Tag Archive: wahnsinn




Es ist kurz nach drei. Draußen ist es still. Der Kaffee ist längst kalt und ich weiß nicht mehr genau, wann ich angefangen habe. Irgendwann gestern Abend. Dachte, ich mach mal kurz was. Probier mal was aus. Guck mal, was passiert.

Acht Stunden später sitze ich immer noch hier.

Vor mir liegt ein Video. 8 Minuten und 15 Sekunden. Komplett irre. Komplett KI-generiert. Komplett Fiebertraum.

Und ich bin mir nicht sicher, ob es genial ist oder ob ich einfach den Verstand verloren habe. Wahrscheinlich beides.


Wie das Ganze angefangen hat

Ich hab in letzter Zeit viel mit Video-KI rumexperimentiert. Clips generieren, zusammenschneiden, gucken was geht. Und irgendwann gestern Abend hab ich angefangen, mit der KI zu reden. Nicht im Sinn von Prompts eintippen und warten. Eher so ein Gespräch. Hin und her. Idee rein, Ergebnis raus, nächste Idee, darauf aufbauen, weiterdrehen.

Wie ein Ping-Pong-Spiel, bei dem beide Seiten immer verrückter werden.

Ich hatte keinen Plan. Kein Storyboard. Kein Konzept. Nur diesen einen Gedanken: Was wäre, wenn ich einfach nicht aufhöre? Wenn ich jeden Clip nehme und den nächsten draus entstehen lasse? Wenn das Ganze sich selbst baut, Szene für Szene, wie ein Traum, den man nicht kontrollieren kann?

Und genau das ist passiert.


Max Headroom lässt grüßen

Falls du alt genug bist, erinnerst du dich vielleicht an Max Headroom. Diese Serie aus den 80ern. „20 Minutes Into The Future“ hieß der Untertitel. Alles war überdreht, alles war zu viel, alles war irgendwie prophetisch und gleichzeitig komplett wahnsinnig.

Genauso fühlt sich dieses Video an.

Nur dass wir jetzt nicht zwanzig Minuten in die Zukunft schauen, sondern zehn Sekunden. Weil sich gerade alles so schnell verändert, dass zehn Sekunden reichen, um in einer komplett anderen Realität zu landen.

10 Seconds Into The Future.

Der Titel war da, bevor das Video fertig war. Manchmal weiß der Titel mehr als man selbst.


Was du da siehst

Ich kann dir ehrlich gesagt nicht genau sagen, was du in diesem Video siehst. Ich hab es gemacht und bin mir trotzdem nicht sicher.

Da sind Bilder drin, die ich nicht geplant habe. Szenen, die aus dem Nichts kamen. Übergänge, die sich ergeben haben, weil die KI irgendwas interpretiert hat, das ich nicht gemeint habe – und es trotzdem besser war als meine Idee.

Es ist kein narratives Video. Es erzählt keine Geschichte im klassischen Sinn. Es ist eher so ein Strom. Ein visueller Bewusstseinsstrom. Manche Stellen sind schön. Manche sind verstörend. Manche sind beides gleichzeitig.

Acht Minuten und fünfzehn Sekunden Wahnsinn. Zusammengebaut aus Gesprächen mit einer Maschine, die nicht schlafen muss.

Ich schon. Aber ich hab es trotzdem nicht getan.


Der Prozess – wenn man es so nennen kann

Normalerweise hab ich einen Workflow. Eine Struktur. Erst das, dann das, dann das. Professionell und so.

Gestern Nacht war davon nichts übrig.

Ich hab einen Clip generiert. Der hat mich an was erinnert. Also hab ich den nächsten Clip in diese Richtung geschoben. Und der hat dann wieder was anderes ausgelöst. Und so weiter. Und so weiter.

Irgendwann hab ich gemerkt, dass sich da ein Rhythmus entwickelt. Nicht bewusst, aber spürbar. Das Video hat angefangen, seinen eigenen Puls zu haben. Und ich bin einfach mitgegangen.

Um Mitternacht dachte ich: Okay, noch ein bisschen.
Um eins dachte ich: Fast fertig.
Um zwei dachte ich: Jetzt muss ich das noch richtig machen.
Um drei war ich fertig. Oder das Video war fertig mit mir. Schwer zu sagen.


Warum ich das zeigen will

Normalerweise poliere ich Sachen, bevor ich sie raushaue. Ich guck nochmal drüber. Schlaf eine Nacht drüber. Frag mich, ob das gut genug ist.

Bei diesem Video mach ich das nicht. Weil ich glaube, dass genau der Wahnsinn der Punkt ist. Wenn ich jetzt anfange, das zu überarbeiten, zu glätten, zu korrigieren, dann geht genau das verloren, was es ausmacht.

Es ist roh. Es ist ungefiltert. Es ist drei Uhr morgens in Videoform.

Und ich will wissen, was andere Leute sehen, wenn sie das gucken. Ob die sehen, was ich sehe. Oder was ganz anderes. Oder gar nichts. Alles davon wäre okay.


Wie du es sehen kannst

Das Video ist nicht auf YouTube. Nicht auf Instagram. Nicht auf irgendeiner Plattform, die es komprimiert und kaputt macht.

Es liegt auf Dropbox. Volle Qualität. So wie es sein soll.

Wenn du es sehen willst, schreib mir einfach eine Mail:

brownz@brownz.art

Betreff: ja ich will 10 seconds

Mehr muss da nicht drinstehen. Ich schick dir den Download-Link. Kostenlos. Kein Haken, kein Newsletter, kein Kleingedrucktes.

Wichtig: Bitte das Video runterladen und lokal anschauen. Nicht im Browser streamen. Der Dropbox-Player frisst Qualität und das Ding verdient es, richtig gesehen zu werden. Großer Bildschirm, Kopfhörer auf, Licht aus. So war es gedacht.


Feedback erwünscht – ehrlich

Und dann würde ich gerne wissen, was du denkst.

Nicht „toll gemacht“ oder „super Arbeit“ – obwohl ich gegen Komplimente natürlich grundsätzlich nichts habe. Aber mich interessiert mehr: Was hast du gesehen? Was hast du gefühlt? An welcher Stelle hast du gedacht, was zur Hölle war das gerade?

Weil ich mir selbst nicht sicher bin. Ich bin zu nah dran. Ich hab zu lange draufgestarrt. Ich brauch andere Augen.

Also: Guck es dir an. Und dann sag mir, was passiert ist.

Antwort auf die Mail reicht. Oder schreib mir auf Social Media. Oder per Rauchzeichen. Ist mir egal, Hauptsache ehrlich.


Was ich daraus gelernt habe

Eine Sache noch, bevor ich endlich ins Bett gehe – was ich eigentlich schon vor Stunden hätte tun sollen.

Dieses Video hat mir was gezeigt. Nämlich dass die interessantesten Sachen passieren, wenn man aufhört zu planen. Wenn man sich reinfallen lässt. Wenn man der Maschine nicht sagt, was sie machen soll, sondern mit ihr redet. Wie mit einem seltsamen Kollegen, der nie schläft und manchmal Dinge sieht, die man selbst nicht sieht.

Das ist nicht mein üblicher Arbeitsstil. Normalerweise bin ich Kontrollfreak. Normalerweise weiß ich vorher, was rauskommen soll.

Gestern Nacht wusste ich gar nichts. Und vielleicht war genau das der Punkt.

10 Seconds Into The Future. Weiter konnte ich nicht gucken. Aber die zehn Sekunden waren ziemlich wild.


Jetzt geh ich schlafen.

Oder ich mach noch einen Clip.

Mal sehen.


Wie dieser Text entstanden ist

Meine Blogartikel entstehen aus Sprachmemos – meistens wenn ich aufgedreht bin und nicht schlafen kann. Wie jetzt gerade zum Beispiel. Das wird transkribiert und mit KI in Form gebracht. Die Gedanken und der Schlafmangel sind komplett meine eigenen.


#Vom Selfie zur Therapie: Wie TikTok-Filter Teenager in Algorithmus-Opfer verwandeln

Willkommen im Jahr 2025, wo man erst schön ist, wenn man aussieht wie eine KI-generierte Mischung aus Fortnite-Charakter und AI-Werbebild für Zahnpasta. Die neuesten TikTok-Beauty-Filter sind so „optimiert“, dass man sich fragt: Hat hier ein Algorithmus im Rausch die Kontrolle übernommen? Gesichter schmaler als ein Ladekabel, Augen groß genug, um darin ein Boot parken zu können, und Haut so glatt, dass selbst ein frisch gewachster Tesla neidisch wird. Glückwunsch! Du bist jetzt offiziell ein Reptiloid mit Influencer-Ambitionen.

Step 1: Filter aktivieren, Persönlichkeit deinstallieren

Die Message ist klar: Dein Gesicht ist eine Bausatz-Enttäuschung, die dringend in eine generische 08/15-CGI-Barbie umgemeißelt werden muss. Teenager verbringen Stunden damit, ihre Selfies durch den digitalen Fleischwolf zu drehen, bis sie aussehen wie die uneheliche Tochter von Barbie und Shrek. Und das Ergebnis? Eine ganze Generation, die denkt, Schönheit bedeute, ohne Lidstriche wie ein koffeinsüchtiger Anime-Zombie auszusehen.

„Aber die Filter sind doch nur Spaß!“, schreit jetzt irgendein Boomer in den Kommentaren. Klar, genau wie die Diätpillen-Werbung von 2005 „nur Tipps“ waren. Studien zeigen längst: Je mehr Zeit man mit Beauty-Filtern verbringt, desto mehr hasst man sein echtes Spiegelbild. Wow, wirklich mind-blowing Erkenntnis: Wenn du dir täglich ein perfektioniertes, absurdes Selfie servierst, fühlt sich dein echtes Gesicht plötzlich an wie ein Software-Bug.

Vom Selfie in die Therapie: Ein logischer Karriereweg

Stell dir vor, du bist 14, scrollst durch TikTok und siehst 1.000 verbesserte Versionen von dir selbst – größere Augen, kleinere Nase, Haut wie frisch aus der Photoshop-Retusche. Dein Gehirn: „Ah, okay, das hier ist also der Standard. Und ich? Bin ein wandelnder Designfehler.“

Die Folge: Teenager basteln sich IRL ihre eigenen Filter-OPs – Lippen wie Autoreifen, Wangenknochen schärfer als jede Steuererklärung. Und die Beauty-Industrie? Feiert. Warum Unsicherheiten auflösen, wenn man sie in Bargeld umwandeln kann? Cremes, Seren, „FaceTune-Kurse“ – alles, um endlich so auszusehen wie der Filter, der wirkt, als hätte ihn ein besoffener Roboter programmiert.

TikToks Algorithmus: Der toxischste BFF seit Regina George

Die Plattform funktioniert wie ein manipulativer Ex: Je mehr du filterst, desto mehr Likes hagelt es. Je mehr Likes, desto mehr filterst du. Der Algorithmus feuert das an wie ein euphorischer Dealer. „Hier, Süße, gönn dir noch ’n Schuss digitale Selbstzerstörung! Gratis! Nur deine Selbstachtung kostet’s.“

Während Eltern sich Sorgen machen, dass ihre Kinder zu viel online sind, merken sie nicht, dass das eigentliche Problem ist: Ihre Kinder lernen gerade, sich selbst in HD zu hassen.

Rebellion der Hässlichkeit: Macht den Filter kaputt

Hier ein revolutionärer Vorschlag: Was, wenn wir den Schönheitswahn sabotieren – indem wir die Filter noch schlechter machen? Her mit Pickeln, Augenringen und asymmetrischen Gesichtshälften! #FilterFürEchteMenschen

Oder, radikal gedacht: Löscht die App. Geht raus. Macht ein Foto, ohne dass euer Gesicht aussieht wie ein KI-Fehlversuch. Denn am Ende, liebe TikTok-Generation: Ihr seid kein Bug im System. Das System ist der Bug.

Und wenn ihr doch mal wieder auf den Filter-Trick reinfallt – denkt dran: Echte Schönheit hat Poren. Und die kann man nicht wegwischen.