Tag Archive: Transparenz



Ein Praxistest mit Screenshots, alten Photoshop-Versionen und erstaunlich hartnäckigen Hinweisen

Stand: 20. August 2026 · Links und Fakten redaktionell geprüft

Kurz gesagt: Metas „AI info“ ist inzwischen ein ernst zu nehmendes technisches Signal. Sie ist aber kein Lügendetektor mit Heiligenschein. Das Label kann zeigen, dass KI im Workflow beteiligt war – nicht automatisch, wie viel, warum und wer am Ende gestaltet hat.

Ich habe heute versucht, Meta auszutricksen. Nicht mit Kapuze in einer Tiefgarage, sondern mit alten Photoshop-Versionen und der Screenshot-Taste am Handy. Das Ergebnis war weniger Hollywood und mehr digitale Buchhaltung: Bei meinen Testbildern blieb die „AI info“ auch dann erhalten, nachdem ich die Dateien neu gespeichert oder einen Screenshot angefertigt und diesen hochgeladen hatte. Meta war davon ungefähr so beeindruckt wie ein Finanzamt von einem Kassenzettel ohne Datum.

Das hat mich ehrlich gesagt nicht gestresst. Ich arbeite mit Fotografie, Photoshop, Composing, Synthografie und eben auch mit KI. Ich kann ohne KI arbeiten, ich arbeite aber auch bewusst mit ihr. Außerdem mache und verkaufe ich Lernvideos zu diesen Themen. Heimlichtuerei wäre da ungefähr so glaubwürdig wie ein Kochkurs, bei dem niemand erfahren darf, dass ein Herd verwendet wurde.

Spannend wurde es an einer anderen Stelle. Bei mehreren Seiten, Magazinen, Fotografen, Models und sogar Agenturen, die sich öffentlich sehr deutlich gegen KI stellen, tauchte bei Beiträgen plötzlich genau dieser Hinweis auf. Teilweise unter „F*CK AI“-Botschaften, teilweise neben „komplett AI-frei“, teilweise bei angeblich völlig unbearbeiteten Bildern. Das ist natürlich eine sehr hübsche Form digitaler Situationskomik. Nur sollte man trotzdem nicht schneller urteilen, als die Technik tatsächlich Auskunft gibt.

Mein Test: erstaunlich robust, aber kein Weltrekord im Beweisen

Meine Versuche waren praktisch und wiederholbar, aber sie waren keine standardisierte Laborstudie. Ich habe konkrete Bilder mit meinen Geräten, meinen Programmen und meinem Instagram-Zugang getestet. Daraus kann ich seriös ableiten: In diesen Fällen blieb Metas Hinweis trotz Neuabspeichern und Screenshot bestehen. Ich kann daraus nicht ableiten: Meta erkennt jedes KI-Bild, liegt niemals falsch und lässt sich grundsätzlich nicht umgehen.

Genau diese Einschränkung ist wichtig. Meta schreibt selbst, dass nicht alle KI-generierten Inhalte erkannt werden können und dass es Möglichkeiten gibt, unsichtbare Marker zu entfernen. In den offiziellen Quellen, die ich für diesen Artikel geprüft habe, nennt Meta auch keine allgemeine Trefferquote. Wer aus meinem kleinen Härtetest eine hundertprozentige Welterkennungsmaschine macht, baut aus einem guten Hinweis wieder eine Religion. Davon haben wir rund um KI ohnehin schon genügend Filialen.

Mein Ergebnis ist deshalb klar, aber nicht überheblich: Die Kennzeichnung war bei meinen Tests hartnäckig und praktisch brauchbar. Unfehlbar ist sie damit noch lange nicht.

Was Meta offiziell erkennt

Meta beschreibt für Facebook, Instagram und Threads eine Kombination aus Branchenstandards und eigener Technik. Genannt wird unter anderem C2PA. Zusätzlich kann ein Hinweis erscheinen, wenn jemand beim Hochladen selbst angibt, dass ein Inhalt mit KI erzeugt wurde. Meta erklärt 2026 ausdrücklich, dass die „AI info“ bei erkannten, mit KI erzeugten Inhalten angezeigt wird und dass sichtbar gemacht werden soll, ob der Hinweis aus gemeinsam verwendeten Industriesignalen oder aus einer Selbstauskunft stammt.

Seit September 2024 unterscheidet Meta außerdem stärker zwischen erzeugt und bearbeitet. Wenn ein Inhalt nach den erkannten Signalen nur mit KI verändert oder bearbeitet wurde, kann die Information im Beitragsmenü liegen. Bei als KI-generiert erkannten Inhalten bleibt die „AI info“ deutlicher sichtbar. Das ist eine wichtige Unterscheidung, denn ein komplett generiertes Bild und ein Foto mit generativer Retusche sind technisch und gestalterisch nicht dasselbe.

Meta hatte zuvor selbst erlebt, wie schnell die Sache zu grob werden kann: Schon kleinere Bearbeitungen mit KI-Werkzeugen konnten Industriesignale hinterlassen und dadurch das damalige Label „Made with AI“ auslösen. Nach Kritik wurde daraus „AI info“, und Meta änderte die Platzierung für bloß bearbeitete Inhalte. Der Hinweis sagt also nicht automatisch: Dieses gesamte Bild kam fertig aus einem Prompt. Er sagt zunächst: Hier wurden Signale erkannt, die auf Erzeugung oder Bearbeitung mit KI hinweisen, oder der Ersteller hat es selbst angegeben.

Warum ein Screenshot heute nicht automatisch die Tarnkappe ist

Ein klassischer Screenshot erzeugt eine neue Datei. Dabei können normale EXIF-, IPTC- oder XMP-Metadaten des ursprünglichen Bildes verschwinden. Früher war damit oft ein großer Teil der digitalen Begleitinformation weg. Nur bestehen moderne Herkunftssysteme nicht mehr zwingend aus einem einzelnen Zettel im Dateikoffer.

Der C2PA-Standard unterscheidet harte Bindungen, etwa kryptografische Hashes, und weiche Bindungen. Solche weichen Bindungen können als unsichtbares Wasserzeichen oder als Fingerprint funktionieren. Ein Fingerprint kann ein Bild oder eine hinreichend ähnliche Variante wiedererkennen und mit einem gespeicherten Herkunftsnachweis verbinden, selbst wenn eingebettete Metadaten fehlen. Adobe erklärt für cloudgespeicherte Content Credentials ausdrücklich, dass diese auch dann wiedergefunden werden können, wenn Metadaten entfernt wurden oder ein Screenshot angefertigt wurde.

Das erklärt, warum „Screenshot und fertig“ heute keine verlässliche Strategie mehr ist. Es beweist allerdings nicht, welcher konkrete Mechanismus bei meinem Instagram-Test angesprungen ist. Meta veröffentlicht für einzelne Beiträge keinen technischen Prüfbericht mit dem Satz: „Dieses Bild wurde wegen Fingerprint Nummer 4711 erkannt.“ Möglich sind standardisierte Herkunftssignale, Wasserzeichen, andere technische Merkmale, eine bereits bekannte Variante oder eine Selbstauskunft. Sichtbar ist das Ergebnis. Der genaue Maschinenraum bleibt bei Meta.

Was die KI-Info sagt – und was sie nicht sagt

  1. Sie sagt: Meta hat ein passendes technisches Signal erkannt oder der Ersteller hat KI-Nutzung selbst angegeben.
  2. Meta unterscheidet in der Anzeige: Ein Inhalt kann als mit KI erzeugt oder lediglich als mit KI bearbeitet eingeordnet werden.
  3. Sie sagt nicht: Das gesamte Bild wurde ohne menschliche Arbeit in drei Sekunden erzeugt.
  4. Sie sagt nicht: Der Ersteller wollte täuschen, hat gelogen oder besitzt keine fotografischen beziehungsweise gestalterischen Fähigkeiten.
  5. Sie beweist nicht: Meta erkennt jeden KI-Einsatz und produziert niemals eine missverständliche Kennzeichnung.

Ich sehe das Label deshalb wie einen Rauchmelder. Wenn es piepst, sollte man nachsehen. Man sollte aber nicht sofort die Feuerwehr wegen eines brennenden Hochhauses rufen. Manchmal ist es nur der Toaster. Und manchmal steht daneben tatsächlich jemand mit einem Kanister und einem Schild „Bei mir gibt es grundsätzlich kein Feuer“.

Das große F*CK-AI-Bingo

Natürlich ist es komisch, wenn unter einem lautstarken „F*CK AI“-Beitrag die „AI info“ erscheint. Ebenso komisch ist eine Stellenanzeige, in der Menschen gesucht werden, die auf keinen Fall prompten dürfen, während ausgerechnet die Grafik der Anzeige einen KI-Hinweis trägt. Das ist keine moralische Katastrophe. Es ist eher eine unfreiwillige Fußnote mit ausgezeichnetem Timing.

Trotzdem würde ich niemanden allein aufgrund dieses Hinweises öffentlich zum Schwindler erklären. Vielleicht wurde nur generativ retuschiert, hochskaliert, erweitert oder ein einzelnes Element ersetzt. Vielleicht stammt die Datei aus einem fremden Workflow. Vielleicht wurde die Kennzeichnung missverständlich ausgelöst. Und vielleicht wurde tatsächlich mehr KI verwendet, als die Bildbeschreibung zugibt. Das Label eröffnet eine berechtigte Frage. Es liefert noch nicht die komplette Antwort.

Wer von anderen absolute Reinheit verlangt, sollte den eigenen Prozess allerdings besonders sauber erklären können. Das ist keine Bosheit, sondern dieselbe Transparenz, die man gerade einfordert. Die Technik hält dabei keinen moralischen Zeigefinger hoch. Sie hängt nur ein digitales Gepäckband an den Koffer. Peinlich wird es erst, wenn außen „handgemacht“ steht und innen noch der Lieferschein des Roboters liegt.

Upscaling ist nicht nichts

Ich habe ältere Arbeiten, von denen manchmal nur noch eine sehr kleine Datei vorhanden ist. Wenn ich so ein Bild mit einem KI-Upscaler vergrößere, stelle ich das Werkzeug möglichst so ein, dass es keine neuen Ohrringe, Hautporen, Fenster, Finger oder sonstige Überraschungsgäste erfindet. Das Ziel ist eine saubere Vergrößerung, nicht die Neuerfindung meiner eigenen Vergangenheit.

Trotzdem war KI beteiligt. In meinem Test wurde auch ein solcher Eingriff als AI-Modifikation erkannt. Darum dokumentiere ich inzwischen genauer: Das Ausgangsbild ist von mir, Idee und Gestaltung sind von mir, die Vergrößerung wurde mit KI unterstützt. Das macht die Arbeit nicht plötzlich unecht. Es macht die Beschreibung genauer.

Auch die technischen Standards unterscheiden mehrere Fälle. Das IPTC-Vokabular kennt beispielsweise digital aufgenommene Medien, menschlich bearbeitete Medien, mit generativer KI bearbeitete Medien, algorithmisch verbesserte Medien und vollständig mit generativer KI erzeugte Medien. Diese Begriffe werden von Plattformen nicht immer eins zu eins dargestellt. Sie zeigen aber, wie unsinnig nur zwei Schubladen wären: „reine Handarbeit“ und „komplett aus der Maschine gefallen“. Ein moderner Bildworkflow ist oft eher ein Werkzeugschrank als ein Lichtschalter.

So kennzeichne ich sinnvoll

Ich halte nichts von einem Roman unter jedem Bild, in dem jede Maske und jeder Pinselstrich verhandelt wird. Aber die wesentlichen Schritte lassen sich in einem Satz sauber beschreiben. Zum Beispiel:

  • Eigene fotografische oder digitale Ausgangsarbeit; KI nur fürs Upscaling.
  • Eigene Fotografie; generative KI für einzelne Retuschen; Endfassung durch Brownz.
  • KI-generierte Elemente; Auswahl, Composing, Retusche und Endfassung durch Brownz.
  • Ohne generative KI: Fotografie, 3D, Composing oder klassische Bildbearbeitung.

Damit weiß das Publikum wesentlich mehr als durch ein aggressives Reinheitssiegel. Transparenz bedeutet nicht, sich für ein Werkzeug zu entschuldigen. Sie bedeutet, den Prozess nicht kleiner, größer oder sauberer zu erzählen, als er war. Ich habe mit KI kein Problem. Ich habe nur ein Problem mit Nebelmaschinen, die so tun, als wären sie Dokumentation.

Ein praktischer Mini-Check vor dem Posten

  1. Prüfe die Beitragsinformationen nach dem Upload und nicht nur die lokale Datei.
  2. Unterscheide klar zwischen vollständig generiert, generativ bearbeitet, klassisch bearbeitet und nur hochskaliert.
  3. Bewahre Ausgangsdateien, Ebenen, Exporte und eine kurze Workflow-Notiz auf.
  4. Verlasse dich weder auf das Label als hundertprozentigen Beweis noch auf sein Ausbleiben als Freispruch.
  5. Wenn du Transparenz von anderen verlangst, beginne beim eigenen Bild. Das spart später sehr kreative Erklärungen.

Weniger Glaubenskrieg, mehr Werkstatt

Ich finde Metas ausgebaute Kennzeichnung grundsätzlich gut. Nicht weil ich möchte, dass Plattformen über Kunst urteilen. Das tun sie nämlich nicht. Sondern weil eine zusätzliche Information dabei helfen kann, den tatsächlichen Workflow besser einzuordnen. Wer KI verwendet, verliert dadurch weder automatisch seine Fähigkeiten noch seine Urheberschaft an allen menschlich gestalteten Anteilen. Wer keine KI verwendet, darf das ebenso klar sagen.

Die wirklich interessante Frage lautet nicht: Hat irgendwo eine KI mitgearbeitet? Sie lautet: Wofür wurde sie eingesetzt, was hat der Mensch entschieden, wie wurde das Ergebnis bearbeitet und wer übernimmt die Verantwortung? Genau dort beginnt eine brauchbare Debatte. Alles andere ist meistens nur Lagerfeuer mit Ringlicht.

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Faktencheck in neun Punkten

  1. Meta beschreibt 2026 eine Kombination aus Branchenstandards und Technik wie C2PA zur Erkennung von KI-generierten oder KI-bearbeiteten Inhalten. Zusätzlich kann eine Selbstauskunft den Hinweis auslösen.
  2. Meta zeigt eine „AI info“ bei als KI-generiert erkannten Inhalten und informiert, ob Industriesignale oder eine Selbstauskunft zugrunde liegen.
  3. Für Inhalte, die nach den Signalen lediglich mit KI bearbeitet wurden, verlagerte Meta den Hinweis 2024 in das Beitragsmenü. Ein Bearbeitungshinweis bedeutet daher nicht automatisch Vollgenerierung.
  4. Meta räumt ausdrücklich ein, dass nicht alle KI-generierten Inhalte erkannt werden können und unsichtbare Marker teilweise entfernt werden können. Eine allgemeine öffentliche Trefferquote nennt Meta in den geprüften Quellen nicht.
  5. C2PA unterstützt neben kryptografischen Dateibindungen auch weiche Bindungen über Fingerprints oder unsichtbare Wasserzeichen. Damit kann Herkunftsinformation unter bestimmten Bedingungen auch nach Veränderungen wiedergefunden werden.
  6. Adobe erklärt für cloudgespeicherte Content Credentials, dass diese selbst nach entfernten Metadaten oder einem Screenshot wieder auffindbar sein können. Das ist ein Beispiel für die Robustheit moderner Herkunftssysteme, aber kein Beweis für Metas konkreten Mechanismus bei einem einzelnen Bild.
  7. Das IPTC-Vokabular unterscheidet unter anderem digitale Aufnahme, menschliche Bearbeitung, generative KI-Bearbeitung, algorithmische Verbesserung und vollständig generative Erstellung.
  8. Mein Ergebnis mit Neuabspeichern und Screenshots ist ein dokumentierter persönlicher Praxistest, keine veröffentlichte Messung der allgemeinen Genauigkeit von Instagram.
  9. Artikel 50 des EU AI Act gilt seit 2. August 2026. Die konkreten Transparenzpflichten hängen von Inhalt, Rolle und Einsatzfall ab; dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Geprüfte Quellen und weiterführende Links

Alle folgenden Links wurden am 20. August 2026 technisch geöffnet und inhaltlich geprüft. Für technische und rechtliche Aussagen wurden nach Möglichkeit Primärquellen verwendet.

Transparenzhinweis nach EU-KI-Verordnung

Ausgangspunkt dieses Artikels sind meine eigenen Praxistests, Beobachtungen und meine persönliche Arbeitsweise. Generative KI wurde unterstützend für Recherche, Gegenprüfung technischer Aussagen, Struktur und sprachliche Ausarbeitung eingesetzt. Inhaltliche Position, Beispiele, Bewertung, redaktionelle Entscheidungen, Quellenprüfung und finale Freigabe liegen bei Brownz. Der Text wurde menschlich geprüft und redaktionell kontrolliert. Dieser freiwillige Hinweis macht die Entstehung nachvollziehbar und ist keine Rechtsberatung. Offizielle Erläuterungen der Europäischen Kommission


Ein persönlicher Kommentar von BROWNZ über Clickbait, Ragebait, Influencer-Marketing und die eigene Linie.

Stand: 31. Mai 2026 · mit Quellen- und Vierfach-Faktencheck

Es gibt diese Themen, die kommen nicht, weil man sie sucht. Sie liegen plötzlich wieder am Tisch. Irgendwer fragt nach, irgendwer schickt einem etwas, irgendwo taucht wieder ein Beitrag auf, der aussieht, als hätte ihn ein Algorithmus mit Koffeinmangel ausgespuckt, und dann merkt man: Ja gut, vielleicht sollte man es doch wieder einmal sauber hinschreiben.

Bei mir geht es da um Clickbait, Ragebait und dieses klassische Influencer-Ding, bei dem Meinung, Werbung und Begeisterung so lange miteinander verrührt werden, bis am Ende keiner mehr genau weiß, was jetzt eigene Erfahrung ist und was bezahltes Grinsen.

Ich beobachte das schon lange. Nicht mit Schaum vor dem Mund. Nicht als beleidigter Kulturpensionist, der das Internet anbrüllt. Ich rege mich darüber auch nicht jeden Tag auf. Dazu ist mir meine Zeit ehrlich gesagt zu schade. Ich nehme es zur Kenntnis. So funktioniert ein großer Teil dieser digitalen Welt inzwischen. Aufmerksamkeit wird nicht mehr nur gewonnen, sie wird konstruiert. Man baut Überschriften, die absichtlich etwas offenlassen. Man baut Beiträge, die absichtlich reizen. Man baut Empörung, weil Empörung Reaktion bringt. Und Reaktion ist die Währung, auf die sehr viele Plattformen schauen.

Das kann man machen. Viele machen das. Manche sehr erfolgreich. Nur ist das eben nicht meine Art. Und darum geht es mir. Nicht um ein großes Anklagen. Nicht um ein „die da draußen sind alle schlecht“. Das wäre mir viel zu billig. Ich will erklären, warum ich es anders mache. Warum ich das immer schon anders gemacht habe. Und warum ich das auch nicht ändern werde, nur weil der digitale Jahrmarkt jetzt noch lauter trommelt als früher.

Clickbait ist für mich nicht einfach eine gute Überschrift. Eine gute Überschrift darf neugierig machen. Natürlich darf sie das. Ein Text braucht einen Einstieg. Ein Bild braucht Spannung. Ein Artikel darf eine Tür haben, durch die man gerne hineingeht. Das ist Handwerk. Das ist völlig in Ordnung.

Clickbait ist etwas anderes. Clickbait baut eine künstliche Lücke. Da wird nicht sauber gesagt, worum es geht, sondern es wird etwas angedeutet, damit man klicken muss. „Du wirst nicht glauben, was dann passiert ist.“ „Dieser eine Trick verändert alles.“ „Niemand spricht darüber.“ Diese Sätze kennt man. Man riecht sie inzwischen schon, bevor man sie gelesen hat. Und meistens ist dahinter nicht die große Offenbarung, sondern ein mittelwarmer Inhalt, der von der Überschrift in ein viel zu großes Kostüm gesteckt wurde.

Mich interessiert so etwas nicht. Nicht, weil ich keine Aufmerksamkeit will. Natürlich will man gesehen werden, wenn man etwas veröffentlicht. Sonst könnte man es auch ausdrucken, in eine Lade legen und dem Staub beim Altern zusehen. Sichtbarkeit ist wichtig. Aber die Frage ist für mich immer: Wie kommt diese Sichtbarkeit zustande?

Wenn jemand auf meine Arbeit aufmerksam wird, dann soll das passieren, weil ihn das Bild interessiert, weil ihn der Prozess interessiert, weil ihn die Haltung dahinter interessiert. Nicht, weil ich ihm vorher eine künstliche Informationslücke in den Kopf gesetzt habe. Ich will niemanden hineinlocken wie in eine Geisterbahn, wo am Ende nur ein Mann mit Taschenlampe steht und sagt: Danke fürs Klicken.

Ragebait ist dann die nächste Stufe. Da wird nicht nur Neugier ausgenutzt, sondern Ärger. Man schreibt etwas so, dass Leute reagieren müssen. Möglichst schnell, möglichst emotional, möglichst im Kommentarbereich. Es wird absichtlich schief formuliert, absichtlich überzogen, absichtlich so gesetzt, dass andere anbeißen. Und dann läuft die Maschine. Kommentare, Gegenkommentare, Teilen, Widerspruch, Empörung, Reichweite.

Auch das ist nicht neu. Nur hat das Internet daraus ein sehr effizientes System gemacht. Früher musste man sich auf einen Marktplatz stellen und laut schreien. Heute reicht ein Beitrag, der an der richtigen Stelle falsch ist.

Ich habe mit Provokation grundsätzlich kein Problem. Ich arbeite selbst nicht gerade im Bereich der gebügelten Harmlosigkeit. Kunst darf stören. Kunst darf kratzen. Ein guter Gedanke darf unbequem sein. Eine gute Aussage darf auch einmal dort hinleuchten, wo andere lieber den Vorhang zuziehen. Aber Provokation und Ragebait sind nicht dasselbe.

Provokation hat einen Kern. Ragebait hat einen Haken. Und ich will keine Haken auswerfen.

Das ist für mich auch eine Frage des Respekts. Wenn jemand meine Texte liest, meine Bilder anschaut oder ein Training von mir kauft, dann nehme ich diese Person ernst. Ich will nicht mit künstlich erzeugter Wut arbeiten. Ich will niemanden emotional auf Temperatur bringen, nur damit ein Beitrag ein bisschen besser läuft. Mir ist eine kleinere, echte Reaktion lieber als ein großer Kommentarbrand, den ich vorher selbst angezündet habe.

Noch wichtiger wird das für mich beim Thema Influencer-Marketing. Da wird es nämlich schnell unscharf. Und ich mag unscharf nur, wenn es fotografisch Sinn ergibt.

Dieses Modell, bei dem jemand ein Produkt bekommt, einen Zugang bekommt, ein Plugin bekommt, Geld bekommt oder sonst irgendeinen Vorteil, und danach öffentlich erzählt, wie toll das alles ist, ist nicht mein Zugang. Ich sage nicht, dass jeder, der so etwas macht, automatisch unehrlich ist. Das wäre Unsinn. Natürlich kann jemand ein Produkt wirklich mögen und trotzdem dafür bezahlt werden. Natürlich kann eine Kooperation sauber sein, wenn sie klar gekennzeichnet ist. Natürlich kann Werbung professionell gemacht sein.

Aber für mich persönlich verschiebt sich da etwas. Eine Meinung ist dann nicht mehr nur eine Meinung. Sie steht in einem anderen Raum. Es sitzt plötzlich jemand mit am Tisch, auch wenn man ihn nicht sieht. Eine Marke, ein Vertrag, eine Erwartung, ein Vorteil. Und selbst wenn man sich bemüht, ehrlich zu bleiben, ist der Rahmen ein anderer.

Ich will diesen Rahmen nicht.

Wenn ich sage, dass ich etwas nutze, dann nutze ich es. Wenn ich sage, dass mir ein Werkzeug hilft, dann hat es mir geholfen. Wenn ich ein Plugin, ein Programm, eine Kamera, einen Workflow oder irgendein digitales Werkzeug erwähne, dann soll niemand im Hinterkopf fragen müssen: Sagt er das jetzt, weil es stimmt, oder weil ihm jemand hinten herum etwas geschenkt hat?

Genau diese Frage will ich vermeiden. Nicht nachträglich erklären. Vermeiden.

Darum zahle ich für die Dinge, die ich nutze. Oder das Unternehmen, für das ich arbeite, zahlt regulär dafür. So wie andere auch. Das gilt für Adobe, für Plugins, für Tools, für Software, für Trainingsmaterial, für alles, was in meiner Arbeit wirklich vorkommt. Ich will das so. Ich will aus derselben Welt heraus sprechen wie die Menschen, denen ich etwas erkläre. Nicht aus der VIP-Lounge, nicht aus dem Beta-Streichelzoo, nicht aus irgendeinem Sonderzugang, bei dem schon die Dankbarkeit mit am Pinsel hängt.

Ich hatte sogar einmal so ein Influencer-Abo von Adobe. Das war damals in einer Situation rund um die Creative Cloud. Ich hatte öffentlich kritisiert, dass aus meiner Sicht etwas angeboten wurde, das in dieser Form noch gar nicht sauber verfügbar war. Für mich war das damals nicht in Ordnung. Wenn man etwas kaufen kann, es aber nicht so bekommt, wie es erwartet wird, dann ist das für mich ein Problem. Das wurde dann auch relativ schnell geändert. Danach kam so ein Gratis-Abo, eine Art Entschuldigung oder Influencer-Zugang, wie auch immer man das nennen will. Ich war sogar im Beta-Team.

Nur habe ich es nicht genutzt. Nicht aus Drama. Nicht, weil ich daraus eine Heiligengeschichte machen wollte. Sondern weil es für mich nicht gepasst hat. Ich wollte nicht in diese Lage kommen, dass ich über ein Werkzeug spreche und im Hintergrund liegt ein Sonderstatus auf dem Tisch. Ich wollte nicht überlegen müssen, ob meine Kritik, mein Lob oder mein Blick auf die Software noch ganz meiner ist. Vielleicht wäre das für andere kein Problem gewesen. Für mich war es eines. Also habe ich es gelassen.

Ich arbeite lieber mit dem, was jeder bekommen kann. Ich will wissen, wie ein Werkzeug im normalen Betrieb funktioniert. Wie es sich anfühlt, wenn man dafür bezahlt. Wie es läuft, wenn man nicht hofiert wird. Wie es ist, wenn ein Update nervt, wenn ein Plugin spinnt, wenn ein Abo kostet, wenn etwas gut ist, wenn etwas schlechter wird. Das ist die Wirklichkeit, über die ich sprechen will. Nicht die polierte Vorführversion.

Gerade bei Trainings ist mir das extrem wichtig. Wenn ich jemandem etwas erkläre, dann basiert das auf Erfahrung. Nicht auf einem Pressetext. Nicht auf einer Produktseite. Nicht auf einem freundlichen Mail eines Herstellers mit dem subtilen Unterton: Wäre schön, wenn du darüber etwas Positives machst. Ich will nicht in diese Zwischenwelt, wo man zwar „ehrliche Meinung“ sagt, aber gleichzeitig genau weiß, dass diese Ehrlichkeit bereits in Geschenkpapier eingewickelt wurde.

Diese ganze Sprache rund um Authentizität ist ja inzwischen selbst schon wieder Marketing geworden. Jeder sagt „ehrlich“. Jeder sagt „unfiltered“. Jeder sagt „real talk“. Und oft ist es dann doch nur Werbung in Jogginghose. Nicht immer. Aber oft genug.

Ich will das nicht brauchen.

Meine Glaubwürdigkeit soll nicht davon abhängen, ob irgendwo klein „Anzeige“ steht. Sie soll davon abhängen, dass die Menschen über Jahre merken: Der sagt das, weil er es so erlebt hat. Der empfiehlt nicht alles, was blinkt. Der spielt nicht Begeisterung, nur weil gerade ein Code dazu passt. Der ist vielleicht manchmal kantig, vielleicht nicht immer bequem, aber er vermietet seine Meinung nicht.

Das ist kein großes moralisches Podest. Ich stehe da nicht oben und verteile Reinheitszertifikate. Ich sage nur, wo ich selbst meine Linie ziehe.

Und diese Linie gibt es bei mir schon lange. Nicht erst seit Social Media. Nicht erst seit Influencer-Marketing ein Beruf geworden ist. Nicht erst seit man für alles einen Rabattcode haben kann. Ich war immer schon so. Wenn ich etwas mache, dann will ich wissen, was ich tue. Wenn ich etwas sage, dann will ich es vertreten können. Wenn ich etwas empfehle, dann muss es durch meine eigene Werkstatt gegangen sein.

Das ist vielleicht langsamer. Es bringt vielleicht nicht die schnellste Reichweite. Es ist vielleicht nicht das, was der Algorithmus am liebsten frisst. Der Algorithmus mag starke Reize. Wut, Neugier, Konflikt, Drama, schnelle Reaktion. Ein ruhiger, persönlicher Standpunkt ist für so ein System oft nicht fettig genug. Aber ich bin nicht da, um den Algorithmus zu ernähren wie ein Haustier mit schlechten Manieren.

Ich bin Künstler. Ich mache Bilder. Ich baue Workflows. Ich erkläre Dinge, die ich selbst verwende. Ich teile Erfahrungen, keine vorgekauten Werbesätze. Und wenn ich etwas kritisiere, dann nicht, weil ich einen Skandal brauche, sondern weil ich etwas erlebt, geprüft oder gesehen habe.

Vielleicht ist genau das heute schon wieder ungewöhnlich. Dass man nicht jede Aufmerksamkeit nimmt, nur weil sie angeboten wird. Dass man nicht jeden Zugang annimmt, nur weil er gratis ist. Dass man nicht jede Kooperation macht, nur weil sie möglich wäre. Dass man nicht jedes Produkt in die Kamera hält, nur weil jemand glaubt, Reichweite sei eine Art Mietfläche.

Für mich ist Reichweite keine Mietfläche. Meine Meinung auch nicht.

Das bedeutet nicht, dass ich gegen Marketing bin. Gutes Marketing ist wichtig. Ein gutes Produkt soll sichtbar werden. Eine gute Idee soll Menschen erreichen. Ich lebe ja selbst davon, dass Menschen meine Arbeit sehen, verstehen, kaufen, weiterempfehlen. Aber gutes Marketing muss nicht so tun, als wäre es private Begeisterung, wenn es eigentlich ein Geschäft ist. Und wenn es ein Geschäft ist, dann soll man es sagen. Ganz einfach.

Transparenz ist kein Schmuckstück, das man sich ansteckt, wenn es gerade gut aussieht. Transparenz ist die Grundplatte. Ohne die wird alles wackelig.

Mir geht es um Vertrauen. Das klingt vielleicht groß, aber am Ende ist es ganz praktisch. Wenn jemand ein Training bei mir kauft, dann soll er wissen: Das, was ich dort zeige, kommt aus echter Anwendung. Wenn jemand liest, dass ich mit einem bestimmten Werkzeug arbeite, dann soll er wissen: Ich arbeite wirklich damit. Wenn jemand meine Einschätzung zu einem Tool hört, dann soll er nicht erst den Raum nach versteckten Sponsoren absuchen müssen.

Ich will, dass diese Dinge klar sind, bevor überhaupt jemand fragen muss.

Darum schreibe ich das auch. Nicht, weil ich mich beschweren will. Nicht, weil ich andere bekehren will. Sondern weil ich in letzter Zeit wieder öfter darauf angesprochen wurde. Und weil Anfang Juni ein guter Moment ist, die eigene Haltung wieder einmal ordentlich hinzulegen. Ohne Show. Ohne Wut. Ohne Clickbait. Ohne künstliches Drama.

Einfach so, wie es ist.

Ich mache diese Dinge anders, weil sie sonst nicht zu mir passen würden. Ich habe kein Interesse daran, Empörung zu produzieren, nur damit Zahlen steigen. Ich habe kein Interesse daran, Begeisterung zu verkaufen, die ich nicht selbst empfinde. Ich habe kein Interesse daran, aus einem Geschenk heraus eine Empfehlung zu bauen. Ich habe kein Interesse daran, meine Arbeit mit kleinen verdeckten Abhängigkeiten zu verzieren.

Ich will unabhängig bleiben. Nicht als Pose. Als Arbeitsgrundlage.

Denn am Ende ist das, was bleibt, nicht der einzelne Klick. Nicht der kurze Ausschlag in der Statistik. Nicht das eine besonders laute Posting. Am Ende bleibt die Frage, ob Menschen dir glauben, wenn du etwas sagst.

Und genau dieses Vertrauen ist mir mehr wert als jeder Gratiszugang, jedes Plugin-Geschenk und jeder Rabattcode.

Ehrlichkeit hat keinen Rabattcode. Und meine Meinung auch nicht.

Quellenbasis und Vierfach-Faktencheck

Ziel dieses Abschnitts: Die Aussagen im Artikel sind keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern eine persönliche Haltung. Der Faktenrahmen prüft nur die sachlichen Begriffe und rechtlichen/medienethischen Grundlagen: Was ist Clickbait? Was ist Ragebait? Was versteht man unter kommerziellem Influencing? Welche Rolle spielen Kennzeichnung und Offenlegung?

Vierfach-Faktencheck – Prüfprotokoll

1. Primärquellen-Prüfung: Bevorzugt wurden Originalquellen oder besonders belastbare Quellen: Scientific Reports/Nature, Oxford University Press, Wirtschaftskammer Österreich, onlinesicherheit.gv.at, Federal Trade Commission sowie die arXiv/ACM-Publikation.

2. Plausibilitäts-Prüfung: Die Begriffe im Artikel wurden nicht überdehnt: Clickbait wird als Neugier-/Informationslücken-Mechanik beschrieben, Ragebait als Empörungsmechanik, Influencing als mögliche Werbe-/Kooperationsform gegen Geld oder Sachleistungen.

3. Rechts-/Transparenz-Prüfung: Für Österreich wurden WKO und onlinesicherheit.gv.at verwendet; für internationale Disclosure-Grundsätze zusätzlich die FTC. Der Artikel gibt keine Rechtsberatung, sondern beschreibt den Transparenzrahmen allgemein.

4. Link- und Erreichbarkeits-Prüfung: Alle untenstehenden Links wurden am 31. Mai 2026 geöffnet. Die Seiten waren erreichbar. Einzelne Websites können ihre Struktur später ändern; daher sind Abrufdatum und Quellenname angegeben.

Geprüfte Quellen

1. Clickbait / Curiosity Gap

Quelle: Scientific Reports / Nature, 2025

Kernaussage: Studie zu 8.977 Headline-Experimenten. Sie unterscheidet zwischen zusammenfassenden und neugier-erzeugenden Überschriften und zeigt, dass der Klick-Effekt von der konkreten Informationsmenge in der Überschrift abhängt.

Link: https://www.nature.com/articles/s41598-024-81575-9

Status: geöffnet und erreichbar am 31. Mai 2026

2. Ragebait

Quelle: Oxford University Press, Word of the Year 2025

Kernaussage: Oxford definiert Ragebait als Online-Inhalt, der absichtlich Wut oder Empörung auslösen soll, meist zur Steigerung von Traffic oder Engagement. Oxford nennt außerdem eine Verdreifachung der Nutzung im letzten Jahr.

Link: https://corp.oup.com/news/the-oxford-word-of-the-year-2025-is-rage-bait/

Status: geöffnet und erreichbar am 31. Mai 2026

3. Kommerzielles Influencing

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich

Kernaussage: Die WKO beschreibt kommerzielles Influencing als vergütete Werbekooperationen, Affiliate-Marketing oder Partnerschaften gegen Entgelt und/oder Sachleistungen. Sie verweist ausdrücklich auf Transparenz und Kennzeichnungspflichten.

Link: https://www.wko.at/oe/information-consulting/werbung-marktkommunikation/kommerzielles-influencing

Status: geöffnet und erreichbar am 31. Mai 2026

4. Content Creator und Werbegeschenke

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich

Kernaussage: Die WKO weist darauf hin, dass Einnahmen aus Werbung, Kooperationen oder Affiliate-Marketing sowie Werbegeschenke in der Regel gewerberechtlich relevant sein können.

Link: https://www.wko.at/gruendung/online-content-creatorin

Status: geöffnet und erreichbar am 31. Mai 2026

5. Kennzeichnung von Online-Werbung

Quelle: onlinesicherheit.gv.at

Kernaussage: Die österreichische Informationsseite erklärt, dass Online-Werbung Kennzeichnungspflichten unterliegt und problematisch wird, wenn Werbung als authentische Empfehlung wahrgenommen werden soll.

Link: https://www.onlinesicherheit.gv.at/Services/News/Werbung-Internet-Kennzeichnung.html

Status: geöffnet und erreichbar am 31. Mai 2026

6. Influencer-Disclosure / Material Connection

Quelle: Federal Trade Commission

Kernaussage: Die FTC verlangt bei Empfehlungen eine klare Offenlegung relevanter Beziehungen zur Marke, etwa durch Bezahlung, kostenlose Produkte oder andere Vorteile.

Link: https://www.ftc.gov/business-guidance/advertising-marketing/endorsements-influencers-reviews

Status: geöffnet und erreichbar am 31. Mai 2026

7. Affiliate-Disclosure-Forschung

Quelle: Mathur, Narayanan & Chetty, CSCW/arXiv 2018

Kernaussage: Empirische Studie zu über 500.000 YouTube-Videos und 2,1 Millionen Pinterest-Pins: Nur etwa 10 Prozent der Affiliate-Marketing-Inhalte enthielten überhaupt Offenlegungen; kurze, nicht erklärende Hinweise wurden von Nutzern oft nicht verstanden.

Link: https://arxiv.org/abs/1809.00620

Status: geöffnet und erreichbar am 31. Mai 2026

Sachliche Einordnung der Hauptaussagen

Clickbait: Der Begriff wird im Dokument nicht als jede zugespitzte Überschrift verstanden. Entscheidend ist die absichtlich erzeugte Informationslücke, die zum Klick drängen soll.

Ragebait: Der Begriff wird im Dokument nicht als jede kontroverse Meinung verstanden. Entscheidend ist der Vorsatz, Ärger oder Empörung als Reaktionsmotor zu nutzen.

Influencer-Marketing: Der Text behauptet nicht, dass jede Kooperation unehrlich ist. Die belegbare Linie lautet: Wenn Geld, Sachleistungen, Gratiszugänge oder andere Vorteile im Spiel sind, verändert das den Kommunikationsrahmen und verlangt Transparenz.

BROWNZ-Position: Die persönliche Position – keine Gratiszugänge als Grundlage für öffentliche Empfehlungen zu verwenden – ist eine Haltung des Autors. Sie wird nicht als allgemeine Pflicht für andere dargestellt.

Direkte URLs

Scientific Reports / Nature, 2025: https://www.nature.com/articles/s41598-024-81575-9

Oxford University Press, Word of the Year 2025: https://corp.oup.com/news/the-oxford-word-of-the-year-2025-is-rage-bait/

Wirtschaftskammer Österreich: https://www.wko.at/oe/information-consulting/werbung-marktkommunikation/kommerzielles-influencing

Wirtschaftskammer Österreich: https://www.wko.at/gruendung/online-content-creatorin

onlinesicherheit.gv.at: https://www.onlinesicherheit.gv.at/Services/News/Werbung-Internet-Kennzeichnung.html

Federal Trade Commission: https://www.ftc.gov/business-guidance/advertising-marketing/endorsements-influencers-reviews

Mathur, Narayanan & Chetty, CSCW/arXiv 2018: https://arxiv.org/abs/1809.00620