Ein kleiner Liebesbrief an alle, die früher Nächte mit Lasso‑Kanten, Clone‑Stamp‑Zittern und Ebenen‑Tetris verbracht haben.

Wenn du Photoshop schon vor der Creative‑Cloud‑Ära benutzt hast, kennst du diese Rituale: Freistellen bis die Hand krampft, Staub wegstempeln bis der Screen glüht, und am Ende sieht’s trotzdem nach Bastelstunde aus.

Hier sind zehn Aufgaben, die früher objektiv nervig waren – und die Photoshop heute (Stand 2026) massiv entschärft hat. Nicht, weil wir fauler geworden sind… sondern weil Zeit die einzige echte Währung ist.

1) Freistellen wie ein Zahnarzttermin (Lasso + Fluchen) → Select Subject & Object Selection

Früher: Du malst Pixel für Pixel eine Idee von „Kante“. Heute: Objekt anhovern, klicken, fertig – und dann mit „Select and Mask“ sauberziehen.
Pro‑Move: Erst „Select Subject“, dann im Objekt‑Selection‑Tool Details nachkorrigieren, anschließend „Select and Mask“ für die letzten 10% Magie.

2) Haare freistellen, aka „Warum existiert Fell?“ → Refine Hair in Select & Mask

Früher: Refine Edge‑Brush, Gebete, komische Halos. Heute: „Refine Hair“ im Select‑and‑Mask‑Workspace nimmt dir den größten Schmerz raus.
Pro‑Move: In Select & Mask verschiedene View‑Modes durchklicken (On Black/On White), bis du die Wahrheit siehst.

3) „Bitte entferne diesen Menschen aus meinem Bild“ → Remove Tool (inkl. Find Distractions)

Früher: Clone Stamp + Healing Brush in Endlosschleife. Heute: Remove Tool kann sogar „Wires and cables“ oder „People“ automatisch erkennen und wegwischen.
Pro‑Move: Erst „Find distractions“, dann mit einem zweiten, kurzen Brush‑Pass nachpolieren.

4) Content‑Aware Fill war früher Glücksspiel → Content‑Aware Fill Workspace

Früher: Shift+F5 und hoffen, dass Photoshop deine Intention errät. Heute: eigener Workspace, Sampling‑Area steuerbar, Ergebnis kontrollierbar.
Pro‑Move: Sampling‑Area aktiv „komponieren“, als würdest du dem Algorithmus zeigen, wo die guten Pixel wohnen.

5) Lokale Anpassungen: „Maske bauen oder sterben“ → Camera Raw Masking (People/Landscape/Sky usw.)

Früher: Kanäle, Luminanzmasken, 12 Ebenen, 3 Kaffee. Heute: Camera Raw Masking erkennt People und sogar Körper‑Details oder Landscape‑Elemente (z. B. Sky, Water, Vegetation).
Pro‑Move: Erst grob in Camera Raw maskieren (Licht/Farbe), dann in Photoshop fein retuschieren – hybrid gewinnt.

6) Kompositing sah oft nach Copy‑Paste aus → Harmonize / Perfect‑Blend‑Style Features (Beta)

Früher: Licht, Farbe, Schatten manuell matchen (und es sieht trotzdem „reingeklebt“ aus). Heute: Harmonize (Beta) kann Added Elements automatisch an Licht/Color/Shadows anpassen.
Pro‑Move: Harmonize als Startpunkt, danach klassisch mit Curves/Blend‑If „finishen“, damit’s nach Kino aussieht.

7) „Ups, JPG kaputt.“ → Neural Filters (z. B. JPEG‑Artefakte entfernen, Colorize, Portrait‑Tweaks)

Früher: Actions, Third‑Party‑Plugins, oder akzeptieren, dass’s crunchy bleibt. Heute: Neural Filters geben dir schnelle, nicht‑destruktive Abkürzungen.
Pro‑Move: Output auf neue Ebene/Smart Filter, damit du jederzeit zurückrudern kannst.

8) Perspektive/Verzerrung: Ebenen‑Yoga → moderne Transform‑Workflows

Früher: Free Transform + Warp + Augenmaß. Heute: Workflows sind stabiler, Smart Objects sind Standard, und du arbeitest viel häufiger non‑destruktiv.
Pro‑Move: Alles, was „eigentlich noch nicht final“ ist, wird Smart Object. Punkt.

9) „Wo war nochmal diese Schrift?“ → Fonts & typografischer Flow in Creative Cloud

Früher: Font‑Management wie Archäologie. Heute: Creative Cloud Fonts sind integriert, du verlierst weniger Zeit im Font‑Friedhof.
Pro‑Move: Einmal ein Brand‑Set definieren (2–3 Schriften), dann konsequent bleiben – nicht jede Datei braucht 17 Typo‑Persönlichkeiten.

10) Feedback‑Runden per Screenshot‑Pingpong → moderne Share/Review‑Workflows

Früher: JPEG exportieren, Mail, Missverständnisse, neue Version, noch eine Version… Heute: Share/Review‑Mechaniken und Cloud‑Workflows sparen Zeit, wenn du mit Kunden/Team arbeitest.
Pro‑Move: Kommentarrunden früh machen – bevor du 4 Stunden in Mikro‑Retusche versenkst.

**Mini‑Fazit:**
Photoshop ist nicht „einfach nur schneller“ geworden – es ist an den richtigen Stellen **weniger sadistisch**. Die Kunst ist jetzt: diese Abkürzungen so einzusetzen, dass dein Stil nicht verwässert, sondern sauberer durchkommt.

Wenn du willst, mache ich dir daraus auch eine **Checkliste für deinen Workflow** (Retusche / Compositing / Synthography‑Finish), damit du in jeder Session automatisch im Turbo‑Modus landest.

Quellen / Stand


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