Peter »Brownz« Braunschmid: Fotodesign, Photoshop-Kunst, Pop Art und KI aus Österreich. Homebase: BrownzArt.com, Workshops, Video-Trainings und Coaching.
In letzter Zeit landen bei mir wieder erstaunlich oft Mails mit dem Satz: „Ich habe dir doch schon dreimal geschrieben.“ Beim Nachfragen stellt sich dann meistens heraus: auf Instagram. Oder im Facebook-Messenger. Und genau dort beginnt das kleine digitale Bermuda-Dreieck.
Wenn wir uns dort nicht folgen, landet eine Nachricht schnell bei den Nachrichtenanfragen. Im Messenger sieht es ähnlich aus. Ich schaue da schlicht nicht jeden Tag hinein – manchmal eher im Rhythmus einer seltenen Sonnenfinsternis. Das ist keine Absicht und schon gar kein Ignorieren. Ich sehe die Nachricht einfach nicht.
Darum meine wirklich freundliche Bitte: Wenn du mich wegen einer Bestellung, eines Photoshop-Trainings, eines Coachings, eines Bildes oder irgendeiner anderen Anfrage erreichen möchtest, schreib mir direkt per E-Mail an
brownz@brownz.art
Diese Adresse habe ich täglich am Rechner und am Handy offen. Dort geht nichts in irgendwelchen Social-Media-Anfragen unter. Und ja: Ich antworte. Vielleicht nicht immer mit der Antwort, die man sich erhofft – wenn mir jemand fünf Bilder zum Gratis-Bearbeiten schickt, kann die Antwort auch einmal kurz „Nein danke“ lauten – aber ich reagiere.
Dasselbe gilt für Anrufe. Meine Telefonnummer steht wegen des Impressums öffentlich da, aber unbekannte oder dubiose Nummern hebe ich nicht einfach ab. E-Mail ist bei mir deshalb der mit Abstand sicherste und vernünftigste Weg.
Aktuelles Beispiel: DARKSIDE 1 & 2 sind gerade wieder zurück – meine klassischen Dark-Art-Photoshop-Trainings, 100 % Photoshop und 100 % NO AI. Auch dort steht die Bestellung ausdrücklich per E-Mail. Wenn du also etwas bestellen oder dazu fragen möchtest: bitte nicht unter einem Instagram-Post verstecken, sondern einfach mailen. Dann sehe ich es auch wirklich.
Kurz gesagt: Instagram und Facebook sind bei mir Schaufenster. Die E-Mail ist die Eingangstür.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag basiert auf meinen inhaltlichen Vorgaben und wurde redaktionell mit KI-Unterstützung ausgearbeitet. Veröffentlichung und Verantwortung für den Inhalt liegen bei mir.
Ein ehrlicher Blick auf Social-Media-Etikette, digitale Sicherheit und die stille Sprache des Follow-Buttons
Es ist 22:47 Uhr. Ich scrolle durch Instagram. Eine Benachrichtigung:
@julia_2847 folgt dir jetzt
Ich klicke auf das Profil.
Privates Konto. 47 Follower. 892 Abonnements. Kein Profilbild, nur ein Stock-Foto von Sonnenuntergang. Bio: Leer. Keine Story. Keine Highlights.
Ich klicke: Entfernen.
Keine Sekunde gezögert.
Und hier ist die unbequeme Wahrheit: Das solltest du auch tun.
Dies ist keine paranoide Überreaktion. Es ist digitale Selbstfürsorge. Und nach 15 Jahren auf Social Media, als Content Creator mit 50.000+ Followern und als jemand, der zu viele „harmlose“ Follow-Anfragen akzeptiert hat, die sich als alles andere als harmlos herausstellten – habe ich gelernt:
Private Profile ohne jeglichen Kontext sind red flags. Nicht manchmal. Immer.
Lass mich erklären, warum.
Die Anatomie des verdächtigen Profils
Bevor wir zu den Gründen kommen, lass uns definieren, worüber wir sprechen:
Das „Ich folge nicht zurück“-Profil hat typischerweise folgende Merkmale:
✅ Privates Konto (der Hauptindikator) ✅ Kein echtes Profilbild (generic Landschaft, Tier, abstraktes Muster, oder gar nichts) ✅ Leere oder generische Bio („living my best life“, „🌸✨“, oder komplett leer) ✅ Extrem unbalanciertes Follow-Ratio (folgen 800+, Follower < 100) ✅ Keine sichtbaren Posts (weil privat) ✅ Kein Kontext zur Verbindung (keine gemeinsamen Follower, oder nur 1-2 fragwürdige) ✅ Username ist generisch (vorname_zahlen, „realXYZ“, etc.)
Und hier ist der Killer: Keine Nachricht. Keine Story-Reaktion. Keine Interaktion. Einfach nur: Follow-Button gedrückt.
Das ist kein Zufall. Das ist ein Muster.
Grund 1: Bots und Fake-Accounts (das Offensichtliche)
Fangen wir mit dem Einfachsten an.
30-60% aller „verdächtigen“ privaten Follower sind Bots oder Fake-Accounts.
Nicht meine Schätzung – das berichten Social-Media-Security-Analysten seit Jahren. Instagram selbst hat 2023 öffentlich gesagt, dass sie „Millionen gefälschter Accounts pro Woche“ entfernen.
Aber wozu?
Bot-Zweck 1: Daten-Harvesting
Der Account folgt massenhaft Menschen. Sobald du zurückfolgst, haben sie Zugriff auf:
Deine Posts (auch wenn dein Account privat ist)
Deine Story
Deine Interaktionen
Deine Location-Tags
Deine Kontakte (durch Kommentare, Tags)
Diese Daten werden:
Aggregiert und verkauft
Für Phishing-Kampagnen genutzt
Für Social Engineering analysiert (mehr dazu gleich)
Bot-Zweck 2: Follower-Boost-Services
Manche Accounts folgen massenhaft, um:
Follow-Backs zu sammeln
Follower-Zahlen künstlich zu erhöhen
Dann wieder zu entfolgen (nach ein paar Tagen)
Das Geschäftsmodell: „Follower kaufen, aber organisch aussehen.“
Dein Schaden: Du hast einem nutzlosen Account gefolgt, der dich nach drei Tagen wieder rauswirft.
Bot-Zweck 3: Späh-Accounts
Hier wird’s unangenehmer.
Manche Accounts werden erstellt, um:
Ex-Partner zu stalken
Mitarbeiter auszuspionieren
Konkurrenten zu beobachten
Kinder/Teenager zu überwachen (durch besorgte/kontrollierende Eltern)
Real Story aus meiner Community:
Eine Freundin akzeptierte einen „harmlosen“ privaten Account. Zwei Wochen später konfrontierte sie ihr Ex mit Details aus ihrer Story, die er nur haben konnte, wenn er Zugriff hatte. Der Account? Fake-Profil, das er erstellt hatte.
Sie hatte ihm freiwillig den Zugang gegeben.
Grund 2: Social Engineering und Manipulation
Das ist die dunklere, intelligentere Seite.
Social Engineering funktioniert so:
Phase 1: Zugang erhalten
Folge dem Target
Wirke harmlos (privat, generisch, unauffällig)
Warte auf Follow-Back
Phase 2: Beobachten und Lernen
Analysiere Posts: Wo bist du? Mit wem? Wann?
Lerne Gewohnheiten: Wann postest du? Wo checkst du ein?
Identifiziere Schwächen: Bist du allein? Reist du?
Phase 3: Ausnutzen
Phishing-Nachrichten, die auf dein Leben zugeschnitten sind
„Hey, war das nicht Restaurant XY in deiner Story? Ich liebe das auch!“
Vertrauen aufbauen durch scheinbare Gemeinsamkeiten
Phase 4: Der eigentliche Angriff
„Kannst du mir helfen? Mein Account wurde gehackt…“ (führt zu Phishing-Link)
„Ich arbeite an einem Projekt, das zu dir passt…“ (Scam)
Oder schlimmer: Stalking, Doxxing, reale Bedrohungen
Klingt paranoid?
Es passiert täglich. Besonders Frauen, öffentliche Personen und junge Menschen sind Ziele.
Die traurige Wahrheit: Der erste Schritt – dir Zugang zu verschaffen – funktioniert nur, wenn du Ja sagst.
Grund 3: Die Psychologie des „Vielleicht ist das jemand Echtes“
Hier wird’s interessant.
Warum akzeptieren wir überhaupt fragwürdige Follower?
Psychologischer Grund 1: FOMO (Fear of Missing Out)
„Was, wenn das jemand ist, den ich kenne, der einen neuen Account hat?“
Statistische Realität: In 99% der Fälle nicht. Und wenn doch, würden sie dir schreiben.
Psychologischer Grund 2: Höflichkeit
„Es wäre unhöflich, nicht zurückzufolgen.“
Realitäts-Check: Social Media ist nicht das echte Leben. Du schuldest niemandem Zugang zu deinem digitalen Leben.
Psychologischer Grund 3: Follower-Zahl-Optimierung
Instagram/TikTok haben Settings, die auch bei öffentlichen Accounts Follower-Bestätigung erlauben. Nutze das.
Schritt 4: Nutze die „Restricted“-Funktion
Statt zu blockieren (was auffällig ist), nutze „Einschränken“:
Sie sehen nicht, ob du online bist
Ihre Kommentare sind nur für sie sichtbar
Sie merken nicht, dass sie eingeschränkt sind
Perfekt für „vielleicht ist das jemand, aber ich bin nicht sicher“-Fälle.
Schritt 5: Sei transparent in deiner Bio
Ich habe in meiner Bio stehen:
„Privaten Accounts ohne Kontext folge ich nicht zurück. Schreib mir einfach, wenn wir uns kennen! 💬“
Ergebnis: Weniger fragwürdige Anfragen. Mehr Nachrichten von echten Menschen.
Die andere Seite: Wenn DU der private Account bist
Fair ist fair. Wenn du selbst ein privates Profil hast und echten Menschen folgen willst, hier ist, wie du nicht wie ein Bot wirkst:
✅ Schreib eine Nachricht
„Hey! Ich folge dir, weil [konkreter Grund]. Ich habe ein privates Profil, weil [Grund]. Freue mich über einen Follow-Back!“
✅ Hab ein echtes Profilbild
Gesicht. Nicht Sonnenuntergang.
✅ Schreib eine Bio
Wer du bist. Was du machst. Warum dein Account privat ist.
✅ Interagiere zuerst
Like Posts. Kommentiere (sinnvoll, nicht nur Emojis). Reagiere auf Stories.
Dann folgen.
✅ Hab ein realistisches Follow-Ratio
Wenn du 12 Followern folgst aber 956 folgst, wirkst du wie ein Bot.
Kurz: Sei ein Mensch. Kommuniziere wie ein Mensch.
Warum das wichtig ist: Digitale Hygiene als Selbstfürsorge
Wir reden viel über:
Mentale Gesundheit auf Social Media
Screen Time reduzieren
Toxische Accounts entfolgen
Aber wir reden zu wenig über: Wer darf überhaupt in deinen digitalen Raum?
Digitale Hygiene bedeutet:
Kuratieren, wer Zugang zu deinem Leben hat
Grenzen setzen, auch wenn es „unhöflich“ wirkt
Nein sagen, ohne Erklärung
Sicherheit priorisieren, über Höflichkeit
Dein Instagram ist nicht öffentlicher Raum. Es ist dein Raum.
Und du darfst entscheiden, wer reinkommt.
Fazit: Der Follow-Button ist keine Verpflichtung
Ich folge privaten Profilen ohne Kontext nicht zurück, weil:
Sicherheit: Bots, Fake-Accounts, Stalker
Privatsphäre: Mein Leben ist nicht öffentliches Gut
Selbstrespekt: Ich schulde Fremden keinen Zugang
Erfahrung: Ich habe gelernt, was passiert, wenn man nicht selektiv ist
Grenzen: Digitale Räume sind echte Räume
Und du solltest das auch nicht tun.
Nicht aus Arroganz. Nicht aus Paranoia.
Sondern aus digitalem Selbstschutz.
Dein Social-Media-Account ist dein Zuhause. Lass nicht jeden rein, nur weil sie geklopft haben.
Manche Türen sollten geschlossen bleiben.
Und das ist vollkommen okay.
Diskussion: Wie gehst du mit privaten Follow-Anfragen um? Hast du andere Kriterien? Teile deine Strategie in den Kommentaren!
Wie dieser Text entstanden ist: Meine Blogartikel entstehen als Sprachmemos. Die werden transkribiert und mit KI-Unterstützung in Form gebracht. Die Erfahrung und die Empfehlungen sind komplett meine. Die Struktur und der Feinschliff entstehen mit KI. Sag ich offen, weil ich’s so halte.