
Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Der erste Verkauf war Aufregung, Unglaube, dieses Gefühl von „Wirklich? Jemand will das haben?“
Der zweite ist stiller. Nicht weniger bedeutsam – vielleicht sogar mehr. Aber stiller.
Es ist das zweite Bild, das als Unique Fine Art Print verkauft wurde. Wieder ein Einzelstück. Wieder jemand, der gesagt hat: Das will ich, und ich will, dass es nur mir gehört.
Und irgendwie fühlt sich das nicht mehr wie Glück an. Es fühlt sich an wie – ja, wie Bestätigung. Als würde etwas funktionieren, von dem ich gehofft habe, dass es funktioniert, aber nie sicher war.
Was der zweite Verkauf anders macht
Beim ersten Mal dachte ich noch: Vielleicht Zufall. Vielleicht der richtige Mensch zur richtigen Zeit. Vielleicht einfach Glück gehabt.
Beim zweiten Mal kann ich mir das nicht mehr einreden. Da ist eine Linie. Da ist jemand, der nicht wusste, dass es den ersten Verkauf gab, und trotzdem auf dasselbe reagiert hat. Auf die Arbeit. Auf das, was dahintersteht.
Das Bild wurde nicht lauter beworben als andere. Ich habe keinen speziellen Push gemacht, keine Rabattaktion, nichts davon. Es stand einfach da, zwischen den anderen Arbeiten. Und jemand hat es gesehen.
Das ist vielleicht das Beste daran: Ich musste es nicht erklären. Es hat für sich selbst gesprochen.
Wie das Bild entstanden ist
Ich fange selten bei null an. Meistens gibt es ein Foto, eine Textur, irgendetwas, das mich anspringt. Bei diesem Bild war es eine Figur, die ich lange mit mir herumgetragen habe. Nicht im Kopf – buchstäblich in einem Ordner auf meinem Rechner, zwischen hundert anderen Fragmenten.
Irgendwann habe ich angefangen, drumherum zu bauen. Schicht für Schicht. Dunkelheit reingebracht, nicht weil Dunkelheit gerade trendy ist, sondern weil das Bild danach verlangt hat. Manchmal wissen Bilder besser als ich, was sie brauchen.
Die synthetischen Techniken kamen später. Nicht um das Bild zu verfremden – eher um es zu stabilisieren. Struktur reinzuarbeiten, die hält. Die nicht zusammenbricht, wenn man sie auf 80 mal 120 Zentimeter zieht.
Nicht jedes Bild verträgt Größe. Manche sehen auf dem Monitor fantastisch aus und fallen auseinander, sobald man sie druckt. Dieses hier nicht. Dieses hier wächst, je größer es wird.
Was das Bild zeigt
Eine Figur mit Flügeln. Das Gesicht verborgen, nicht aus Scham, sondern – ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll – aus Erschöpfung vielleicht. Oder Überforderung.
Die Flügel sind nicht erhaben. Sie sind schwer. Das ist kein Engel, der gleich davonfliegt. Das ist jemand, der das Gewicht von irgendwas trägt und nicht weiß, wie lange noch.
Regen im Bild. Aber kein dramatischer Regen, kein Actionfilm-Regen. Eher so ein Dauerzustand. Als würde es schon immer regnen und nie aufhören.
Ich mag Bilder, die nicht schreien. Die einfach da sind und warten, bis jemand hinschaut.
Der Mensch, der es gekauft hat
Ich werde nicht viel darüber sagen, weil es privat ist. Aber so viel: Es war wieder jemand aus dem kunstnahen Bereich. Jemand, der nicht impulsiv kauft, sondern hinschaut. Der nicht fragt „Was stellt das dar?“ sondern merkt, was es mit ihm macht.
Das ist der Unterschied, glaube ich. Manche Menschen kaufen Motive. Andere kaufen Haltung.
Wenn jemand zum zweiten Mal diese Art von Entscheidung trifft – jemand anderes, für ein anderes Bild – dann entsteht da etwas. Kein Markt, dafür ist es zu früh. Aber eine Art von Vertrauen. In den Prozess. In das, was ich mache.
Kein Höhepunkt
Ich will das hier nicht größer machen, als es ist. Zwei verkaufte Prints sind zwei verkaufte Prints. Das ist noch keine Karriere, kein Durchbruch, kein Beweis für irgendwas Monumentales.
Aber es ist ein Signal. Für mich jedenfalls.
Wenn Bilder anfangen, ihren Platz zu finden, ohne dass ich danebenstehen und erklären muss, was sie bedeuten – dann stimmt irgendwas. Dann trägt die Arbeit sich selbst.
Der erste Verkauf war aufregend. Der zweite ist ruhig. Fast nüchtern.
Und genau so soll es sich anfühlen, glaube ich. Nicht wie ein Feuerwerk. Eher wie ein Fundament, das langsam härter wird.
Mal sehen, was als Nächstes kommt.
Die Arbeiten gibt es weiterhin hier zu sehen: brownzart.com
Und wer mehr darüber lesen will, was hinter Brownz Art steckt: Mehr als Galerie – was du bei Brownz Art wirklich bekommst











