
Oder: Wie ich lernte, die Klammern zu lieben
Wer schon länger mit KI-Bildgenerierung arbeitet, kennt das Problem: Man hat eine Vision im Kopf, tippt einen Prompt ein – und bekommt etwas, das… naja… ungefähr in die richtige Richtung geht. Vielleicht. Manchmal. Wenn man Glück hat.
Dann entdeckte ich JSON Prompting. Und plötzlich machte alles Sinn.
Was ist JSON Prompting überhaupt?
Statt einen klassischen Fließtext-Prompt zu schreiben wie:
„A beautiful woman with red hair standing in a forest at sunset, cinematic lighting, detailed, 8k“
strukturiert man seine Anweisungen in einem JSON-Format:
JSON{
"subject": {
"type": "woman",
"hair": "red, flowing, wavy",
"expression": "contemplative",
"pose": "standing, three-quarter view"
},
"environment": {
"setting": "ancient forest",
"time": "golden hour, sunset",
"atmosphere": "mystical, serene"
},
"technical": {
"lighting": "cinematic, rim light from behind",
"camera": "85mm portrait lens",
"style": "photorealistic"
}
}
Klingt erstmal nach mehr Aufwand? Ist es auch. Aber der Payoff ist enorm.
Die Vorteile, die mich überzeugt haben
1. Präzision auf einem neuen Level
Fließtext-Prompts sind wie ein Gespräch mit jemandem, der nur halb zuhört. Die KI pickt sich raus, was sie für wichtig hält – und ignoriert den Rest fröhlich.
JSON zwingt zur Struktur. Jedes Element hat seinen Platz, seine Hierarchie, seine Bedeutung. Die KI versteht nicht nur was du willst, sondern auch wie wichtig es dir ist und wie die Elemente zusammenhängen.
2. Reproduzierbarkeit wird real
Einer der größten Schmerzpunkte in der Synthography: Du erzeugst ein geniales Bild, willst eine Variante machen – und landest in einer völlig anderen Galaxie.
Mit JSON-Prompts hast du eine saubere Dokumentation. Du kannst einzelne Parameter ändern, den Rest konstant halten und tatsächlich verstehen, welche Änderung welchen Effekt hatte.
JSON// Version A
"lighting": "soft, diffused, overcast"
// Version B
"lighting": "harsh, direct sunlight, high contrast"
Wissenschaftlich. Nachvollziehbar. Endlich.
3. Komplexität wird beherrschbar
Stell dir vor, du willst eine Szene mit mehreren Charakteren, verschiedenen Lichtquellen, einem spezifischen Setting und einem bestimmten Kunststil. Als Fließtext wird das schnell zu einem unlesbaren Monster.
In JSON? Alles hat seinen Platz:
JSON{
"characters": [
{
"id": "protagonist",
"position": "foreground, left third",
"details": {...}
},
{
"id": "antagonist",
"position": "background, right",
"details": {...}
}
],
"lighting_sources": [
{"type": "campfire", "position": "center", "color": "warm orange"},
{"type": "moonlight", "position": "above", "color": "cool blue"}
]
}
4. Iteration wird zum Kinderspiel
Du hast einen Prompt, der zu 80% funktioniert? Kopieren, einen Wert ändern, testen. Kopieren, nächsten Wert ändern, testen.
Kein nerviges Umformulieren von Sätzen. Kein Rätselraten, ob die KI „dramatic lighting“ jetzt anders interpretiert, weil du es an eine andere Stelle im Satz geschoben hast.
5. Templates und Workflows
Einmal ein gutes JSON-Template für Porträts erstellt? Speichern. Für Landschaften? Speichern. Für Produktfotos? Speichern.
Du baust dir über Zeit eine Bibliothek von Basis-Strukturen auf, die du nur noch anpassen musst. Das spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Konsistenz deiner Arbeit.
Die Lernkurve – seien wir ehrlich
Ja, am Anfang fühlt es sich weird an. Man tippt Klammern statt Kommas. Man denkt in Hierarchien statt in Adjektiv-Ketten.
Aber nach ein paar Sessions wird es zur zweiten Natur. Und spätestens wenn du zum ersten Mal einen komplexen Prompt hast, der genau das produziert, was du im Kopf hattest – dann weißt du, dass sich die Umstellung gelohnt hat.
Mein Fazit
JSON Prompting ist nicht für jeden. Wenn du ab und zu ein schnelles Bild generieren willst, ist Fließtext völlig okay.
Aber wenn du ernsthaft in der Synthography arbeitest, wenn du konsistente Ergebnisse brauchst, wenn du verstehen willst warum etwas funktioniert – dann führt kaum ein Weg daran vorbei.
Es ist der Unterschied zwischen „Kunst machen“ und „die Kunst verstehen, Kunst zu machen“.
Und das ist verdammt cool.
Nutzt ihr JSON Prompting? Was sind eure Erfahrungen? Schreibt’s in die Kommentare!
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