diesem Stil treuer. Weniger ungewollte Stilmischungen, konsistentere Ergebnisse.
Höhere Auflösungen Die maximale Ausgabeauflösung wurde erhöht. Für viele Anwendungen – Social Media, Präsentationen, sogar moderater Druck – reicht die Qualität jetzt vollkommen aus.
Bilder hochladen und analysieren
Diese Funktion gab es bereits in GPT-4o, aber sie wurde verfeinert.
Was du tun kannst:
Bilder beschreiben lassen – „Was siehst du auf diesem Bild?“
Objekte identifizieren – „Was für eine Pflanze ist das?“
Text aus Bildern extrahieren – OCR-ähnliche Funktionalität
Stil analysieren – „In welchem Kunststil ist das gemalt?“
Probleme erkennen – „Was stimmt mit diesem Design nicht?“
Vergleiche anstellen – „Was sind die Unterschiede zwischen diesen beiden Bildern?“
Verbesserungen in GPT-5.2:
Genauere Detailerkennung
Besseres Verständnis von Zusammenhängen im Bild
Zuverlässigere Texterkennung
Tiefere Stilanalyse
Präzisere Beschreibungen
Bilder als Kontext nutzen
Hier wird es richtig spannend für professionelle Anwender.
Du kannst jetzt ein Bild hochladen und es als Referenz für weitere Arbeiten nutzen. Die KI versteht nicht nur, was auf dem Bild ist – sie kann dieses Verständnis in ihre Antworten einfließen lassen.
Praktische Anwendungen:
Für Designer: Lade ein Moodboard hoch und lass dir Texte generieren, die zur Stimmung passen. Oder lade ein Logo hoch und bitte um Farbpaletten-Vorschläge, die harmonieren.
Für Marketer: Lade eine Konkurrenz-Anzeige hoch und lass dir analysieren, was funktioniert – und wie du es besser machen könntest.
Für Fotografen: Lade ein Foto hoch und bitte um Bearbeitungsvorschläge, Kompositionsanalyse oder Stil-Referenzen für ähnliche Looks.
Für Content Creator: Lade ein Thumbnail hoch und lass dir bewerten, ob es aufmerksamkeitsstark genug ist – plus Verbesserungsvorschläge.
Bildbearbeitung durch Text
Eine Funktion, die immer besser wird: Bestehende Bilder durch Textanweisungen verändern.
Beispiele:
„Entferne die Person im Hintergrund“
„Mach den Himmel dramatischer“
„Ändere die Jahreszeit zu Winter“
„Füge Sonnenstrahlen von links oben hinzu“
„Erweitere das Bild nach rechts“
Die Ergebnisse sind nicht immer perfekt, aber für viele Anwendungen ausreichend gut – und für Konzepte und schnelle Iterationen ideal.
Teil 4: Praktische Anwendungsbeispiele
Für Grafikdesigner
Workflow: Konzeptentwicklung beschleunigen
Du hast einen Kundenauftrag: Poster für ein Jazzfestival
Beschreibe deine Idee im Bilder-Reiter: „Art Deco Poster für ein Jazzfestival, Saxophonist als Silhouette, goldene und dunkelblaue Farbpalette, geometrische Elemente, 1920er-Jahre-Typografie“
Generiere mehrere Varianten
Wähle die vielversprechendste als Ausgangspunkt
Lade sie in Photoshop und verfeinere manuell
Zeitersparnis: Statt Stunden für Thumbnails und Konzeptskizzen zu verbringen, hast du in Minuten eine visuelle Richtung.
Für Social-Media-Manager
Workflow: Content-Produktion skalieren
Du brauchst Posts für eine Woche, Thema: Nachhaltigkeit
Generiere Bilder für verschiedene Formate und Plattformen
Lass dir passende Captions schreiben – die KI kennt den visuellen Kontext
Frage: „Analysiere Komposition, Beleuchtung und Farbstimmung dieses Fotos. Wo sind Stärken, wo Schwächen?“
Nutze die Analyse als Grundlage für deine Bearbeitung
Frage nach spezifischen Bearbeitungsvorschlägen: „Wie könnte ich die Lichtstimmung dramatischer gestalten?“
Setze die Vorschläge in Photoshop oder Lightroom um
Vorteil: Ein zweites Paar Augen, das niemals müde wird und immer eine Meinung hat.
Für Marketer und Werbetreibende
Workflow: Kampagnen-Visualisierung
Beschreibe deine Zielgruppe und Botschaft
Generiere verschiedene Visual-Konzepte
Lade Konkurrenz-Beispiele hoch und analysiere sie
Verfeinere basierend auf den Insights
Erstelle Varianten für verschiedene Kanäle
Vorteil: Schnellere Ideation, datengestützte Entscheidungen, mehr Optionen für Tests.
Für Autoren und Content Creator
Workflow: Buchcover und Illustrationen
Beschreibe die Stimmung deines Buches oder Artikels
Generiere Coverkonzepte oder begleitende Illustrationen
Iteriere basierend auf Feedback
Nutze die besten Ergebnisse als Briefing für einen professionellen Designer – oder direkt für Self-Publishing
Vorteil: Visualisiere Ideen, bevor du in professionelle Produktion investierst.
Teil 5: Tipps für optimale Ergebnisse
Prompting-Strategien für Bildgenerierung
Sei spezifisch, aber nicht überladen
Schlecht: „Ein schönes Bild“ Besser: „Ein gemütliches Café an einem regnerischen Pariser Abend, warmes Licht aus den Fenstern, Kopfsteinpflaster glänzt nass, ein einzelner Gast am Fenster, impressionistischer Malstil“
Aber auch nicht zu viel: Wenn du 50 Details in einen Prompt packst, wird die KI überfordert und ignoriert manches.
Künstler-Referenzen: „im Stil von Monet“, „Wes Anderson Farbpalette“
Technische Angaben: „fotorealistisch“, „Vektor-Illustration“, „Aquarell auf Texturpapier“
Iteriere und verfeinere
Das erste Ergebnis ist selten perfekt. Nutze es als Ausgangspunkt:
„Mehr Kontrast im Hintergrund“
„Die Person soll nach links schauen“
„Wärmere Farbtemperatur“
„Weniger Details, mehr Minimalismus“
Nutze Negativ-Prompts
Sage auch, was du NICHT willst:
„Keine Menschen im Bild“
„Vermeidee Text oder Wasserzeichen“
„Nicht zu gesättigt“
„Keine Fantasy-Elemente“
Bildanalyse optimal nutzen
Stelle gezielte Fragen
Statt: „Was siehst du?“ Besser: „Analysiere die Farbkomposition dieses Bildes und schlage Verbesserungen vor“
Kombiniere Analyse mit Generierung
Lade ein Referenzbild hoch
„Analysiere den Stil dieses Bildes“
„Generiere ein neues Bild mit ähnlichem Stil, aber folgendem Motiv: [deine Beschreibung]“
Nutze Vergleiche
Lade zwei Bilder hoch und frage:
„Welches funktioniert besser als Instagram-Thumbnail und warum?“
„Wie unterscheiden sich die Stile dieser beiden Bilder?“
„Was kann ich von Bild A lernen, um Bild B zu verbessern?“
Teil 6: Grenzen und realistische Erwartungen
Was GPT-5.2 (noch) nicht kann
Bei aller Begeisterung: Die KI hat Grenzen. Sei realistisch in deinen Erwartungen.
Text in Bildern ist besser, aber nicht perfekt Längere Texte, komplexe Typografie, spezifische Fonts – hier gibt es noch Luft nach oben.
Konsistente Charaktere über Serien hinweg Ein Charakter, der in zehn verschiedenen Bildern exakt gleich aussieht? Schwierig. Besser als früher, aber noch nicht zuverlässig.
Präzise technische Zeichnungen Architekturpläne, technische Schemata, exakte Proportionen – hier stößt das Modell an Grenzen.
Urheberrechtlich geschützte Inhalte Die KI weigert sich (zu Recht), Bilder von geschützten Charakteren, Marken oder Kunstwerken zu generieren.
100% Prompt-Treue Auch wenn sich viel verbessert hat: Manchmal interpretiert die KI anders, als du meinst. Das gehört zum Workflow.
Qualitätsunterschiede je nach Motiv
Manche Dinge gelingen besser als andere:
Funktioniert sehr gut:
Landschaften und Naturszenen
Stimmungsvolle Atmosphären
Abstrakte Konzepte
Einzelne Objekte
Stilisierte Illustrationen
Funktioniert gut:
Porträts und Menschen
Architekturfotografie
Produktdarstellungen
Fantasy und Sci-Fi
Funktioniert okayish:
Gruppen von Menschen
Komplexe Interaktionen
Sehr spezifische Details
Bestimmte Hände und Posen
Erfordert Geduld und Iteration:
Text-Integration
Technische Genauigkeit
Markenkonsistenz
Serienproduktion
Teil 7: GPT-5.2 vs. Konkurrenz
Gegenüber Midjourney
Midjourney bleibt stark in seiner unverkennbaren Ästhetik und seinem künstlerischen Flair.
GPT-5.2 punktet bei:
Integration mit Textverarbeitung (alles in einem Tool)
Bildanalyse und -verständnis
Konversationeller Workflow
Vielseitigkeit
Midjourney punktet bei:
Künstlerischer Qualität und Stil
Spezialisierung auf Bildgenerierung
Community und Ressourcen
Fazit: Ergänzung, keine Ersetzung. Nutze beide.
Gegenüber Stable Diffusion
Stable Diffusion bietet maximale Kontrolle und Anpassbarkeit.
GPT-5.2 punktet bei:
Zugänglichkeit (keine Installation nötig)
Einfachheit (kein technisches Setup)
Integration (Text + Bild + Analyse)
Stable Diffusion punktet bei:
Voller Kontrolle
Lokaler Verarbeitung
Community-Modellen und LoRAs
Kostenstruktur bei hohem Volumen
Fazit: GPT-5.2 für Zugänglichkeit, Stable Diffusion für Power-User.
Gegenüber Adobe Firefly
Adobe Firefly ist nahtlos in Creative Cloud integriert.
GPT-5.2 punktet bei:
Vielseitigkeit (nicht nur Adobe)
Konversationellem Interface
Kombinierter Text-Bild-Workflow
Firefly punktet bei:
Integration in Photoshop, Illustrator, etc.
Rechtlicher Absicherung (Training auf lizenzierten Inhalten)
Workflow für Adobe-Nutzer
Fazit: Firefly für Adobe-Workflows, GPT-5.2 für Standalone-Nutzung.
Teil 8: Die Zukunft
Wohin geht die Reise?
Die Entwicklung ist rasant. Was können wir als nächstes erwarten?
Kurzfristig (nächste Monate):
Weitere Verfeinerung der Bildqualität
Bessere Konsistenz bei Serien
Verbesserte Text-in-Bild-Fähigkeiten
Schnellere Generierung
Mittelfristig (nächstes Jahr):
Videogenerierung als Standard-Feature
Noch nahtlosere multimodale Integration
Echtzeit-Kollaboration
Bessere Stilkontrolle
Langfristig:
3D-Generierung
Interaktive, anpassbare Szenen
KI als kreativer Partner, nicht nur Werkzeug
Integration in alle kreativen Workflows
Fazit: Ein neues Kapitel für Kreative
ChatGPT 5.2 mit dem neuen Bilder-Reiter ist kein revolutionärer Bruch, aber eine signifikante Evolution. Die Verbesserungen sind real und spürbar – besseres Reasoning, schnellere Antworten, präzisere Bildgenerierung, nahtlosere Integration.
Für Kreative bedeutet das: Ein mächtigeres Werkzeug im Arsenal. Eine KI, die dich besser versteht. Ein Workflow, der flüssiger läuft.
Aber vergiss nicht: Die KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz. Deine Kreativität, deine Vision, dein Urteilsvermögen – das sind die Dinge, die zählen. GPT-5.2 macht dich nicht kreativer. Es macht deine Kreativität effizienter umsetzbar.
Nutze es. Experimentiere. Integriere es in deinen Workflow. Und bleib neugierig – denn die nächste Version wartet schon irgendwo in den Labs von OpenAI.
Die Zukunft der kreativen Arbeit ist da. Bist du bereit?
Du arbeitest seit Jahren mit Photoshop. Du kennst die Shortcuts, beherrschst die Werkzeuge, hast deinen Workflow optimiert. Du glaubst, du kennst das Programm in- und auswendig.
Aber Photoshop ist wie ein Ozean: Die meisten Menschen schwimmen an der Oberfläche, während unter ihnen unentdeckte Tiefen liegen. Versteckte Funktionen, obskure Tastenkombinationen, Techniken, die selbst in keinem offiziellen Tutorial auftauchen – sie warten darauf, entdeckt zu werden.
Mit Photoshop 2026 hat Adobe wieder einmal nachgelegt. Neue Features wurden mit Fanfaren angekündigt, aber die wirklich mächtigen Neuerungen verstecken sich oft im Kleingedruckten, in Untermenüs, in Funktionen, die niemand erklärt hat.
Dieser Artikel enthüllt zehn dieser Geheimnisse. Keine Basics, keine offensichtlichen Features – sondern echte Tricks, die deinen Workflow transformieren werden. Manche davon existieren seit Jahren unentdeckt, andere sind brandneu. Alle werden deine Arbeit effizienter, kreativer und präziser machen.
Bereit für die Reise unter die Oberfläche? Dann lass uns eintauchen.
1. Der versteckte Blend-If-Regler für einzelne Farbkanäle
Das Geheimnis
Jeder kennt Blend-If – diese mächtige Funktion in den Ebenenstilen, mit der du Ebenen basierend auf Helligkeitswerten überblenden kannst. Was kaum jemand weiß: Du kannst Blend-If nicht nur für die Gesamthelligkeit nutzen, sondern für jeden einzelnen Farbkanal separat.
Wie du es findest
Doppelklicke auf eine Ebene, um die Ebenenstile zu öffnen
Ganz unten findest du den Bereich „Fülloptionen“
Über den Blend-If-Reglern siehst du ein Dropdown-Menü, das standardmäßig auf „Grau“ steht
Klicke darauf und wähle „Rot“, „Grün“ oder „Blau“
Warum das revolutionär ist
Stell dir vor: Du willst eine Ebene nur dort einblenden, wo das darunterliegende Bild blauen Himmel zeigt. Mit normalem Blend-If musst du mit Helligkeit arbeiten – unpräzise, wenn der Himmel ähnliche Helligkeitswerte hat wie andere Bildbereiche.
Mit kanalbasiertem Blend-If sagst du: „Zeige diese Ebene nur dort, wo der Blaukanal dominant ist.“ Plötzlich hast du eine perfekte Himmelsmaske – ohne eine einzige manuelle Auswahl.
Praktische Anwendungen
Himmel automatisch erkennen und separat bearbeiten
Hauttöne isolieren (hohe Rot-Werte)
Vegetation auswählen (hohe Grün-Werte)
Farbbasierte Compositing-Tricks ohne aufwendige Masken
2. Spring-Loaded Tool Switching – Die Zeitmaschine für Werkzeuge
Das Geheimnis
Du kennst das: Du arbeitest mit dem Pinsel, brauchst kurz das Verschieben-Werkzeug, wechselst, verschiebst, wechselst zurück. Nervtötend? Absolut. Photoshop 2026 hat eine Funktion, die das eliminiert – und fast niemand nutzt sie.
Wie es funktioniert
Statt die Taste für ein Werkzeug zu drücken und loszulassen, halte die Taste gedrückt. Das Werkzeug aktiviert sich temporär. Sobald du die Taste loslässt, springst du automatisch zum vorherigen Werkzeug zurück.
Beispiel
Du malst mit dem Pinsel (B). Du musst kurz etwas verschieben.
Alt: Halte V gedrückt, verschiebe, lass V los – du bist wieder beim Pinsel
Neu: Kein manueller Wechsel zurück nötig
Erweiterte Anwendung
Das funktioniert mit praktisch allen Werkzeugen. Besonders mächtig:
Halte H für das Hand-Werkzeug während du malst – navigiere, lass los, male weiter
Halte Z für Zoom – zoome rein, lass los, arbeite weiter
Halte Leertaste + Cmd/Strg für temporären Zoom-In
Der Produktivitätsboost
Klingt nach Kleinigkeit? Rechne nach: Wenn du hundertmal am Tag Werkzeuge wechselst und jeder Wechsel zwei Sekunden spart, sind das über drei Minuten täglich. Pro Jahr: Mehr als 12 Stunden. Nur durch eine Technik.
3. Der geheime Scrubby-Modus für numerische Felder
Das Geheimnis
Überall in Photoshop gibt es numerische Eingabefelder: Deckkraft, Schriftgröße, Pinselgröße, Ebeneneffekte. Die meisten Menschen tippen Zahlen ein oder nutzen Schieberegler. Es gibt einen schnelleren Weg.
Wie es funktioniert
Bewege deinen Cursor über die Beschriftung eines numerischen Feldes (nicht das Feld selbst, sondern das Label daneben). Der Cursor verwandelt sich in einen Doppelpfeil. Jetzt klicke und ziehe nach links oder rechts – der Wert ändert sich in Echtzeit.
Alt + ziehen: Langsamere Änderung (feinere Kontrolle)
Shift + Alt + ziehen: Ultrafeine Kontrolle für präzise Anpassungen
Wo es überall funktioniert
Ebenen-Deckkraft und Füllung
Schriftgröße, Zeilenabstand, Zeichenabstand
Alle Werte in Ebenenstilen
Filterparameter
Formwerkzeug-Dimensionen
Transformations-Werte
Warum es so mächtig ist
Du siehst die Änderung in Echtzeit, während du ziehst. Kein Tippen, kein Enter-Drücken, kein Trial-and-Error mit verschiedenen Werten. Du findest den perfekten Wert durch direktes visuelles Feedback.
4. Die versteckte Farbdekontaminierung in Auswahlen
Das Geheimnis
Wenn du Objekte freistellst, kennst du das Problem: Farbsäume. Das Grün des Hintergrunds, das in die Haare blutet. Das Blau des Himmels, das die Kanten der Figur färbt. Photoshop hat eine Lösung – versteckt in einem Ort, den kaum jemand besucht.
Wo du es findest
Erstelle eine Auswahl (Schnellauswahl, Motivauswahl, egal wie)
Gehe zu „Auswählen und Maskieren“ (Alt + Strg + R)
Im Eigenschaften-Panel rechts: Scrolle ganz nach unten
Aktiviere „Farben dekontaminieren“
Passe die Stärke an (beginne bei 50%)
Was es tut
Die Funktion analysiert die Farbsäume an den Kanten deiner Auswahl und ersetzt sie durch die Farben des Objekts selbst. Grüne Halos um Haare verschwinden. Blaue Ränder lösen sich auf. Die Kanten werden clean.
Der Haken – und wie du ihn umgehst
Die Funktion verändert Pixel destruktiv. Das Ergebnis wird auf eine neue Ebene ausgegeben, die Original bleibt erhalten.
Workflow-Tipp: Gib als „Ausgabe an“ immer „Neue Ebene mit Ebenenmaske“ aus. So behältst du die Maske editierbar und hast die dekontaminierten Pixel auf einer separaten Ebene.
Wann du es brauchst
Freistellung vor farbigen Hintergründen
Haare, Fell, feine Details mit Farbkontamination
Compositing, bei dem Farben nicht zusammenpassen
Greenscreen-Entfernung ohne professionelles Spill-Suppression-Plugin
5. History Brush mit versteckten Quellen
Das Geheimnis
Der Protokollpinsel ist bekannt: Er malt einen früheren Zustand deines Bildes zurück. Was kaum jemand weiß: Du kannst die Quelle des Protokollpinsels auf jeden beliebigen Snapshot oder Protokolleintrag setzen – und das eröffnet völlig neue Möglichkeiten.
Wie du die Quelle änderst
Öffne das Protokoll-Panel (Fenster > Protokoll)
Links neben jedem Protokolleintrag siehst du eine leere Checkbox
Klicke auf die Checkbox neben dem Eintrag, den du als Quelle nutzen willst
Ein kleines Pinselsymbol erscheint – das ist jetzt deine Protokollpinsel-Quelle
Die kreative Explosion
Stell dir vor:
Du öffnest ein Bild
Du wendest einen extremen Stilisierungsfilter an (z.B. Ölfarbe)
Du setzt die Protokollpinsel-Quelle auf den gefilterten Zustand
Du gehst im Protokoll zurück zum Original
Jetzt malst du mit dem Protokollpinsel – und malst den Ölfarbe-Effekt selektiv ins Original
Du kannst jeden beliebigen Bearbeitungszustand partiell zurückmalen. Mehrere Filter anwenden, unterschiedliche Quellen setzen, selektiv kombinieren.
Snapshots für komplexe Workflows
Nutze Snapshots (Kamera-Icon unten im Protokoll-Panel) für wichtige Zustände. Snapshots verschwinden nicht, wenn du weiterarbeitest – sie bleiben als permanente Quellen für den Protokollpinsel erhalten.
Non-destruktives Experimentieren mit selektivem Zurückmalen
Porträtretusche: verschiedene Hautglättungs-Intensitäten in verschiedenen Bereichen
6. Der geheime 32-Bit-Modus für extreme Bearbeitung
Das Geheimnis
Photoshop arbeitet standardmäßig in 8-Bit oder 16-Bit. Was die meisten nicht wissen: Es gibt einen 32-Bit-Modus, der die Grenzen dessen sprengt, was du mit deinen Bildern machen kannst.
Warum 32-Bit?
In 8-Bit hat jeder Kanal 256 Helligkeitsstufen. In 16-Bit sind es 65.536. In 32-Bit gibt es praktisch keine Obergrenze – du arbeitest mit Fließkommawerten, die weit über den sichtbaren Bereich hinausgehen können.
Wie du es aktivierst
Bild > Modus > 32-Bit-Kanal
Was dir das bringt
Extreme Belichtungskorrekturen ohne Qualitätsverlust: In 32-Bit kannst du ein Bild um 10 Blendenstufen aufhellen, ohne dass die Schatten abreißen. Du kannst überbelichtete Bereiche retten, die in 8-Bit unwiderruflich verloren wären.
HDR-Bearbeitung: 32-Bit ist der native Modus für HDR-Bilder. Hier kannst du Belichtungsreihen zusammenführen und mit dem vollen Dynamikumfang arbeiten.
Physikalisch korrekte Lichtbearbeitung: Lichteffekte, Lens Flares und Beleuchtungssimulationen verhalten sich in 32-Bit realistischer, weil sie über den normalen Helligkeitsbereich hinausgehen können.
Die Einschränkungen
Nicht alle Filter und Funktionen sind in 32-Bit verfügbar. Der Workflow ist: In 32-Bit die groben Anpassungen machen, dann für Feinarbeit in 16-Bit konvertieren.
Der Pro-Tipp
Wenn du Camera Raw oder Lightroom nutzt: Diese arbeiten intern bereits in 32-Bit. Für maximale Qualität: Exportiere als 32-Bit-TIFF nach Photoshop, bearbeite dort in 32-Bit, konvertiere erst ganz am Ende.
7. Berechnungen: Das unterschätzte Masken-Kraftwerk
Das Geheimnis
Im Menü „Bild“ versteckt sich eine Funktion namens „Berechnungen“. Sie ist obskur, die Oberfläche ist verwirrend, und kaum jemand versteht, was sie tut. Dabei ist sie eines der mächtigsten Werkzeuge für komplexe Masken.
Was Berechnungen macht
Die Funktion kombiniert zwei Quellen (Kanäle, Ebenen oder ganze Dokumente) mit einem Mischmodus und erzeugt daraus eine neue Alpha-Kanal-Maske.
Wie du es findest
Bild > Berechnungen
Ein praktisches Beispiel
Du willst eine Luminosity Mask für die Mitteltöne erstellen – manuell ein aufwendiger Prozess.
Mit Berechnungen:
Quelle 1: Grau-Kanal, Invertieren aktiviert
Quelle 2: Grau-Kanal, normal
Füllmethode: Multiplizieren
Ergebnis: Neuer Kanal
Das Ergebnis ist eine Maske, die nur die Mitteltöne auswählt – die Lichter und Schatten sind ausgeblendet.
Komplexe Masken in Sekunden
Berechnungen ermöglicht:
Kombination von Farbkanälen zu neuen Masken
Invertierte Kanäle mit normalen mischen
Masken aus verschiedenen Ebenen oder sogar Dokumenten
Komplexe Luminosity Masks ohne Plugins
Der Einstieg
Die Lernkurve ist steil, aber die Investition lohnt sich. Experimentiere mit verschiedenen Kanalkombinationen und Mischmodi. Du wirst Masken erstellen können, die mit normalen Auswahl-Werkzeugen Stunden dauern würden.
8. Die geheime Über-Zoom-Funktion
Das Geheimnis
Photoshop limitiert den Zoom auf 3.200%. Für die meisten Anwendungen ist das genug. Aber manchmal – bei Pixel-Art, bei extremer Detailarbeit, bei der Fehlersuche – brauchst du mehr.
Wie du über 3.200% hinauskommst
Es gibt einen Umweg:
Gehe zu Ansicht > Tatsächliche Pixel (100%)
Nutze Fenster > Anordnen > Neues Fenster für [Dateiname]
Ein zweites Fenster mit demselben Dokument öffnet sich
Zoome in diesem zweiten Fenster auf 3.200%
Jetzt nutze das Navigator-Panel und ziehe den Zoom-Regler über den Rand hinaus
Der alternative Weg
Im Navigator-Panel (Fenster > Navigator) gibt es ein Eingabefeld für den Zoom-Prozentsatz. Tippe manuell einen höheren Wert ein – bis zu 12.800% sind möglich.
Wann du das brauchst
Pixel-Art-Erstellung und -Bearbeitung
Überprüfung von Antialiasing und Subpixel-Rendering
Fehlersuche bei mysteriösen Artefakten
Extreme Detailarbeit bei kleinen Elementen
Überprüfung von Druckdaten auf Pixelebene
9. Smart Objects: Der versteckte Instanzen-Modus
Das Geheimnis
Wenn du ein Smart Object duplizierst, erstellt Photoshop standardmäßig eine unabhängige Kopie. Änderungen am Original beeinflussen die Kopie nicht. Aber es gibt einen anderen Modus – und er ist unglaublich mächtig.
Verknüpfte vs. unverknüpfte Duplikate
Normales Duplizieren (Strg+J): Erstellt ein unabhängiges Smart Object. Änderungen sind isoliert.
Instanz erstellen (Ebene > Smart-Objekte > Neues Smart-Objekt durch Kopie): Erstellt eine verknüpfte Instanz. Alle Instanzen zeigen denselben Inhalt.
Warte – das ist der umgekehrte Weg! Um eine verknüpfte Instanz zu erstellen:
Kopiere das Smart Object mit Ebene > Neu > Ebene durch Kopie oder Strg+J
Oder ziehe es mit gedrückter Alt-Taste
Für eine unverknüpfte Kopie:
Ebene > Smart-Objekte > Neues Smart-Objekt durch Kopie
Warum Instanzen mächtig sind
Stell dir vor: Du hast ein Logo-Smart-Object und brauchst es zehnmal in verschiedenen Größen und Positionen in deinem Design. Alle zehn sind Instanzen.
Jetzt ändert der Kunde das Logo.
Du doppelklickst auf eine beliebige Instanz, änderst das Logo, speicherst – und alle zehn aktualisieren sich automatisch. Keine manuelle Ersetzung, kein Suchen und Ersetzen.
Praktische Anwendungen
Wiederkehrende Elemente in Designs (Logos, Icons, Wasserzeichen)
Mockups mit mehreren Ansichten desselben Elements
Muster aus wiederholten Elementen
Composite-Bilder mit mehreren Instanzen eines Motivs
10. Der geheime Labor-Modus für Farbkorrekturen
Das Geheimnis
RGB und CMYK kennst du. Aber Photoshop bietet einen dritten Farbmodus, den kaum jemand nutzt: Lab. Und für bestimmte Farbkorrekturen ist er allen anderen überlegen.
Was Lab anders macht
Lab trennt Helligkeit (L) von Farbe (a und b):
L-Kanal: Reine Helligkeit, von Schwarz bis Weiß
a-Kanal: Grün bis Magenta
b-Kanal: Blau bis Gelb
Diese Trennung ermöglicht Dinge, die in RGB unmöglich sind.
Wie du Lab aktivierst
Bild > Modus > Lab-Farbe
Die Superkräfte von Lab
Schärfung ohne Farbsäume: Wende Scharfzeichnung nur auf den L-Kanal an. Du bekommst knackige Details ohne die typischen Farbränder.
Extreme Farbkorrekturen: Du kannst die Farbkanäle a und b drastisch anpassen, ohne die Helligkeit zu beeinflussen. Farben werden intensiver oder entsättigter, ohne dass das Bild heller oder dunkler wird.
Selektive Sättigung: Mit Kurven auf den a- und b-Kanälen kannst du Farben gezielt verstärken oder abschwächen – mit mehr Kontrolle als mit dem Sättigungsregler.
Farbstiche entfernen: Ein Farbstich ist oft eine Verschiebung im a- oder b-Kanal. In Lab kannst du ihn präzise neutralisieren.
Der Workflow
Konvertiere zu Lab
Führe deine Farbkorrekturen durch
Schärfe den L-Kanal
Konvertiere zurück zu RGB für Weiterbearbeitung oder Export
Wann du Lab nutzen solltest
Hautton-Korrekturen (besondere Kontrolle über Rot/Gelb-Töne)
Landschaftsfotografie (Grün- und Blautöne separat steuern)
Schärfung von High-End-Bildern
Korrektur von Farbstichen in schwierigen Bildern
Kreative Farbmanipulation ohne Helligkeitsänderung
Fazit: Die Tiefe meistern
Photoshop ist ein Ozean. Die meisten schwimmen an der Oberfläche und erledigen ihre Arbeit. Aber die wahre Magie liegt darunter – in Funktionen, die seit Jahren existieren und unentdeckt geblieben sind, in Techniken, die selbst erfahrene Profis nicht kennen.
Diese zehn Tricks sind nur der Anfang. Photoshop 2026 steckt voller weiterer Geheimnisse, die darauf warten, entdeckt zu werden. Jedes Update bringt neue versteckte Funktionen, und die Dokumentation kratzt oft nur an der Oberfläche.
Mein Rat: Experimentiere. Klicke auf Dinge, die du noch nie angeklickt hast. Halte Alt gedrückt, während du auf Buttons klickst – oft passiert etwas anderes. Lies die Kontextmenüs vollständig, nicht nur die ersten Einträge. Öffne Panels, die du nie nutzt.
Die Geheimnisse sind da. Du musst sie nur finden.
Und wenn du sie gefunden hast? Teile sie. Die Community lebt davon, dass Wissen weitergegeben wird. Diese zehn Tricks habe ich nicht allein entdeckt – sie sind das Ergebnis von geteiltem Wissen, von neugierigen Köpfen, die tiefer gegraben haben.
Jetzt bist du dran. Welches Geheimnis wirst du als Nächstes entdecken?
Kennst du weitere versteckte Photoshop-Tricks? Teile sie in den Kommentaren – die Community wird es dir danken!