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Letzte Woche hab ich was gelesen, das mich seitdem nicht mehr loslässt. Otto – ja, das Otto, bei dem deine Eltern früher die Möbel bestellt haben und du heimlich den Katalog durchgeblättert hast wegen der Unterwäsche-Seiten – macht keine Fotoshootings mehr für Mode. Keine Models mehr. Keine Fotografen. Keine Studios.

Stattdessen: KI. Komplett.

Ein Kleidungsstück wird einmal fotografiert, flach auf dem Tisch oder auf einer Schneiderpuppe. Dann rechnet ein Algorithmus aus, wie das an einem Menschen aussehen würde. Der Mensch existiert nicht. Der wurde auch generiert.

Und seitdem denk ich drüber nach. Jeden Tag ein bisschen. Und ich komm nicht zu einem klaren Ergebnis. Was vielleicht auch der Punkt ist.


Mein erster Gedanke war: Klar

Mein allererster Gedanke, als ich das gelesen hab, war nicht Empörung. Der war: Ja logisch. War doch nur eine Frage der Zeit.

Wenn du ein Unternehmen bist, das jeden Tag hunderte von Produkten online stellen muss – jedes Teil in verschiedenen Farben, verschiedenen Größen, aus verschiedenen Winkeln – dann ist ein klassisches Shooting ein Wahnsinn. Models buchen, Studio mieten, Stylisten, Visagisten, Fotografen, Assistenten. Für jede Bluse ein halber Tag. Für jeden Hoodie eine halbe Produktion.

Und jetzt kommt jemand und sagt: Das geht auch in drei Minuten. Für einen Bruchteil der Kosten.

Natürlich machen die das. Jeder würde das machen. Das ist nicht bösartig, das ist Betriebswirtschaft. Das ist ein Vorstand, der auf Zahlen guckt und sagt: Warum geben wir Millionen für was aus, das eine Maschine billiger kann?

Mein zweiter Gedanke war dann allerdings: Moment mal.


Die Leute, über die keiner redet

Was bei der ganzen Effizienz-Diskussion nämlich untergeht: Da haben echte Menschen gearbeitet. Nicht irgendwelche abstrakten Arbeitskräfte auf einer Tabelle, sondern Leute mit Namen und Miete und Kindern.

Fotografen, die sich jahrelang einen Ruf aufgebaut haben. Die angefangen haben als Assistenten, die Koffer geschleppt und Stative aufgebaut haben, bevor sie irgendwann selbst hinter die Kamera durften. Models, für die das ein Job war – nicht glamourös wie in den Magazinen, aber ehrlich und regelmäßig. Visagisten, die morgens um sechs im Studio standen. Stylisten, die wussten, welche Klammer wo hin muss, damit die Bluse richtig sitzt. Beleuchter. Produktionsassistenten. Retuscheure.

Ein ganzes Ökosystem. Aufgebaut über Jahrzehnte.

Und das wird jetzt nicht langsam umgebaut oder transformiert oder wie auch immer man das heute nennt. Das wird abgeschaltet.

Ich hab selbst lange genug im Kreativbereich gearbeitet, um zu wissen, wie sich das anfühlt, wenn plötzlich ein ganzer Auftragszweig wegbricht. Nicht weil du schlecht bist. Nicht weil sich der Markt verändert hat. Sondern weil eine Maschine es billiger kann.

Ja, es werden neue Jobs entstehen. KI-Kuratoren, Prompt-Designer, virtuelle Set-Gestalter, was auch immer. Aber erzähl das mal der Fotografin, die gerade ihre letzte Rechnung geschrieben hat. Die hat zwanzig Jahre Erfahrung und eine Ausrüstung für hunderttausend Euro. Die will nicht umschulen. Die will fotografieren. Das ist ihr Beruf. Das ist ihr Leben.


Die Sache mit der Ehrlichkeit

Was mich aber noch mehr beschäftigt als die wirtschaftliche Seite, ist die Frage nach der Ehrlichkeit.

Modefotografie war schon immer fake. Das muss man klar sagen. Kein Katalogbild war je die Realität. Da wurde geschminkt, beleuchtet, retuschiert, Kleidung mit Klammern auf Figur gezurrt. Windmaschinen für die perfekte Haarsträhne. Photoshop für alles, was danach noch nicht gestimmt hat. Beine verlängert, Taille schmaler, Haut geglättet bis zur Unkenntlichkeit.

Das war nie die Wahrheit. Das war immer Inszenierung.

Aber da war immer noch ein Mensch. Ein echter Mensch, der in dem Kleid stand. Der sich bewegt hat. Der eine Stimmung hatte an dem Tag. Der vielleicht gerade verliebt war oder müde oder genervt – und manchmal hat genau das das Bild besonders gemacht. Dieses Etwas, das man nicht planen kann.

Jetzt ist da kein Mensch mehr. Da ist ein Algorithmus, der einen Menschen simuliert. Der berechnet, wie Stoff fallen würde an einem Körper, den es nicht gibt. Der Schatten erfindet, die kein Licht geworfen hat. Der ein Gesicht generiert, das nie gelacht hat, nie geweint hat, nie existiert hat.

Und der Kunde auf der Website sieht ein Bild und denkt: So sieht das Kleid an einem Menschen aus.

Tut es aber nicht. Weil es nie an einem Menschen war.

Ist das schlimm? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich schwanke. Einerseits denke ich: Wenn die Leute wissen, dass das KI ist, ist es okay. Ist ja nur Produktfotografie, kein Journalismus. Andererseits: Wissen sie es? Steht das irgendwo? Steht unter dem Bild „Dieses Model existiert nicht“? Ich hab nachgeschaut. Da steht nichts.

Und das stört mich.


Das Diversity-Paradox

Ein Argument, das immer kommt wenn es um KI-Models geht: Vielfalt. Man kann auf Knopfdruck Models in jeder Körperform, jedem Alter, jeder Ethnie generieren. Theoretisch kann jeder Kunde das Kleidungsstück an jemandem sehen, der ihm ähnlich sieht. Alle Hautfarben, alle Größen, alle Formen.

Klingt großartig. Klingt nach Fortschritt. Klingt nach dem, was wir seit Jahren fordern.

Aber denk mal eine Sekunde weiter.

Statt echten Menschen mit echten Körpern und echten Geschichten eine Bühne zu geben – und sie dafür zu bezahlen – generiert man ihre digitalen Abbilder. Die simulierte Vielfalt ersetzt die echte. Auf dem Bildschirm sieht es divers aus. Hinter dem Bildschirm sitzt ein Algorithmus und ein Techniker.

Das ist wie wenn eine Firma sagt: Wir sind total inklusiv – und dann auf der Party nur Hologramme einlädt.

Die Bilder sind vielfältig. Die Produktion dahinter ist es nicht mehr. Da sitzt kein Model mit Down-Syndrom, das stolz vor der Kamera steht. Da sitzt kein Plus-Size-Model, das zeigt, dass Mode für alle da ist. Da sitzt eine Software, die einen Datensatz abbildet.

Ist das Repräsentation? Oder ist das die billigste Form von Alibi?


Was ich vermissen werde

Jeder, der mal bei einem Shooting dabei war, kennt diese Momente. Wo etwas Ungeplantes passiert. Wo das Model eine Bewegung macht, die niemand vorhergesehen hat. Wo das Licht plötzlich durch ein Fenster fällt, das niemand beachtet hat. Wo der Stylist im letzten Moment noch was ändert und plötzlich stimmt alles. Wo ein kleiner Fehler das Bild erst lebendig macht.

Ich erinnere mich an ein Shooting, Jahre her, wo das Model zwischen zwei Takes gelacht hat. Nicht für die Kamera, einfach so, weil jemand was Lustiges gesagt hat. Die Fotografin hat ausgelöst. Das Bild war besser als alle geplanten Shots zusammen. Weil es echt war.

Diese Momente gibt es in der KI nicht.

Die KI kennt keine Zufälle. Sie kennt Wahrscheinlichkeiten. Sie kann Variationen berechnen, aber keine echten Überraschungen produzieren. Alles was sie macht, liegt innerhalb des Erlernten. Nichts liegt wirklich daneben. Und genau das fehlt.

Die besten Bilder, die ich kenne, haben einen Bruch drin. Irgendwas, das nicht perfekt ist. Ein Blick, der nicht gestellt wirkt. Eine Falte, die nicht glattgezogen wurde. Eine Bewegungsunschärfe, die eigentlich ein Fehler ist, aber dem Bild Leben gibt.

Das ist der Unterschied zwischen einem Bild und einem generierten Output. Zwischen Fotografie und Berechnung. Zwischen etwas, das passiert ist, und etwas, das errechnet wurde.


Der schleichende Gewöhnungseffekt

Was mich vielleicht am meisten beunruhigt, ist nicht die Technik selbst. Die ist beeindruckend, keine Frage. Was mich beunruhigt, ist die Gewöhnung.

In einem Jahr werden wir KI-generierte Produktbilder sehen und es nicht mehr merken. Nicht weil wir dumm sind, sondern weil unser Auge sich anpasst. Weil wir es normal finden werden. So wie wir es normal finden, dass Gesichter in Zeitschriften keine Poren haben und Beine in Werbung immer gleich lang sind.

Und wenn wir uns daran gewöhnt haben, dass die Menschen auf Produktbildern nicht echt sind, gewöhnen wir uns vielleicht auch daran, dass die Menschen in Kampagnen nicht echt sind. Und dann in Werbespots. Und dann in Filmen.

Irgendwann sind wir umgeben von Bildern von Menschen, die nicht existieren. Und wir finden das normal.

Ich weiß nicht, ob mich das gruselt oder ob ich übertreibe. Wahrscheinlich beides.


Die Katalog-Frage

Hier muss ich allerdings auch ehrlich sein.

Otto ist ein Massenhändler. Die brauchen tausende Bilder pro Woche. Für die war Fotografie nie Kunst. Das war Logistik. Fließband mit Blitz und Kamera. Nächstes Teil, nächster Click, nächstes Bild.

Dass die auf KI umsteigen, ist ungefähr so überraschend wie die Tatsache, dass Fabriken Roboter benutzen. Die Frage war nie ob, sondern wann.

Und Katalogfotografie – sorry an alle Kollegen, die das gemacht haben – war nie der Bereich, in dem die Seele der Fotografie wohnt. Das war ehrliche Arbeit, oft gut bezahlt, aber es war Handwerk am Fließband. Da ging es nicht um den magischen Moment. Da ging es darum, dass die Bluse gut aussieht und die Farbe stimmt.

Die Frage ist nur: Bleibt es dabei? Oder ist das der Anfang?

Heute Katalog. Morgen Kampagnen. Übermorgen Editorials. Nächstes Jahr Werbespots. In fünf Jahren Spielfilme.

Ich weiß nicht, wo die Grenze ist. Ich weiß nicht mal, ob es eine gibt.


Was ich glaube

Ich glaube, dass es einen Punkt geben wird, an dem die Leute genug haben von der Perfektion. An dem das Generierte nervt. An dem genau das Echte, Unperfekte, Menschliche wieder wertvoll wird.

Das war immer so. Jede Technologie erzeugt ihre Gegenbewegung. Vinyl in Zeiten von Streaming. Handwerk in Zeiten von Massenproduktion. Analog in Zeiten von Digital.

Vielleicht wird es in ein paar Jahren ein Qualitätsmerkmal sein: „Dieses Bild wurde mit echten Menschen gemacht.“ So wie heute auf Lebensmitteln steht: „Von echten Bauern.“ Das wäre irgendwie absurd und traurig gleichzeitig.

Aber bis dahin werden viele Leute ihre Jobs verlieren. Und viele Bilder werden ihre Seele verlieren. Und wir werden uns daran gewöhnen, weil wir uns an alles gewöhnen.


Am Ende

Ich bin nicht gegen das, was Otto macht. Ich verstehe es. Ich würde wahrscheinlich genauso entscheiden, wenn ich deren Zahlen sehen würde.

Aber ich bin traurig darüber. Auf eine stille Art. So wie man traurig ist, wenn ein Laden zumacht, in den man nie besonders oft gegangen ist, aber von dem man wusste, dass er da ist.

Weil wieder ein Stück von dem verschwindet, was Fotografie für mich ausgemacht hat. Dieses Zusammenkommen von Menschen. Dieses gemeinsame Arbeiten an einem Bild. Diese Energie im Studio, wenn alles stimmt und alle wissen, dass gerade was Gutes passiert.

Das wird es noch geben. Bei kleineren Projekten, bei Leuten die es sich leisten können und wollen. Bei denen, die verstehen, dass der Prozess genauso wichtig ist wie das Ergebnis.

Aber es wird weniger.

Und irgendwann sitzen wir alle vor Bildschirmen voller perfekter Menschen, die nicht existieren, in perfekter Kleidung, die perfekt fällt, in perfektem Licht, das nie geleuchtet hat.

Und dann wundern wir uns, warum uns nichts mehr berührt.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens wenn mich was umtreibt und ich es loswerden muss. Wird transkribiert und mit KI in Form gebracht. Die Gedanken, die Widersprüche und die leise Traurigkeit sind komplett meine eigenen.



Eigentlich war nach Teil 1 alles gesagt. Ein Fan, ein Haufen KI-Tools, ein Video das keinen Sinn macht und trotzdem funktioniert. Geschichte erzählt, Leute haben gelacht, fertig.

Dachte ich.

Dann saß ich wieder am Rechner. Und dann war es drei Uhr morgens. Schon wieder.


Was passiert ist

Ich hab Teil 2 gemacht. Und ich kann euch nicht mal genau sagen, warum.

Es war dieses Gefühl von: Da geht noch was. Teil 1 war wild und chaotisch und unplanbar. Teil 2 ist auch wild und chaotisch – aber diesmal wusste ich, dass es wild und chaotisch wird. Und das verändert alles.

Stellt euch vor, beim ersten Mal fallt ihr die Treppe runter. Beim zweiten Mal springt ihr freiwillig – mit Anlauf.

Hier ist das Ding:

Und wer Teil 1 noch nicht kennt und verstehen will, wie das alles angefangen hat:

Teil 1 – Star Wars Madness


Was euch erwartet (SPOILER!)

Okay, ich versuch das mal zusammenzufassen. Wobei zusammenfassen nicht ganz das richtige Wort ist, weil das impliziert, dass es eine Logik gibt, die man zusammenfassen könnte.

Wir starten auf Hoth. Soweit noch halbwegs normal. Star Wars halt, Schnee, AT-ATs, alles wie gehabt.

Und dann kippt es.

Darth Vader hat einen Whirlpool. Nicht metaphorisch, wirklich. Es gibt plötzlich fünf Versionen von ihm gleichzeitig auf dem Bildschirm und alle diskutieren miteinander. Han Solo wird in einem riesigen Kühlschrank eingefroren. Nicht in Carbonit – in einem Kühlschrank.

Irgendwann taucht die Enterprise auf. Ja, die Enterprise. Weil warum auch nicht. Grenzen sind was für Leute mit Konzept.

Auf Dagobah wird Matrix-Training gemacht. In Cloud City gibt es Pizza. Die AT-ATs werden mit Schneebällen angegriffen.

Und am Ende weiß kein Mensch mehr, in welchem Universum wir gerade sind.

Ich auch nicht. Und ich hab das Ding gemacht.


Warum das funktioniert, obwohl es nicht funktionieren sollte

Hier ist die Sache, die ich bei Teil 2 begriffen hab und die bei Teil 1 noch Zufall war:

Das Chaos ist nicht der Bug. Das Chaos ist das Feature.

Im Schnittstudio – also an meinem Schreibtisch um zwei Uhr morgens – passieren Dinge, die man normalerweise als Fehler bezeichnen würde. Charaktere sehen plötzlich anders aus als in der Szene davor. Die Beleuchtung springt. Die Location verschiebt sich ohne Erklärung. Gesichter verändern sich mitten im Clip.

Bei einem normalen Projekt würde mich das wahnsinnig machen. Hier hab ich irgendwann angefangen, es zu umarmen. Nicht trotzdem zu schneiden, sondern deswegen.

Wenn ein Charakter mitten in der Szene sein Aussehen wechselt, dann ist das halt jetzt Teil der Handlung. Wenn die Beleuchtung von blau zu orange springt – Universum gewechselt, weiter geht’s.

Das klingt nach Ausrede für schlechte Arbeit. Ist es vielleicht auch. Aber es funktioniert. Und ich glaube, es funktioniert, weil die Leute spüren, dass da jemand Spaß hat. Dass das kein Produkt ist, sondern ein Spielplatz.


Der Unterschied zu Teil 1

Teil 1 war Anarchie. Reines Ausprobieren. Ich wusste nicht, was ich mache, und das Ergebnis war entsprechend unberechenbar.

Teil 2 ist auch Anarchie. Aber eine, die weiß, dass sie Anarchie ist. Die sich im Spiegel anguckt und sagt: Jo, ich bin verrückt, lass weitermachen.

Das macht es in manchen Momenten besser und in anderen schlimmer. Besser, weil das Timing stimmt, weil die Gags bewusster sitzen, weil der Schnitt rhythmischer ist. Schlimmer, weil kalkulierter Wahnsinn nie ganz so frei ist wie der echte.

Aber insgesamt? Ich mag Teil 2 mehr. Was wahrscheinlich daran liegt, dass man das neueste Kind immer am meisten mag. Frag mich in einer Woche nochmal.


Warum Fanprojekte was Besonderes sind

Ich komm immer wieder darauf zurück, weil es mir wichtig ist.

Niemand hat mich gebeten, das zu machen. Niemand bezahlt mich dafür. Es gibt keinen Kunden, keinen Auftraggeber, keine Deadline. Es gibt nur mich und die Frage: Was wäre wenn?

Was wäre wenn Darth Vader Pizza isst?

Was wäre wenn Jar Jar am Ende den Vorhang schließt?

Was wäre wenn man Star Wars und Star Trek in einen Mixer wirft und guckt, was rauskommt?

Diese Fragen stellt kein Studio. Kein Produzent. Kein Mensch mit einem Budget und einer Zielgruppenanalyse.

Die stellt nur ein Fan, der nachts am Rechner sitzt und nicht schlafen kann.

Und genau deshalb sind Fanprojekte manchmal ehrlicher als alles, was aus Hollywood kommt. Nicht besser. Nicht professioneller. Aber ehrlicher. Weil sie nur aus einem einzigen Grund existieren: Weil jemand Bock drauf hatte.


Was noch kommt

Das hier ist der erste Teil von Teil 2.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Teil 2 hat Teile. Weil offenbar kann ich nicht nur keine Filme machen, ich kann auch keine Grenzen setzen.

Es wird also noch schlimmer. Oder besser. Je nach Perspektive.

Ich arbeite dran. Zwischen den Sachen, die tatsächlich Geld bringen, schiebe ich Szenen zusammen, probiere neue Clips aus, lasse die KI Dinge generieren, bei denen ich manchmal selbst nicht weiß, ob ich lachen oder den Rechner zuklappen soll.

Meistens beides.


Wie ihr es gucken solltet

Bitte, bitte, bitte: 720p. Stellt die Qualität auf YouTube manuell hoch. Ich weiß, YouTube startet gerne in Kartoffel-Qualität und ihr denkt dann, das Video sieht scheiße aus. Tut es nicht. Also doch, aber auf die richtige Art.

Und Ton an. Unbedingt Ton an. Die Hälfte der Gags liegt im Timing und in den Sounds. Ohne Ton ist das wie Pizza ohne Käse. Technisch immer noch Pizza, aber warum würdest du dir das antun?

Hier nochmal der Link:


Sagt mir, was ihr seht

Feedback ist willkommen. Unter dem YouTube-Video, per Mail an brownz@brownz.art, per Brieftaube, egal.

Sagt mir, an welcher Stelle ihr gelacht habt. An welcher Stelle ihr verwirrt wart. An welcher Stelle ihr dachtet: Okay, jetzt hat er komplett den Verstand verloren.

Wahrscheinlich bei der Whirlpool-Szene. Aber ich will es genau wissen.


Star Wars Madness geht weiter. Teil 2 ist da. Mehr kommt.

Und solange mich nachts niemand vom Rechner zerrt, wird das auch so bleiben.

Möge die Macht mit euch sein.

Oder zumindest das WLAN.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos, meistens eingesprochen irgendwann zwischen Mitternacht und dem Moment, wo ich merke, dass die Vögel wieder anfangen zu singen. Wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Der Schlafmangel und die fragwürdigen kreativen Entscheidungen sind zu hundert Prozent meine eigenen.



Es gibt keinen Blogartikel heute.

Ich weiß, ich weiß. Ihr habt euch bestimmt schon hingesetzt, Kaffee gemacht, Browser aufgemacht, dachtet euch: Mal schauen, was der Brownz heute wieder verzapft.

Tja.

Nix.

Also, fast nix. Das hier zählt nicht. Das hier ist nur eine Erklärung, warum es nix gibt. Ein Nicht-Artikel. Ein Anti-Blog. Ein strukturiertes Nichts mit Überschrift.


Grund Nummer 1: Ich hab zu tun

Nicht dieses vage „ich hab zu tun“ das man sagt, wenn man eigentlich auf der Couch liegt und zum dritten Mal die gleiche Serie guckt. Ich meine echtes Zu-tun. Das Zeug stapelt sich. Mails, Projekte, Deadlines, Sachen die gestern fertig sein sollten und die ich heute mit einem charmanten „sorry für die Verzögerung“ abliefere.

Ihr kennt das. Oder auch nicht. Ist mir gerade egal, ich hab zu tun.


Grund Nummer 2: HeroQuest

Ja, ihr habt richtig gelesen.

Heute Abend ist HeroQuest-Abend. Das Brettspiel. Das aus den 90ern. Mit den kleinen Plastikfiguren und den Pappwänden und dem einen Kumpel, der immer den Barbaren spielen will, obwohl er jedes Mal als Erster stirbt.

Für alle, die zu jung sind oder die falschen Prioritäten im Leben hatten: HeroQuest ist das beste Brettspiel, das jemals gemacht wurde. Das ist keine Meinung, das ist ein Fakt. Ich akzeptiere keine Gegenargumente.

Du kriechst durch Dungeons. Du haust Goblins um. Du findest Schätze, die meistens eine Falle sind. Und der Spielleiter – also heute Abend ich – sitzt hinter seinem kleinen Schirm und grinst, weil er genau weiß, dass hinter der nächsten Tür vier Skelette warten und der Barbar schon wieder nur noch zwei Lebenspunkte hat.

Das ist wichtiger als ein Blogartikel. Sorry. Ist einfach so.


Was ich stattdessen tue

Zur Übersicht, was heute auf dem Plan steht. In dieser Reihenfolge. Mehr oder weniger.

Erstens: Arbeiten. Das Zeug das Geld bringt. Das langweilige Erwachsenen-Ding.

Zweitens: Das Spielfeld aufbauen. Figuren rausholen. Die eine Figur suchen, die letztes Mal unter das Sofa gerollt ist und wahrscheinlich immer noch da liegt.

Drittens: Snacks kaufen. Ohne Snacks kein Rollenspiel. Das ist eine universelle Regel, die in allen Kulturen gilt.

Viertens: Den Dungeon vorbereiten. Also mir ausdenken, wie ich meine Freunde heute Abend ins virtuelle Verderben schicke. Mit Liebe natürlich. Aber auch mit Fallen.

Fünftens: Spielen. Bis zu spät. Zu laut. Mit zu viel Käse und zu wenig Strategie.

Ihr seht: Da ist einfach kein Platz für einen Blogartikel.


Morgen gibt es wieder was

Versprochen. Wahrscheinlich. Vielleicht. Hängt davon ab, wie der Abend wird und ob ich morgen in der Lage bin, Buchstaben in der richtigen Reihenfolge zu tippen.

Falls der Barbar überlebt, bin ich gut drauf und ihr kriegt was Schönes.

Falls der Barbar stirbt – also falls mein Kumpel zum siebten Mal in Folge mit dem Barbaren gegen eine verschlossene Tür rennt statt den Zwerg den Schlüssel suchen zu lassen – dann bin ich wahrscheinlich heiser vom Lachen und ihr müsst einen Tag länger warten.

Deal?

Deal.


Jetzt entschuldigt mich. Ich muss Goblins platzieren.

Die stellen sich nicht von alleine hinter Türen.


Wie dieser Nicht-Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen normalerweise aus Sprachmemos. Dieser hier ist direkt aus dem Stress zwischen zwei Meetings und der Suche nach der verschollenen Elf-Figur entstanden. Transkribiert und aufgeräumt mit KI. Die Vorfreude aufs Spielen und die fragwürdigen Prioritäten sind komplett meine eigenen.



Ich muss euch von einem Abend erzählen. Einem Abend, nach dem ich mit Kunstblut auf dem Hemd und einem Grinsen im Gesicht nach Hause gefahren bin. Und das Verrückteste daran: Beides war Absicht.

Also, nicht meine Absicht. Die vom Theater.


Was ich erwartet hab

Ehrlich gesagt wusste ich nicht genau, worauf ich mich einlasse. Evil Dead als Musical, okay. Kannte die Filme. Ash mit der Kettensäge, Dämonen im Wald, Hütte im Nirgendwo. Kultzeug, klar.

Aber Musical? Auf einer Bühne? In Linz?

Ich dachte: Wird wahrscheinlich ganz lustig. Bisschen Comedy, bisschen Grusel-Light, ein paar Songs, Applaus, fertig.

Dann hab ich mich hingesetzt. Mantel noch an. Kulturmodus. Alles ganz normal.

Und dann flog das erste Blut.

Nicht metaphorisch. Nicht angedeutet. Physisch. Quer über die Bühne und teilweise ins Publikum.

Bei der Premiere haben sie Ponchos verteilt. Ponchos. Im Theater. Das muss man sich mal vorstellen.

Ab dem Moment wusste ich: Das hier ist was anderes.


Was das Ding eigentlich ist

Das Stück nimmt sich die drei Evil-Dead-Filme vor – The Evil Dead, Evil Dead 2 und Army of Darkness – und macht daraus etwas, das ich nicht wirklich einordnen kann. Es ist keine Parodie. Es ist kein klassisches Musical. Es ist auch kein reines Comedy-Ding.

Es ist alles gleichzeitig. Und irgendwie funktioniert das.

Fünf Studenten fahren in eine Hütte im Wald. Da liegt ein Buch. Sie lesen draus vor. Böse Mächte erwachen. Ab da eskaliert alles. Kennt man aus den Filmen. Nur dass hier zwischen den Dämonenangriffen gesungen wird. Und zwar nicht schlecht. Die Songs sind witzig, manche sind sogar richtig gut, und es gibt Momente, da sitzt du da und denkst gleichzeitig: Das ist total bescheuert und das ist total genial.

Ash hat seine Kettensäge. Es gibt Körperteile, die sich selbstständig machen. Es gibt Splatter-Effekte, die man auf einer Bühne eigentlich nicht für möglich hält.

Und das Publikum liebt es. Jede Sekunde.


Warum das ausgerechnet in Linz funktioniert

Das Theater in der Innenstadt feiert mit dieser Produktion sein 15-jähriges Jubiläum. Fünfzehn Jahre. Und statt sich selbst zu feiern mit irgendeiner Best-of-Gala oder einem sicheren Klassiker, machen sie das hier.

Evil Dead. Mit Kunstblut. Mit Kettensäge.

Das ist mutig. Richtig mutig. Vor allem für ein kleines Theater.

Aber genau das macht den Unterschied. Große Häuser können sich sowas oft nicht leisten – nicht finanziell, sondern vom Selbstverständnis her. Da muss alles poliert sein, abgesegnet, risikofrei.

Kleine Häuser können explodieren. Die haben nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Und wenn du in einem kleinen Raum sitzt, nah an der Bühne, und da passiert sowas vor dir – dann ist das eine andere Intensität als in irgendeinem Saal mit tausend Plätzen.

Du riechst das Kunstblut. Du spürst die Energie. Du bist Teil davon, ob du willst oder nicht.

Theater in der Innenstadt – Linz


Die vierte Wand? Gibt es nicht.

Was mich am meisten überrascht hat: Wie das Publikum reagiert.

Normalerweise sitzt du im Theater und guckst zu. Still. Brav. Vielleicht lachst du mal. Vielleicht klatschst du zwischen den Akten.

Hier nicht.

Hier schreien Leute. Lachen laut. Ducken sich reflexartig, wenn das Blut fliegt. Rufen Sachen. Und niemand guckt komisch, weil alle anderen das Gleiche machen.

Das Theater wird zum Mitmach-Event. Nicht auf diese gezwungene Art, wo jemand auf der Bühne sagt: Und jetzt klatschen wir alle mal zusammen. Sondern organisch. Weil das Stück es aus dir rausholt.

Ich hab Leute gesehen, die nach der Vorstellung ihre Kleidung fotografiert haben. Rote Spritzer auf weißen Blusen. Mit stolzem Grinsen. Das ist normalerweise ein Grund für eine Reinigung, hier ist es ein Souvenir.


Warum mich das berührt hat

Ich weiß, das klingt komisch bei einem Stück über Dämonen und Kettensägen. Aber da ist was passiert an dem Abend, das mich berührt hat.

Nicht emotional im Sinn von traurig oder tief. Eher so: Da war ein Raum voller Menschen, die gemeinsam etwas erlebt haben. Die zusammen gelacht haben, zusammen geschrien haben, zusammen diesen Wahnsinn durchgemacht haben.

Das ist selten geworden. Wir sitzen alle vor unseren Bildschirmen, gucken Serien allein, scrollen durch Social Media. Und dann gehst du in dieses kleine Theater in Linz und plötzlich bist du Teil von was. Teil einer Gruppe, die gerade das Gleiche durchmacht.

Das ist die eigentliche Magie. Nicht das Blut, nicht die Songs, nicht die Spezialeffekte. Sondern dieses Gefühl von: Wir sind hier alle zusammen, und das hier passiert gerade nur für uns, nur in diesem Moment.

Dafür gibt es kein Streaming. Dafür muss man da sein.


Für wen das was ist

Lass mich kurz sortieren, für wen das nichts ist: Für Leute, die ins Theater gehen, um sich intellektuell bestätigt zu fühlen. Die nach der Vorstellung über Dramaturgie diskutieren wollen. Die ein sauberes Hemd als Grundrecht betrachten.

Für die ist das nichts.

Für alle anderen: Geht hin.

Wenn du die Evil-Dead-Filme magst – sowieso. Wenn du Musicals magst – ja, auch. Wenn du beides nicht magst, aber Lust hast auf einen Abend, der anders ist als alles, was du kennst – erst recht.

Du musst kein Horror-Fan sein. Du musst kein Musical-Fan sein. Du musst nur bereit sein, dich drauf einzulassen. Den Mantel auszuziehen, im Zweifelsfall den Poncho anzuziehen, und loszulassen.


Was du danach sagst

Du gehst nicht nach Hause und sagst: Schön gespielt. Gute Stimmen. Nettes Bühnenbild.

Du gehst nach Hause und sagst: Was zur Hölle war das gerade? Und wann gibt es die nächste Vorstellung?

Ich hab es drei Leuten erzählt seitdem. Alle drei haben Karten gekauft. Einer hat mich gefragt, ob er seinen guten Anzug anziehen soll. Ich hab gesagt: Auf keinen Fall.


Mein Fazit

Evil Dead – The Musical ist nicht das beste Musical, weil es technisch perfekt ist. Es ist wahrscheinlich nicht mal das beste Musical, das gerade in Österreich läuft, wenn man es nach klassischen Maßstäben beurteilt.

Aber es ist das lebendigste.

Es ist der Beweis, dass Theater noch gefährlich sein kann. Dass es noch überraschen kann. Dass es einen Raum geben kann, in dem Erwachsene sich benehmen wie Kinder – im besten Sinn.

Blutig. Chaotisch. Laut. Lustig. Und mit mehr Herz, als man bei so viel Kunstblut erwarten würde.

Wenn du nur zuschauen willst, geh woanders hin.
Wenn du was erleben willst, geh nach Linz.

Und nimm Klamotten mit, die du danach waschen kannst.


Theater in der Innenstadt – Linz


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – in diesem Fall eingesprochen auf dem Heimweg, noch mit Kunstblut am Ärmel. Wird transkribiert und mit KI in eine lesbare Form gebracht. Die Begeisterung und die Flecken auf dem Hemd sind hundert Prozent echt.




Kennst du das? Du sitzt auf der Couch, guckst Star Wars, und irgendwann fängt dein Kopf an zu spinnen. Was wäre wenn. Was wäre wenn das ganz anders gelaufen wäre. Was wäre wenn man das Ganze mal komplett durch den Wolf dreht, ohne dass einem jemand reinredet.

Die meisten Leute denken das kurz und dann ist der Moment vorbei. Bier auf, nächste Szene, weiter geht’s.

Ich hab es gemacht.


Wie das Ganze entstanden ist

Ich wünschte, ich könnte sagen, da steckt ein großer Plan dahinter. Ein Konzept. Ein Storyboard mit Post-its an der Wand, so wie bei den Profis.

Nee.

Es war eher so: Ich hab mit KI-Videotools rumgespielt, dabei einen Clip generiert, der irgendwie nach Star Wars aussah, und dann dachte ich mir – okay, was passiert wenn ich das weiterspinne?

Und dann hab ich einfach nicht mehr aufgehört.

Clip für Clip. Szene für Szene. Alles zusammengeschnitten in Adobe Premiere. Kein Studio, kein Budget, kein Produzent der nervös auf irgendwelche Tabellen guckt. Nur ich, mein Rechner und diese leicht irre Energie, die man bekommt, wenn ein Projekt anfängt, ein Eigenleben zu entwickeln.

Das Ergebnis ist Star Wars Madness. Und der Name ist Programm.

Hier könnt ihr euch den Wahnsinn anschauen:



Was dich erwartet

Ich versuch mal, das zu beschreiben. Obwohl das schwierig ist, weil ich selbst nicht ganz sicher bin, was da passiert ist.

Da sind Raumschlachten drin. Ziemlich viele sogar. Es gibt dramatische Momente, die fast schon episch sind. Und dann gibt es Stellen, die komplett absurd sind. Wo Figuren Dinge tun, die definitiv nicht im offiziellen Kanon stehen. Wo die Logik kurz den Raum verlässt und der Wahnsinn übernimmt.

Es gibt wahrscheinlich zu viele Schnitte. Der Pacing ist stellenweise so aggressiv, dass man kaum Luft holen kann. Und dann wieder Momente, die überraschend ruhig sind.

Es ist chaotisch. Es ist übertrieben. Es ist an manchen Stellen richtig gut und an anderen Stellen denkt man: Was zur Hölle war das gerade?

Aber weißt du was? Genau so fühlt sich Star Wars in meinem Kopf an. Nicht die polierte Disney-Version. Sondern das, was als Kind in mir losging, wenn ich die Filme geguckt hab. Dieses Gefühl, dass alles möglich ist und nichts Sinn machen muss.


Warum Fanprojekte die ehrlichsten Projekte sind

Ich hab damit kein Geld verdient. Ich werd damit kein Geld verdienen. Das war nie der Plan.

Es ging ums Machen. Um dieses Gefühl, wenn du eine Idee hast und sie einfach rauslässt, ohne dass jemand sagt: Das geht nicht, das ist zu teuer, das versteht keiner, dafür gibt es keine Zielgruppe.

Fanprojekte haben diese Freiheit. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig. Du musst keine Erwartungen erfüllen. Du musst nur eine Sache: Bock drauf haben.

Und Bock hatte ich. Offensichtlich.

Das Ergebnis ist nicht perfekt. Natürlich nicht. Wie denn auch? Das ist ein Ein-Mann-Projekt, gebaut aus KI-generierten Clips und zusammengeschnitten auf meinem Rechner. Das kann nicht mithalten mit dem, was ILM mit 200 Millionen Dollar macht.

Aber darum geht es auch nicht. Es geht um den Beweis, dass man es kann. Dass die Tools da sind. Dass man als einzelner Mensch, allein in seinem Zimmer, etwas machen kann, das vor zehn Jahren eine ganze Firma gebraucht hätte.

Das finde ich bemerkenswert. Nicht mein Video speziell. Sondern die Tatsache, dass es möglich ist.


Ein Liebesbrief an Star Wars

Star Wars Madness ist kein Ersatz für die echten Filme. Es ist kein Versuch, es besser zu machen. Es ist eher so ein Liebesbrief.

Ein chaotischer, überdrehter, stellenweise komplett durchgeknallter Liebesbrief an das Gefühl, das Star Wars in mir auslöst. An die Freiheit, die eigene Version im Kopf weiterzudenken. An die Erlaubnis, die man sich selbst gibt, einfach mal loszulassen.

Ich weiß nicht, ob das jeder versteht, der es guckt. Vielleicht gucken manche das und denken nur: Was für ein Quatsch. Das ist okay. Ist ja auch Quatsch. Aber es ist Quatsch mit Herz.


Technisch gesehen

Kurzer Nerd-Absatz für die, die es interessiert.

Die Videos sind mit verschiedenen KI-Tools generiert. Den Schnitt hab ich in Adobe Premiere gemacht. Sound, Musik, Effekte – alles zusammengepuzzelt aus verschiedenen Quellen.

Das Ganze war ein Lernprojekt, genauso wie ein Spaßprojekt. Ich wollte sehen, wie weit man mit den aktuellen Video-KI-Tools kommt, wenn man sie wirklich pusht. Die Antwort: Weit. Weiter als ich erwartet hätte. Aber auch mit klaren Grenzen, die man akzeptieren muss.


Wichtig beim Anschauen

Bitte guckt das Ding in mindestens 720p HD. Wirklich. Stellt die Qualität auf YouTube manuell hoch, sonst seht ihr nur Matsch. Der Film lebt von den Bildern und den Details, und wenn YouTube das auf 360p runterkomprimiert, ist der halbe Spaß weg.

Am besten: Großer Bildschirm. Oder zumindest nicht auf dem Handy im Bus. Gebt dem Wahnsinn den Raum, den er verdient.

Nochmal der Link:
https://youtu.be/iTgGyCCMZ4A


Feedback erwünscht

Und dann will ich wissen, was ihr davon haltet.

Ob ihr es liebt, ob ihr es hasst, ob ihr bei einer bestimmten Szene laut gelacht habt oder ob ihr nach zwei Minuten abgeschaltet habt – alles ist willkommen. Schreibt unter das YouTube-Video, schreibt mir hier, schreibt mir eine Mail an brownz@brownz.art – egal wie, Hauptsache ihr sagt was.

Weil allein im stillen Kämmerlein Sachen machen ist schön. Aber zu hören, was andere darin sehen, ist besser.

Also: Einsteigen, anschnallen, mitfliegen.

Und möge die Macht mit euch sein. Oder so ähnlich.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens wenn ich aufgedreht bin, weil ich gerade was fertig hab und es der Welt zeigen will. Wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Fan-Begeisterung und der leichte Wahnsinn sind komplett organisch gewachsen.



Ich sag dir was: Wenn jemand zu mir kommt und sagt „Ich kann Photoshop und Lightroom“, dann nick ich und denke mir – ja, schön. Das können viele. Das ist die Grundausstattung. Das ist wie ein Koch, der sagt, er hat ein Messer und einen Herd.

Die Frage ist: Was hast du sonst noch?

Weil Adobe allein reicht nicht. Nicht 2026, nicht wenn du wirklich professionell arbeiten willst. Nicht wenn du Aufträge annimmst, mit Kunden kommunizierst, Projekte managst, Sachen präsentierst und am Ende des Monats auch noch Geld verdienen willst.

Ich hab über zwanzig Jahre gebraucht, um das zu kapieren. Am Anfang dachte ich, es geht nur ums Bild. Um die Retusche, den Look, die Technik. Und klar, das ist wichtig. Aber irgendwann merkst du: Das Bild ist vielleicht dreißig Prozent deines Jobs. Der Rest ist alles drumherum.

Und für dieses Drumherum brauchst du Werkzeuge, die Adobe nicht abdeckt. Oder nicht gut genug abdeckt. Oder die einfach besser sind, weil sie genau dafür gebaut wurden.

Hier sind die fünf, auf die ich nicht mehr verzichten kann. Nicht die hippen, nicht die trendigen – die, die ich jeden Tag benutze und ohne die ich aufgeschmissen wäre.


1. Capture One

Ja, ich fang damit an. Und ja, ich weiß, Lightroom-Fans werden jetzt die Augen verdrehen.

Aber hör mir kurz zu.

Ich hab jahrelang in Lightroom gearbeitet. Und Lightroom ist gut. Für viele Sachen sogar super. Aber irgendwann bin ich an einen Punkt gekommen, wo ich gemerkt hab: Die Farben stimmen nicht so, wie ich sie haben will. Die Hauttöne, die Feinabstimmung, diese letzte Nuance – da fehlt mir was.

Dann hab ich Capture One ausprobiert. Und das war so ein Moment, wo du merkst: Ah, das geht also auch anders.

Die Farbwerkzeuge in Capture One sind auf einem anderen Level. Du kannst Farben so präzise steuern, dass du dich fragst, warum du vorher mit weniger zufrieden warst. Der Color Editor allein ist den Umstieg wert. Du klickst auf einen Farbton im Bild und kannst genau diesen Ton verschieben, ohne dass der Rest sich mitbewegt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber wenn du Hauttöne bearbeitest oder Produktfarben exakt treffen musst, ist das ein Gamechanger.

Die Tethered-Capture-Funktion ist auch besser als alles, was Lightroom bietet. Wenn du im Studio arbeitest und die Kamera direkt an den Rechner hängst, ist Capture One schneller, stabiler und zeigt dir das Ergebnis sofort in der Qualität, die du brauchst.

Und dann die Ebenen. Ja, Capture One hat Ebenen. Mit Masken. In einem RAW-Entwickler. Du kannst verschiedene Bearbeitungen auf verschiedene Bereiche legen, ohne das Bild jemals nach Photoshop schicken zu müssen. Für achtzig Prozent meiner Bilder reicht das komplett aus.

Kostet Geld, ja. Nicht wenig sogar. Aber wenn du professionell fotografierst – vor allem People, Fashion, Produkt – dann ist das eine Investition, die sich auszahlt. Weil du schneller bist, weil die Ergebnisse besser sind, und weil deine Kunden den Unterschied sehen, auch wenn sie nicht sagen können, was genau anders ist.


2. Affinity Suite (Photo, Designer, Publisher)

Die Affinity-Programme sind so ein Ding, das ich jedem empfehle, der mich fragt. Egal ob Fotograf, Designer, Illustrator oder irgendwas dazwischen.

Warum? Weil sie drei Sachen machen, die Adobe nicht macht: Sie kosten einmal Geld und dann nie wieder. Sie laufen ohne Internet. Und sie sind verdammt gut.

Affinity Photo ist keine Photoshop-Kopie. Es ist ein eigenständiges Programm, das vieles kann, was Photoshop kann, und manches sogar eleganter löst. Die HDR-Zusammenführung, das Stitching, die RAW-Entwicklung – alles solide. Nicht ganz auf Photoshop-Niveau bei den ganz speziellen Sachen, aber für neunzig Prozent der Arbeit mehr als ausreichend.

Affinity Designer ist mein Illustrator-Ersatz. Vektorgrafik, Logodesign, Layouts – alles drin. Und es kann nahtlos zwischen Vektor und Pixel wechseln, was in der Praxis unglaublich praktisch ist.

Affinity Publisher ist das InDesign-Pendant. Für Fotobücher, Portfolios, Drucksachen. Und es hat eine Funktion, die Adobe bis heute nicht hinbekommen hat: Du kannst die anderen Affinity-Programme direkt in Publisher einbetten. Also mitten in deinem Layout mal eben ein Bild bearbeiten oder ein Logo anpassen, ohne das Programm zu wechseln.

Der eigentliche Punkt ist aber ein anderer: Unabhängigkeit.

Adobe kann morgen die Preise erhöhen. Kann Features streichen. Kann das Abo-Modell ändern. Du bist denen ausgeliefert. Mit Affinity hast du ein Backup. Eine Alternative. Einen Plan B, der funktioniert.

Und als Kreativer solltest du immer einen Plan B haben. Immer.


3. DaVinci Resolve

Wenn du 2026 als Kreativer kein Video machst, lebst du hinter dem Mond.

Ich sag das nicht, um Fotografen zu ärgern. Ich sag das, weil es die Realität ist. Kunden wollen Bewegtbild. Social Media will Bewegtbild. Selbst wenn du reiner Fotograf bist – irgendwann kommt der Moment, wo jemand fragt: Kannst du auch ein kurzes Video machen?

Und dann willst du nicht dastehen und sagen: Nee, kann ich nicht.

DaVinci Resolve ist kostenlos. Ja, wirklich. Die Gratisversion reicht für alles, was du am Anfang brauchst, und für vieles darüber hinaus. Hollywood-Filme werden damit geschnitten. Das ist kein Spielzeug.

Was mich überzeugt hat: Die Farbkorrektur ist die beste, die es gibt. Punkt. Kein anderes Programm kommt da ran. Wenn du als Fotograf verstehst, wie Farbe funktioniert, wirst du dich in DaVinci sofort zu Hause fühlen. Die Logik ist ähnlich – nur halt in Bewegung.

Der Schnitt ist professionell. Die Audiobearbeitung mit Fairlight ist eingebaut. Du brauchst kein zweites Programm für Sound. Und seit ein paar Versionen gibt es auch Fusion für visuelle Effekte und Motion Graphics.

Die Lernkurve ist steil, das geb ich zu. Am Anfang sitzt du davor und denkst: Was zur Hölle. Es gibt tausend Buttons und du weißt nicht, wo du anfangen sollst.

Aber das war bei Photoshop auch so. Erinnerst du dich?

Fang klein an. Schneid ein paar Clips zusammen. Mach eine Farbkorrektur. Lern die Basics. Der Rest kommt mit der Zeit.

Und wenn du dann irgendwann einen Kunden hast, der auch ein Video will, sagst du: Klar, kein Problem. Statt: Dafür müssten wir jemand anderen beauftragen.

Das ist der Unterschied zwischen einem Kreativen und einem, der nur Fotos macht.


4. Notion

Jetzt kommt was, das auf den ersten Blick nicht nach Kreativ-Tool aussieht. Notion. Ein Organisationstool. Ein Notizbuch. Eine Datenbank. Alles gleichzeitig und nichts davon ganz genau.

Warum steht das auf einer Liste mit Programmen für Kreative?

Weil Organisation der Punkt ist, an dem die meisten Kreativen scheitern.

Nicht am Können. Nicht an der Technik. Nicht am Talent. An der Organisation.

Wer macht was bis wann? Wo liegt die Datei? Was hat der Kunde gesagt? Welche Rechnung ist offen? Wann war das Shooting? Welches Model hat welchen Vertrag unterschrieben? Wo sind die Releases?

Wenn du das alles im Kopf hast oder in irgendwelchen Zetteln und Mails verteilt, dann funktioniert das bei drei Projekten. Bei zehn nicht mehr. Bei zwanzig bist du erledigt.

Notion löst das. Nicht perfekt, aber besser als alles andere, was ich ausprobiert hab.

Ich hab da meine komplette Projektverwaltung drin. Jedes Shooting, jeder Kunde, jeder Auftrag. Mit Status, Deadlines, Notizen, Links zu den Dateien. Alles an einem Ort.

Ich hab da meine Content-Planung drin. Welcher Blogpost kommt wann? Welches Bild poste ich auf welcher Plattform? Was muss ich noch vorbereiten?

Ich hab da meine Finanzen drin. Nicht die Buchhaltung – dafür gibt es andere Tools – aber den Überblick. Was kommt rein, was geht raus, wer schuldet mir noch Geld.

Und das Beste: Ich kann das alles so bauen, wie es für mich funktioniert. Notion ist kein starres System. Es ist ein Baukasten. Du baust dir deine eigene Struktur, so wie du denkst und arbeitest.

Klar, man kann auch Trello nehmen. Oder Asana. Oder Evernote. Oder irgendwas anderes. Aber Notion hat für mich die beste Balance zwischen Flexibilität und Struktur.

Und es ist in der Basisversion kostenlos.

Kein Kreativer sollte ohne ein vernünftiges Organisationstool arbeiten. Das ist nicht sexy, das ist nicht aufregend, aber es ist der Unterschied zwischen Hobby und Beruf.


5. Blender

Jetzt hör ich schon die Einwände: Blender? Das 3D-Programm? Was soll ich als Fotograf mit 3D?

Mehr als du denkst.

Blender ist kostenlos. Komplett. Open Source. Und es ist mittlerweile so gut, dass Studios damit Filme machen. Das ist kein Anfänger-Spielzeug. Das ist ein vollwertiges 3D-Programm, das mit Cinema 4D und Maya mithalten kann.

Aber warum sollte ein Fotograf oder Designer das lernen?

Weil die Grenzen zwischen Fotografie, Design und 3D verschwimmen. Immer mehr. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Produktvisualisierung. Mockups. Hintergründe, die es nicht gibt. Objekte, die du nicht fotografieren kannst, weil sie noch nicht existieren. Lichtszenarien durchspielen, bevor du ins Studio gehst. Szenen bauen, die in der Realität unmöglich wären.

Ich hab letztens ein Projekt gemacht, da brauchte der Kunde ein Produktbild. Das Produkt gab es aber noch nicht physisch. Früher hätte ich gesagt: Geht nicht, warten wir auf den Prototyp. Jetzt hab ich das Ding in Blender gebaut, beleuchtet, gerendert und der Kunde hatte sein Bild. In zwei Tagen statt in zwei Monaten.

Du musst kein Blender-Experte werden. Du musst nicht Pixar-Level erreichen. Aber die Basics verstehen – wie 3D-Raum funktioniert, wie Licht und Material zusammenspielen, wie man ein einfaches Objekt baut und rendert – das gibt dir Möglichkeiten, die andere Kreative nicht haben.

Und Möglichkeiten sind Aufträge. Und Aufträge sind Geld.

Außerdem: Blender hat eine der besten Communities im Netz. Tutorials ohne Ende, alles kostenlos, und die Leute sind hilfsbereit. Die Lernkurve ist brutal am Anfang, das stimmt. Aber die Community fängt dich auf.


Was auffällt: Es geht nicht nur um Bilder

Guck dir die Liste nochmal an.

Capture One – bessere Bilder.
Affinity – Unabhängigkeit und Vielseitigkeit.
DaVinci Resolve – Video.
Notion – Organisation.
Blender – 3D.

Nur eines davon ist ein reines Bildbearbeitungsprogramm. Der Rest ist drumherum. Und genau das ist der Punkt.

Erfolgreiche Kreative sind nicht die, die am besten retuschieren können. Es sind die, die das Gesamtpaket beherrschen. Die ein Projekt von Anfang bis Ende durchziehen können. Die nicht bei jeder Sache, die nicht Fotografie oder Bildbearbeitung ist, jemand anderen fragen müssen.

Je mehr du selbst kannst, desto wertvoller bist du. Nicht weil du alles allein machen sollst – Zusammenarbeit ist wichtig – sondern weil du verstehst, wie die einzelnen Teile zusammenhängen. Weil du mitreden kannst. Weil du Lösungen anbieten kannst, an die andere nicht denken.

Das ist der Unterschied.


Muss ich das alles sofort können?

Nein. Bitte nicht.

Nimm dir eins davon vor. Das, wo du den größten Bedarf siehst. Lern es. Nicht alles auf einmal, sondern die Basics. Bau darauf auf. Und wenn du dich sicher fühlst, nimm das nächste.

Ich hab Jahre gebraucht, bis ich all diese Programme halbwegs verstanden hab. Manche benutze ich jeden Tag, manche nur bei bestimmten Projekten. Aber zu wissen, dass ich sie habe und einsetzen kann – das gibt eine Sicherheit, die unbezahlbar ist.

Du musst nicht alles können. Aber du solltest mehr können als nur Adobe.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens wenn mir gerade ein Thema durch den Kopf geht. Wird transkribiert und mit KI in Form gebracht. Die Erfahrungen und Empfehlungen sind meine eigenen, gesammelt über mehr als zwanzig Jahre im Kreativbereich. Das Aufräumen und Strukturieren mach ich mit Tools. Transparenz gehört dazu.



Okay, das ist mir ein bisschen peinlich.

Gestern hab ich euch erzählt, ihr sollt mir eine Mail schreiben, wenn ihr das Video sehen wollt. Schöne Idee. Nur hab ich die falsche Mail-Adresse hingeschrieben.

Ja, wirklich.

Da stand brownz@brownzart.at – richtig wäre brownz@brownz.art gewesen. Kleiner Unterschied, große Wirkung: Die meisten Mails sind im Nirgendwo gelandet.

Ein paar von euch hatten meine richtige Adresse offenbar schon gespeichert und haben es trotzdem geschafft. Die haben den Link auch bekommen. Aber der Rest – tja. Sorry dafür. Echt.

Im Originalbeitrag von gestern ist die Adresse jetzt korrigiert. Wer den nochmal lesen will:

10 Seconds Into The Future – der originale Beitrag


Aber eigentlich ist es jetzt eh egal

Weil ich das Video in der Zwischenzeit einfach auf YouTube hochgeladen hab. Als verstecktes Video, 720p HD. Nicht so gut wie die Dropbox-Version, aber es reicht, um den Wahnsinn zu sehen.

Hier ist der Link:

Einfach draufklicken und gucken. Kein Download nötig, keine Mail, kein Aufwand. Wer gestern nicht durchgekommen ist, kommt jetzt einfach so dran.


Was ich mir trotzdem wünschen würde

Schaut es euch an. Und dann sagt mir, was ihr denkt.

8 Minuten und 15 Sekunden Fiebertraum, zusammengebaut aus Gesprächen mit der KI, irgendwann zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens. Kein Plan, kein Storyboard, kein Konzept. Nur Wahnsinn mit Rhythmus.

Ich bin immer noch zu nah dran, um das selbst einzuordnen. Ich brauch eure Augen. Und eure Ehrlichkeit.

Ob per Kommentar, per YouTube-Kommentar, per Mail an die – diesmal richtige – Adresse brownz@brownz.art oder per Rauchzeichen. Hauptsache, ihr sagt was.


Und nochmal sorry wegen der Adresse. Passiert mir hoffentlich nicht nochmal.

Wahrscheinlich aber doch. Weil um drei Uhr morgens ist Korrekturlesen halt nicht so meine Stärke.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens wenn mir was durch den Kopf geht. Wird transkribiert und dann mit KI in Form gebracht. Die Peinlichkeit wegen der falschen Mail-Adresse ist allerdings hundert Prozent handgemacht.



Es ist kurz nach drei. Draußen ist es still. Der Kaffee ist längst kalt und ich weiß nicht mehr genau, wann ich angefangen habe. Irgendwann gestern Abend. Dachte, ich mach mal kurz was. Probier mal was aus. Guck mal, was passiert.

Acht Stunden später sitze ich immer noch hier.

Vor mir liegt ein Video. 8 Minuten und 15 Sekunden. Komplett irre. Komplett KI-generiert. Komplett Fiebertraum.

Und ich bin mir nicht sicher, ob es genial ist oder ob ich einfach den Verstand verloren habe. Wahrscheinlich beides.


Wie das Ganze angefangen hat

Ich hab in letzter Zeit viel mit Video-KI rumexperimentiert. Clips generieren, zusammenschneiden, gucken was geht. Und irgendwann gestern Abend hab ich angefangen, mit der KI zu reden. Nicht im Sinn von Prompts eintippen und warten. Eher so ein Gespräch. Hin und her. Idee rein, Ergebnis raus, nächste Idee, darauf aufbauen, weiterdrehen.

Wie ein Ping-Pong-Spiel, bei dem beide Seiten immer verrückter werden.

Ich hatte keinen Plan. Kein Storyboard. Kein Konzept. Nur diesen einen Gedanken: Was wäre, wenn ich einfach nicht aufhöre? Wenn ich jeden Clip nehme und den nächsten draus entstehen lasse? Wenn das Ganze sich selbst baut, Szene für Szene, wie ein Traum, den man nicht kontrollieren kann?

Und genau das ist passiert.


Max Headroom lässt grüßen

Falls du alt genug bist, erinnerst du dich vielleicht an Max Headroom. Diese Serie aus den 80ern. „20 Minutes Into The Future“ hieß der Untertitel. Alles war überdreht, alles war zu viel, alles war irgendwie prophetisch und gleichzeitig komplett wahnsinnig.

Genauso fühlt sich dieses Video an.

Nur dass wir jetzt nicht zwanzig Minuten in die Zukunft schauen, sondern zehn Sekunden. Weil sich gerade alles so schnell verändert, dass zehn Sekunden reichen, um in einer komplett anderen Realität zu landen.

10 Seconds Into The Future.

Der Titel war da, bevor das Video fertig war. Manchmal weiß der Titel mehr als man selbst.


Was du da siehst

Ich kann dir ehrlich gesagt nicht genau sagen, was du in diesem Video siehst. Ich hab es gemacht und bin mir trotzdem nicht sicher.

Da sind Bilder drin, die ich nicht geplant habe. Szenen, die aus dem Nichts kamen. Übergänge, die sich ergeben haben, weil die KI irgendwas interpretiert hat, das ich nicht gemeint habe – und es trotzdem besser war als meine Idee.

Es ist kein narratives Video. Es erzählt keine Geschichte im klassischen Sinn. Es ist eher so ein Strom. Ein visueller Bewusstseinsstrom. Manche Stellen sind schön. Manche sind verstörend. Manche sind beides gleichzeitig.

Acht Minuten und fünfzehn Sekunden Wahnsinn. Zusammengebaut aus Gesprächen mit einer Maschine, die nicht schlafen muss.

Ich schon. Aber ich hab es trotzdem nicht getan.


Der Prozess – wenn man es so nennen kann

Normalerweise hab ich einen Workflow. Eine Struktur. Erst das, dann das, dann das. Professionell und so.

Gestern Nacht war davon nichts übrig.

Ich hab einen Clip generiert. Der hat mich an was erinnert. Also hab ich den nächsten Clip in diese Richtung geschoben. Und der hat dann wieder was anderes ausgelöst. Und so weiter. Und so weiter.

Irgendwann hab ich gemerkt, dass sich da ein Rhythmus entwickelt. Nicht bewusst, aber spürbar. Das Video hat angefangen, seinen eigenen Puls zu haben. Und ich bin einfach mitgegangen.

Um Mitternacht dachte ich: Okay, noch ein bisschen.
Um eins dachte ich: Fast fertig.
Um zwei dachte ich: Jetzt muss ich das noch richtig machen.
Um drei war ich fertig. Oder das Video war fertig mit mir. Schwer zu sagen.


Warum ich das zeigen will

Normalerweise poliere ich Sachen, bevor ich sie raushaue. Ich guck nochmal drüber. Schlaf eine Nacht drüber. Frag mich, ob das gut genug ist.

Bei diesem Video mach ich das nicht. Weil ich glaube, dass genau der Wahnsinn der Punkt ist. Wenn ich jetzt anfange, das zu überarbeiten, zu glätten, zu korrigieren, dann geht genau das verloren, was es ausmacht.

Es ist roh. Es ist ungefiltert. Es ist drei Uhr morgens in Videoform.

Und ich will wissen, was andere Leute sehen, wenn sie das gucken. Ob die sehen, was ich sehe. Oder was ganz anderes. Oder gar nichts. Alles davon wäre okay.


Wie du es sehen kannst

Das Video ist nicht auf YouTube. Nicht auf Instagram. Nicht auf irgendeiner Plattform, die es komprimiert und kaputt macht.

Es liegt auf Dropbox. Volle Qualität. So wie es sein soll.

Wenn du es sehen willst, schreib mir einfach eine Mail:

brownz@brownz.art

Betreff: ja ich will 10 seconds

Mehr muss da nicht drinstehen. Ich schick dir den Download-Link. Kostenlos. Kein Haken, kein Newsletter, kein Kleingedrucktes.

Wichtig: Bitte das Video runterladen und lokal anschauen. Nicht im Browser streamen. Der Dropbox-Player frisst Qualität und das Ding verdient es, richtig gesehen zu werden. Großer Bildschirm, Kopfhörer auf, Licht aus. So war es gedacht.


Feedback erwünscht – ehrlich

Und dann würde ich gerne wissen, was du denkst.

Nicht „toll gemacht“ oder „super Arbeit“ – obwohl ich gegen Komplimente natürlich grundsätzlich nichts habe. Aber mich interessiert mehr: Was hast du gesehen? Was hast du gefühlt? An welcher Stelle hast du gedacht, was zur Hölle war das gerade?

Weil ich mir selbst nicht sicher bin. Ich bin zu nah dran. Ich hab zu lange draufgestarrt. Ich brauch andere Augen.

Also: Guck es dir an. Und dann sag mir, was passiert ist.

Antwort auf die Mail reicht. Oder schreib mir auf Social Media. Oder per Rauchzeichen. Ist mir egal, Hauptsache ehrlich.


Was ich daraus gelernt habe

Eine Sache noch, bevor ich endlich ins Bett gehe – was ich eigentlich schon vor Stunden hätte tun sollen.

Dieses Video hat mir was gezeigt. Nämlich dass die interessantesten Sachen passieren, wenn man aufhört zu planen. Wenn man sich reinfallen lässt. Wenn man der Maschine nicht sagt, was sie machen soll, sondern mit ihr redet. Wie mit einem seltsamen Kollegen, der nie schläft und manchmal Dinge sieht, die man selbst nicht sieht.

Das ist nicht mein üblicher Arbeitsstil. Normalerweise bin ich Kontrollfreak. Normalerweise weiß ich vorher, was rauskommen soll.

Gestern Nacht wusste ich gar nichts. Und vielleicht war genau das der Punkt.

10 Seconds Into The Future. Weiter konnte ich nicht gucken. Aber die zehn Sekunden waren ziemlich wild.


Jetzt geh ich schlafen.

Oder ich mach noch einen Clip.

Mal sehen.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens wenn ich aufgedreht bin und nicht schlafen kann. Wie jetzt gerade zum Beispiel. Das wird transkribiert und mit KI in Form gebracht. Die Gedanken und der Schlafmangel sind komplett meine eigenen.



Kling v3 ist draußen und mein Feed explodiert. Überall Videos, die vor ein paar Monaten noch unmöglich gewesen wären. Leute, die vorher nie was mit Bewegtbild gemacht haben, posten plötzlich Clips, die aussehen wie aus einem Kinotrailer.

Das ist großartig. Wirklich. Aber ich seh auch die andere Seite. Die Frustration, wenn es nicht klappt. Die Verwirrung, weil Video-KI eben nicht funktioniert wie Bild-KI. Die Enttäuschung, wenn das Ergebnis zwar technisch beeindruckend ist, aber irgendwie… leblos wirkt.

Also dachte ich mir: Schreib mal auf, was du gelernt hast. Nicht als Anleitung für Kling speziell – die Technik ändert sich eh alle paar Monate – sondern als Grundlagen-Ding. Sachen, die du wissen solltest, bevor du anfängst. Fehler, die du nicht machen musst, weil ich sie schon gemacht hab.

Hier ist alles, was ich Einsteigern erzählen würde.


Vergiss erstmal alles, was du über Bild-KI weißt

Okay, nicht alles. Aber vieles.

Wenn du mit Midjourney oder Stable Diffusion gearbeitet hast, denkst du vielleicht: Video ist ja nur bewegtes Bild. Kann so anders nicht sein.

Doch. Ist es.

Bei Bildern geht es um einen Moment. Eine Komposition. Ein Gefühl, eingefroren in der Zeit. Du kannst stundenlang am Prompt feilen, verschiedene Seeds ausprobieren, am Ende wählst du das beste Bild aus und fertig.

Bei Video geht es um Bewegung. Um Zeit. Um das, was zwischen den Frames passiert. Und da wird es kompliziert.

Denn die KI muss nicht nur verstehen, wie etwas aussieht, sondern auch, wie es sich bewegt. Wie Stoff fällt. Wie Haare wehen. Wie ein Gesicht sich verzieht, wenn jemand lächelt. Das sind komplett andere Probleme.

Und deshalb funktionieren Prompts, die bei Bildern super klappen, bei Video oft gar nicht. Weil du jetzt nicht nur beschreibst, was zu sehen ist, sondern auch, was passiert.


Denk in Szenen, nicht in Bildern

Der größte Fehler, den ich am Anfang gemacht hab: Ich hab versucht, komplexe Bilder in Bewegung zu setzen.

Ein episches Fantasy-Bild mit zwanzig Details, Magie, Explosionen, fliegenden Objekten – und dann wundern, warum das Video aussieht wie ein Albtraum auf Drogen.

Video-KI kann noch nicht alles gleichzeitig. Je mehr du reinpackst, desto wahrscheinlicher geht irgendwas schief. Gesichter verformen sich. Objekte verschmelzen. Physik hört auf zu existieren.

Was funktioniert: Einfache Szenen mit klarer Handlung.

Eine Person, die langsam den Kopf dreht. Rauch, der aufsteigt. Wasser, das fließt. Blätter, die fallen. Kamerafahrt durch eine Landschaft.

Je simpler die Bewegung, desto besser das Ergebnis. Das klingt langweilig, aber es ist die Wahrheit. Die beeindruckendsten Clips, die ich gesehen hab, sind oft die einfachsten.

Komplexität kannst du später im Schnitt aufbauen. Aber das einzelne Video-KI-Segment sollte eine Sache gut machen, nicht zehn Sachen mittelmäßig.


Länge ist dein Feind

Noch so eine Lektion, die wehgetan hat.

Kling v3 und ähnliche Tools können mittlerweile längere Clips generieren. Zehn Sekunden, manchmal mehr. Und die Versuchung ist groß, das auch zu nutzen. Mehr ist besser, oder?

Nee.

Je länger der Clip, desto mehr Möglichkeiten hat die KI, Fehler zu machen. Am Anfang sieht alles super aus, und nach fünf Sekunden fängt plötzlich das Gesicht an zu mutieren. Oder die Physik macht Feierabend. Oder irgendwas Seltsames passiert, das du nicht beschreiben kannst, aber das definitiv falsch ist.

Mein Tipp: Generiere kürzere Clips. Drei bis fünf Sekunden. Die sind stabiler. Und wenn du längere Sequenzen brauchst, schneidest du mehrere kurze zusammen.

Das klingt nach mehr Arbeit, ist es auch. Aber das Ergebnis ist tausendmal besser, als einen langen Clip zu haben, der zur Hälfte unbrauchbar ist.


Kamera-Bewegungen verstehen

Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen.

Video-KI kann nicht nur Objekte bewegen, sondern auch die Kamera. Zoom, Pan, Tilt, Dolly – all das lässt sich steuern, je nachdem welches Tool du nutzt.

Aber hier passieren die meisten Anfängerfehler.

Zu viel Bewegung auf einmal. Zoom während die Kamera schwenkt während das Objekt sich bewegt. Das Ergebnis ist Chaos. Visuelles Erbrechen.

Oder das Gegenteil: Gar keine Kamerabewegung, und der Clip wirkt statisch wie eine Diashow.

Die Wahrheit liegt in der Mitte. Eine kontrollierte, langsame Bewegung pro Clip. Entweder die Kamera bewegt sich, oder das Motiv bewegt sich. Selten beides gleichzeitig.

Guck dir mal Filme an und achte drauf, wie wenig oft passiert. Wie langsam Kamerafahrten sind. Wie viel Ruhe in guten Szenen steckt. Das ist kein Zufall.


Sound ist die halbe Miete

Jetzt kommen wir zu dem Teil, den die meisten völlig ignorieren. Und genau deshalb sehen ihre Videos aus wie… KI-Demos.

Ein Video ohne Sound ist kein Video. Es ist ein bewegtes Bild. Der Ton macht den Unterschied zwischen „ganz nett“ und „wow“.

Und ich rede nicht nur von Musik. Ich rede von allem.

Atmosphäre. Umgebungsgeräusche. Wind. Schritte. Das Rascheln von Stoff. Das Knistern von Feuer. All diese kleinen Dinge, die dein Gehirn erwartet, auch wenn du nicht bewusst drauf achtest.

Wenn du ein Video von einem Wald hast und es ist komplett still – irgendwas fühlt sich falsch an. Dein Gehirn weiß, dass Wälder nicht still sind. Da sind Vögel, Wind, Blätter, irgendwas.

Also: Nimm dir Zeit für Sound. Mindestens genauso viel wie für das Video selbst.


Wo du Sounds herbekommst

Es gibt Tonnen von Ressourcen. Kostenlose und bezahlte.

Freesound.org ist ein Klassiker. Riesige Bibliothek, alles Creative Commons, du musst nur aufpassen wegen der verschiedenen Lizenzen.

Epidemic Sound und Artlist sind bezahlt, aber dafür professionelle Qualität und klare Lizenzen. Wenn du das kommerziell nutzen willst, lohnt sich das.

Für Ambient-Sounds und Atmosphären gibt es auch KI-Tools mittlerweile. ElevenLabs macht Sound Effects, Udio und Suno machen Musik. Die sind noch nicht perfekt, aber für Hintergrund-Zeug oft gut genug.

Mein Workflow: Ich leg erstmal das Video hin, dann such ich passende Atmosphäre, dann Soundeffekte für spezifische Momente, und ganz am Ende Musik – falls überhaupt nötig.


Musik – weniger ist mehr

Apropos Musik.

Die meisten Anfänger-Videos haben zu viel davon. Oder die falsche. Oder beides.

Musik ist nicht dazu da, Stille zu füllen. Musik ist dazu da, Emotion zu verstärken. Wenn die Musik nichts verstärkt, lenkt sie nur ab.

Und diese epischen Trailer-Tracks, die alle benutzen – die funktionieren nur, wenn das Video auch episch ist. Wenn du eine ruhige Szene hast mit sanfter Bewegung und drunterlegst Hans-Zimmer-Gedröhne, dann passt das nicht. Dann kämpft die Musik gegen das Bild.

Mein Tipp: Probier erstmal, wie das Video ohne Musik wirkt. Nur mit Soundeffekten und Atmosphäre. Oft ist das besser.

Und wenn du Musik brauchst, dann wähle sie bewusst. Nicht das erstbeste Epic-Ding, das du findest. Sondern was, das zum Tempo passt, zur Stimmung, zum Inhalt.

Das dauert. Das nervt manchmal. Aber es macht den Unterschied.


Schnitt ist, wo die Magie passiert

Hier ist ein Geheimnis, das die wenigsten kapieren: Die besten Video-KI-Arbeiten sind nicht die mit dem besten generierten Material. Es sind die mit dem besten Schnitt.

Du kannst mittelmäßige Clips nehmen und durch guten Schnitt was Großartiges draus machen. Und du kannst fantastische Clips durch schlechten Schnitt ruinieren.

Schnitt ist eine eigene Kunstform. Da könnte ich stundenlang drüber reden. Aber hier die Basics:

Rhythmus. Schnitte sollten einem Rhythmus folgen. Nicht zufällig, nicht wenn dir danach ist, sondern bewusst. Ob zur Musik oder zu einem inneren Beat – irgendwas sollte den Takt vorgeben.

Dauer. Nicht jeder Clip muss gleich lang sein. Manche Momente brauchen Zeit. Andere sind in einer Sekunde vorbei. Lern zu spüren, wann ein Clip lang genug war.

Kontinuität. Wenn du Clips zusammenschneidest, müssen sie zusammenpassen. Ähnliche Lichtstimmung, ähnliche Farbtemperatur, ähnliche Bewegungsrichtung. Sonst ruckelt es im Kopf des Zuschauers.

Übergänge. Nicht jeder Schnitt braucht einen Übergang. Harter Schnitt ist meistens besser als irgendeine Blende. Fade to Black geht manchmal. Dieser Star-Wars-Wipe aus den 70ern – bitte nicht.


Welche Software du brauchst

Für den Anfang brauchst du nicht viel.

DaVinci Resolve ist kostenlos und professionell. Damit schneiden Leute Hollywood-Filme. Die Lernkurve ist steil, aber es gibt tausend Tutorials.

CapCut ist einfacher und auch kostenlos. Gut für schnelle Sachen, vor allem wenn du für Social Media produzierst.

Premiere Pro und Final Cut sind die Klassiker, kosten aber Geld.

Für Audio-Bearbeitung ist Audacity kostenlos und tut was es soll. Für mehr Kontrolle gibt es Fairlight in DaVinci Resolve oder separate DAWs wie Reaper.

Was ich nicht empfehle: Alles auf dem Handy machen. Geht, ist aber limitiert. Sobald du ernsthafter arbeitest, willst du einen richtigen Bildschirm und vernünftige Software.


Der größte Fehler von allen

Weißt du, was ich am häufigsten sehe bei Leuten, die mit Video-KI anfangen?

Sie posten alles sofort.

Jeder generierte Clip wird geteilt. Jedes Experiment wird hochgeladen. Alles muss raus, sofort, guck mal was ich gemacht hab.

Ich versteh das. Es ist aufregend. Es fühlt sich an wie Magie. Man will es zeigen.

Aber dadurch sieht man halt auch den ganzen Müll. Die Clips, wo das Gesicht verrutscht. Die Experimente, die nicht funktioniert haben. Die Sachen, die technisch interessant sind, aber sonst nichts.

Mein Rat: Halte dich zurück. Sammle Material. Kuratiere.

Nicht alles, was du generierst, muss die Welt sehen. Such dir die besten Clips raus. Arbeite daran. Mach was draus. Und dann zeig das.

Ein gutes fertiges Video ist hundertmal mehr wert als zwanzig rohe Clips.


Geduld, Geduld, Geduld

Der letzte Punkt, und vielleicht der wichtigste.

Video-KI ist noch nicht da, wo Bild-KI ist. Die Kontrolle ist geringer. Die Ergebnisse sind unvorhersehbarer. Du wirst mehr Fehlversuche haben als Treffer.

Das ist normal. Das ist der Stand der Technik.

In einem Jahr wird das anders aussehen. In zwei Jahren wird es wahrscheinlich unglaublich sein. Aber jetzt, heute, ist es noch rau.

Also: Hab Geduld. Mit der Technik und mit dir selbst.

Lern die Grenzen kennen, statt gegen sie anzukämpfen. Arbeite mit dem, was funktioniert. Akzeptiere, dass nicht alles geht.

Und wenn was Tolles entsteht – und das wird es – dann genieß den Moment. Weil du weißt, wie viel Arbeit drinsteckt.


Fazit

Video-KI ist nicht Bild-KI plus Bewegung. Es ist ein eigenes Medium mit eigenen Regeln.

Denk in einfachen Szenen. Halte Clips kurz. Kontrolliere die Kamera. Nimm Sound ernst. Schnitt ist alles. Kuratiere, was du zeigst.

Und vor allem: Mach. Experimentiere. Scheitere. Lerne.

Das ist der einzige Weg.

Kling v3 ist ein Werkzeug. Ein verdammt gutes momentan. Aber das Werkzeug macht noch keinen Künstler. Das machst du selbst.

Also ran.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen meistens, wenn ich Gedanken ins Handy quatsche. Sprachmemos, ziemlich chaotisch, alles durcheinander. Das wird transkribiert und mit KI aufgeräumt. Die Erfahrung und die Tipps sind meine. Die Struktur entsteht mit Tools. Finde ich fair so.



Ich hab letztens mal wieder meine Followerliste durchgeschaut. Nicht aus Langeweile, sondern weil mir was aufgefallen ist. Ich poste regelmäßig, mache mir Gedanken, stecke Zeit rein – und dann guck ich, wer das eigentlich sieht. Wer reagiert. Wer dabei ist.

Und da sind diese Namen. Hunderte davon. Manche folgen mir seit Jahren. Manche seit dem Anfang. Und wenn ich draufklicke und überlege – wann hat die Person das letzte Mal irgendwas gemacht? Ein Like? Ein Kommentar? Irgendeine Reaktion?

Nichts. Gar nichts. Seit Monaten. Seit Jahren teilweise.

Ich nenn die für mich Archivleichen. Klingt hart, ich weiß. Ist aber nicht böse gemeint. Es beschreibt einfach, was passiert: Die sind da, aber sie leben nicht. Zumindest nicht in meinem kleinen Universum.

Und ich hab angefangen, mich zu fragen: Warum halte ich daran fest?


Wie die da überhaupt hinkommen

Das passiert ja nicht absichtlich. Niemand folgt jemandem mit dem Plan, diese Person dann komplett zu ignorieren. Das wächst so.

Am Anfang gibt es einen Moment. Jemand sieht ein Bild, findet es gut, klickt auf Folgen. Vielleicht liked die Person am Anfang auch noch was. Vielleicht kommentiert sie sogar mal. Alles schön.

Und dann passiert das Leben. Die Timeline wird voller. Andere Accounts werden interessanter. Der Algorithmus zeigt meine Sachen nicht mehr. Oder die Person verliert einfach das Interesse, ohne sich bewusst abzumelden.

Das ist menschlich. Das ist normal. Das werfe ich niemandem vor.

Aber das Ergebnis ist trotzdem: Da sind jetzt Leute in meiner Liste, die eigentlich gar nicht mehr dabei sind. Die sind wie Bücher im Regal, die man mal angefangen hat und nie zu Ende gelesen hat. Sie stehen da rum. Sie nehmen Platz weg. Aber man fasst sie nie wieder an.


Das Problem mit den Zahlen

Hier kommt der Teil, wo ich ehrlich sein muss. Auch mit mir selbst.

Follower-Zahlen fühlen sich gut an. Keine Frage. Wenn da eine große Zahl steht, denkt man: Cool, so viele Leute interessieren sich für das, was ich mache. Das gibt ein Gefühl von Reichweite, von Bedeutung, von Erfolg.

Aber was ist diese Zahl eigentlich wert?

Wenn ich 5000 Follower hab und 30 davon reagieren auf meine Posts – was sagt mir das? Das sagt mir, dass 4970 Leute mich zwar abonniert haben, aber nicht wirklich dabei sind. Die sind irgendwo anders. Gedanklich, emotional, praktisch.

Die Zahl ist eine Illusion. Eine schöne Illusion, klar. Aber trotzdem eine Illusion.

Ich hab lange gebraucht, um das zu kapieren. Und noch länger, um damit okay zu sein.


Warum das mehr ist als Eitelkeit

Man könnte jetzt sagen: Ist doch egal. Lass die halt da. Stören doch nicht.

Stimmt teilweise. Technisch gesehen stören die nicht. Sie kosten kein Geld. Sie nehmen keinen physischen Platz weg. Sie sind einfach… da.

Aber emotional stimmt das nicht ganz.

Wenn ich was poste und es kommt wenig zurück, obwohl die Zahl eigentlich groß ist, dann macht das was mit mir. Nicht bewusst immer, aber so im Hintergrund. Man fängt an zu zweifeln. Warum reagiert keiner? Ist das Bild schlecht? Hab ich was falsch gemacht? Interessiert das niemanden?

Und dabei ist die Wahrheit viel simpler: Die Leute, die nicht reagieren, die sehen es wahrscheinlich gar nicht. Oder es ist ihnen egal. Nicht böswillig egal – einfach so, wie einem vieles egal ist, das man mal abonniert hat und dann vergessen hat.

Aber diese Erkenntnis ändert nichts daran, dass die große Zahl oben und die kleine Zahl unten sich beschissen anfühlen können. Vor allem, wenn man viel Energie reinsteckt.


Die Sache mit der Energie

Das ist eigentlich der Kern für mich. Energie.

Kreative Arbeit kostet Energie. Jedes Bild, jeder Text, jeder Post – da steckt was drin. Zeit, Gedanken, manchmal auch Zweifel und Überwindung. Das ist nicht nichts.

Und Energie braucht Austausch. Nicht ständig, nicht von jedem, aber grundsätzlich. Wenn du immer nur sendest und nie was zurückkommt, dann ist das auf Dauer anstrengend. Das ist wie Gespräche führen mit Leuten, die nie antworten. Irgendwann fragst du dich, warum du überhaupt noch redest.

Archivleichen geben keine Energie zurück. Sie nehmen auch keine weg – zumindest nicht direkt. Aber sie verdünnen das Ganze. Sie machen aus einer Community eine Statistik.

Und ich will keine Statistik. Ich will Menschen, die dabei sind.


Aussortieren ist kein Arschloch-Move

Hier muss ich kurz was klarstellen, weil das Thema leicht falsch verstanden werden kann.

Wenn ich sage, man sollte Archivleichen aussortieren, meine ich nicht: Schmeiß alle raus, die dich nicht ständig feiern. Das wäre Quatsch. Und arrogant. Und unrealistisch.

Nicht jeder muss jeden Post liken. Nicht jeder muss kommentieren. Manche Leute sind stille Genießer. Die gucken, finden es gut, sagen aber nichts. Das ist völlig okay. Die mein ich nicht.

Ich meine die, die wirklich gar nicht mehr da sind. Die Accounts, bei denen du weißt: Die haben mich vor drei Jahren geaddet und seitdem nie wieder auch nur hingeguckt. Die Profile, die selbst seit Ewigkeiten nichts mehr posten. Die Karteileichen im wahrsten Sinne.

Die auszusortieren ist kein Arschloch-Move. Das ist Hygiene. Das ist Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.


Wie ich das mache

Ich hab keinen brutalen Prozess. Kein Massenentfolgen, keine automatischen Tools, nichts davon.

Ich geh ab und zu mal durch. Schau mir Namen an. Klick auf Profile. Frag mich: Wann war da das letzte Mal irgendwas? Kennen wir uns? Gibt es eine Verbindung?

Und wenn die Antwort ist: Nee, keine Ahnung wer das ist, und da ist seit Jahren nichts passiert – dann entfolge ich. Leise, ohne Drama, ohne Ankündigung.

Das ist kein Urteil über die Person. Das ist einfach die Feststellung, dass wir keinen Kontakt haben. Und wenn wir keinen Kontakt haben, warum dann so tun als ob?

Manchmal passiert auch was Lustiges. Ich entfolge jemanden, und ein paar Tage später folgt die Person mir wieder und fängt an zu interagieren. Als hätte das Entfolgen irgendwas ausgelöst. Vielleicht eine Benachrichtigung, vielleicht nur Zufall. Egal – dann sind wir halt wieder verbunden. Diesmal vielleicht echter.


Die Qualität, die danach kommt

Weißt du, was passiert, wenn du aufräumst? Deine Zahlen werden kleiner. Klar. Aber dein Gefühl wird besser.

Plötzlich stimmen die Verhältnisse wieder. Wenn du 500 Follower hast und 50 reagieren, ist das eine andere Energie als 5000 und 50. Mathematisch ist es vielleicht das Gleiche – prozentual sogar schlechter vorher – aber emotional ist es ein Unterschied.

Du weißt: Die, die da sind, sind wirklich da. Die wollen das sehen. Die interessieren sich. Das ist kein aufgeblasener Ballon, das ist eine echte kleine Gruppe von Menschen, die mitgehen.

Und mit denen kannst du was aufbauen. Echte Gespräche. Echte Verbindungen. Vielleicht sogar echte Freundschaften oder Zusammenarbeiten oder Verkäufe oder was auch immer du anstrebst.

Qualität schlägt Quantität. Jedes Mal. Immer.


Was ich mir wünschen würde

Von den Leuten, die mir folgen, wünsche ich mir nicht viel. Ehrlich nicht.

Ich erwarte nicht, dass jeder alles liked. Ich erwarte keine Lobeshymnen unter jedem Bild. Ich erwarte nicht mal, dass jeder alles sieht – Algorithmen sind wie sie sind, und das Leben ist busy.

Aber ab und zu ein Zeichen – das wäre schön. Ein Like hier, ein Kommentar da, vielleicht mal eine Story teilen, wenn einem was gefällt. Kleine Sachen. Die kosten nichts. Die dauern zwei Sekunden.

Aber sie bedeuten was. Sie sagen: Hey, ich bin noch da. Ich seh das. Ich find das gut.

Das ist alles. Mehr brauch ich nicht.

Und wer das nicht kann oder will, der soll bitte nicht beleidigt sein, wenn ich irgendwann feststelle, dass wir keine Verbindung haben. Das ist keine Bestrafung. Das ist einfach Realität.


An die Archivleichen da draußen

Falls du das liest und denkst: Scheiße, ich bin so eine Archivleiche bei jemandem – keine Panik.

Das ist keine Anklage. Das ist eine Einladung.

Wenn du jemandem folgst und die Person macht Sachen, die dich interessieren – zeig das mal. Nicht ständig, nicht zwanghaft, aber ab und zu. Ein Like. Ein Emoji. Irgendwas.

Du glaubst gar nicht, was das ausmacht für Leute, die kreativ arbeiten. Wir sitzen oft allein vor unseren Projekten, schicken Sachen raus ins Nichts und hoffen, dass irgendwas zurückkommt. Jede kleine Reaktion ist ein Zeichen, dass da jemand ist. Dass es nicht ins Leere geht.

Das ist nicht Ego. Das ist menschliches Bedürfnis nach Resonanz.

Also: Wenn du jemandem folgst und die Person ist dir wichtig – lass es sie wissen. Heute noch. Geht schnell. Kostet nichts. Bedeutet viel.


Und an die, die aufräumen wollen

Mach es. Ohne schlechtes Gewissen.

Deine Followerliste ist kein Museum, das du pflegen musst. Es ist dein Raum. Und du entscheidest, wer da drin ist.

Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Das hat was mit Selbstachtung zu tun. Mit Klarheit. Mit dem Wunsch, echte Verbindungen zu haben statt aufgeblasener Zahlen.

Fang klein an. Geh mal ein paar Profile durch. Frag dich, wer davon wirklich dabei ist. Und dann trenn dich von dem Rest. Still und leise. Ohne Drama.

Du wirst dich danach besser fühlen. Versprochen.

Weil am Ende zählt nicht, wie viele Leute dir folgen. Sondern wie viele davon wirklich da sind.

Der Rest ist nur Deko.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen meistens, wenn ich irgendwo unterwegs bin und ins Handy quatsche. Sprachmemos, ziemlich durcheinander, mit allen Gedankensprüngen und Wiederholungen. Das wird dann transkribiert und mit KI in Form gebracht. Die Gedanken sind meine. Das Aufräumen machen die Tools. Finde ich fair so.